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Pravda Amerika:
Das Durchbrechen der Medienmauer
von Ron Unz                                          Übersetzung: FritztheCat

Da ich seit ein paar Wochen mit Softwareproblemen kämpfe, entschied ich mich, ein strategisches Memo zu veröffentlichen, das ich vor einiger Zeit privat verteilt habe.

Vor zwei Jahren habe ich meine „Unz Review“ gestartet. Darin präsentiere ich eine breite Auswahl alternativer Blickwinkel, das allermeiste davon wird von den Mainstreammedien total ausgeblendet. Ich habe auch eine Anzahl von Artikeln in meiner eigenen Serie „American Pravda“ veröffentlicht, wo ich mich auf die verdächtigen Lücken und Sprünge in den Narrativen unserer Medien konzentriere.

Die zugrundeliegende politische Strategie hinter diesen Bemühungen ist vielleicht schon zu Tage getreten und ich habe sie hier und dort manchmal erwähnt. Aber letzten Endes habe ich mich entschieden, die Gründe in dem angefügten Memo explizit zu erläutern.

Die Mainstreammedien sind die entscheidende gegnerische Macht

Gruppen, die eine Politik vertreten, die dem (amerikanischen) Establishment widerspricht, sollten erkennen, dass ihr größtes Hindernis für gewöhnlich die Mainstreammedien sind.

Sicher gibt es die durchschnittlichen politischen und ideologischen Gegner, aber die werden normalerweise von den mächtigen Medien inspiriert, motiviert, organisiert und betreut, was wiederum den wahrnehmbaren Rahmen eines Konflikts formt. Im Sinne von Clausewitz stellen die Medien für oppositionelle Kräfte oft das „Zentrum der Schwerkraft“ dar.

Die Medien sollten zu einem Hauptziel gemacht werden

Wenn die Medien bei der Förderung von Opposition die entscheidende Macht sind, dann sollte man sie zum ersten Ziel einer jeden politischen Strategie machen. Solange die Medien stark bleiben, wird Erfolg schwierig sein, aber wenn der Einfluss und die Glaubwürdigkeit der Medien merklich schrumpft, dann werden die gewöhnlichen Oppositionskräfte viel von ihrer Wirkung verlieren. In vielerlei Hinsicht erschaffen die Medien eine Wirklichkeit, vielleicht geht darum der effektivste Weg zur Änderung der Wirklichkeit über die Medien.

Die Medien irgendwo in Misskredit zu bringen schwächt sie überall

Die Mainstreammedien existieren als ein makelloses Ganzes. Wenn man also die Medien in einem bestimmten Bereich schwächt oder in Misskredit bringt, dann reduziert das automatisch auch ihren Einfluss überall sonst.

Die Elemente einer Mediensichtweise, mit denen sich eine bestimmte Anti-Establishment-Gruppe konfrontiert sieht, können so stark und gut verteidigt sein, dass ein Angriff nicht effektiv ausgeführt werden kann, und solche Attacken können auch als ideologisch motiviert abgeschmettert werden. Daher ist manchmal eine indirekte Strategie die produktivere Strategie, nämlich die Mediensichtweise woanders zu attackieren, dort wo sie viel schwächer und weniger gut verteidigt ist. Noch dazu verschaffen solche leichten Siege eine größere Glaubwürdigkeit und mehr Schwung, was man später zu einem Angriff auf schwierigere Frontabschnitte verwenden kann.

Eine breite Allianz könnte das gemeinsame Ziel einer Schwächung der Medien unterstützen

Haben wir erst erkannt, dass die Schwächung der Medien ein primäres strategisches Ziel ist, dann ist es eine logische Folge, dass andere Anti-Establishment-Gruppen, die vor den selben Herausforderungen stehen, zu natürlichen, wenn auch zeitweiligen, Verbündeten werden.

Solche unerwarteten taktischen Allianzen können sich aus einem breiten Spektrum politischer und ideologischer Perspektiven zusammensetzen – Links, Rechts, oder anderes – und das obwohl die einzelnen Gruppen langfristige Ziele verfolgen, die quer oder sogar in Konflikt miteinander liegen. Solange alle Teile in der Koalition erkennen, dass die feindlichen Medien ihr größter und dringlichster Widersacher sind, können sie an ihrem gemeinsamen Ziel zusammenarbeiten. Nebenbei gibt das zusätzliche Glaubwürdigkeit und Aufmerksamkeit durch die Tatsache, dass sie sich in vielen anderen Dingen heftig widersprechen.

