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ard_logoUnd wieder ist es ein „Ossi“, der den System-Propagandisten im ARD „Presseclub“ die richtigen Fragen stellt. Die haben zuvor 40 Minuten darüber geschwafelt, was denn die Ursachen dafür seien, dass die Menschen vom Land in die Städte ziehen. Die Antwort wäre ganz einfach: keine adäquaten Jobs und die Ursache dafür ist ein sich selbst und die Menschen kannibalisierendes Wirtschaftssystem – das aber im neoliberalen Staatsfunk genauso unantastbar ist wie die Planwirtschaft im Sozialismus.

Ein Anrufer aus Wandlitz stellt die entscheidende Frage, warum denn ausgiebig über die Folgen geredet würde und nicht über die Ursache, die „doch wohl eher in diesem Wirtschaftssystem liegt, das darauf aus ist, möglichst viel Profit zu schaffen“ und konstatiert weiter, dass die Runde offenbar gar nicht bereit sei, „an dem System etwas zu ändern.“

Rumms, Treffer, versenkt – könnte man meinen. aber so schnell streichen die mit allen Wassern gewaschenen PR-Söldner natürlich nicht die Segel, denn sie werden ja gerade dafür bezahlt, die Öffentlichkeit im Auftrag der Profiteure an der Nase herumzuführen. Die Antwort der einschlägig bekannten Dorothea Siems von Springers WELT ist so raffiniert wie entlarvend:

Dorothea Siems: „Ja, ich würde ganz klar sagen, Sie haben natürlich recht [hier setzt sie ihren verbalen Judogriff an]. Das liegt am Wirtschaftssystem [jetzt dreht sie sich in den Gegner hinein]. Das ist ein Wirtschaftssystem, wo sich die Menschen aussuchen können, wo sie hingehen und arbeiten. [Zack! Mit einstudiertem Schwung zieht sie den Kontrahenten über die Schulter und schmeißt ihn rücklings auf die Matte.] Und es ist eine Folge millionenfacher Entscheidungen, nämlich in der Regel von Jüngeren – heutzutage allerdings auch von Älteren -, die sich ebend entscheiden, wegen des Angebots, das man dort bekommt, ihre angestammte Heimat zu verlassen und dann entweder an eine Uni-Stadt zu gehen oder ebend auch in eine größere Stadt, wo man einen Alterswohnsitz hat… und diese Entscheidung ist nur in einer freien Gesellschaft, in einer Marktwirtschaft, so möglich. Die war früher sicher so nicht überall möglich in Deutschland.“

Diese Form verbaler Judogriffe beherrschte eine Schwarzgurt-INSM-Propagandistin wie Siems aus dem Effeff und es wundert wohl niemanden, dass die Presseclub-Redaktion den Anrufer zu diesem Zeitpunkt schon aus der Leitung geschmissen hat, denn der Klang nicht so, als würde er sich nach diesem Schulterwurf geschlagen geben.

Die perfide neoliberale Lüge von der „Freiheit“ des Menschen, sich seine Arbeitsstelle „auszusuchen“, verhöhnt nicht nur den Verstand halbwegs intelligenter Menschen, sondern sie verhöhnt vor allem auch die Opfer des Systems, die gezwungen sind, Heimat, Familie und Freunde zu verlassen, um „ihr Glück“ in der Fremde zu suchen.