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Die nicht – wie ARD und ZDF – über den Umweg der GEZ, sondern direkt mit Steuern finanzierte Deutsche Welle prahlt derzeit mit einer angeblichen Steigerung ihrer Reichweite um 50%. Das soll beeindrucken und ein Argument für weitere Geldforderungen aus dem Staatshaushalt sein. Wie viele Nutzer die DW tatsächlich errreicht, steht auf einem anderen Blatt und die veröffentlichte Zahl von wöchentlich 157 Millionen erscheint mehr als fragwürdig.

Bricht man die Zahlen herunter, kommt man auf etwa 22 Millionen Nutzer, die angeblich täglich irgendwie erreicht werden. Das können TV- oder Radio-Sendungen sein, Webseiten-Aufrufe, YouTube-Videos oder Tweets. „Wie lange über eine gewisse Mindestzeit hinaus und wie oft das ausgewählte Medium im betrachteten Zeitraum genutzt wird, ist hierbei irrelevant, ausschlaggebend ist der einmalige Kontakt mit dem Werbeträger.“ (wikipedia) Vergleichen wir doch mal den finanziellen Aufwand und die „Reichweite“ der Deutschen Welle anhand bekannter Zahlen mit Russia Today!

22 Millionen „Impressions“ am Tag klingt erst mal beeindruckend, relativiert sich aber sehr schnell, wenn man bedenkt, dass die DW in zahlreichen Sprachen über den ganzen Globus hinweg sendet und sich dabei unterschiedlichster Verbreitungswege bedient. Auch ist mit der großen Zahl noch gar nichts über die Dauer und Intensität der Auseinandersetzung der Nutzer mit den verbreiteten Inhalten gesagt. Das Anschauen eines Tweets wird hier gleichgewichtet mit dem einstündigen Verfolgen eines Radioprogramms.

Um die Zahl einschätzen zu können, vergleichen wir einmal die verfügbaren Zahlen zu Twitter- und YouTube-Followern, sowie die dortigen Seitenaufrufe der Deutschen Welle mit den Zahlen der direkten Konkurrenz von Russia Today, dem russischen Pendant.

Twitter:

Der internationale, englishsprachige Account dwnews ist der größte Twitter-Channel von Merkels Haussender. Er existiert seit über 10 Jahren und hat währendessen mit 233.000 Tweets 160.000 Folllower eingesammelt.

Der Twitter-Account RT_com existiert seit 2009, hat mit 230.000 Tweets bei ähnlicher täglicher „Schlagzahl“ etwas weniger abgesetzt als die deutschen Kollegen und dabei 2.650.000 Follower eingesammelt – 16 Mal mehr!

YouTube:

Ein ähnliches Bild zeigt sich auf YouTube. Dort sind beide Sender mit ihrem englischsprachigen Angebot im selben Jahr (2007) beigetreten. DW_English konnte seitdem 223.225 Abonnenten gewinnen und mit seinen Videos über diesen Kanal 109 Millionen Aufrufe generieren.

Der „russische Propagandakanal“ RT hat aktuell die zehnfache Anzahl an Abonnenten, nämlich 2,2 Millionen und konnte im nahezu gleichen Zeitraum wie die Deutsche Welle allein mit diesem Channel über 2 Milliarden (!) Aufrufe erzielen. Faktor 20!

Finanzierung:

Merkels Haussender Deutsche Welle, dem gerade erst ein üppiger Nachschlag serviert wurde, hatte 2016 einen Etat von etwas über 300 Millionen Euro und kann sich für 2017 noch einmal über 10% mehr Geld aus dem Steuersäckel freuen.

Putins Haussender Russia Today hatte 2016 ebenfalls ein Budget von 300 Millionen, allerdings nicht EURO, sondern Dollar, was in etwa 250 Millionen Euro entspricht. Man muss berücksichtigen, dass die Löhne für Journalisten in Deutschland und Russland unterschiedlich sind, dass jedoch beide Sender Studios im Ausland betreiben, bei denen sich die Kosten durchaus ähneln.

Fazit:

Die Deutsche Welle hat mit ihrer Auslandspropaganda bei ungefähr vergleichbarem finanziellen Aufwand nur ca. 5 bis 10% der Reichweite im Vergleich zu Russlands Russia Today. Auch der inhaltliche „Erfolg“ dürfte fragwürdig sein. Während hierzulande – und im Westen allgemein – allenthalben über den Siegeszug von RT lamentiert, gegen den Sender gehetzt und allerlei repressive Maßnahmen getroffen werden, ist von vergleichbaren Klagen und Repressionen in Russland gegen die Arbeit der Deutschen Welle bislang nichts bekannt. Was natürlich nicht heißt, dass Merkels Haussender dort journalistisch sauberer Arbeiten würde, als es ARD und ZDF im eigenen Land machen, sondern dass man ausländische Medien in Russland auch wenn sie offensichtliche Propaganda betreiben einfach entspannter und freier arbeiten lässt, als es im ach so freien Westen der Fall ist.