Norbert Häring: Wie die EZB trickst und täuscht um aus Katastrophen Erfolgsstorys zu machen

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Wie die EZB trickst und täuscht um aus Katastrophen Erfolgsstorys zu machen

NorbertHäring

Dank verbesserter Institutionen haben es die baltischen Staaten geschafft, auf beeindruckende Weise beim Pro-Kopf-Einkommen zur übrigen EU aufzuschließen, lobt die Europäische Zentralbank ausführlich in ihrem aktuellen „Wirtschaftsbericht“. Wer den Artikel nicht ganz genau liest, bekommt gar nicht mit, dass Lettland und Litauen leergelaufen sein könnten, bis der Aufholprozess abgeschlossen ist. Die letzten paar-tausend Dagebliebenen hätten dann ein Pro-Kopf-Einkommen auf EU-Niveau

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10 Gedanken zu “Norbert Häring: Wie die EZB trickst und täuscht um aus Katastrophen Erfolgsstorys zu machen”

  1. SuperHans sagte:

    Ergänzend dazu Michael Hudson zum Fall Lettland:

    http://michael-hudson.com/2013/01/latvias-economic-disaster-as-a-neoliberal-success-story-a-model-for-europe-and-the-us/

    Wie die Neoliberalen ihre in so ziemlich jeder Hinsicht desaströse Wirtschaftspolitik als Erfolgsstory verkaufen

  2. Rene A sagte:

    Tja, Austeritaetspolitik (zum Zwecke der propagandistischen Irrefuehrung auch gern als „Sparpolitik“ bezeichnet) hat halt noch niemals irgendwann irgendwo auf der Welt funktioniert. Nicht in der Weimarer Republik in den 1930ern, nicht in Japan in den 1990ern, nicht in Griechenland und dem restlichen Euroraum seit 2008 und halt eben auch nicht in den baltischen Staaten seit deren EURO-Beitritt.

    Und wer ueber grundlegende mathematische Kenntnisse (4 Grundrechenarten + Prozentrechnung) sowie etwas logischen Verstand verfuegt und obendrein nicht von Jahrzehnten medialer Propaganda hirngewaschen ist, der wird auch sehr schnell verstehen, warum Austeritaetspolitik auch niemals funktionieren KANN.

    Diese Einsicht ist super simpel: Was ist eine Wirtschaftskrise? Eine Wirtschaftskrise ist dadurch gekennzeichnet, dass die Nachfrage (inlaendisch oder global) eingebrochen ist, d.h. einerseits „sparen“ die Konsumenten und andererseits „sparen“ auch die Unternehmen, da sie bei geringer Nachfrage weder investieren noch neue Stellen schaffen. Wenn jedoch Konsumenten und Wirtschaft beide gleichzeitig „sparen“ … dann bleibt nur noch der Staat, um etwas tun zu koennen. Wenn jedoch der Staat jetzt auch noch zu „sparen“ VERSUCHT … tja, dann bricht der Wirtschaftskreislauf komplett zusammen, weil alle nur noch „sparen“ wollen. Dann wird aus einer normalen Wirtschaftskrise eine sogenannte Deflationskrise mit hoher Arbeitslosigkeit, Deflation = negativer Inflation (Inflation = Lohnzuwachs, hat null-komma-nix mit Geldmenge zu tun), Nullwachstum, Armut und Elend. Eben halt genau das, was in der Weimarer Republik, in Japan, im Baltikum, in Griechenland und im Euroraum geschehen ist.

    • Rene A sagte:

      Kleiner Nachtrag, warum Austeritaetspolitik FAELSCHLICHERWEISE als „Sparpolitik“ bezeichnet wird:

      Wenn der Staat, wie oben erklaert, in einer Wirtschaftskrise auch noch zu „sparen“ versucht und dass in die Deflation fuehrt, dann steigen dadurch natuerlich die Ausgaben des Staates. Denn einmal in der Deflationsspirale gefangen, steigen die Arbeitslosigkeit und damit die Sozialausgaben des Staates unweigerlich an, waehrend gleichzeitig zusammen mit sinkenden Loehnen und sinkender Wirtschaftsleistung des Staates Steuereinnahmen einbrechen. Der „SparVERSUCH“ des Staates scheitert also und am Ende zahlt der Staat mehr, als er am Anfang „eingespart“ hat.

