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ard_logoObwohl die gestrige „Maischberger“-Ausgabe, anders als die Moderatorin den Zuschauern zwischenzeitlich weismachen wollte, komplett mit handverlesenem Publikum besetzt war und das offenkundige Ziel verfolgte, mehr Verständnis für Migration und Muslime zu fördern, war sie stellenweise durchaus sehenswert – insbesondere dann, wenn Themen auf dem Tisch landeten, die der ARD-Propagandistin so gar nicht ins Konzept passten.

maischberger_islam525Das unbequeme Thema in Sachen Migration schlechthin ist die Frage nach den Ursachen für Krieg, Flüchtlingswellen und „islamistischem“ Terror. Sehr schnell ist man hier bei der westlichen Verantwortung und deshalb werden Fragen in diese Richtung in den deutschen Staatssendern möglichst schnell unterdrückt.

Bereits nach 10 Minuten bemerkte ein Gast, dass westliche Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und Katar in die Hände von Extremisten gelangen würden und dass man darüber doch auch mal reden müsse. Er bekam einen in dieser Sendung seltenen Applaus und Maischberger hatte erwartungsgemäß nichts Besseres zu tun, als seinen Hinweis als „sehr politische Frage“ schnellstmöglich zu übergehen…

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Suleman Malik: „…Dann müssen wir auch darüber reden, dass Deutschland oder westliche Länder zum Beispiel Waffen nach Katar und Saudi-Arabien liefern, die wiederum in die Hände von Extremisten gelangen und darüber müssen wir doch reden, dass wir endlich mal aufhören, Waffenlieferungen an Katar und Saudi-Arabien zu dealen …“

Maischberger: „Das ist eine sehr politische Frage ähm… eine andere Frage ist tatsächlich wie wir mit den Extremisten in Deutschland umgehen. Frau Özoguz … ach so… bitte schön…“

Thema abgewürgt! Ist ja auch gerade jetzt, wo mit Frank-Walter Steinmeier ein Mitglied des Bundessicherheitsrats – und damit Hauptverantwortlicher für diese Waffenexporte – zum Bundespräsident hochgelobt werden soll, ein wirklich heikles Eisen, das man besser unter den Teppich kehrt, bevor ein Querschläger in der öffentlichen Aufmerksamkeit landet.

Für den zweiten Höhepunkt des Abends sorgten ein Flüchtling aus Aleppo, der davon berichtete, wie Christen und Muslime vor dem Krieg in Syrien freundschaftlich miteinander lebten und ein CSU-Generalsekretär, der in seinem Drang, den Islam als gefährlich darzustellen, in seiner Replik darauf ganz vergaß, dass in Aleppo angeblich keine militanten Islamisten Tod und Terror verbreiten, sondern – laut täglicher Propaganda in ARD und ZDF – „moderate Rebellen“, die gegen einen „Diktator“ kämpfen.

Natürlich war auch Frau von Weiz, die mit einem syrischen Flüchtling, den sie aufgenommen hatte, nicht rein zufällig in der Sendung, sondern von der Maischberger-Redaktion gezielt nach schriftlichen Bewerbungen im Vorfeld ausgesucht worden. Sie sollte mit ihren syrischen Schützling Abdul Ghani aus Aleppo in der Sendung ein Paradebeispiel für vorbildliche Integration liefern und tat das sehr glaubwürdig, begeistert und überzeugend. Dass sie und der bereits nach einem Jahr fließend Deutsch sprechende Gast eher die Ausnahme als die Regel im weiten Feld der Integration sind, muss man nicht extra erwähnen.

Abdul Ghani gab einen seltenen Einblick in das säkulare und multikulturelle Syrien, wie es auch in Aleppo wohl noch im Westteil der Stadt besteht, wo Christen, Muslime und andere Religionen unter der Herrschaft der Assads weitestgehend friedfertig nebeneinander leben. Die meisten Deutschen dürften davon so gut wie nichts wissen, denn es widerspricht der westlichen Desinformation und Propaganda, die seit mehr als 5 Jahren einen Krieg vorantreibt, der diesen multireligiösen Staat zerstören und unter westliche Kontrolle bringen soll.

