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McCarthy lässt grüßen

RT unter Beschuss –
einige Fragen und Antworten

Von Ulrich Teusch

Der global agierende russische Nachrichtenkanal RT steht unter Druck – vor allem in den USA, aber auch in Großbritannien. „Sie werden versuchen euch auszuschalten“, hatte WikiLeaks-Gründer Julian Assange der Chefredakteurin des Senders einst prophezeit. Behält er am Ende Recht? Hier einige Fragen und Antworten zum „Phänomen RT“.

Ist RT ein Lückenmedium, ein Tendenzmedium, ein Propagandamedium?

Gemach – und der Reihe nach. Zunächst: Jedes Medium ist ein Lücken­medium, selbstverständlich auch RT. Sodann: Ganz zweifellos ist RT ein Tendenzmedium. Das verleiht ihm aber kein Alleinstellungsmerkmal; auch bei fast allen anderen staatlich oder privatwirtschaftlich verfassten Medien handelt es sich erkennbar um Tendenzmedien. Schließlich: Manchmal ist RT in der Tat ein Propagandamedium. Als Russland in den Syrienkrieg eingriff, war RT mit affirmativer Kriegsberichterstattung zur Stelle. Und nachdem die Türkei im Syrienkrieg einen russischen Kampfjet abgeschossen hatte, erging es ihr im RT-Programm über mehrere Wochen ziemlich übel. Als sich die beiden Länder – also die Türkei und Russland – wieder zusammengerauft hatten, gab sich auch die Berichterstattung deutlich entspannter. Doch auch in dieser Hinsicht unterscheidet sich RT nicht von vielen anderen Medien. Immerhin hat die privatwirtschaftlich verfasste New York Times für jeden US-Krieg in den letzten 30 Jahren getrommelt und ist in diesem Zusammenhang nicht davor zurückgeschreckt, zahlreiche fake news zu verbreiten…

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