      Darum hat Austeritaetspolitik nichts mit „Sparpolitik“ zu tun, sondern bestenfalls mit „SparVERSUCHSpolitik“, die sich jedoch selbst ein Bein stellt und voll nach hinten losgeht.

    • Die Moral der Geschichte heißt BGE, und Chancen durch die Wirtschaft mit dem BGE! BGE kosten nicht nur, sondern bringt auch die Wirtschaft in Fahr und die Kosten des Staates werden um um 80% zurück gefahren wird! Letzt endlich zahlt der Staat durch ein BGE nicht drauf, sondern entlastet den Staat erheblich und ist ein Gewinn für die Wirtschaft. Das Bruttosozialprodukt kann, um real 35% steigen!

  3. Pushek sagte:

    Ich möchte hier ergänzen, da ich regelmässig in Estland bin: Das von Häring aufgezeigte Problem von Litauen und Lettland (Abwanderung der Jungen wg. Perspektivlosigkeit – die Aussicht auf Hungerlöhne ist eben kein Grund zum Bleiben) betrifft 1:1 auch Estland. Ich habe es aus dem eigenen Umfeld gehört, und auf der Strasse bei den Jungen ist das immer ein Thema. Sie wollen immer nur eins: Raus. Weg in den Westen. Es soll denn übrigens keiner glauben, Durchstechereien und Günstlingswirtschaft würden dort nicht einen erheblichen Teil des BIP „generieren“. Und was ich jetzt sage hört kein Balte gern: Während der Zeit der Sowjetunion waren die drei Seerepubliken für den Sowjetbürger hoch beliebt Als Toristendestination aber auch als Wohnort. Zur Sowjetzeit galten sie als Tor zum Westen, heute sind die drei Seerepubliken eine verlorene europäische Provinz, wo der durchschnittliche Deutsche ja die drei Staaten (geschweige die Hauptstädte) nicht mal nennen kann. Heute versuchen sie sich durch europäische Transfergelder und Russen-Phobie über Wasser zu halten da der russische Markt ja weggebrochen ist. Eigentlich tun mir die Balten leid. Aber der Selbstbetrug geht weiter. Und die EZB hilft kräftig mit, wie ausgeführt wurde.

    • „Ich möchte hier ergänzen, da ich regelmässig in Estland bin: Das von Häring aufgezeigte Problem von Litauen und Lettland (Abwanderung der Jungen wg. Perspektivlosigkeit – die Aussicht auf Hungerlöhne ist eben kein Grund zum Bleiben) betrifft 1:1 auch Estland.“

      Es betrifft auch Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Polen etc.
      Die frühe, vorschnelle und Russland gegenüber missgünstige, EU-NATO-Osterweiterung mit militärischer Bedrohung und vorschneller Freizügigkeitsregelung für ganz EU-Osteuropa war ein riesiger Blödsinn.
      Was haben die Verantwortlichen gedacht, dass die Osteuropäer im Westen alle nur als Wanderarbeiter auftreten um später wieder in ihre „Heimat“ zurückzukehren ?

    • Kassandra sagte:

      Mich würde interessieren, wie groß prozentual der Anteil der ethnischen Russen, bzw. der russischsprachígen Bevölkerung in den drei Baltenstaaten jetzt ist. Habe nichts Konkretes gefunden. Die Russen sind faktisch keine vollberechtigten Bürger, haben kein aktives und kein passives Wahlrecht, gelten als staatenlos.
      Es wird nur bei uns die „Fremdenfeíndlichkeit“ angeprangert, nicht aber die Verfolgung und Ausgrenzung der eigenen Bürger in Lettland, Estland und Litauen, die zum Großteil seit Generationen dort leben.

