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wdrRegelmäßige Leser wissen, dass die 3sat „kulturzeit“ ein wiederkehrendes Ärgernis hier im Blog darstellt. Das ist alles andere als Zufall, denn Kultur (und Sport) sind schon seit Goebbels und Riefenstahl Werkzeuge deutscher Massenmanipulation. Dass deren Methoden in den letzten 70 Jahren mit erheblichem finanziellem Aufwand, wissen­schaftlicher Akribie und vollkommener Schamlosigkeit nahezu perfektioniert wurden, kann man quasi täglich in ARD und ZDF beobachten.

Wenn es um die palästinensische Aktivistin Ahed Tahimi geht, entdeckt die „kulturzeit“ plötzlich die Macht der Bilder und reflektiert über deren mediale Wirkung (Quelle: 3sat)

Es wäre ein aberwitziges Unterfangen, an dieser Stelle all die gezielten visuellen Inszenierungen und Manipulationen – in der Regel handelt es sich um Emotionalisierungen, mit denen eine verzerrte Realität, ein politisch gewünschtes Täter-Opfer-Narrativ konstruiert werden soll – aufzuzählen, die die Staatssender ARD und ZDF den Zuschauern in den vergangenen Jahren massenhaft vorgesetzt haben.

Dazu gehören die Strumpfmasken von „Pussy-Riot“, die nackten Brüste der „Femen“, tausende Stunden mit „Kinderretter“-, „Last-Hospital“– und „Chemical-Attack“-Videos aus den al-Kaida-Studios in Syrien und vieles mehr. Wenn aber plötzlich eine palästinensische Aktivistin zur Ikone des Widerstands wird, dann schaltet die Staatspropaganda plötzlich um auf Kritikmodus.

Ob es klug war, ausgerechnet den deutsch-israelischen Autor Uri Schneider einen Beitrag über die junge palästinensische Widerstandskämpferin Ahed Tamimi machen zu lassen, sei dahingestellt. Auch wenn man Schneider keine zionistische Agenda nachsagen kann und sein Beitrag recht ausgewogen, aufklärerisch, sogar israelkritisch daherkommt, bleibt ein bitteres Geschmäckle, das vor allem dadurch hervorgerufen wird, dass mit Yaron London, David Reeb und Gabriel Weimann ausschließlich jüdisch-isrealische Experten zu Wort kommen und die Palästinenser, um deren Schicksal es ja eigentlich geht, durchgängig zum Objekt der Betrachtung degradiert sind.

3sat 18.01.2018 kulturzeit

Gabriel Weinmann: „Ein Bild, heißt es, ist tausend Worte wert. Ein Bild eines Kindes als Opfer ist Millionen Worte wert. Kinder sind unschuldig. Kinder sollten nicht zu Leide kommen. Kinder sind die dramatischsten Opfer.“ (Quelle)

Es ist kein Zufall, sondern hat System, dass die obige Analyse Weinmanns nicht im Kontext der tausendfachen Kinderbilder präsentiert wird, die ARD und ZDF beispielsweise aus Aleppo verbreitet haben, die propagandistisch wirken sollten und die obendrein regelmäßig aus Quellen islamistischer Terroristen stammen. Über die Wirkung von Bildern wird in Medien wie ARD und ZDF, die selbst der Propaganda dienen, eben nur dann reflektiert, wenn es in die politische Agenda passt.

„Ein Bild, das berührt“ – ARD und ZDF machten mit dem von Terroristen inszenierten Foto des kleinen Omran in Aleppo wochenlang Propaganda gegen die Befreiung des Ostteils der Stadt. Die entsprechenden Artikel sind mittlerweile weitgestgehend gelöscht, finden sich allerdings auf archive.org

Ein Interview mit Ahed Tamimi, ihrer Familie, palästinenischen Experten, Politikern oder Journalisten findet nicht statt. In Schneiders Beitrag spricht ausschließlich Israel über eine Ikone des palästinensischen Widerstands. Auch wenn keinerlei Bösartigkeit, Diffamierung oder verleumderische Absichten transportiert werden, wie sie beispielsweise in der antirussischen Propaganda deutscher „Journalisten“ üblich sind, kann wegen der einseitigen Perspektive von Ausgewogenheit keine Rede sein.

Bemerkenswert ist aber vor allem, dass in diesem Bericht – wenn auch auf respektvolle bis anerkennende Art und Weise – das Thema „Macht der Bilder“ in einem Sendungsformat aufgegriffen wird, das selbst regelmäßig mit ikonischen Bildern gezielte Stimmungsmache betreibt – dann allerdings selbstverständlich ohne darüber zu reflektieren, geschweige denn die dahinter verborgene politische Agenda aufzudecken, sondern gerade um mit diesen Bildern die politische Agenda der Bundesregierung – und damit mehr oder weniger offene Kriegspropaganda – voranzutreiben.

Auch „Bana“ ist eine Ikone westlicher Kriegspropaganda, die von ihren Eltern benutzt und von ARD und ZDF tausendfach ausgeschlachtet wurde.

Dass es im Fall Ahed Tamimi anders geht – und zwar so, wie ein selbsternanntes „Kulturmagazin“ tatsächlich immer über Medienmacht berichten müsste, wenn es unabhängig wäre – beweist indirekt einmal mehr, dass die Verantwortlichen vorsätzlich handeln. Sie sind nicht einfach nur verblödet, sie handeln wissentlich, gezielt, verschlagen und aus niederen Motiven.

Ahed Tamimi; Kulturzeit 18. Januar 2018; 6:23 min