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Ab 13:30 Uhr wird sich Angela Merkel heute 1 Stunde lang den Fragen ausgewählter YouTube-„Stars“ stellen. Für das Kanzleramt, das diesen Termin für die CDU-Vorsitzende organisiert hat, ist es eine Wahlkampfveranstaltung für die Zielgruppe der jugendlichen Erst-, Zweit- und Nichtwähler.

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Spannend dürfte weniger Merkels sattsam bekanntes Teflongeschwätz werden, als die Fragen der jungen YouTuber, die darüber Aufschluss geben, wie politisch, angepasst, opportunistisch oder doch vielleicht kritisch und aufmüpfig die heutige Jugend ist. Auch der abendliche Zusammenschnitt und die Darstellung des Events in den Staatsmedien, wird für medienkritische und politisch interessierte Beobachter möglicherweise interessant.

FAZIT: Alles in allem muss man dem Kanzleramt zu dieser PR-Maßnahme gratulieren. Die Auswahl der Fragesteller und der mit nur einer Stunde angesetzte enge Zeitrahmen haben verhindert, dass ernsthafte Kritik auf den Tisch kommen konnte. Knapp 15 Minuten für jeden einzelnen der vier YouTuber, die nacheinander am Tisch der Kanzlerin Platz nehmen konnten, ließen keinerlei Raum für bohrende Nachfragen, die Merkel hätten gefährlich werden können.

So wurden in der knappen Zeit eine Vielzahl an Themen komplett ausgeblendet, die gerade für die junge Generation außerordentlich wichtig sein sollten.

  • Brexit und EU-Zerfall
  • Finanzkrise und Staatsverschuldung
  • Rente und Altersarmut
  • Bürgerrechte
  • Meinungsfreiheit
  • Massenüberwachung
  • Rüstung und Waffenexporte
  • Bundeswehr und Auslandseinsätze
  • etc.

Wie sehr die junge Generation vom System eingelullt ist, zeigte sich in der abschließenden Nachbesprechung, in der ausgerechnet der vielleicht politischste unter ihnen „MrWissen2go“ das Fazit zog, dass er schon zufrieden sei, wenn sie mit der Fragestunde 1 Wähler für die Teilnahme an der „Wahl“ motiviert hätten.

„Wenn wir jetzt einen Menschen bewegt haben, am 24. zur Wahl zu gehen, dann haben wir schon unser Ziel erreicht.“

Das ist niederschmetternd und genau das, was das Kanzleramt im Sinn hatte.