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zdf_80Es ist eigentlich banal, aber man muss immer wieder daran erinnern, dass Nach­rich­ten einen objektiven und aus­ge­wo­ge­nen Überblick über das wichtigste Geschehen im eigenen Land und auf der Welt geben sollten. Was die Propaganda des ZDF hingegen unter „Nachrichten“ versteht, ist hinlänglich bekannt und die heutige 19-Uhr „heute“-Ausgabe lieferte ein weiteres Lehrbuchbeispiel für staatliche Desinformation und Meinungsmache.

Während deutsche Waffenexporte nach Saudi-Arabien, einer menschen­ver­ach­tenden Despotie, die das verarmte Nachbarland Jemen mit Unterstützung der USA, Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands in die laut UN größte Hungerkatastrophe der jüngeren Zeit bombt, in einer 30 Sekunden Kurzmeldung abgehakt werden, suhlen sich Christian Sievers und die Mainzelmännchen 120 Sekunden lang in substanzlosen Tweets von Donald Trump Jr. an wikileaks und konstruieren eine vollkommen faktenfreie Verbindung nach Russland.

Es ist nur noch hanebüchen, was das ZDF den Zuschauern hier einmal mehr vorsetzt. Nachrichtengewichtung, Faktenlage, Einordnung, politische Bewertung – alles, was seriösen Journalismus eigentlich ausmacht, wird in einer Weise ad absurdum geführt, die erneut nicht allein mit purer Dummheit und Inkompetenz erklärt werden kann, sondern mit schamlosestem Vorsatz, die deutsche Öffentlichkeit gezielt für dumm zu verkaufen.

in der chronologischen Abfolge der hintereinander gesendeten Beiträge sind hier die beiden Mitschnitte. Nicht einmal 30 Sekunden dauerte die Kurzmeldung „Mehr Rüstungsexporte nach Nahost“  und schon die Auswahl der Überschrift zeigt den Vorsatz der Banalisierung, denn „Nahost“ könnten viele Länder sein und das „mehr“ soll Normalität suggerieren und den Skandal verharmlosen, weil man bei den Regierungshuren des ZDF keinen politischen Skandal möchte.

ZDF 14.11.2017 heute 19 Uhr – Deutsche Rüstungsgeschäfte

Direkt im Anschluss folgte die mit fast 120 Sekunden vier Mal so lange Skandalisierung substanzloser Twitter-Nachrichten von Donald Trump Jr. an Wikileaks in denen der sich während des US-Wahlkampfs nach brisantem Material gegen Hillary Clinton erkundigte, was sein gutes Recht und in keinster Weise politisch anrüchig ist. Als Spitze der Verblödung des Machwerks der einschlägig bekannten Ines Trams kann die Aussage eines politischen Gegners Trumps, Richard Blumenthal, gelten, der sich nicht zu dämlich ist, wikileaks als „russische Agenten“ zu bezeichnen – eine an Schwachsinnigkeit kaum zu überbietende These, die vom ZDF-Flittchen Trams selbstverständlich übernommen wird.

ZDF 14.11.2017 heute 19 Uhr – Trump Jr. Tweets an Wikileaks

Ines Trams: „… Die Behauptung des Trump-Lagers, es habe keine Kontakte zu Russland gegeben, ist immer weniger haltbar.“

Das muss man sich wirklich in der direkten Gegenüberstellung zu Gemüte führen! Während Merkel und die verantwortlichen Mitglieder ihres Sicherheitsrats mit keiner Silbe erwähnt und in keinem Interview oder auch nur einem Foto eingeblendet werden, obwohl es um vollkommen unbestreitbare Waffenlieferung an eine mörderische Despotie geht, die den Jemen an den Rand der größten zivilen Katastrophe der letzten Jahrzehnte gebombt hat, wird andererseits mit hanebüchenen Hirnverrenkungen anhand einiger substanzloser Twitternachrichten ein neues „Russiagate“ herbeigesponnen, für das es nicht die geringste Faktengrundlage gibt.

Wenn man sich vorstellt, dass halbwegs vernunftbegabte Menschen, Politiker womöglich, sich so etwas anschauen und diese in allen Aspekten dümmlichste Propaganda ernsthaft „Journalismus“ nennen, dann ist die Verblödung in diesem Land erheblich weiter fortgeschritten, als es sich Peter Scholl-Latour in seinen schlimmsten Alpträumen hätte ausmalen können.