Schlagwörter

, , , , , , ,

Vergangenen Donnerstag haben wir hier an einem von vielen aktuellen Beispielen gezeigt, wie die Kriegspropaganda der ARD mit Lügen, Desinformation und Skandalisierung ein turnusgemäßes, weißrussisch-russisches Manöver zur Landesverteidigung in eine „General­mobil­machung“ umgelogen hat, um der deutschen Öffentlichkeit „den Russen“ einmal mehr – und ganz in der Tradition der Nationalsozialisten – als Bedrohung in den Kopf zu hämmern. Die andere Seite dieser Kriegspropaganda ist das systematische Totschweigen, Relativieren oder Rechtfertigen militärischer westlicher Aggressionen und imperialistischer Ausdehnung durch die NATO.

AURORA17– Homepage des Schwedischen Militärs!

AURORA17 ist laut Janes-Defense das größte Manöver in Schweden seit 23 Jahren und markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der militärischen Haltung des Landes. Während Russlands Manöver in den transatlantischen Medien mit falschen Zahlen über 100.000 Teilnehmer zur Bedrohung stilisiert wird, erfährt die deutsche Öffentlichkeit in den GEZ-Medien kein Wort über die NATO-Manöver und Gegendemonstrationen in Schweden. PS-Leser Thomas hat im Propagandamelder seine Sicht auf diese gezielte Desinformation dargelegt…

In unseren „Qualitätsmedien“ findet gerade eine Vertuschung unglaublichen Ausmaßes statt. Während die Internetseiten. Nachrichtensendungen und Zeitungen der Mainstreammedien voll von Meldungen über das angeblich aggressive, einwöchige Manöver Zapad 17 in Weißrussland und Russland sind, wird ein anderes Manöver, das bereits seit dem 11. September läuft, und insgesamt 3 Wochen dauern soll, komplett totgeschwiegen: Aurora 17

Das ist deshalb so bedeutend, da es im vorgeblich „neutralen“ Schweden stattfindet, und dort nicht nur rund die Hälfte aller aktiven schwedischen Soldaten teilnehmen (knapp 20.000), sondern es zugleich das größte Manöver in Schweden seit 23 Jahren darstellt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Aurora_17

Ziel des Manövers ist – nur wenig verbrämt – die Abwehr einer Invasion des „Bösen Russen“ in Schweden. Und es nehmen beileibe nicht nur Schweden teil, sondern zudem „Einheiten aus Dänemark, Estland, Litauen, Frankreich, Norwegen und den USA sowie dem Nachbarland Finnland“ – also ein Manöver von sechs NATO-Staaten, Finnland und Schweden. Das Manöver ist offenbar bewußt gegen „Zapad 17“ gesetzt worden, was angesichts des regelmäßigen Turnus des russisch/weißrussischen Manövers von 4 Jahren auch recht einfach war.

Aber trotz daß hier ein Gegenmanöver angesetzt wurde, wird es in den Medien praktisch nicht erwähnt. Noch nicht mal um es propagandistisch als „Verteidigung“ auszuschlachten. Nein, offenbar war man sich bewußt, daß die deutsche Öffentlichkeit kein Verständnis dafür haben würde, und schweigt das Manöver seit nunmehr einer Woche komplett tot. Es gibt in deutscher Sprache nur Meldungen aus russischen Kanälen wie RT oder Sputnik, die auch von gar nicht so kleinen Demonstrationen in Schweden gegen dieses Manöver berichten – und es gibt zwei rühmliche Ausnahmen:

Die Frankfurter Rundschau:

und die Online-Ausgabe des Oberbayrischen Volksblattes:

Zudem liefert Google noch einen interessanten Hinweis, da auch Focus Online unter den Treffern für „Aurora 17“ gelistet wird. Im verlinkten Artikel über das russische Manöver „Zapad 17“ mit dem reißerischen Titel „Putin startet Groß-Manöver an der verwundbarsten Flanke der Nato“ dann aber kein Wort über „Aurora 17“ mehr. Das war aber offenbar ursprünglich anders, oder auf der Seite war ein Leserkommentar mit dem Hinweis auf „Aurora 17“ zu lesen, der jetzt nicht mehr zu sehen ist. Im Text-Snippet wird das schwedische NATO-Manöver nämlich explizit erwähnt:

Alle anderen Medien, Spiegel, Zeit, süddeutsche, Bild/Welt, ARD., ZDF und wie sie alle heißen, blenden dieses Manöver dagegen komplett aus. Es ist offenbar wirklich so: das größte Manöver in Schweden seit 23 Jahren, zudem mit massiver NATO-Beteiligung und auf Russland zielend, findet in den deutschen Medien nicht statt! Und derweil darf man sich in Meldungen über das medial omnipräsente Manöver „Zapad 17“ allenthalben Vorwürfe anhören, die Russland regelrechte Paranoia vor dem „friedlichen Westen“ attestieren, und tatsächlich Aggression unterstellen – eine propagandistische Anheimstellung, die natürlich mit dem bloßen (journalistisch gebotenen!) Vermelden von „Aurora 17“ ganz erheblich an Schwung einbüßen würde.

Deshalb müssen natürlich auch Kommentare von aufmerksamen Lesern, denen dieses Manöver dennoch nicht entgangen ist, konsequent wegzensiert werden. So gerade erlebt bei Spiegel online, die in den letzten Tagen scheinbar etwas weniger harsch zensierten – wohl um der guten Stimmung vor den Wahlen willen. Streift man jedoch einen wunden Punkt wie die systematische und ganz offenkundig zentral gesteuerte Informationsunterschlagung zu einem provokativen NATO-Manöver, ist Schluß mit der Toleranz. Keine Veröffentlichung. Das in den „Qualitätsmedien nicht existente Manöver darf auch in den Kommentarspalten nicht plötzlich stattfinden.

Dank an Thomas für den Beitrag im Propaganda-Melder!pm90