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wdrImmer wenn es darum geht, der deutschen Öffentlichkeit ein Feindbild in die Köpfe zu hämmern, westlichen Im­pe­ri­a­lismus, Aufrüstung, mörderische Sanktionen, Waffenexporte oder Krieg zu rechtfertigen, werden in den Staatssendern in geballter Form Lügen und Propaganda verbreitet. Zu Wort kommen dann nahezu ausschließlich transatlantische Bellizisten, NATO-Propagandisten, „Think-Tank“-Büttel, ver­meint­liche „Experten“ und Politiker, von denen man weiß, dass sie die gewünschten, kriegstiftenden Erzählungen und Verleumdungen in Kameras und Mikrofone sprechen. Im Fall des weißrussisch-russischen Manövers ZAPAD 2017 ist den „Öffentlich-Rechtlichen“ wieder einmal jede Lüge recht.

Bild anklicken, russisches Verteidigungsministerium!

Die fundamentalen Verdrehungen der Wahrheit beginnen bereits dort, wo die NATO nach wie vor als ein „Verteidigungsbündnis“ verkauft wird. Tatsächlich hat die NATO sich niemals verteidigt, sondern nach dem Ende des Warschauer Pakts – der seinerseits nur eine Reaktion auf die Gründung der NATO und die westdeutsche Wiederbewaffnung war -, mehrere Angriffskriege geführt. In einer die Propaganda konstituierenden Verdrehung der Realität wird das avisierte Opfer Russland – wie andere Staaten, die in den vergangenen Jahren von NATO oder USA bedroht, überfallen oder zerstört wurden – als Bedrohung dargestellt, die sodann als Vorwand dient, die eigene imperialistische Ausdehnung zu rechtfertigen.

Die aktuellen Lügen über das russische Manöver setzen sich in einer absurden Übertreibung der Zahl der teilnehmenden Soldaten fort. Lügen bzw. Fake News über 100.000 russische Soldaten, die klammheimlich einen Einmarsch in die baltischen Staaten, Polen oder die Ukraine vorbereiten würden, werden vom deutschen Verteidigungsministerium verbreitet, sowie von anderen Vasallenstaaten der USA, die – wie man das von einer Schulhofschlägerei kennt – vorgeschickt werden, um jene, die in Ruhe gelassen werden wollen, zu provozieren.

Ein Blick auf die offiziellen Angaben des russischen Verteidigungsministeriums zeigt, worum es tatsächlich geht:

The Zapad 2017 is led by the Russian and Belarusian Chiefs of Staff. It is the final step of the combined training of the both Armed Forces. The exercise is purely defensive, and does not target any country or group of states.

The exercise is also aimed to improve interoperability of staffs at all levels, integrate advanced C2 systems, pilot new constitutional documents, enable all commanding officers to practise planning of military actions and C2 on the basis of experience of contemporary armed conflicts.

Up to 12.7 thousand troops are involved in the exercise: about 7.2 thousand of Belarusian troops and 5.5 thousand of Russian troops, up to three thousand of the latter are deployed in Belarus. Moreover, up to 70 aircraft, 680 pieces of military hardware including about 250 tanks, up to 200 weapons, MLRSs and mortars, and about 10 warships are gathered at the exercise.

Kurzgesagt geht es um die militärisch-defensive Abstimmung zwischen Weißrussland und Russland, die an verschiedenen Einsatzorten und unter verschiedenen Aspekten eingeübt wird. Tatsächlich kommen laut offiziellen Angaben lediglich 5500 (!) russische Soldaten zum Einsatz und 7200 Soldaten aus Weißrussland.

Um das Märchen von der aggressiven Bedrohung und den 100.000 Soldaten in die Köpfe der deutschen Öffentlichkeit zu hämmern, hat der WDR in der Person von Ulrich Kühn vom „Carnegie Endowment for International Peace“ in Washington (!) einmal mehr einen transatlantischen Kriegshetzer parat. Friedensforscher, unabhängige Historiker oder Politiker, die sich im Sinne von Frieden und Völkerverständigung äußern würden, kommen im WDR selbstverständlich nicht zu Wort.

