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zdf_80Das ZDF hat sich im Magazin Frontal21 einmal mehr dem Thema Filterblasen gewidmet und wie man das vom Staatssender kennt, sind Filterblasen natürlich nur jene informellen Netzwerke außerhalb des Mainstreams aus Staats- und Konzernmedien und nicht der Mainstream selbst, der – so möchte die Propaganda suggerieren – ein umfassendes, wahrhaftiges und objektives Bild der Welt verbreitet. Regelmäßige Leser werden an dieser Stelle laut lachen, aber Opfer der Mainstreampropaganda denken tatsächlich so, obwohl klar ist, dass sie systematisch alles ausblenden oder sogar dämonisieren, was sich nicht in ihre Agenda fügt.

Als Beispiel für eine Filterblase dient ausgerechnet eine Webseite, die die Frontal21-Redaktion nach (angeblich) eigener „Recherche“ der NPD zuordnen kann, somit erwartungsgemäß vorwiegend ausländerfeindliche Beiträge veröffentlicht und aufgrund systematischer Vernetzung im rechtslastigen Bereich der sozialen Medien eine Scheinriesengröße erreicht hat.

Den gesamten Beitrag, der eigentlich kaum Neues enthält, kann man sich bei Bedarf hier anschauen. Zusätzlich gibt es ein Manuskript zur Sendung zum Nachlesen. Der interessantestes Punkt aus medienkritischer Sicht ist ein Zitat von Prof. Thorsten Quandt, Kommunikationswissenschaftler an der Uni Münster:

Effiziente Propaganda nimmt einen Wahrheitskern und schmückt den aus. Die lügt nicht. Den Informationskern gibt es, aber ich interpretiere ihn anders, im Rahmen meiner Ideologie. Und dann kann eigentlich auch niemand etwas dagegen sagen, weil es natürlich diesen Informationskern gibt.

Diese Erkenntnis zur effizienten Propaganda kann man schon auf den ersten Blick auf die „Berichterstattung“ der Staatsmedien in allen Themenbereichen mit  staatstragender und geopolitischer Bedeutung anwenden. Ob das die „demokratische Revolution“ in der Ukraine ist, die selbst nach Eingeständnis transatlantischer Analysten nichts anderes als ein „offensichtlicher Putsch“ war oder die Kriege in der islamischen Welt von Afghanistan („Deutschland wird am Hindukusch verteidigt“) über den Irak und Libyen bis Syrien und dem Jemen: In all diesen verbrecherischen, geopolitischen Kriegen mit Millionen Opfern, wird die Heimatfront mit ideologisch motivierter Propaganda sediert, die Imperialismus und Ressourcenkriege als „humanistisch“ motiviert verbrämen.

Selbstverständlich gibt es im Kern der Ukraine-Propaganda die Wahrheit, dass ein Teil der ukrainischen Bevölkerung eine Annäherung an die EU wollte und den regierenden Präsidenten ablehnte. Das gibt denen aber selbstverständlich nicht das Recht, diesen Präsidenten und seine Regierung gewaltsam zu stürzen, wie es von den westlichen Medien verbreitet, unterstützt und propagiert wurde und bis heute propagiert wird. Gleiches gilt für den Krieg in der Ostukraine, der in der westlichen Propaganda als „russische Aggression“ verkauft wird, obwohl es in Wahrheit ein Krieg des in Kiew mit Gewalt installierten Regimes gegen jenen Teil der Bevölkerung ist, der den mit Gewalt gestürzten Präsidenten mehrheitlich unterstützte und den vom Westen forcierten Putsch zurecht ablehnt.

Auch im Syrienkrieg gibt es den wahren Kern, dass ein Teil der Bevölkerung die Regierung Assad ablehnt, was dieser Opposition aber selbstverständlich nicht das Recht gibt, gegen diese Regierung und ihre Anhänger mit Gewalt und Terror vorzugehen. Auch hier dient in der Propaganda der Mainstreammedien eine marginale Gruppe, die sich vom Westen instrumentalisieren lässt, dazu, in Wahrheit geopolitisch und wirtschaftlich motivierte Verbrechen als „humanistisch“ oder „demokratisch“ begründet darzustellen und somit zu rechtfertigen.

Man kann diese Analyse unschwer auf sämtliche Kriege und westliche Verbrechen nach 1945 ausdehnen. Überall findet sich „effiziente Propaganda“, was angesichts des finanziellen und personellen Aufwands, den das Imperium betreibt, das hinter all diesen Kriegen um die totale Weltherrschaft steht, alles andere als überraschend ist.