Schlagwörter

, , , , , , ,

Es gehört zur täglichen Arbeit der GEZ-finanzierten, öffentlich-rechtlichen Propaganda doppelte Maßstäbe anzu­legen, wann immer es darum geht, andere Länder – oftmals kriegs­treiberisch – zu dämonisieren und andererseits die skandalösesten Missstände im eigenen Land zu verschweigen, zu bemänteln oder zu rechtfertigen.

Im März löst die Polizei in Russland eine nicht genehmigte Demonstration auf – Ähnliche Bilder am Mittwoch in Nürnberg, als die Polizei mit Gewalt (Schlagstöcke, Reizgas, Hunde) eine Abschiebung durchführen wollte.

Dass die Staatssender ARD und ZDF seit dem Frühjahr 2014 eine massive Propagandakampagne gegen Russland fahren, schlägt sich unter anderem nahezu täglich in erfundenen oder aufgebauschten Missständen nieder, deren Substanz sich regelmäßig bei näherer Betrachtung als dürftig erweist – wenn überhaupt vorhanden – und sich von Missständen im Westen allenfalls durch Lokalkolorit unterscheidet.

Als die Polizei in Moskau im März eine an einem zentralen Ort der Stadt nicht genehmigte Demonstration auflöste – die Behörden hatten den Veranstaltern um Alexey Nawalny im Vorfeld Ausweichorte angeboten – kam es zu unschönen Szenen, wie man sie aus allen Ländern kennt, wenn die Polizei gezwungen ist, Maßnahmen gegen den aktiven oder passiven Widerstand von Bürgern durchzusetzen. Die Kommentare des ZDF-Propagandisten Bernhard Lichte bauschten den Fall nicht nur gewohnheitsmäßig auf, sondern unterstellten, der russische Staat würde Protektion „protegieren“.

ZDF 27.03.2017 ZDF heute 19.00 Uhr (Sendung ist nicht in der Mediathek)

Bernhard Lichte: „Der von Nawalny als Sonntagsspaziergang organisierte Protest gegen Korruption und ihre Protektion durch den Staat war niedergeknüppelt worden.“

Am vergangenen Mittwoch sollte die Polizei in Nürnberg einen abgelehnten Asylbewerber für seine Abschiebung nach Afghanistan in Gewahrsam nehmen. Als sich Mitschüler an der Berufsschule, wo man ihn abholen wollte, mit dem 20-Jährigen solidarisierten, griff die Polizei zu Schlagstöcken, Faustschlägen, Reizgas und setzte sogar Hunde gegen die Schüler ein. Das ZDF zeigte zwar einige Bilder, enthielt sich allerdings jeglichen Kommentars oder diffa­mie­ren­der Wertungen, wie man sie von Pseudo-Journalisten wie Bernhard Lichte ununterbrochen vorgesetzt bekommt, wenn außenpolitisch Stimmung im Sinne der Bundesregierung gemacht werden soll.

ZDF 31.05.2017 ZDF heute 19.00 Uhr

Cornelia Schiemenz: „Dramatische Szenen heute Morgen vor einer Berufsschule in Nürnberg. Polizisten holen einen 20-Jährigen, abgelehnten Asylbewerber aus Afghanistan ab. Er soll abgeschoben werden.“

Angesichts der fehlenden Beschreibung der dramatischen Bilder, wirkt dieser Teil des Berichts fast schon grotesk. Dass ZDF-Propagandistin Schiemenz aus dem Hauptstadtstudio den Vorfall nicht komplett unterdrücken kann, liegt auf der Hand. Also werden einige wenige Bilder gezeigt und schnellstmöglich und kommentarlos zum nächsten Punkt übergegangen. Dass sie es nie im Leben wagen würde, mit dem Blick auf Deutschland von einer „niedergeknüppelten“ Demonstration zu sprechen, muss man niemandem erklären.

Auf YouTube findet man unter anderem Zeugenaussagen, die den Einsatz von Schlagstöcken und Reizgas bestätigen. Auch die ARD, die am Nachmittag ausgerechnet im Boulevardmagazin „Brisant“ noch umfassend und durchaus ausgewogen berichtet hatte, versucht den Fall in der 20 Uhr tagesschau herunterzukochen.

– Ausschnitt aus „Brisant“ vom 31.05.2017

– Bericht von tvbayern auf YouTube