Die Medien sind enorm einflussreich und kontrollieren ein riesiges Gebiet des Intellekts. Aber ein so allgegenwärtiger Einfluss hat auch zur Folge, dass die örtlichen Gegner zahlreich und weit verteilt sind. Sie alle sind in ihren eigenen Partikularinteressen erbittert gegen die feindlichen Medien. Man kann das mit einem riesigen und mächtigen Imperium vergleichen, das durch eine breite Allianz vieler verschiedener rebellierender Gruppen zu Fall gebracht wird, die alle unterschiedliche Ziele haben. Zusammen überwältigen sie die imperiale Verteidigung, indem sie zugleich an vielen verschiedenen Orten angreifen.

Ein entscheidender Aspekt beim Schmieden solcher Rebellenallianzen ist der typischerweise enge Blickwinkel eines jeden einzelnen Mitglieds des Bündnisses. Die meisten Gruppen oder Individuen gegen die Positionen des Establishments neigen zu ideologischem Eifer in einer bestimmten oder zu einer kleinen Handvoll von Fragen, während sie sich für andere viel weniger interessieren. Da ihre Ansichten aufgrund der Mainstreammedien total unterdrückt werden, fördert jeder Platz, an dem ihre unorthodoxen Sichtweisen angemessen fair und gleich behandelt werden, beträchtlichen Enthusiasmus und Loyalität von ihrer Seite, anstatt lächerlich gemacht und abgekanzelt zu werden,. Wenn sie auch zu den meisten anderen Ange­le­gen­heiten eher konventionelle Ansichten haben, wodurch sie gegensätzliche Ansichten mit der gleichen Skepsis oder Unbehagen wie alle anderen betrachten, so sind sie für gewöhnlich bereit, ihre Kritik an größeren Unterschieden zu unterdrücken, solange andere Mitglieder ihrer Allianz ihnen zu ihren eigenen Primärinteressen den selben Gefallen erweisen.

Greift die Narrative der Medien dort an wo sie schwach sind und nicht dort wo sie stark sind

Greift man zu einer anderen Metapher, dann kann man die Establishment-Medien als eine große Mauer betrachten, die alternative Sichtweisen aus dem öffentlichen Bewusstsein fernhält und damit die Meinung auf ein eng begrenztes Feld aus akzeptablen Ansichten begrenzt.

Bestimmte Abschnitte dieser Medienmauer sind massiv und werden von mächtigen Eigeninteressen energisch verteidigt, das macht Angriffe schwierig. Aber andere Abschnitte, zum Beispiel ältere und unbekanntere, sind mit der Zeit vielleicht verwittert und ihre Verteidiger sind abgewandert. Die Mauer an diesen schwächeren Punkten zu durchbrechen ist wohl leichter und wenn diese Barriere erst einmal an mehreren Stellen durchbrochen ist, dann wird sie an anderen Stellen viel schwieriger zu verteidigen sein.

ronunz81sebrgtffl240Ein Beispiel: Man stelle sich die Folgen vor, wenn zu einem bestimmten großen indivi­du­ellen Ereignis bewiesen wird, dass die Sichtweise der etablierten Medien kom­plett falsch ist. Wenn dieses Ergebnis erst einmal in der Breite erkannt wird, dann wird die Glaubwürdigkeit dieser Medien auch in allen anderen An­ge­le­gen­heiten, auch in denen die gar nichts damit zu tun haben, in gewisser Weise gemindert. Normale Menschen würden logisch folgern, dass, wenn sich die Medien in so einem wichtigen Punkt geirrt haben, sie sich vielleicht auch in anderen Dingen irren. Und diese mächtige Sperre gegen die Ungläubigkeit, die den Medien ihren Einfluss verleiht, wird weniger mächtig. Vielleicht werden sogar jene Individuen, die in ihrer Gesamtheit den Medienkörper bilden, zu ersten Selbstzweifeln bezüglich ihrer früheren Gewissheiten kommen.

