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Davos 2018: Wie sich der Medien­main­stream gegen Kritik immunisiert

von Paul Schreyer

14. Februar 2018   —   Der Kampf um die Deutungshoheit zwischen Leitmedien und Alternativkanälen wird am sichtbarsten beim Schlagabtausch zwischen dem russischen Sender RT und seinen westlichen Gegenparts. Das Programm von RT ist zweifellos ein Angriff auf die gängige Weltsicht, wie man sie bei der ARD, der BBC oder in der New York Times findet. Optisch und rhetorisch agiert man dabei längst auf Augenhöhe. Viele Sendungen der Russen werden von Amerikanern moderiert und haben den gleichen Sound und Look wie die westlichen Nachrichten.

Zwar ist RT, anders als mainstreamkritische Portale in den USA wie Counterpunch oder hierzulande die NachDenkSeiten, bei weitem kein idealistisches linkes Nischenmedium, sondern ein Sender, der mit Millionenbudget die Perspektive einer konkurrierenden Weltmacht präsentiert. Doch in Zeiten einer immer noch US-geführten (Militär-)Allianz mit gemeinsamer Ideologie von Washington bis Warschau ist jeder lautstarke Gegner von Nato und Co. per se ein Oppositioneller – und RT schenkt diesen Dissidenten des Westens gern sein Scheinwerferlicht und Sendezeit.

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