Schlagwörter

, , , , , , , , ,

zdf_80Dass der Islam den Machteliten in den USA und ihren trans­atlantischen Vasallen als Feindbild nicht nur willkomen, sondern unabdingbar ist, konnte man seit Samuel Huntingtons „Kampf der Kulturen“ oder Brzezinskis „Grand Chessboard“ erahnen, seit dem 11.09.2001 sehen und spätestens seit dem Überfall des Imperiums auf den Irak 2003 wissen. Die von langer Hand geplanten Kriege des Westens in der islamischen Welt benötigen zu ihrer Rechtfertigung eine übergreifende Kriegslüge, die man den Massen in die Augen reiben kann.

ZDF heute-journal 30.10.2017

Dass der Islam auf subtile Weise zum Feindbild und Sündenbock gemacht werden würde, liegt in der perversen Logik der westlichen Aggression, die damit begann, dass man Anfang der 80er Jahre die als „Mudschaheddin“ verherrlichten ersten islamistischen Dschihadisten nach Afghanistan rief und sie dort im Kampf gegen die Sowjetunion aufmunitionierte. Von dieser Zeit kann man eine schnurgerade Propagandalinie bis ins heute-journal des 30.10.2017 ziehen.

Claus Kleber: „Insgesamt ist die Zeit, in der wir leben, ja offensichtlich nicht religionsfeindlich. Wir erleben eine Steigerung des Islams in das Fanatische hinein. Was ist die christliche, was ist vor allem im Moment die protestantische Antwort darauf?“

Wenn der transatlantische Propagandist Claus Kleber am Montag Abend auf der Mattscheibe selbtverständlich nicht im Stile, aber im Geist von PEGIDA gegen den Islam agitiert, dann bedient er damit ganz offen das Narrativ, das die imperialen Täter im Hintergrund benötigen, um ihre Verbrechen in der islamischen Welt weiterhin ungehindert durch unbequeme Fragen, Kritik und Aufruhr an der Heimatfront ausüben zu können.

So wie die westliche Schuld an der Entstehung und Ausweitung des islamistisch-unterfütterten Terrors grundsätzlich totgeschwiegen wird – welches GEZ-Schaf hat jemals etwas von den imperialen Plänen der USA im Nahen und Mittleren Osten gehört? -, so wird parallel auf subtile Weise suggeriert, die Radikalisierung der extremistischen Täter geschähe auf religiös-wundersame Weise allein durch das Lesen des Korans oder dem Lauschen von „Hasspredigern“ und nicht etwa dadurch, dass in den vergangenen Jahrzehnten Millionen Muslime Opfer von westlichen Kriegen, Regierungsstürzen, brutaler Besatzung und gezielt angezettelten innerreligiösen Konflikten wurden – man denke hier an die militärische und propagandistische Aufrüstung des sunnitisch beherrschten Iraks (Erster Golfkrieg,1980) und nun Saudi-Arabiens gegen den schiitischen Iran.

Claus Kleber: Aber wäre es nicht vielleicht auch die Zeit, eine klare Abgrenzung zum Beispiel gegenüber dem Islam? Die christlichen Kirchen scheinen sehr bemüht zu sein, alles zu umschließen und nach allen Seiten Versöhnung zu zeigen. Luther war ein Mann der klaren Worte, der hätte sich von Vorstellungen, wie sie in der Scharia zum Beispiel sind, sehr deutlich distanziert.“

Die Umschreibung der Geschichte, die darin besteht, die westliche Strippenzieherschaft bei der Entstehung und Ausweitung des militant-terroristischen Islamismus zu unterdrücken und den zunehmenden Terror stattdessen einer vermeintlich religionsimmanenten Selbstradikalisierung zuzuschreiben, ist eine gezielte Täuschung und Volksverhetzung, die den Sicherheitsapparaten an der Heimatfront zum Bonus auch noch die Carte Blanche liefert, die Bürgerrechte in den sogenannten „Demokratien“ so weit zu schleifen, dass die Scharia eines Tages als freiheitlich angesehen werden könnte. Claus Kleber hat nur vordergründig ein Problem mit PEGIDA. In Wahrheit ist er einer ihrer Geburtshelfer.