Der entscheidende Punkt ist, dass solche Durchbrüche am leichtesten bei den Themen gelingen, die bloß noch von historischer Bedeutung erscheinen und völlig von praktischen Alltagskonsequenzen losgelöst sind.

Angreifbare „Verschwörungstheorien“ sollten zur effektiven „Medienkritik“ umgedeutet werden

In den letzten Jahrzehnten haben das politische Establishment und seine verbündeten Medien eine wirksame intellektuelle Verteidigung gegen größere Kritik aufgebaut. Sie haben beträchtlichen Aufwand betrieben um den Gedanken einer sogenannten „Verschwörungstheorie“ zu stigmatisieren. Dieser schroff herabsetzende Terminus wird auf jede wichtige Analyse zu einem Geschehen angewandt, die stark von der offiziell verlautbarten Sichtweise abweicht. Und unterschwellig deutet der Ausdruck an, dass der Gegner ein ehrloser Fanatiker ist, der unter Wahnvorstellungen, Paranoia oder anderen Geisteskrankheiten leidet. Solche ideologischen Angriffe zerstören oft wirksam die Glaubwürdigkeit und dann können die tatsächlichen Argumente ignoriert werden. Eine einst harmlose Phrase wurde politisch „in eine Waffe verwandelt“.

Ein wirksames Mittel zur Umgehung dieses intellektuellen Verteidigungs­mechanismus könnte jedoch sein, eine übergeordnete Strategie (Meta-Strategie) anzuwenden und solche „Verschwörungstheorien“ als „Medienkritik“ zu präsentieren.

Nach den üblichen Mustern in einer öffentlichen Debatte werden Heraus­for­de­rungen an die eingesessene Rechtgläubigkeit als „außerordentliche Behauptungen“ behandelt , die man mit außerordentlichen Beweisen rechtfertigen muss. Diese Anforderung mag unfair sein, aber sie ist bei vielen öffentlichen Debatten Realität. Und das Ganze beruht auf einer Grundlage, die von den scheinbar unparteiischen Medien gebildet wurde.

Da viele dieser Auseinandersetzungen ein breites Spektrum an komplexen Fragen und vieldeutige oder zweifelhafte Beweise enthalten, ist es oft extrem schwierig, irgendeine schlüssige unorthodoxe Theorie aufzubauen, eine die etwa einen Vertrauensgrad von 95% oder 98% erreicht. Daher lautet das Medienurteil fast unterschiedslos auf „Fall nicht bewiesen“ und die Herausforderer werden als geschlagen und unglaubwürdig abgeurteilt, selbst wenn sie überwiegend die Beweise auf ihrer Seite haben. Und wenn man sich dann laut über die unfaire Situation beschwert, dann wird diese akkurate Antwort von den Medien als weiterer Beweis zitiert, dass man fanatisch oder paranoid sei.

Nehmen wir aber an, man würde eine ganz andere Strategie anwenden. Anstatt einen „über alle Zweifel erhabenen“ Fall daraus zu machen, liefern die Aufklärer gerade einmal genügend Beweise und Analysen für eine 30% oder 50% oder 70% Chance dafür, dass die unorthodoxe Theorie wahr ist. Allein die Tatsache, dass keine nahezu sichere Behauptung aufgestellt wird, bietet eine wirksame Verteidigung gegen glaubwürdige Vorwürfe von Fanatismus oder wirrem Denken. Aber wenn das Thema von enormer Wichtigkeit ist und die unorthodoxe Theorie – wie meistens – von den Medien fast komplett ignoriert wird, selbst wenn die Wahrscheinlichkeit, dass sie stimmt, hoch ist, dann kann man die Medien wirkungsvoll angreifen und sie ob ihrer Faulheit und Inkompetenz lächerlich machen. Diesen Vorwürfen lässt sich schwer begegnen und da niemand behauptet, dass die unorthodoxe Theorie notwendigerweise richtig ist, nur dass sie vielleicht richtig ist, fallen alle Gegenanschuldigungen über verschwörerische Tendenzen in sich zusammen.

