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Die vollkommene Schamlosigkeit und Verkommenheit der Lügenpresse zeigt sich einmal mehr an einem aktuellen Beispiel, das in mehrfacher Hinsicht aufschlussreich ist. Zum Welttag der Kommunikation hatte Papst Franziskus in einer Botschaft vor den Gefahren der FakeNews gewarnt. Ausdrücklich wendet er sich darin an Journalisten und fordert sie auf, für einen „Journalismus des Friedens“ einzutreten.

Wer jetzt gedacht hätte, das Wort des Papstes würde bei den Angesprochenen zur Selbstreflektion über Desinformation und Kriegshetze führen, der glaubt auch an die „Massenvernichtungswaffen des Irak“, den „Hufeisenplan“, das „iranische Atomprogramm“, den „Failed State Libyen“, „Assads Giftgasattacken“ oder andere Desinformation und Kriegslügen, mit denen die Verbrecher des Mainstreams Krieg, Massenmord und Terrorismus in die Welt gebracht haben.

… Wenn der Ausweg aus der Verbreitung von Desinformation also die Verantwortung ist, dann sind hier vor allem jene auf den Plan gerufen, denen die Verantwortung beim Informieren schon von Berufs wegen auferlegt ist: die Journalisten, die die Hüter der Nachrichten sind. In der Welt von heute übt der Journalist nicht nur einen Beruf aus: er hat eine Mission. Trotz der Kurzlebigkeit der Nachrichten und im Strudel der Sensationspresse darf er nie vergessen, dass im Zentrum der Nachricht der Mensch steht – und nicht, wie schnell eine Nachricht verbreitet wird und welche Wirkung sie auf das Publikum hat. Informieren hat mit „formen“ zu tun, betrifft das Leben der Menschen. Das ist auch der Grund, warum die Sorgfalt bei den Quellen und der Schutz der Kommunikation eigenständige Prozesse sind, die wirklich zur Entwicklung des Guten beitragen, Vertrauen schaffen und Wege der Gemeinschaft und des Friedens erschließen.

Ich möchte daher alle dazu einladen, einen Journalismus für den Frieden voranzutreiben, womit ich nicht einen Journalismus meine, dem es nur um „Schönfärberei“ geht, der das Vorhandensein schwerwiegender Probleme leugnet und einen süßlichen Tonfall annimmt. Nein, ich meine einen Journalismus, der sich nicht verstellt; der der Unwahrheit, der Effekthascherei und dem prahlerischen Reden den Kampf ansagt; ein Journalismus, der von Menschen und für Menschen gemacht ist; der sich als ein Dienst versteht, der allen Menschen zugutekommt, vor allem jenen – und das ist in unserer heutigen Welt der Großteil –, die keine Stimme haben; ein Journalismus, dem es nicht nur darum geht, Nachrichten so schnell und lukrativ wie möglich „an den Mann zu bringen“, sondern der die tatsächlichen Ursachen der Konflikte zu erforschen sucht, um ihre Wurzeln verstehen und durch die Anregung guter Handlungsweisen überwinden zu können; ein Journalismus, der sich nicht vom Strudel der Sensationsgier und der verbalen Gewalt mitreißen lässt, sondern lieber nach alternativen Lösungen sucht…

(Quelle; eigene Hervorhebungen)

Von Politikern, namentlich Donald Trump, ist in der gesamten Botschaft des Papstes keine Rede. Und was macht die Lügenpresse daraus? Sie verdreht die eigentlich unmissverständliche Kritik an einem kriegstreiberischen und FakeNews verbreitenden Journalismus zur Kritik an Donald Trump!

Wie die vom Papst gescholtene Journaille im Branchenmagazin Meedia die Botschaft in ihrem Sinne benutzt und verdreht, ist atemberaubend:

Das altbekannte Problem der Filterblasen in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter, die der Papst im Übrigen nicht beim Namen nennt…

…Der Leser erinnert sich bei der Lektüre an zahlreiche politische Entwicklungen in der jüngeren Vergangenheit wie die Brexit-Entscheidung im Jahr 2016. Oder an die Auswirkungen der Falschnachrichten bei Facebook auf die US-Wahl im selben Jahr…

…Papst Franziskus wünscht sich einen „Journalismus, der der Unwahrheit, der Effekthascherei und dem prahlerischen Reden den Kampf ansagt“. Ein Wink mit dem Zaunpfahl an jene Populisten, allen voran US-Präsident Donald Trump, die mit lauten, reißerischen Äußerungen große Aufmerksamkeit erzielen…

(Quelle: Meedia)

Auch von „Filterblasen in sozialen Netzwerken“ ist im gesamten Text des Papstes keine Rede. Tatsächlich unterscheidet Franziskus nicht im Geringsten zwischen sozialen Medien und „Journalismus“, sondern kritisiert FakeNews ganz allgemein, wenn diese gestreut werden, „um politische Entscheidungen zu beeinflussen oder Vorteile für wirtschaftliche Einnahmen zu erlangen.

Auch der Verweis auf den Brexit – den der Papst mit Sicherheit nicht im Sinn hatte, als er den Text verfasste -, und die von der Lügenpresse herbeifantasierten „Auswirkungen auf die US-Wahl“, die in Wahrheit weder von Facebook noch von US-Geheimdiensten belegt wurden und bis heute nicht einmal mehr ernsthaft behauptet werden, sondern längst zu einer versuchten Einflussnahme Russlands heruntergekocht wurden, zeigen, wie die Schreiberlinge von Meedia die Worte des Papstes manipulativ in ihre eigene Agenda verdrehen.

Dass es sich bei dieser Frechheit nicht um einen Einzelfall handelt, sondern diese schamlose Verdrehung einmal mehr aus den einschlägig bekannten US-Medien kommt, zeigt ein Blick in Washington Post, CNN, den Independant oder auch den Guardian. Letzterer agiert nach der Masche „denken Sie jetzt nicht an einen rosa Elefanten!“.

CNN

The Vatican says the message is part of the Pope’s World Communications Day, but some at St. Peter’s Square say the Pope was probably sending a message to Donald Trump and other world leaders who have been using the phrase „fake news.“

Washington Post

The pope’s fake news guide couldn’t be more different from Trump’s

Independant

The document was issued at a time when what role false news reports may have played in the 2016 election win of US President Donald Trump is continuing to be examined.

Mr Trump has said he came up with the term “fake news” and has used it numerous times, particularly on Twitter, in order to discredit mainstream media’s reporting about his administration.

However, the Pope’s document does not name the President or his rampant use of the term as an insult to those attempting to report the truth.

The document also did not delve into the allegations against Russia for hacking elections in the US and possibly other countries like Germany and France, through the creation and promotion of false news reports on various social media channels.

Guardian

The message made no reference to how some public figures, most notably the US president, Donald Trump, often label unflattering or critical reports “fake news” to try to discredit the information.

Viele deutsche „Leitmedien“ haben die für sie unbequeme Botschaft des Papstes kurzerhand totgeschwiegen. Dazu gehören die ZEIT, die WELT und auch die GEZ-Schmarotzer der tagesschau. Offenbar hat man dort verstanden, an wen sich die Kritik tatsächlich richtet.