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zdf_80Es gibt wohl kaum ein besseres Beispiel, um die systematische, vorsätzliche und menschenverachtende Propaganda in ARD und ZDF auch für Laien deutlich zu machen, als die Unterschiede in der aufgebauschten Aleppo-Kampagne und dem dröhnenden Schweigen zum westlich unterstützten Massenmord in Mossul oder den Bombardements im Jemen.

Wer selbst nach einer nur oberflächlichen Betrachtung die Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen zu diesen militärischen Konflikten noch als „Journalismus“ bezeichnet, der muss – ganz wertfrei – als schwachsinnig betrachtet werden.

Die evidente Kriegspropaganda in ARD und ZDF beginnt mit der Tatsache, dass der Krieg im Jemen quasi komplett ausgeblendet wird und endet, wo in den seltenen „Berichten“ die westliche Unterstützung für das regelmäßig als „Bürgerkrieg“ bemäntelte saudische „Bombardierungspraktikum“ (Zitat: Bundesakademie für Sicherheitspolitik) totgeschwiegen wird.

Claus Kleber: „Der Krieg im Jemen tritt aber in den Hintergrund, weil der in Syrien so viel Platz in den Nachrichten verbraucht“

Ob Kristina Kaiser vom ZDF nur zu faul ist, sich halbwegs zu informieren, inkompetent, korrupt, verlogen oder menschenverachtend, das muss jeder Leser am Ende dieses Artikels selbst beurteilen. Eine Journalistin ist sie jedenfalls nicht – aber das war beim ZDF auch kaum zu erwarten.

Das Totschweigen des Mordens im Jemen durch ARD und ZDF haben wir hier mehrfach dokumentiert. Desinformation und Meinungsmache beginnen wieder einmal bereits in der Anmoderation von Barbara Hahlweg, die den Krieg im „Jemen“ – dem etablierten Sprachgebrauch westlicher Propaganda folgend – zu einem reinen „Bürgerkrieg“ erklärt. Diese penetrant verbreitete Lüge soll die westliche Beteiligung aus der öffentlichen Wahrnehmung halten und den Bürgern suggerieren, dass sich dort „nur“ ein paar Jemeniten gegenseitig den Schädel einschlagen. Was kümmerts uns?

Barbara Hahlweg: „…Hilforganisationen warnen vor einer Hunger­kata­strophe. Das Bürgerkriegsland brauche dringend zwei Milliarden Euro. Kristina Kaiser berichet.“

In Wahrheit wird der nun auch an einer verheerenden Hungersnot leidende Jemen von seinem überreichen Nachbarn Saudi-Arabien mit westlicher Unterstützung – darunter auch deutsche Waffenlieferungen und Bundeswehrkooperation – systematisch zusammengebombt.

SPIEGEL 07.12.2016

Auch wenn deutsche Soldaten nicht direkt in die Kampfhandlungen eingebunden sind, macht die grundsätzliche Kooperation mit den saudischen Despoten Deutschland auch hier zum Mittäter, während man gleichzeitig Sanktionen gegen Syrien wegen seines Kampfes gegen (von Saudi-Arabien unterstützte) islamistische Terroristen oder Russland (wegen eines demokratischen Referendums auf der Krim) verhängt. Wenn Doppelmoral pathologische Ausmaße annehmen kann, dann ist diese im Kanzleramt und seinen angeschlossenen Medien zuhause.

Dezember 2016 Kriegsministerin Von der Leyen zu Besuch bei ihren saudischen Freunden. Kein Wort dazu in ARD und ZDF.

Im folgenden Beitrag von Kristina Kaiser wird Saudi-Arabiens Rolle dann zwar halbwegs korrekt dargestellt, doch die westliche Unterstützung für das saudische Bomben wird komplett unter den Teppich gekehrt, während gleichzeitig auf eine iranische Unterstützung der Rebellen hingewiesen wird. Dass es sich bei dieser iranischen Unterstützung – nach allen bekannten Informationen – ausschließlich um humanitäre Hilfe handelt, wird von Kaiser ebenfalls aus bekannten Gründen verschwiegen.

ZDF 10.04.2017 heute 19.00 Uhr

Kristina Kaiser: „… Ursache ist der tobende Bürgerkrieg zwischen Huthi-Rebellen und Regierungstruppen. Seit zwei Jahren fliegt eine Militärkoalition unter der Führung von Saudi-Arabien Luftangriffe auf die vom Iran unterstützten Rebellen. Bei dem Bürgerkrieg geht es um die Vormachtstellung in der Region. Seit dem Eingreifen von außen hat sich die Situation für die Zivilbevölkerung dramatisch verschlechtert…

 

Eine Formulierung Kaisers muss man sich besonders auf der Zunge zergehen lassen: „Bei dem Bürgerkrieg geht es um die Vormachtstellung in der Region“. Das ist nicht nur Propaganda, es ist zum Fremdschämen dumm.