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Letzte Woche Donnerstag haben wir hier gezeigt, wie der Kinderkanal Kakadu des Deutschlandradios in seinen „Nachrichten für Kinder“ primitivste Propaganda und Hetze gegen Russland verbreitete, die selbst dann noch eine Zumutung wäre, wenn es sich um ein Programm für Erwachsene gehandelt hätte.

dlf_kakadu_kinderradio525„Der böse russische Präsident Putin führt Kriege – die guten Deutschen und Franzosen wollen ihn davon abhalten“, so kann man die realitätsklitternde Hirnwäsche für 6- bis 12-Jährige durch den transatlantisch vernetzten Agitator Marcus Pindur zusammenfassen. PS-Leser Michael hat nachgefragt und eine Antwort bekommen, die entweder das ganze Ausmaß der Ignoranz in dem GEZ-finanzierten Sender bestätigt oder schamlosen Vorsatz.

Auch bei der Buchvorstellung von Ulrich Teusch „Lückenpresse“ Ende der vergangenen Woche kam das abschreckende Beispiel, das auch von den Nachdenkseiten aufgegriffen wurde – zur Sprache. Man beachte die Reaktion auf dem Podium und im Publikum. Jedem ist vollkommen klar, dass dieses Stück Hetze und Geschichtsklitterung vollkommen indiskutabel ist.

Ganz anders beim Hörerservice des Deutschlandradio. Dort gibt man sich nicht etwa einsichtig – man hätte ja jetzt durchaus Zeit gehabt, noch einmal kritisch zu reflektieren -, sondern verteidigt dieses unsägliche Machwerk mit genau jener Propaganda, die ARD, DLF, ZDF und der Rest der Mainstreammedien täglich verbreiten.

Sehr geehrter Herr …,

haben Sie Dank für Ihr Interesse am Programm von Deutschlandradio Kultur und für Ihre Zuschrift vom 20.10.2016 in der Sie auf die Sendung „Kakadu“ vom 19. Oktober Bezug nehmen.

Deutschlandradio kann in dem von ihnen monierten Text unseres Korrespondenten im Hauptstadtstudio keine falsche, unsachliche oder verzerrende Berichterstattung erkennen.

Warum? Russland führt derzeit zwei Kriege, zumindest indirekt: Einen in der Ukraine, wo zahlreiche Belege für eine Beteiligung Russlands vorliegen, auch an mutmaßlichen Kriegsverbrechen wie dem Abschuss der Verkehrsmaschine MH 17. Dies haben Gutachter zweier Untersuchungskommissionen, eine niederländische und eine internationale, in ihren Berichten herausgearbeitet. Hierzu die Quelle: https://www.om.nl/onderwerpen/mh17-crash/@96068/jit-flight-mh17-shot/

Zum anderen steht Russland an der Seite des Machthabers Assad in Syrien im Krieg. Die direkte Unterstützung der Führung in Damaskus hat die russische Regierung nie bestritten. Die beteiligten Konfliktparteien in Syrien sind zahlreich und ihre Unterstützerkreise zuweilen schwer auszumachen. Sehr vielen der Konfliktparteien, die für oder gegen die Regierung Assad kämpfen, werden mittlerweile Kriegsverbrechen zur Last gelegt. Es liegen unter anderem zahlreiche Belege vor, wonach nicht nur vom syrischen Regime, sondern auch von Russland schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen begangen werden. Dies haben die Bundesregierung sowie die französische, britische und US-amerikanische Regierung festgestellt. Auch regierungsunabhängige Quellen bestätigen dies. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat das Vorgehen als Kriegsverbrechen bezeichnet. Siehe dazu z.B.: https://www.theguardian.com/world/2016/oct/01/-syriaairstrikes-major-offensive-against-rebel-held-areas-of-aleppo

Ohne Russland könnten beide Kriege so nicht geführt werden und hätten nicht das Ausmaß an Verlusten in der Zivilbevölkerung erreicht.

Aus oben geschilderten Gründen sehen wir daher nicht, dass Deutschlandradio ein Fehlverhalten vorgeworfen werden kann.

Gleichwohl danken wir Ihnen nochmals für Ihr Interesse, für Ihr aufmerksames und kritisches Hören des Programms Deutschlandradio Kultur.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. …….
Hörerservice

Deutschlandradio kann in dem von ihnen monierten Text unseres Korrespondenten im Hauptstadtstudio keine falsche, unsachliche oder verzerrende Berichterstattung erkennen.

Es macht einen nur noch fassungslos, wenn man sowas liest. Für eine solch freche Antwort kann es nur zwei mögliche Erklärungen geben. Entweder die Verfasserin dieser Zeilen – und die gesamte Redaktion die dahinter steht – , sind von der eigenen Propaganda komplett verblendet und verblödet und tatsächlich nicht in der Lage, sich auch nur ansatzweise selbstkritisch zu hinterfragen oder sie sind so dermaßen skrupel- und schamlos, dass sie sich vorsätzlich dumm stellen und denken, wenn wir den Kritiker mit ein paar Phrasen und noch mehr einseitiger Realitätsklitterung abwimmeln, dann ist die Sache erledigt.

Ulrich Teusch hat im Podium (siehe Video oben) spaßenshalber den Spieß kurz umgedreht und deutlich gemacht, wie sich das anhören würde, wenn man in dieser Weise den Drohnenkrieg der USA oder Israels Bombardements in Gaza für Kinder „aufbereiten“ würde. Was bei den Sendern in einem solchen Fall los wäre, muss man nicht in allen Farben ausmalen. Das Telefon würde nicht mehr still stehen und die Verantwortlichen würden zu Kreuze kriechen oder gefeuert.

Tatsächlich aber ist es natürlich vollkommen ausgeschlossen, dass diese Form der Hetze, die nahezu täglich in den deutschen Staatssendern über Russland ausgeschüttet wird, auch nur ansatzweise gegen USA oder Israel möglich wäre. Dafür muss auch kein Chefredakteur oder Intendant sorgen, denn die Verantwortlichen wissen genau, was sie zu liefern haben und was nicht.