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Aufklärerische Analyse über den Zustand der öffentlich-rechtlichen Medien kommt einmal mehr von Links. Es ist ein durchaus bemerkenswertes Phänomen, dass die systematische und fundierte Analyse unseres nicht nur dysfunktionalen (EU-Krise, soziale Spaltung, etc.), sondern in hohem Maße geradezu verbrecherischen Mediensystems (Kriegspropaganda) eine linke Domäne zu sein scheint. Während von Rechts zwar heftig – und aktuell aus guten Gründen – lamentiert wird, weil man vorwiegend von „links- oder grünversifften“ Journalisten bevormundet wird und eigene politische Ansichten im Mainstream bestenfalls als Objekt für Verzerrung, Skandalisierung, Diffamierung oder Verhöhnung wiederfindet, sind nennenswerte Analysen – insbesondere der Machenschaften in den öffentlich-rechtlichen Anstalten – mit dem Hintergrund konservativer bis rechts­nationaler Weltanschauung vergleichsweise rar.

Kein Unfall, kein Versagen, kein Totschlag – die Wahrheit wird ermordet.

Die heute auf den Nachdenkseiten veröffentlichte und besonders lesenswerte Analyse von Daniela Dahn fokussiert zwar beispielhaft auf die vollkommen verzerrte „Berichterstattung“ über Venezuela, entwirft dabei jedoch zur Einordnung das große Bild der systematischen Verfehlungen von ARD und ZDF, die ihrem öffentlich-rechtlichen Auftrag nicht nachkommen. Dass sie dies nicht tun, ist spätestens seit der Propaganda im Umfeld des westlichen Putsches in der Ukraine – mitsamt dem bis heute andauernden Krieg im Donbass – jedem politisch nicht gerade ignoranten Beobachter klar geworden. Am Ende des umfangreichen Beitrags bleibt allerdings ein Wermutstropfen, denn die Autorin erkennt zwar auch im Falle Venezuelas, dass „die Tagesschau sich wiedermal auf die prowestliche Regierungsseite geschlagen hat“, lässt jedoch die Frage, warum dies immer und quasi ausnahmslos der Fall ist, leider offen. Genau dort aber, in der Erkenntnis, dass die Massenmedien die Wahrheit nicht nur totschlagen, sondern dass sie sie vorsätzlich ermorden und dass sie dafür (niedere) Motive haben, liegt der Ansatz dem verbrecherischen Treiben ein Ende zu setzen.