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zdf_80Wenn der Staatssender ZDF eine „Doku“ oder „Reportage“ über Russland ankündigt, dann wissen medienkritische Zuschauer schon im Vorhinein, was zu erwarten ist. Wenn der Autor des Beitrags dann auch noch Winand Wernicke heißt, dann lohnt es sich bestenfalls deshalb einzuschalten, um zu schauen, mit welchen Agit-Prop-Methoden dieses Mal antirussische Stimmung und Propaganda in deutsche Köpfe getrichtert werden soll.

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Wernicke enttäuscht weder seine transatlantischen Auftraggeber – sonst hätte er nicht seinen bemitleidenswerten Job beim ZDF – und schon gar nicht all jene, die derartige Machwerke nur noch einschalten, um auf der politischen Ebene zu analysieren, welches Russlandbild die US-kontrollierten Machthaber in Deutschlands Medien aktuell verbreitet sehen wollen.

Schon der Einstieg lässt in dieser Hinsicht keine Wünsche offen. Wernicke offenbart wiedermal mehr über sich selbst und seinen propagandistischen Auftrag als über das riesige Land, das schon seine Großeltern mit der gleichen Herrenmenschen-Attitüde „bereisten“. Nur bis Wladiwostok sind sie damals bekanntlich nicht gekommen, weil selbst die weithin gerühmte Gastfreundschaft der Russen ihre Grenzen hat.

Bereits in der ersten Minute, im dritten Satz dieser „Dokumentation“, bei der Begegnung mit der ersten – nicht unbedingt typischen – „Eingeborenen“, entlarvt sich Wernickes dümmliche transatlantische Agenda, zu der es offensichtlich gehört, dass die Russen doch in Wahrheit alle davon träumen, ihr schrecklich autokratisches Land zu verlassen…

Winand Wernicke: „Sie ist das schönste Gesicht Sibiriens. Christina träumt von einer Karriere als Topmodel in Mailand, Paris, Rom – aber nicht um jeden Preis! Russland für immer verlassen, für sie ist das unvorstellbar.“ (39. Sekunde!)

Na, wenn das kein entlarvender Einstieg in Wernickes Kopf ist, was dann? Im folgenden Interview werden lediglich Christinas Antworten präsentiert und das aus gutem Grund, denn es würde selbst den einfältigsten ZDF-Zuschauern merkwürdig aufstoßen, wenn ein deutscher Journalist in einer Doku offenbar als erstes hören will, was denn so alles falsch läuft in Russland.

Es ist also anzunehmen, dass Wernicke bei diesem ersten Besuch nicht mit der Tür ins Haus gefallen ist, denn auch eine russische Schönheitskönigin wäre natürlich hellhörig, wenn die erste Frage eines deutschen „Journalisten“ an sie dahin gehen würde, die eigene Heimat schlecht zu reden. Man kann also davon ausgehen, dass Wernicke sich rhetorisch langsam angeschlichen hat, um dann aus einem längeren Gespräch das zu extrahieren, was seine Auftraggeber – und das ist nicht die deutsche Öffentlichkeit – von ihm erwarten.

Christina: „Im Land gibt es zwar manche Bereiche, die ich verändert sehen möchte, aber vom Prinzip her ist unser Land momentan mächtig und stark. Ich glaube, mein Land ist ein gutes Land.“

Das war tatsächlich jetzt ungeschnitten der komplette Einstieg in die Agenda des ZDF-Propagandisten Winand Wernicke. Natürlich geht es nicht durchgängig so weiter, denn das wäre auch für den durchschnittlichen ZDF-Zuschauer ermüdend und entlarvend, aber diese sattsam bekannte, nach frisch gewichsten Knobelbechern stinkende Agenda durchzieht auch dieses Machwerk wie der Modermuff des tausendjährigen Reiches die neue Berliner Hegemonie in Europa und der Welt.

Worum es Wernicke geht, seine Tagesparole für den 10.000 km Propagandafeldzug von Moskau bis Wladiwostok, sagt er selbst einen Moment später ganz offen:

Winand Wernicke: „…Vor 10 Jahren sind wir die Strecke schon einmal gereist. Was hat sich verändert? Wie weit reicht der Arm des Kremls heute, im Jahr der Präsidentenwahl und der Fußball-WM?“

Dümmer geht es tatsächlich kaum, wenn man als Staatssender, dessen Glaubwürdigkeit in medienkritischen Zeiten in immer tieferen Senken verschwindet, vermeiden muss, allzu offensichtliche Hetze und Propaganda zu verbreiten. Dass die Ostdeutschen dem Fernsehen nur noch zu 16% vertrauen (Westen: 30%) und die Schweizer in diesem Jahr sehr wahrscheinlich ein fanalhaftes Vorbild zur Abschaffung der staatlichen Propaganda geben werden, wird auch in den GEZ-Anstalten zur Kenntnis genommen worden sein – auch wenn diese die verheerenden Umfrageergebnisse in ihrer eigenen „Berichterstattung“ selbstverständlich unterdrücken.

Wernicke konstatiert nach der Hälfte seiner Reise in der 28. Minute fast schon verzweifelt:

Egal, wie weit man sich von Moskau wegbewegt, wirklich unzufrieden scheinen die Russen nicht zu sein – zumindest nicht vor einer westlichen Kamera.

Gemäß der durchaus begründeten Sichtweise, dass transatlantische Medienhuren sich mit ihren Auftragsarbeiten vor allem immer an ihre Auftraggeber richten, kann man diese Einlassung auch als Entschuldigung verstehen.