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Ich war gerade bei einer Veranstaltung des NDR und des RBB mit einer Preview der Polit- und Medien-Dokumentation „Nervöse Republik“ von Stephan Lamby über die Krisenlage bei Politik und Medien mit anschließender Podiumsdiskussion….

…man sieht Arbeit und Gespräche aus den Redaktionen und mit Leuten von SPIEGEL und BILD. Darunter Aussagen, bei denen ein Raunen durch das Publikum ging, etwa wenn einer von der BILD ganz direkt sagt, dass sie politische Meinungen bekämpfen, oder so eine Bemerkung fällt, dass sich eine Rüge „organisieren“ ließe. Die Frage kam auf, ob man dann überhaupt noch Journalist oder schon Aktivist sei. Und ob es nicht den Pflichten widerspräche, wenn der Journalist bekämpft statt berichtet….

…Sie schimpfen zwar ständig auf den dummen Bürger, der ihnen nicht mehr traut, sie beschimpft, alternative Quellen sucht. Passt ihnen überhaupt nicht. Aber die Frage, ob der Bürger damit vielleicht irgendwie recht haben könnte, wird nicht angeschnitten. Man macht sich über Bürger lustig, weil die nicht so eloquent und sprachbegabt wie alle diese PR-Artisten sind.

Sie geifern, weil der Bürger das Gefühl habe, dass die Medien ihnen irgendeine Wahrheit vorenthalten habe, kommen aber nicht ansatzweise auf die Frage, ob das nun stimmt oder nicht. Sie sind so überheblich, dass sie schon das bloße Zweifel an Medien an sich für eine Ungeheuerlichkeit halten. Dabei gab es in den letzten Jahren ja nun wirklich genug Themen, die die Medien uns vorenthalten und die sie ausgeblendet haben. Wo sich die Presse massiv geweigert hat, darüber zu berichten….

…Jahrelang haben es sich Politiker und Journalisten, die schlicht damit übefordert waren, ihren Job richtig zu machen, einfach leicht gemacht und alles als rechtsradikal, rechtspopulistisch, dumm hingestellt, was nicht ihn ihren Plan passte. Nun war das aber keine Einbahnstraße. Das ist zurückgeschwappt und man zahlt mit gleicher Münze zurück: Lügenpresse, linksversifft, und so weiter.

Und dann tritt genau das ein, was de Maizière süffissant ansprach, nämlich dass Journalisten gerne austeilen, aber nichts vertragen. Das ist genau das Problem. Journalisten haben über die Jahre in einem Stil über andere gesprochen, der unter aller Sau war, sind aber zu Tode beleidigt, wenn in gleicher Weise zurückgesprochen wird.

Solche Themen hätte man wunderbar aufgreifen können, hat man aber nicht. Vielleicht ist der zentrale Fehler des Filmes, dass man ihn von einem Journalisten hat machen lassen, und damit der Film unter denselben Problemen leidet, unter denen seit Jahren fast alles Journalistenwerk leidet. Sie sind heilig, schuld sind immer die anderen….

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Ergänzend: Auch Sputnik berichtet über den Abend mit weiteren Informationen.