Schlagwörter

, , , , , , ,

wdrWenn Propaganda zum Berufsbild und Tagesgeschäft gehört, wie bei den Staatssendern ARD und ZDF, dann kann es passieren, dass das, was journalistisch selbstverständlich sein sollte, von den Propagandamachern in der regierungsnahen Filterblase selbst als so ungewöhnlich angesehen wird wird, dass sie extra darauf hinweisen müssen.

Bild anklicken, WDR!

Für die Landtagswahl in NRW hat der WDR einen „Kandiddatencheck“ veröffentlicht. Auf der Webseite stellen sich fast 1000 Kandidaten aller Couleur in kurzen Clips vor. Eine durchaus sinnvolle und gelungene Sache. Der WDR ist so stolz, dass er das Portal den gesamten Tag über in den „Nachrichten“ fleißig bewirbt – und extra darauf hinweist, dass alle Portraits „ungeschnitten sind und die Kandidaten gleich behandelt wurden“.

Genau das aber sollte für einen tatsächlich unabhängigen, unparteilichen und öffentlich-rechtlichen Rundfunk so selbstverständlich sein, dass kein Redakteur auch nur im Traum auf die Idee käme, extra darauf hinzuweisen. Die traurige Realität der Staatssender ist, dass ungeschnittene Interviews nicht nur die Ausnahme sind, sondern dass regelmäßig vorsätzlich und politisch motiviert mit Schnitten in Ton-, Video- und Textdokumenten massiv manipuliert wird. Manch einer, der von ARD und ZDF „interviewt“ wurde, hat sich später selbst nicht wiedererkannt.

Lena Sterz: „Das Prinzip ist einfach: Jeder Kandidat bekommt in den Videos vier Minuten Zeit, Fragen zu seinen politischen Zielen zu beantworten. Die Videos sind ungeschnitten, alle Kandidaten wurden gleich behandelt….

Es ist, als würde Jan Hofer in der tagesschau vor einer beliebigen Meldung verkünden:

„Jetzt sagen wir Ihnen aber mal die Wahrheit – ganz ehrlich!“