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Zweierlei Maßlosigkeit –
Ken Jebsen, Tom Friedman und der Zwiebelbauch

Von Ulrich Teusch

Man muss sich die journalistische Zunft wie eine Zwiebel vorstellen. Ein dicker Bauch in der Mitte, Spitzen oben und unten. Im dicken Bauch tummelt sich die große journalistische Masse. Sie unterscheidet sich nur unwesentlich von anderen Massen. Da gibt es Gerechte und Ungerechte, Gute und Schlechte, Talentierte und Stümper.

Viel interessanter als ihr Bauch sind die obere und untere Spitze der Zwiebel. Und noch interessanter ist die Frage, wie sich der massige Bauch zu den beiden Spitzen verhält. Von wenigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen, gilt dies: Die Masse buckelt nach oben und tritt nach unten…

Dass Ken Jebsen „unten“ und Thomas Friedman „oben“ ist, hat letztlich nur einen einzigen Grund: Jebsen schürt das System-Misstrauen – Friedman stärkt das System-Vertrauen, mehr noch: er ist Teil des Systems, sogar der System-Elite. Dass er dabei – bildlich gesprochen – über Leichen geht, Jebsen hingegen nicht, spielt für die meisten Kollegen aus dem Zwiebelbauch offensichtlich keine nennenswerte Rolle. „Das System“, so scheint es, ist allemal wichtiger als ein paar Menschenleben.

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