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Screenshot James Bond 007: „Tomorrow never dies“

von: Entkoffeinator

Am 14. Oktober veröffentlichte die Propaganda­schau den Artikel „Des Imperators neue Kleider – Wie mediale Hofschranzen den Bürgern eine Scheinwelt vorgaukeln“. Darin nahm man Bezug auf eine spannende Veröffentlichung des Blog Analitik: „Willkommen in der multipolaren Welt“.

Nun hat Analitik einen Folgeartikel verfasst, der sich erneut mit der Entlarvung der transatlantischen (Kriegs-)Propaganda befasst.

„Stimmen des gefallenen Königs“

Schon im Vorgängerartikel riet der Autor dem Bürger, seine Informationen nicht in den „Qualitätsmedien“ zu recherchieren, sondern sich unmittelbar auf die Kommunikationskanäle der Eliten zu konzentrieren: Die Primärquellen.

Es sind eben jene Primärquellen, in denen die Macher hinter den Kulissen den Eliten der zweiten und dritte Reihe in Wirtschaft, Medien und Politik unmissverständlich die gewünschte Marschrichtung kommunizieren. Und dieser Prozess ist nicht etwa abgeschottet oder gar geheim, sondern genauso öffentlich zugänglich, wie die lokale Tageszeitung. Denn auch die Herrschaft muss ihren Steigbügelhaltern und Wasserträgern auf breiter Front mitteilen, was man heute und zukünftig von ihnen erwartet.

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„Foreign Policy: Ein vertrauter Ratgeber für globale Führer
wenn die Einsätze am höchsten sind“

Seien es Strategiepapiere aus den führenden Denkfabriken oder Bücher zu Machtpolitik und Geostrategie aus der Feder von Brzeziński oder Thomas P. M. Barnett. Der Bürger, der sich selbstständig auf die Suche nach Antworten zum Verlauf der Welt begibt, wird früher oder später fündig. Und das jeden Tag ein bisschen mehr, seit das Internet die Deutungshoheit der Massenmedien zunehmend in Bedrängnis gebracht hat.

Wer sich in die Primärquellen einliest, wird sich zunächst verwundert die Augen reiben: Man findet Autoren, die die islamistische Terroristen als die fanatischen Mörderbanden und Kopfabschneider bezeichnen, die sie tatsächlich sind. Der „moderate Rebell“ ist nur eine Schimäre für den Bürger, der auch weiterhin das Märchen vom bösen Diktator Assad herunter beten soll. Die amerikanischen Primärquellen behaupten exakt das Gegenteil von ARD und ZDF.

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„Die Macht der Zusammenkunft liegt in der Fähigkeit die Ergebnisse zu beeinflussen. In globalen Fragen von Bedeutung.“ – Foreign Policy

Die US-Denkfabriken sprechen offen aus, dass der russische Präsident weder Ursache noch Symptom der gegenwärtigen Ereignisse auf der Welt ist. Ganz im Gegensatz zu den heute-Nachrichten und der Tagesschau, die Putin neben militärischen Abenteuern auch für das Wetter in Europa und die Verkehrslage in Deutschland verantwortlich machen.

Die US-Elite macht überhaupt keinen Hehl daraus, dass sie aus Machtkalkül hinter dem militanten Putsch in Kiew steckt. Die öffentlich-rechtliche Folklore einer pro-europäischen Volksbewegung soll nur vernebeln, dass sich die US-Strategen auch in der Ukraine einen eigenen Kettenhund halten. Nur heißt er dort nicht Al-Nusra-Front und Islamischer Staat, sondern Rechter Sektor und Bataillon Asow. Die Namen mögen sich noch unterscheiden, aber die Methoden sind ganz ähnlich.

Die Primärquellen weisen unmissverständlich darauf hin, dass in der Ukraine und in Syrien exakt dasselbe Spiel gespielt wird. Und sind sich nicht zu fein einzugestehen, dass Russland diesen Sachverhalt nicht nur unlängst erkannt hat, sondern auch die Leitlinien seiner Politik danach ausgerichtet hat. Annektion der Krim? Der selbstverliebt Zar Putin? Der irre Diktator Assad? Über diesen Kokolores debattieren nur deutsche Fernseh-Talkshows, damit die wohlbetuchten GEZ-Millionäre nicht komplett leistungslos ihre mittleren, sechsstelligen Jahresgehälter einsacken. Das Geld ist da, es muss auch raus. Sonst setzt es auf den Konten noch Schimmel an. Sie wissen ja, wer es bezahlt.