Und den Medien bliebe in der Tat als effektive Erwiderung auf diese Vorwürfe nur noch, alle komplexen Details zu der Frage zu untersuchen (dadurch würden sie selbst verschiedenen widersprüchlichen Fakten zu größerer Aufmerksamkeit verhelfen) und danach zu behaupten, es gäbe nur einen vernachlässigbar kleine Chance, vielleicht 10% oder weniger, dass die Theorie richtig ist,. Damit wird die mutmaßliche Beweislast völlig umgedreht. Und da sich die meisten Mitglieder der Medien wahrscheinlich noch nie ernsthaft mit dem Thema befasst haben, wird ihre ignorante Darstellung für eine kenntnisreiche Dekonstruktion schwach und verwundbar sein. Ja, das wahrscheinlichste Szenario ist, dass die Medien den ganzen Streit weiterhin total ignorieren werden und dadurch verstärken sie die glaubwürdigen Vorwürfe über Schlampigkeit und Inkompetenz.

Menschen, die durch das Versagen der Medien zu strittigen Punkten entnervt sind, beschuldigen die Medien und deren Repräsentanten oft als parteiisch, korrupt oder insgeheim unter der Kontrolle mächtiger Kräfte, die mit der Haltung des Establishments verbündet sind. Diese Vorwürfe mögen manchmal berechtigt sein, manchmal nicht. Aber sie sind für gewöhnlich schwer zu belegen, außer in den Köpfen der wahren Gläubigen, und die tragen den Makel der „Paranoia“. Andererseits sind Behauptungen, das Versagen der Medien komme von so lässlichen Sünden wie Faulheit und Inkompetenz, womöglich genauso richtig, und solche Angriffe erfahren wahrscheinlich weit weniger Gegenangriffe.

Und schließlich: Sind die Medien erst einmal das primäre Ziel der Kritik, dann verlieren sie automatisch den Status eines neutralen, außenstehenden Beobachters, der nicht mehr die Glaubwürdigkeit besitzt, den Sieger in einer Debatte zu bestimmen.

Eine Überflutung der Abwehrzonen der Medien ist nützlich

Einzelne Personen, die das vorherrschende Mediennarrativ mit unorthodoxen Theorien angreifen, zögern oft damit, zu viele solcher kontroverser Behauptungen zeitgleich aufzustellen, man könnte ja als „verrückt“ hingestellt werden und die Ansichten würden dann in Bausch und Bogen abgewiesen werden.

In den meisten Fällen mag das die richtige Strategie sein, aber wenn es richtig angegangen wird, dann kann auch das genaue Gegenteil manchmal sehr wirksam sein. Solange die übergeordnete Präsentation als Medienkritik dargestellt wird und auf die Gültigkeit bestimmter Behauptungen nicht zu viel Gewicht gelegt wird, kann ein Angriff auf breiter Front, vielleicht mit einem Dutzend vollkommen verschiedener Themen, den Bereich der Medien so zu „fluten“, dass bestehende Verteidigungslinien gesättigt und überwältigt werden. Oder wie es in einem Zitat heißt, das oft fälschlicherweise Stalin zugeschrieben wird: „Quantität hat eine ganz eigene Qualität“.

Nehmen wir beispielsweise den Entertainer Bill Cosby. Über die Jahre erschienen eine oder zwei einzelne Frauen die behaupteten, dass er sie unter Drogen gesetzt und vergewaltigt habe. Und die Vorwürfe wurden weitgehend als unbegründet und unglaubhaft ignoriert. In den letzten ein, zwei Jahren brach der Damm jedoch plötzlich und insgesamt fast 60 verschiedene Frauen erschienen und brachten dieselben Vorwürfe vor. Und auch wenn es in keinem einzigen Fall stichfeste Beweise gibt, gestehen praktisch alle Beobachter ein, dass die Vorwürfe wahrscheinlich stimmen.

Nehmen wir an es gibt den begründeten Verdacht, dass die Medien eine wichtige Sache komplett verschlafen oder ignoriert haben, die untersucht und berichtet hätte werden müssen. Die Auswirkungen sind nicht unbedingt von Bedeutung und viele Menschen, die dem Glauben ihrer Establishment-Medien anhängen, würden nicht einmal die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass sich die Medien in dieser bestimmten Situation geirrt haben.