Kühn konstruiert zur besten Sendezeit im WDR5-Morgenecho sodann seine ganz eigene, hetzerische und politisch motivierte Wahnvorstellung, mit der er sich die aus dem Umfeld der NATO angegebenen 100.000 Soldaten zusammenreimt und versteigt sich zu der irren Behauptung, es handele sich bei dem Manöver um eine „Generalmobilmachung“. Generalmobilmachung ist allerdings nicht irgendein Schulhofbegriff, mit dem ein transatlantischer Dummschwätzer um sich werfen kann, wie man das von den unterbelichteten Journalisten von ARD und ZDF gewohnt ist. Eine Generalmobilmachung ist die letzte Vorstufe vor einem heißen Krieg.

Ulrich Kühn: „Zunächst mal muss man sagen, dass es sich hier nicht um ein einzelnes Manöver handelt, dass nur in dieser Woche von Russland durchgeführt wird, sondern es handelt sich letztlich um eine ganze Verkettung von Manövern, die schon seit mehreren Wochen laufen und die alle ineinander greifen. Bei diesen Manövern werden auch nicht nur reguläre Truppen eingesetzt, sondern es kommen auch Zivilisten zum Einsatz. So wird beispielsweise geprobt, dass die Banken auch die Truppen im Notfall mit Geld verfügen können, dass die Lebensmitteldepots gefüllt sind usw. Im Grunde ist es eine Form der Generalmobilmachung und ich glaube, dass die Schätzung der NATO, die in Richtung 100.000 Mann geht, also Soldaten und Zivilisten schon eher an der Realität dran ist, als das, was uns da von Moskau vermittelt wird.“

Kühns Realitätsverdrehung beginnt also dort, wo er das Manöver ZAPAD kurzerhand als Teil einer ganzen Reihe von Manövern darstellt, die jeweils für sich einzelne Ereignisse waren. Mit dieser Art Rabulistik kann man auch sämtliche Manöver der NATO in Deutschland zu einem Großmanöver umdichten, an dem dann unterm Strich Hunderttausende Soldaten und Zivilisten teilnehmen würden.

Dass auch an NATO-Manövern Zivilisten teilnehmen, die selbstverständlich nicht in die Zahl der Soldaten eingerechnet werden, verschweigt der schäbige, transatlantische Schmierenpropagandist kurzerhand. Dass diese Zivilisten dann kürzlich auch noch „russische Bürger“ mimen sollten, erfährt man in der GEZ-Propaganda sowieso nicht, weil es die Frage aufwirft, was an einem solchen Szenario „defensiv“ sein könnte.

Bild anklicken, RT-Deutsch!

Der Begriff „Generalmobilmachung“ ist wie gesagt kein Schulhofjargon, mit dem ein volksverhetzender Rotzlöffel wie Kühn mal eben im öffentlichen Rundfunk um sich werfen kann, sondern bezeichnet den Akt der Mobilisierung aller Streitkräfte als Vorbereitung zu einem Krieg:

Mobilmachung bedeutet die Vorbereitung der Streitkräfte eines Staates auf den Einsatz, meist für einen Angriffs- oder Verteidigungskrieg. Die bestehenden aktiven und teilaktiven Truppenteile werden mobilisiert (also „beweglich“ gemacht): Sie werden in die Lage versetzt, ihre Friedensstandorte zu verlassen, um im Felde oder an der Staatsgrenze Kampfhandlungen ausführen zu können. Bisher nichtaktive Truppenteile wie z. B. für den Nachschub werden neu aufgestellt.

Bei einer Generalmobilmachung werden alle Streitkräfte mobilisiert, bei einer Teilmobilmachung nur ein Teil der Streitkräfte… (wikipedia)

Dass WDR-Moderator Max von Malotki hier nicht widerspricht, das dumme, verlogene und gefährliche Geschwätz hinterfragt, sondern im Gegenteil als Stichwortgeber dient, dessen Aufgabe es ist, die NATO-Propaganda zur Einschüchterung der deutschen Öffentlichkeit im Sinne der Bundesregierung zu verbreiten, ist nur ein weiterer der alltäglichen Beweise, mit welcher Sorte „Journalismus“ wir es hier im WDR zu tun haben.