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Viele sehen in Trump einen verschrobenen Spinner. Andere erhoffen sich von ihm, dass er das Establishment aufmischt. Veränderungen an der NATO hat er angekündigt. Es könne nicht sein, dass die USA den Europäern den militärische Schutzschirm überwiegend zum Selbstkostenpreis vor die Tür stellen. Der US-Elite ist das Wahlkampftheater egal.
Wer die einschlägigen Quellen studiert, der weiß, dass die Integrität der NATO nie zur Debatte stand. Auch Trump wird das nicht ändern (dürfen). ARD und ZDF mögen ihn nicht. Nicht weil er in den USA aneckt oder unorthodoxe Wahlkampfforderungen stellt, sondern weil er eine Art „amerikanischer Alexander Gauland“ ist.
Da sind sich die deutschen Redaktionsstuben einig: Er ist ein tolles Feindbild, an dem sich der Michel gefahrlos abarbeiten kann. Wieso sich über die rechtsbrüchige Bundesregierung echauffieren, wenn doch die tatsächlich Verrückten in Wahrheit in den USA frei herum laufen!?

Der Dritte Weltkrieg kommt. Manches Kirchenoberhaupt ist der Auffassung, wir seien schon mitten drin. Krieg ist großartig. Für die Psychologie der Massen im Speziellen. Und fürs Geschäft im Besonderen. Ein ängstlicher Bürger hält nämlich den Mund. Könnte man meinen, wenn man die Zeitung aufschlägt.
Doch die USA haben panische Angst vor einem Dritten Weltkrieg, der nicht kommen wird. Der notwendigerweise nicht kommen darf, weil einmal abgefeuerte Atomraketen schlagartig die Bilanzen verhageln und nicht nur die Börsen zum Einsturz bringen. Das will niemand. Schon gar nicht die Herrschaften mit den prall gefüllten Bankkonten. Nichtmal die amerikanischen Falken im Pentagon.
Deswegen wünscht man sich mit Russland zu verhandeln, um die aufgekündigten Nuklearverträge zu reaktivieren. Notfalls auf eigene Kosten. Die wahllosen Drohungen des russischen Bären gegenüber dem West? Sie existieren nur in der kranken Welt der deutschen Alpha-Journalisten.

Krise. Überall Krisen! Krisen, die Russland und China politisch und wirtschaftlich näher zusammen gebracht haben. Eine geostrategische Katastrophe für die Neocons. Die US-Politik ist umfassend gescheitert. Nicht nur in Syrien und der Ukraine. Das wissen auch alle. Zumindest die, die keine deutschen Tageszeitungen lesen. Es steht in den Primärquellen schwarz auf weiß. Die bisherige Strategie ist aufgekündigt worden, man muss die Taktik anpassen. Kündigen sollten auch Sie: Ihr Zeitungsabonnement.

Ja, es gibt ihn noch: Den ehrlichen, offenen und realistischen Journalismus. Frei von Zynismus, Panikmache und Kampagnen. Bei den ungefilterten Primärquellen.

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Die Vertreter der Denkfabriken und Netzwerke sind überall. In sämtlichen Zeitungen und auf allen Kanälen. Das verschweigen die „Qualitätsmedien“ jedoch pflichtbewusst. Sie verweisen auf „anonyme Quellen“, „regierungsnahe Kreise“ oder das „Umfeld der Kanzlerin“. Sobald man über eine dieser Formulierungen gestolpert ist, sollte man zum nächsten Artikel weiter wechseln. Und das bis dahin gelesene bereits wieder vergessen haben.

Doch sie sprechen dort eine völlig andere Sprache, als in den Primärquellen. Das müssen sie auch, denn es sollen nicht nur die Bürger weiterhin brav den Schlaf der Gerechten schlafen. Sondern auch das Fußvolk in den Medien. Fürs Denken bezahlen die Herrschaftseliten ihre Denkfabriken, deswegen heißen sie ja auch so. Die Denkfabriken sollen nachdenken, die Hauptaufgabe der Massenmedien ist im Rahmen der Verkündung bereits erfüllt. Sie sollen den vorweg erdachten Konzepten nur einen öffentlichkeitswirksamen Nachrichtencharakter verleihen.

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Haben Sie einmal den 1997er Spielfilm „James Bond 007: Der Morgen stirbt nie“ gesehen? Der Bösewicht ist Eigentümer eines Medienimperiums und trägt mit seinen Publikationen dafür Sorge, dass nur das gezielt veröffentlicht wird, was seinen kriminellen Machenschaften nutzt. Auf die Erklärung seines künftigen Plans zur Manipulation kommentiert Mr. Bond trocken: „Die Nachrichten von morgen – schon heute.“ Daran sollten auch Sie öfters denken. Gestern noch in der Denkfabrik, heute schon in den Nachrichten.

Also: Vergessen Sie die Nachrichten. Lesen Sie lieber direkt bei den Denkfabriken und ihren Primärquellen. Dann wissen Sie schon heute, was morgen in der Welt passiert.

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