Nehmen wir hingegen an, dass mehrere Dutzend solcher verschiedener Fälle nachgewiesen werden könnten, jeder mit dem starken Verdacht auf einen ernsten Irrtum oder eine Unterlassung durch die Medien. An diesem Punkt würde die ideologische Verteidigung zusammenbrechen und nahezu jeder würde im Stillen zugeben, dass viele, wenn nicht die meisten Anschuldigungen wahrscheinlich wahr sind. Das würde für die Mainstreammedien eine enorme Glaubwürdigkeitslücke entstehen lassen. Die glaubwürdige Verteidigung der Medien wäre gesättigt und überwältigt.

Der wichtigste Punkt dabei ist, dass die einzelnen Themen realistisch-wahrscheinlich präsentiert werden und auf die Versäumnisse der Medien hinweisen anstatt gleich immer einen zu beweisenden oder unbedingt wichtigen Fall an sich daraus zu machen. Indem man Abstand wahrt und die einzelnen Fälle skeptisch betrachtet, gibt es nur ein geringes Risiko, als fanatisch oder monoman abgestempelt zu werden wenn man gleich mehrere Fälle aufwirft.

Meine American Pravda-Serie und das Webmagazin „Unz Review“ als Beispiele

Die oben beschriebene politische und Medienstrategie war der zentrale Beweggrund für meine American Pravda-Artikel und das Webmagazin „Unz Review“.

Beispielsweise habe ich im ursprünglichen American Pravda-Artikel von 2013 über ein halbes Dutzend enormer Medienschnitzer dargestellt, alle davon in der Zwischenzeit allgemein anerkannt: Der Enron-Skandal, die irakischen WMDs, der Madoff-Schwindel, die Kalter Krieg-Spione und verschiedene andere. Nachdem ich diesen anerkannt großen Schnitzern ein Forum gegeben hatte und gezeigt habe, dass eine beträchtliche Sperre gegen die Ungläubigkeit vorhanden war, habe ich die Diskussion auf drei oder vier weitere wichtige Beispiele ausgedehnt, keines davon bereits anerkannt, aber alle perfekt glaubwürdig. Vielleicht hat der Artikel aus diesem Grund eine ordentlich große Aufmerksamkeit erhalten, sogar von Teilen der Mainstreammedien, die oft bereit sind, Fehler ihrer Klasse anzuerkennen solange sie überzeugend und verantwortungsvoll präsentiert werden.

Nach diesem Stück habe ich immer wieder zusätzliche Elemente in die Serie eingebaut, einige verständlicher als andere, und jetzt wird daraus eine reguläre Serie.

Das Beispiel McCain/POW (Prisoner of War = Kriegsgefangener) in der Serie demonstriert perfekt die oben vorgeschlagene Strategie. Der Vietnamkrieg ging vor über 40 Jahren zu Ende, die Kriegsgefangenen sind wahrscheinlich seit Jahrzehnten tot und sogar John McCain befindet sich in der Dämmerung seiner Karriere. Diesen Skandal hervorzubringen oder Beweise für seine Richtigkeit vorzulegen hat in praktischer Hinsicht eigentlich keine Bedeutung. Aber wenn es sich herumspricht, dass unsere gesamten Medien einen solch massiven Skandal all die Jahre vertuscht haben, dann erleidet die Glaubwürdigkeit der Medien einen vernichtenden Rückschlag. Mehrere solcher Rückschläge und sie wäre in Trümmern. In der Zwischenzeit sind jene mächtigen Eigeninteressen, die die offizielle Sichtweise dazu vehement verteidigt haben, schon lange verschwunden. Und der altgläubige Fall hat in den Medien wenige verbliebene Verfechter, was die Wahrscheinlichkeit eines möglichen Durchbruchs und Sieges sehr erhöht.

Eine ähnliche Strategie in breiterer Form wird bei meinem alternativen Medien-Webmagazin „Unz Review“ angewendet. Darin kommen zahlreiche Autoren, Kolumnisten und Blogger zu Wort, die alle scharf an der Sichtweise der etablierten Medien kratzen, auf ganz verschiedenen Achsen und Themen, manche davon sich einander widersprechend.
Unser Ziel ist eine Schwächung der vermeintlichen Glaubwürdigkeit der Medien, indem auf vielen verschiedenen Gebieten ernsthafte Zweifel an den Unterlassungen und Irrtümern unserer Mainstreammedien angemeldet werden. Das soll die Leser dazu bringen, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass weite Teile der hergebrachten Sichtweise womöglich insgesamt falsch sind.