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ard_logoSeit dem von USA und EU mit aller Gewalt gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Janukowitsch betriebenem Putsch in Kiew und all seinen zerstörerischen Folgen für die Ukraine und Europa überbieten sich die Staatssender ARD und ZDF mit immer neuen Propaganda­mach­werken, die Russland und seinen dort mehrheitlich hoch geschätzten Präsidenten in ein schlechtes Licht rücken sollen.

ard_putins_leere_kassenEs ist Diffamierung, Dämonisierung und Hetze, die nahezu tagtäglich von einer aus Washington gesteuerten 5.Kolonne über die deutsche Öffentlichkeit ausgekübelt wird. Der positive Nebeneffekt: Wie in den USA angesichts der Kampagne gegen Donald Trump begreifen auch hierzulande immer mehr Bürger, wie sie systematisch manipuliert und für dumm verkauft werden.

Das neueste Machwerk „Putins leere Kassen“ des einschlägig bekannten Lügners Udo Lielischkies verzichtet weitestgehend auf die plumpen audio-visuellen Manipulationsmethoden, die man aus anderen Beiträgen vornehmlich des ZDF kennt. Lielischkies wurde offenbar von der ARD nicht nur zu einer Entziehungskur geschickt und ein ordentlicher Haarschnitt verpasst, er bemüht sich auch handwerklich zumindest ansatzweise seriöser zu erscheinen.

Dass wir es dennoch einmal mehr mit Propaganda und Schmierenjournalismus zu tun haben, verdeutlicht nicht nur der redaktionelle Text auf der ARD-Webseite, in dem von „korrupte Eliten“ und „grenzenlosen Sumpf von Banditentum, Beamtenwillkür und korrupten Justizbehörden“ die Rede ist – ein unzweideutiger Vorgeschmack darauf, dass es erneut ausschließlich darum geht, all das in den Vordergrund zu zerren, was in Russland schlecht läuft. Auch die zweite bereits sattsam bekannte Masche wird hier bereits deutlich: Alles was schlecht läuft, ist Schuld des Präsidenten – gerade so, als wäre Russland nach wie vor eine Staatswirtschaft und kommunistische Ein-Mann-Diktatur.

Besonders widersprüchlich wird es dann, wenn – nicht ganz zu Unrecht, aber nur begrenzt gültig – davon die Rede ist, dass in Russland „Raubtierkapitalismus regiert, wo einst der Sozialismus war.“ Präsidial gesteuerter Raubtier­kapitalismus, oder was? Die Kräfte des Marktes können weitestgehend frei wüten und wenn etwas schief läuft, dann war es der Präsident. Lielischkies‘ Versuch, alles ins Negative zu drehen, wird hier einmal mehr zur Farce und diese Farce durchzieht das gesamte Machwerk wie transatlantische Netzwerke die deutsche Mainstreamjournaille.

Man stelle sich umgekehrt einmal vor, der durchaus geschätzte, weil – wie kaum ein Zweiter – auf Ausgewogenheit bedachte, US-Korrespondent des ZDF, Ulf Röller, würde durch die USA reisen, bankrotte Betriebe, zerfallende Infrastruktur, von der Staatsmacht erschossene Schwarze und wütende Demonstranten einsammeln und all das Elend, das man in dem abgewirtschafteten Land reichlich finden kann, notorisch und penetrant dem US-Präsidenten anlasten. Was auf den ersten Blick offenkundig vollkommen unsinnig wäre und wohl zu Röllers unmittelbarem journalistischem Karriereende beim Staatssender führen würde, ist in der billigen Propaganda gegen Russland der Normalfall. Nicht nur in den unsäglichen sogenannten „Dokumentationen“, sondern in der alltäglichen Berichterstattung.

Während die plumpe Meinungsmache der Staatssender fortwährend alles Negative in Russland personalisiert und dem Präsidenten zuschreibt – was ihn nicht nur als Versager, sondern auch als Diktator framen soll -, sind die Katastrophen von Afghanistan über Libyen und Syrien oder Griechenland bis in die Ukraine nicht etwa das Produkt größenwahnsinniger, verbrecherischer und verfehlter Politik des Westens, sondern sie sind entweder aus heiterem Himmel geschehen oder von den jeweiligen Bevölkerungen oder ihren Regierungen selbst verschuldet und die „Humanisten“ von EU und USA tun nichts anderes, als sich dem sich ausbreitenden Chaos mannhaft entgegenzustellen. Dabei gilt im Zweifel: Der Russe wars!