      • Pushek sagte:

        Also da kann ich nur mit Zahlen (auch das sind eher Schätzungen) aus Estland aufwarten: Also die Grenzstadt Narwa (das ist dort, wo die USNATO letztes Jahr demonstrativ mit Hunderten von Panzerfahrzeugen durch die Stadt fuhr) ist zu 90% eine Russen-Stadt, und auch auch Tallinn, die Hauptstadt, hat zwischen 30 und 40% eine Bevölkerung, die mit russisch als Muttersprache aufwächst. Ich persönlich nehme mir die „Frechheit“ und spreche die Menschen jeweils mit russisch an – und nicht auf englisch. Klappt auch meistens. Und dass die Russen diskrîmniiert werden – wenn kümmert das in EUEuropa – sind ja nur Russen, also Menschen 2. Klasse….

      • Nixversteher sagte:

        Bin etwas verwundert. Die Daten sind doch alle verfuegbar. Litauen hat das kleinste „Russenproblem“. Nur etwa 5% Russen, als Minderheit sogar hinter Polen. In Estland und Lettland sind es stattliche 25%. Natuerlich auch noch in Ballungszentren traditionell staerker vertreten. Also in den Staedten locker 30-40%. Das erklaert auch die massive Russenphobie, die gepredigt und gefoerdert wird. Sie muessen sich schon richtig ins Zeug legen um ein Viertel der Bevoelkerung stumm zu kriegen.Nicht alle sind sog. Nichtbuerger, aber. Die meisten immer noch. 2 Fakten aber aus der baltischen Realitaet:

        1.In Riga kommt man problemlos mit Russisch weiter. Wird man auch nicht schief angeschaut, sondern freundlich bedient, geholfen(hi, Verona!) und ueberhaut nicht anders behandelt. Der „kleine Mensch“ in Lettland, sei er auch noch so ethnischer Lette scheint nicht viel zu halten von der von oben verordneten Russenphobie. Der gewoehnliche Taxifahrer laestert da viel eher ueber die europaeische Fluechtlingspolitik, die Lettland zwingt Fluechtlinge aufzunehmen, die offensichtlich nicht sonderlich willkommen sind.

        2.Eine Verwandte in Lithauen ist Lehrerin an einer russischsprachigen Schule und fuerchtet(!) am Telefon ueber die Zustaende im Land zu sprechen, denn das koennte ihren Job gefaehrden. Sie leben sowoeso staendig unter Angst der Schliessung der Schule. Das praegt doch auch ein wenig meine Vorstellung ueber die moderne EU. Man kann allerhand Schauermaerchen ueber Russland erfinden, aber wir haben hier laengst vergessen was es heisst das „falsche“ zu sagen zu fuerchten ob am Telefon oder in der Oeffentlichkeit.

        Fazit: ich betrachte die Baltischen Staaten als tatsaechlich gekapperte Laender mit Regierungen, die vom Imperium aufgesetzt sind als eine Art roemische Statthalter. Die Bevoelkerung hat eigentlich nichts davon und haelt auch nichts davon ausser ein Paar verkappten Nationalisten, die es ueberall gibt. Sie kann sich aber auch nicht befreien. Kein Wunder. Wenn es Deutsche nicht koennen, die im imperialen Gefuege doch einge Freiheiten mehr haben…

    • Die Balten sind von Soros un Co. gekapert worden, diese Staaten wurden durch Zionistische Medien Gehirn gewaschen. Der Umsturz ging nicht von Volk, es wurde ein Umsturz wie in der Ukraine, von der CIA gekaufte Demonstranten! Sofort werden Behauptungen gestreut, die, die Bevölkerung auf Spur bringt und dem Volk Suggeriert, es ging alles vom Volk aus. Was definitiv nicht war ist. Die CIA finanziert die Opposition. So operiert die CIA weltweit. Ein klassischer Staatsstreich! Der mit dreisten Lügen erreicht wird. Auch Deutschland war schon das Opfer!

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