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wdrPropaganda kann so einfach sein, das beweisen ARD und ZDF jeden Tag aufs Neue. Simple Feindbilder schüren, Themen und Diskurse bestimmen, alles Unbequeme totschweigen und komplexe Zusammenhänge auf Stammtischniveau herunterlügen.

Wie man mit einem einzigen Satz den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern in das gewünschte, westliche Propagandanarrativ zwängen kann, zeigt der WDR heute in seinen „Nachrichten“.

Christina Maria Greve: „Die UNO hält den Gaza-Streifen für unbewohnbar. Zehn Jahre nach der Macht­übernahme durch die Hamas gebe es kaum Trinkwasser. Die Gesundheitsversorgung sei mangelhaft und die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen hoch. Der UNO-Beauftragte für die humanitäre Lage in den Palästinensergebieten sagte, die Lebensbedingungen im Gaza-Streifen hätten sich schneller verschlimmert als angenommen.“

Die in den dürren Worten der sogenannten „Nachrichten“ enthaltene Schuldzuweisung an die Hamas, die man in diesem Fall nicht mal als „subtil“ bezeichnen kann, blendet die Ursachen des Elends in Gaza komplett aus. Im Bericht (PDF) der UN sind sie aber durchaus umfassend dargestellt und die Hamas ist dabei nur eine von vielen und weiß Gott nicht die Entscheidende. Vielmehr ist die Macht­übernahme der Hamas ganz offenkundig erst eine Folge von jahrzehntelanger Ghettoisierung, Entrechtung und Radikalisierung der Paläs­tinenser und es ist sowohl das Ziel der PA wie auch der Israelis, die Hamas für alles Elend in Gaza verantwortlich zu machen.

Der hier dokumentierte Wortlaut des WDR, den man den gesamten Morgen über in den „Nachrichten“ und Mittags in „Der Tag um Zwölf“ verbreitete, ist also alles andere als zufällig gewählt und das komplette Verschweigen der Ursachen (territoriale Abriegelung, Israels Krieg 2014, eingeschränkte Wasser- und Stromversorgung, Geburtenrate, etc.), die man problemlos in einen oder zwei Sätze hätte einflechten können (und müssen), dient der westlich-israelischen Propaganda, die den Opfern von Besatzung, Vertreibung und Entrechtung auch noch die Schuld an ihrem Elend zuweisen will.

Download komplette Sendung „Der Tag um Zwölf“ (10MB)

The report called on Israel, the Palestinian Authority, Hamas and the international community to take action towards more sustainable development investments, reinvigoration of Gaza’s productive sectors, improvement of freedom of movement for both people and goods, as well as respect for human rights and international humanitarian law… Access to materials, which are necessary to allow the Gazan economy, infrastructure and basic services to recover from the 2014 conflict, remains highly restricted.

Der Bericht forderte Israel, die palästinensische Autonomiebehörde, die Hamas und die internationale Gemeinschaft auf, Schritte in Richtung mehr Investitionen in nachhaltige Entwicklung, Stärkung der produktiven Sektoren, die Verbesserung der Bewegungsfreiheit für Personen und Waren, sowie Respekt für Menschenrechte und das internationale humanitäre Recht zu unternehmen… Der Zugang zu Materialien, die notwendig sind, damit die Wirtschaft, Infrastruktur und grundlegende Dienstleistungen in Gaza sich vom Krieg 2014 erholen können, ist nach wie vor stark eingeschränkt.

(Pressemitteilung UN)