Schlagwörter

, , , , , , , , ,

ZDF 29.05.2017 heute-journal 

Claus Kleber (Propagandist der Atlantikbrücke):„…ein recht normaler Mai-Montag auf den ersten Blick. Auf den zweiten könnte er Tag 1 einer Zeitenwende gewesen sein. Nach der Woche, in der mindestens für Europa das amerikanische Jahrhundert zu Ende geht. Der ernüchternde Montag, an dem den Halbstarken Europas klar wurde, dass sie ihr Ding in Zukunft ohne erwachsene Aufsicht von jenseits des Atlantiks hinkriegen müssen;  selbstständig Antworten finden müssen auf Herausforderungen wie Globalisierung, Klimawandel, Migrationsströme, Weltfrieden – und solche Sachen…“

Wer jetzt glaubt, die Atlantikbrücke würde ihren Schuppen schließen und der Nachtwächter Kleber das Licht ausmachen, der ist natürlich komplett auf dem Holzweg.

Was wir jetzt in der Verstärkungskammer der Staatssender nach Merkels Bierzeltrede vorgesetzt bekommen dient drei Zielen:

1. Merkels Wahlkampf

Die Kanzlerin will sich nach ihrem Flüchtlingsfiasko (bezeichnenderweise standen ihre Gegner während der Rede draußen vor dem Zelt) als starke und unabhängige Führungsfigur positionieren, um der AFD weiter das Wasser abzugraben. Die großen Töne – ausgerechnet vor der CSU – sind bestens kalkuliert. Tatsächlich denkt sie nicht im Traum daran, die Beziehungen zu den USA auch nur im Ansatz substanziell zu hinterfragen, so lange Deutschland vom US-(Finanz- und Absatz-) Markt weitestgehend abhängig ist.

2. Druck auf Trump erhöhen

Mit dem Gejammer zielt Merkel auch direkt in die USA, wo ihre Worte erwartungsgemäß von den Mainstreammedien prominent aufgegriffen wurden und als weitere Munition gegen Trump dienen werden, weil man ihm vorhalten wird, die eigenen Verbündeten zu verprellen.

3. Berlins Ausbau der europäischen Hegemonie

Der Ausbau der Berliner Hegemonie in Europa, notdürftig und als Konzession an die Geschichte des 20. Jahrhunderts als deutsch-französische Lokomotive verbrämt, soll damit gerechtfertigt werden, dass „die Europäer nun endlich auf eigenen Füßen stehen sollen“, was nichts anderes meint, als die (längst begonnene) Forcierung einer mit Waffengewalt betriebenen „europäischen Geopolitik“ voranzutreiben.

Klebers Gerede von den „Halbstarken“ (die in Wahrheit treibende Kräfte sowohl beim Putsch in der Ukraine, wie auch beim Krieg gegen Libyen und Syrien waren und noch immer sind) zielt gleichermaßen auf all diese Punkte und verschweigt dabei, dass die Kernprobleme, denen sich Europa heute gegenüber sieht (Flüchtlingswelle, Terror, nationalistische Gegenströmung, destabilisierte Peripherie, soziale Spaltung, Finanzkrise, etc.), in großen Teilen auf die jahrzehntelange Hegemonie der USA zurückzuführen sind.