1.3.2014 Mail an das ZDF bezüglich einseitiger Berichterstattung über den Konflikt in der Ukraine

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Propagandaschau hat Ihre Berichterstattung über den Konflikt in der Ukraine in den vergangenen Wochen in zwei detaillierten Analysen untersucht und dabei offensichtliche Verstöße gegen die Vorgaben des Rundfunkstaatsvertrags bezüglich Objektivität, Unparteilichkeit, Meinungsvielfalt und Ausgewogenheit nachgewiesen.

Die erste Analyse, vom Montag, den 20.1. bis Freitag, den 24.1.2014, die die Hauptnachrichten von ARD (Tagesschau, Tagesthemen, 1 Brennpunkt) und ZDF (heute, heute-journal) betraf, hat gezeigt, wie sie in ihren Hauptnachrichtensendungen vollkommen einseitig die Position der westlich orientierten Opposition in der Ukraine in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung stellen. Neben der Tatsache, dass quasi alle interviewten Experten und Politiker in Deutschland die Sichtweise von deutscher Regierung, EU, USA oder NATO wiedergaben, war besonders auffällig, dass ihre Journalisten in Kiew in sämtlichen Berichten nahezu ausschliesslich ukrainische Bürger oder Politiker befragten, die auf Seiten der Opposition stehen:

ARD und ZDF haben 43 Interviewschnipsel mit Oppositionellen gesendet, davon allein 10 mit Vitali Klitschko.

Dagegen wurden nur 5 Interviewschnipsel mit Personen die der Regierungsseite nahestehen gesendet. Darunter 3 Statements von Präsident Janukowitsch, 1 Statement von Regierungschef Asarow und ein einziger Bürger wurde interviewt, der sich kritisch über die Opposition äusserte. (Link)

Eine zweite Analyse im Februar, die in der Woche des Sturzes der Regierung Janukowitsch vom 17.2. bis 22.2. durchgeführt wurde, bestätigte das Ergebnis der ersten Analyse:

Das ZDF sendete 45 Interviews oder Statements der Opposition und ihrer Anhänger. Davon entfielen allein 7 auf Vitali Klitschko.

Das ZDF sendete nur 4 Interviews oder Statements der Regierung und ihrer Anhänger. Alle 4 sind kurze Statements von Janukowitsch. Das ZDF interviewte nicht einen einzigen Anhänger der Regierung.(Link)

 

Es ist also nicht allein ein subjektiver Eindruck, sondern durch objektive Zahlen belegt, dass Sie mit Ihrer Berichterstattung gegen die Vorgaben des Rundfunkstaatsvertrags verstoßen und anstatt eine ausgewogene Berichterstattung zu gewährleisten, Propaganda im Sinne der Bundesregierung und EU verbreiten.

Daraus ergeben sich folgende Fragen:

1. Sind Sie sich selbst bewusst, dass Ihre einseitige Berichterstattung gegen den Rundfunkstaatsvertrag verstößt?

2. Falls es sich nicht um gezielte Propaganda, sondern um unbedachte journalistische Fehler handelt: Welche Maßnahmen werden Sie in Zukunft ergreifen, um eine ausgewogene Berichterstattung zu gewährleisten?

3. Wenn Sie der Ansicht sind, dass es sich nicht um gezielte Propaganda oder handwerkliche Fehler handelt, welche Begründung haben Sie für Ihre einseitige Berichterstattung?

Diese Mail und (gegebenenfalls) Ihre Antwort werden unter folgender URL – sowie auf weiteren Online-Medien – veröffentlicht:
https://propagandaschau.wordpress.com/propagandaschau-fragt-nach/

Darüberhinaus wird Ihre Antwort gegebenenfalls in einem Rechtsstreit verwendet, der eine Kürzung der GEZ-Gebühren mit dem Verweis auf ihre eklatanten, propagandistischen Verstöße gegen den Rundfunkstaatsvertrag zum Inhalt hat.
 

Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

Mit freundlichen Grüßen,
DOK

2 Gedanken zu “1.3.2014 Mail an das ZDF bezüglich einseitiger Berichterstattung über den Konflikt in der Ukraine”

  1. Dominik sagte:

    Danke für Ihre Mühen!

  2. sehr gut geschrieben!