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Bei aller inhaltlichen Gleichschaltung in Sachen Regierungs­nähe, neoliberaler und transatlantischer Propaganda  gibt es zwischen ARD und ZDF regelmäßig kleine aber feine Unterschiede, was das journalistische Handwerk betrifft. Es ist zwar keine neue Erkenntnis, dass die tagesschau sich regelmäßig zumindest bemüht, vordergründig den Anschein eines seriösen Journalismus zu wahren, während das ZDF aus seiner boulevardesken Grundhaltung kein Geheimnis macht, aber die gestrige Vorberichterstattung über die heutigen Präsidiumswahlen der SPD ist durchaus aufschlussreich.

Während das ZDF in seinen „Nachrichten“ ganz schamlos die Position der SPD-Führung einnimmt und verkündet, dass „Andrea Nahles zur neuen Vorsitzenden gewählt werden soll“, wahrt die tagesschau immerhin in diesem Fall ihre journalistische Distanz und meldet sachlich, dass „die SPD eine neue Parteispitze wählt.“ Inhaltlich richtig sind beide – unterschiedliche – Darstellungen des gleichen Ereignisses und den meisten Zuschauern des ZDF wird gar nicht aufgefallen sein, dass hier nicht objektiv, sondern subjektiv „berichtet“ wird, nämlich aus der Sicht der Parteiführung. Man kann sogar davon ausgehen, dass dem ZDF selbst der Unterschied gar nicht klar ist, weil die Verantwortlichen in den Redaktionen und der Leitung des Senders von ihrer eigenen jahrzehntelangen Propaganda dermaßen indoktriniert und verblödet sind, dass sie Journalismus und Propaganda nicht auseinanderhalten könnten, wenn man sie mit den zahllosen Beispielen konfrontieren würde.