Im weiteren Verlauf dieses Propaganda-Hörspiels, tischen die beiden Kriegshetzer fast das ganze Arsenal westlicher Lügen und Verleumdungen (Ukraine, Krim) auf, die in der nicht minder irren und verhetztenden Behauptung des Carnegie-„Experten“ Ulrich Kühn gipfeln, Russland würde nur deshalb nicht über Polen oder das Baltikum herfallen, weil dies den Dritten Weltkrieg bedeuten würde!

Ulrich Kühn: „Ich glaube nicht, dass Vladimir Putin oder die russische Führung jetzt vor hat, morgen oder übermorgen unter dem Deckmantel dieses Manövers im Baltikum einzufallen oder beispielsweise in Polen. Das ist ein Szenario, das ist Unfug, denn das würde – muss man einfach mal so hart sagen – nichts anderes bedeuten als den Dritten Weltkrieg. Und das wissen die Russen auch, deswegen machen sie es nicht.“

Dass die Hetze dabei immer wieder auf die Person Vladimir Putins personalisiert wird, ist der unvermeidliche Begleitsound einer jeden kriegsvorbereitenden Propagandakampagne (Saddam Hussein, Muammar al-Gaddafi, Baschar al-Assad, Kim Jong-Un, etc.)

Abgeschlossen wird das Ganze durch die ebenfalls sattsam bekannte „Küchenpsychologie“, mit der dem Propagandaopfer niedere Motive angedichtet werden. Dabei wird – wie immer – ausgeblendet, dass das Opfer der Kriegshetze (Saddam Hussein, Muammar al-Gaddafi, Baschar al-Assad, Kim Jong-Un, etc.) vor allem aus dem Motiv der Selbstbehauptung und -verteidigung handelt, eben weil USA und NATO – als übermächtige und für ihre Völkerrechtsverbrechen bekannte Akteure – die wahren Aggressoren sind, die es für jeden Staat, der sich nicht ihrer Hegemonie unterwirft, nötig machen, sich atomar zu bewaffnen und militärisch wehrhaft zu sein.

Max von Malotki: „Putins Perspektive – warum macht er das? Macht er das provoziert durch die NATO – also aus der anderen Sicht der Dinge – oder motiviert durch den eigenen Wahlkampf oder so? Woher kommt das?“

Ulrich Kühn: „Ich denke, hier geht es vor allem darum, Unsicherheit zu kreieren. Das mag sich erstmal ein bisschen unverständlich anhören, weil man denkt sich, naja also warum sollte denn jemand einen Vorteil aus Unsicherheit ziehen. Aber es ist nunmal so, dass gerade die östlichen Bündnismitglieder der NATO durch diese Großmanöver sehr stark verunsichert sind. Die NATO beschäftigt sich damit. Die hat selber begonnen wieder Manöver durchzuführen. Man verstärkt die eigene Verteidigung an der sogenannten Ostflanke zu Russland. Und so lange die NATO mit sich selber beschäftigt ist, mit dieser Unsicherheit, kann sie sich natürlich keine Gedanken darüber machen, sich eventuell weiter nach Osten hin auszudehnen (!) Und das ist, was Russland erreichen will. Ein Ende der NATO-Osterweiterung und dafür benutzt es dieses Instrument der Unsicherheit.“

Die letzte „Erklärung“ zu Russlands Motiven, sein Militär zu stärken und zu trainieren, sollte eigentlich dem dümmsten Zuhörer die Ohren und Augen dafür öffnen, mit welch aberwitzigen Verdrehungen – und damit verbundener Verachtung für den Verstand der Zuhörer -, die Propagandisten der NATO arbeiten, wenn es darum geht, die eigene imperialistische Aggression und militärischen Verbrechen unter den Teppich zu kehren und jene, die man bedroht, zu potentiellen Tätern zu machen. Das „hört sich nicht nur unverständlich an“, wie Kühn selbst einzuräumen weiß, sondern das ist ausgemachter und aus niederen Motiven zusammengereimter Blödsinn.

Wie immer gilt auch hier: Dies ist nur ein Beispiel der alltäglichen Hetze und Propaganda gegen Russland. Die Lügen und Verdrehungen über ZAPAD 2017 durchziehen das gesamte Programm aller öffentlich-rechtlichen Hörfunkwellen und werden zweifellos auch noch in den nächsten Tagen in ARD, DLF und ZDF genauso alltäglich sein, wie Goebbels Propaganda im „Volksempfänger“.