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kenfm DR. DANIELE GANSER muss man heute keinem medien­kri­ti­schen und friedensbewegtem Beobachter mehr vorstellen. Der Schweizer Historiker, Energie- und Friedensforscher, Leiter des Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER), hat Anfang Mai einen Vortrag in Hamburg mit dem Thema „Der illegale Krieg gegen Irak 2003“ gehalten, der dank KenFM gestern bei YouTube veröffentlicht wurden.

Dr. Daniele Ganser in Hamburg: „Der illegale Krieg gegen Irak 2003“

Einmal mehr weist Daniele Ganser auf die teils simplen, aber höchst effizienten Methoden der Kriegspropaganda hin, die in den westlichen Mainstreammedien an der Tagesordnung sind, etwa wenn Bush oder Cheney nicht als das bezeichnet werden, was sie sind: Kriegsverbrecher!

…Dieser Angriff [auf den Irak] war illegal, darum ist Bush ein Kriegsverbrecher, darum ist Cheney ein Kriegsverbrecher und das müsste immer wieder in der Zeitung stehen. Es müsste stehen: der Kriegsverbrecher Bush, früher Präsident, und dann irgendwie weiter, aber das lesen Sie nie in der Süddeutschen Zeitung. Nie. Sie lesen das auch nie in der FAZ. Das hören Sie nie auf ZDF und auch nie auf ARD. Warum eigentlich nicht?, muss man sich da fragen. Weil natürlich das Imperium kein Interesse hat…, dass man in dieser Art denkt…

Daniele Ganser 1h8m34s

Veröffentlicht am 02.07.2017

Vom 5. bis 7. Mai 2017 war Dr. Daniele Ganser zu Gast in Hamburg und hielt insgesamt vier Vorträge, die thematisch seinem aktuellen Buch „Illegale Kriege: Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren“ entspringen.

Im täglich ausverkauften Rudolf Steiner Haus ging Dr. Ganser am 5. und 6. Mai in seinem Vortrag „Der illegale Krieg gegen Irak 2003“ der Frage nach, wie der Angriff auf den Irak im Zuge des sogenannten „Krieges gegen den Terror“ vollzogen werden konnte. Ganser analysiert die Verbindung zwischen Kriegs- und Rohstoffinteressen der Länder und weist immer wieder auf das UNO-Gewaltverbot hin, das „allen Mitgliedern (…) jede Anwendung von Gewalt“ in ihren internationalen Beziehungen verbietet.

Trotz fehlendem UNO-Mandat und sehr zweifelhafter Beweislage – wer erinnert sich nicht an den damaligen US-Außenminister Powell, der den UN-Sicherheitsrat mit einem weißen Röhrchen in der Hand von angeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen überzeugen wollte? – wurde der Irak 2003 bombardiert und tausende Menschen starben.

Wie ist es möglich, dass ein solcher illegaler Krieg in unseren demokratisch aufgeklärten Zeiten bis heute noch von Politikern und Menschen in unserer Gesellschaft verteidigt wird? Welche Rolle spielen die Medien, wenn es um Kriegsvorbereitung und Propaganda geht? Und warum wurde ausgerechnet der Irak nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den Fokus des „Anti-Terror-Krieges“ genommen, obwohl weder Osama bin Laden aus dem Irak stammte, noch Saddam Hussein irgendetwas mit 911 zu tun hatten?

Dieser spannende Vortrag vor einem begeisterten Publikum in Hamburg stellt all diese Fragen, die zwar offensichtlich für jeden zu sein scheinen, jedoch kaum oder nur sehr unzureichend öffentlich ernsthaft diskutiert werden.

KenFM war vor Ort und begleitete die Vortragsreihe filmisch. Gansers Beitrag vom 7. Mai 2017 behandelt die Kuba-Krise. Dieser Vortrag wird ebenfalls in den nächsten Wochen bei KenFM veröffentlicht werden.

Inhaltsübersicht:

00:01:25 Eckdaten zum Irak

00:08:55 Erdöl, Erdgas und der verdeckte Kolonialismus im Nahen Osten

00:34:46 Das Gewaltverbot der Vereinten Nationen

00:40:10 Der Sturz des demokratisch gewählten Premiers Mossadegh im Iran 1953

00:48:13 Waren die Protestbewegungen gegen den Irak-Krieg sinnlos?

00:54:00 Kriegslügen in Politik und Medien – Die Wirkung von Propaganda durch Angst

01:08:23 Der Angriff auf den Irak im März 2003

01:14:56 Die scheinbare Verbindung zwischen 9/11 und dem Irak-Krieg

01:34:40 Der Krieg gegen den Terror läuft weiter

01:50:30 Ausblick und Handlungsempfehlungen