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zdf_80Bereits im November 2015 haben wir hier gezeigt, wie Ralf Kabelka in der „heute-show“ offene Gewaltaufrufe gegen AFD-Anhänger rechtfertigte. Der einzige „Witz“ an dieser Geschichte war, dass einer wie Kabelka damit durchkommt, weil es ein Gewaltaufruf im Sinne von Regierung und Staatsmedien war. Hätte der Hofnarr sich einen vergleichbaren „Scherz“ mit Blick auf die CDU erlaubt, es wäre kaum ohne Konsequenzen geblieben.

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Kabelka: „Dahinten sind welche, die sind gewalttätig intolerant, weil sie euch Rechten ein paar auf die Fresse hauen wollen…. und ich finde, die Jungs haben recht.“ (Nov.2015)

Der gleiche GEZ-finanzierte Sender, der sich in der Vergangenheit bis zur Hysterie echauffierte, wenn seine Lügentruppe auf Demonstrationen nur angerempelt wurde, legt nun am Rande der inszenierten Bundes­präsi­denten­“wahl“ nach. Ein freier Autor des Neo Magazins wünscht sich per Twitter, dass Frauke Petry niedergeboxt würde und Jan Böhmermann – selber Ziel von Gewaltandrohungen nach seinem Erdogan-„Gedicht“ – gießt weiteres Öl ins Feuer.

Die Doppelmoral in der Gewaltfrage durchzieht die westliche Propaganda wie ein Krebsgeschwür und reicht bis in den „Unterhaltungsbereich“. Von Afghanistan über den Irak, Libyen und Syrien bis auf den Maidan ist Gewalt immer dann gerechtfertigt, wenn es westlichen Interessen dient. Wenn ZDF-Chefredakteur Frey unverhohlen Waffenlieferungen für die Ukraine fordert, damit das frisch installierte Regime jene eigenen Bürger ermorden und unterdrücken kann, die sich dem westlichen Putsch in Kiew widersetzen, dann setzt sich diese Gewaltaffinität am unteren Ende der Nahrungskette fort, wo minderwitzige Knallchargen Gewalt gegen Andersdenkende zum denkbaren Mittel der politischen Auseinandersetzung erklären, wenn es nur gegen die Gegner der Regierung geht.

christianhuber_petry619

Gefällt 1.166 gewaltaffinen Dummköpfen

Christian Huber, u.a. Autor für das ZDF NeoMagazin, fand es offenbar lustig, am Tag der Bundespräsidentenernennung seinen doch eher begrenzt witzigen Gewaltfantasien gegen Frauke Petry freien Lauf zu lassen – was auch dann alles andere als witzig wäre, wenn diese gerade nicht schwanger wäre.

Es steht auch hier völlig außer Frage, dass ähnlich „witzige“ Tweets mit Gewaltandrohungen gegen Angela Merkel Strafanzeigen, eine umgehende Löschung und senderintern mindestens eine Abmahnung, ganz sicher aber einen Sturm der Entrüstung der schwarz-roten „Freundeskreise“ im Mainzer Regierungssender zur Folge gehabt hätten. Geht es aber gegen Frauke Petry, dann herrscht nicht nur Schweigen in Politik und Mainstreammedien, der „Chef“ des NeoMagazin Jan Böhmermann darf mit einem weiteren Tweet Öl ins Feuer gießen.

boehmermann_petry619

Böhmermann muss Petry gar nicht beim Namen nennen, denn jeder weiß, wer und was mit den „Schwangerenaugen“ gemeint ist

Humor ist, wenn man trotzdem lacht? Darf Satire alles? In einer aufgeklärten Gesellschaft dürfte sie das. In einer aufgeklärten Gesellschaft könnte man Gewalt der Lächerlichkeit preisgeben. Nur leben wir eben nicht in einer aufgeklärten Gesellschaft, sondern in einem Staat, der Gewalt und Krieg als legitimes Mittel der Politik ansieht und in dem Hofnarren im Fahrwasser der Regierung subtile Gewaltaufrufe gegen politische Gegner ventilieren.

Kabelka, Huber und Böhmermann geht es nicht um satirische Brechung oder um eine Preisgabe der Gewalt an die Lächerlichkeit, sondern um einen gespielten Tabubruch hinter dem sie ihre wahren Gedanken verbergen. Das gleiche Motiv steckte bereits hinter Böhmermanns Erdogan-„Gedicht“.

Selbstverständlich ging es ihm schon damals nicht darum, die Grenzen des Zulässigen aufzuzeigen, sondern – ganz im Sinne der veröffentlichten Meinung – den türkischen Präsidenten mit allen Mitteln vor laufender Kamera verächtlich zu machen. Nicht im Traum wäre Böhmermann auf die Idee gekommen, ein vergleichbar geschmackloses Traktat gegen den Massenmörder Obama vorzutragen – wissend, dass die Zuschauer im Publikum das nicht lustig gefunden hätten und dass er dafür im Staatssender ZDF auch nicht die Unterstützung bekommen hätte, die ihm in der Causa Erdogan bis heute zuteil wird.