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Abdul: „Ich bin Abdul. Ich komme aus Syrien, aus Aleppo. Ich bin seit einem Jahr in Deutschland und ich wohne mit eine deutsche christliche Familie und wir sind total zufrieden zusammen und die sind wie meine muslimische Familie. Ich finde, das Zusammenleben zwischen Muslimen und Christen kann gut funktionieren. Von meiner Erfahrung, als ich in Syrien war, in Aleppo, in meiner Stadt, wir hatten immer unser Leben mit den Christen. In einer Straße stand eine Moschee neben einer Kirche und die Muslime sind zu ihrer Moschee gegangen und die Christen sind zu ihrer Kirche gegangen.“

Maischberger: „Obwohl die Muslime in der Mehrheit sind!“

Abdul: „Genau, in Aleppo die Muslime sind mehr als die Christen. Wir hatten ein sehr friedliches Leben zusammen. Zum Beispiel in unserer Schule, die muslimischen Schüler hatten ihre muslimische Feiertage und hatten frei und die christlichen Schüler hatten auch ihre christlichen Feiertage und sie hatten auch frei und wir haben uns gut verstanden. Meine Lehrerin war Christ, meine Freunde waren Christen. ich bin zur Kirche gegangen manchmal mit meinen Freunden, einfach um die Religion zu sehen und kennenzulernen….“

Auch Abdul bekam für diesen Einblick in den syrischen Alltag einen verdienten Applaus und hatte selbstverständlich damit ausgesprochen, was der Moderatorin mit Blick auf Deutschland sehr gut ins Konzept passte. Der entscheidende Moment kam einige Minuten später, als CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer auf die Schilderungen Abduls Bezug nahm.

Scheuer ging es um den Hinweis, dass sich dieses friedliche Zusammenleben nicht mit einem politischen Islam verträgt, der die eigene Religion über andere Religionen stellt. Damit steht er nicht weit entfernt von Baschar al-Assad, der ja nichts anderes macht, als seit über 5 Jahren gegen islamistische Fanatiker zu kämpfen, die vom Westen und saudischen Despoten aufmunitioniert und ins Land gebracht wurden, um Syrien zu zerschlagen.

Tatsächlich ist Scheuer in mancher Hinsicht sogar intoleranter als Assad, da er und die CSU eine deutsche „Leitkultur“ propagieren und lieber christliche Flüchtlinge ins Land lassen wollen als Muslime – eine Politik, die es so in Syrien, das 2003 nach dem US-Überfall auf den Irak mehr als eine Million Flüchtlinge aufgenommen hatte, vermutlich nicht gegeben hätte.

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Scheuer: „Wir könnten gerne mal darüber diskutieren, welche Möglichkeiten beispielsweise christliche Gemeinden in der Türkei haben, eine Kirche zu bauen. Oder beispielsweise wenn ich den tollen Beitrag des syrischen Kollegen, der aus Aleppo kommt, sehe: Das war mal, dass Muslime und Christen friedlich zusammengelebt haben und es ist an dieser Stelle natürlich der politische Islam der Treiber für diesen Terrorismus, der in der Welt stattfindet, weil er den Islam auch missbraucht an dieser Stelle…“

Dass Scheuer die Türkei hier als vermeintliches Vorbild anführt, ist gerade bei Konservativen ein verbreiteter Denkfehler, denn sie würden selbst kaum zustimmen, dass Deutschland sich in Fragen des Umgangs mit religiösen Minderheiten an der Türkei oder Saudi-Arabien orientieren sollte.

Nicht zutreffend ist auch sein Hinweis auf Syrien: „Das war mal….“ Selbstverständlich leben in vielen Regionen, die nie unter die Knute (westlich unterstützter) islamistischer Fanatiker gefallen waren, noch immer viele Christen und Muslime friedlich miteinander. Auch wenn das nach all dem Gemetzel schwieriger geworden sein dürfte. Ansatzweise richtig ist hingegen sein Hinweis, dass es ein politischer – genau genommen ein militant politischer – Islam ist, der das friedliche Zusammenleben in Syrien und anderen Ländern der Region unmöglich gemacht hat.

Und genau da sind wir dann auch bei der Ursache von Terror und Flüchtlingsströmen und bei westlicher Verantwortung. Statt von Beginn an jegliche Gewalt beider Seiten zu verurteilen, hat der Westen – darunter Deutschland – einseitig Aufstand und Terror gegen die legitime Regierung militärisch, politisch und propagandistisch unterstützt, militante Fanatiker aufgerüstet, ausgebildet und ins Land gebracht, um mit ihrer Hilfe die syrische Regierung zu stürzen. Diese Wahrheit wird von der Lügenpresse tagtäglich unterdrückt.

Auch direkt im Anschluss an die Sendung log eine offensichtlich komplett verblödete und durch und durch verkommene Gabi Bauer schon wieder im ARD-Nachtmagazin davon, dass Russland und Syrien „den Kampf gegen alle Gruppen in Syrien, die nicht Baschar al-Assad unterstützen mit Wucht wieder aufgenommen hätten.“ So geht die tägliche Propaganda seit über fünf Jahren…