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wdrWenn in den USA ein neuer Präsident gewählt wird herrscht in den Mainstreammedien des Vasallenstaates Deutschland alle vier Jahre ein Großalarm, der sich allenfalls in Nuancen von einer Bundestagswahl unterscheidet. Allein diese quantitativ überbordende und qualitativ zumeist unterirdische Berichterstattung sagt mehr über die Verfasstheit der Bundesrepublik als das tägliche Geschwätz von Politikern und Medienhuren über „Demokratie“ und „Souveränität“.

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Dass die Journaille der deutschen Staatssender das groteske und alles andere als demokratische Wahlsystem in den USA in der Regel genauso wenig in den Fokus stellt, wie die zahlreichen nachgewiesenen Manipulationen und Manipulationsversuche im Vorfeld dieser Wahl, die man in alternativen Medien finden kann, darf kritische Beobachter genauso wenig verwundern, wie die Unfähigkeit der Medienhuren zu erklären, wie es kommen kann, dass zwei derart gehasste Antipoden zu den „besten“ Kandidaten eines Landes mit 240-Millionen wahlberechtigten Einwohnern wurden.

Der WDR hat nun – im Bemühen, die zweifellos hohe Bedeutung der Wahl herauszustellen – zu einem unfreiwillig entlarvenden Wording gegriffen und diese zu einer „Schicksalswahl“ erklärt.

Bild anklicken, WDR!

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Was gedankenlosen Schreiberlingen locker aus den Fingern schlüpft, verursacht bei aufmerksamen Lesern unmittelbar heftiges Stirnrunzeln, denn niemand wählt sein Schicksal selbst – gerade das ist es, was ein Ereignis oder eine Abfolge von Ereignissen zum Schicksal macht.


Schick­sal, das

Bedeutungsübersicht

1. von einer höheren Macht über jemanden Verhängtes, ohne sichtliches menschliches Zutun sich Ereignendes, was jemandes Leben entscheidend bestimmt

2. höhere Macht, die in einer nicht zu beeinflussenden Weise das Leben bestimmt und lenkt

 (Duden)


Man könnte es in der Kategorie „Dummes Zeug“ ablegen und vergessen, wenn es nicht auf den zweiten Blick so (unfreiwillig) entlarvend wäre. Was der WDR hier unbeabsichtigt eingesteht, ist die Tatsache, dass die Menschen – und nicht nur die Bürger in den USA – auf Gedeih und Verderb jenen höheren Mächten ausgeliefert sind, die diese Wahl gewinnen werden.

Auch wenn die Macht des US-Präsidenten in mancherlei Hinsicht beschränkt ist, kann und werden seine Entscheidungen das Leben von Milliarden Menschen beeinflussen und können potentiell zur Vernichtung der Menschheit führen, was dank US-amerikanischer Kriegstreiberei im Nahen Osten, Afrika, Asien und Europa in den letzten Jahren tatsächlich wieder zu einer denkbaren Zukunft wurde.

Diejenigen, die ihm auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind, haben nach dieser ohnehin absurden „Wahl“ keinerlei nennenswerten Einfluß mehr auf die Geschicke ihres Landes und der Welt und somit auch nicht auf ihr eigenes Schicksal. Und damit sind jene außerhalb der USA, die gar nicht mitbestimmen können, wer da künftig essentiell über ihr Schicksal entscheidet, noch gar nicht adressiert.

Der Begriff „Schicksalswahl“, so unüberlegt und reißerisch er hier vom WDR gewählt wurde, entlarvt die westliche „Demokratie“ unfreiwillig als das, was sie wirklich ist: eine notdürftig legitimierte, zeitlich auf vier Jahre begrenzte Diktatur einer kleinen Clique, die – im Falle der USA – die Macht hat, die ganze Menschheit zu vernichten. Das Gerede von der „Demokratie“ ist die größte Lüge des Westens überhaupt, die den Bürgern gerade deshalb am häufigsten in den Kopf gehämmert wird, weil sie von all den täglichen Lügen, mit denen die Schafe dumm gehalten werden, am wenigsten mit der Realität zu tun hat.