Wie krampfhaft konstruiert Lielischkies‘ Schmierenjournalismus in seinem neuesten Elaborat daherkommt kann man gleich am ersten Beispiel des Sammelsuriums exemplarisch deutlich machen. Irgendwo in dem russischen Riesenreich „bedrängt ein Agrarkonzern lokale Bauern“ und bedient sich dabei rüder und mutmaßlich krimineller Methoden. Um die Vorgänge Putin anzulasten lässt Lielischkies zunächst einen der betroffenen Landwirte in die Kamera sagen:

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Landwirt: „Ich höre, dass Makarevic sehr gute Kontakte in Moskau hat, darum werden uns die lokalen Behörden hier wohl leider nicht helfen.“

Nur 30 Sekunden später komplettiert Lielischkies den für seine Propaganda benötigten und mit dem Geraune von den „Kontakten in Moskau“, von denen jemand „gehört“ hat, vorbereiteten Bogen zu Vladimir Putin:

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Lielischkies: „Eine der größten Agrarholdings gehört der Familie von Putins Landwirtschaftsminister Tkatschow. Weiß der Präsident, dass dessen Konzern als einer der aggressivsten in Südrussland gilt?“

Bemerkt? Es gibt gar keinen Zusammenhang zwischen den zunächst geschilderten mutmaßlich kriminellen Vorgängen und dem Agrarkonzern des Landwirtschaftsministers – oder aber Lielischkies verheimlicht sie, was nun sicherlich nicht anzunehmen ist. Diese Konstruktion ist so absurd, als würde man die Ausbeutung von Praktikanten bei der TAZ anprangern, um dann den Bogen über Merkels Freundinnen Liz Mohn oder Friede Springer – die Mitbesitzerinnen der größten Medienkonzerne Deutschlands sind – ins Kanzleramt zu schlagen.

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Nun präsentiert Lielischkies eine Art Bürgersprechstunde aus dem russischen Fernsehen, in der eine Frau die Zustände in der Landwirtschaft der Region Krasnodar gegenüber Putin offen anspricht. Der hört sich das an, stimmt zu, dass das Problem existiert und will der Sache nachgehen, damit die Rechte der kleinen und mittleren Bauern bei der geplanten Effizienzsteigerung der Landwirtschaft nicht missachtet werden.

Nächster Schnitt: Um zu „beweisen“, dass Putin sich gar nicht gekümmert habe, wie er es doch vor laufenden Kameras zugesagt hatte und ihn somit als Lügner darzustellen, präsentiert Lielischkies nun den kurzen öffentlichen Ausschnitt einer Kabinettsitzung in der Landwirtschaftsminister Tkatschow die aktuelle Ernte bilanziert. Der Landraub kommt hier nicht zur Sprache – Skandal! Was hinter den Kulissen in die Wege geleitet wurde, ob tatsächlich nichts geschehen ist, davon weiß Lielischkies nichts zu berichten – er fragt auch gar nicht nach. Lielischkies meint offenbar, Putin müsse seine Schritte in dieser Angelegenheit im öffentlichen Teil genau dieser Kabinettsitzung bekannt geben.

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Lielischkies: „Doch in einer Sitzung mit Landwirtschaftsminister Tkatschow Ende Juni wird kein Wort verloren über den Landraub im Süden. Tkatschow preist stattdessen die Rekordernte, die Exportchancen…“

Wer diesen Schmierenjournalismus jetzt nicht erkennt, dem ist nicht zu helfen. Diese Masche, alles ins Negative zu drehen und dabei auch vor hanebüchenen Verrenkungen und irrwitzigen Konstruktionen nicht Halt zu machen, durchzieht die Propaganda gegen Russland seit nunmehr über zweieinhalb Jahren. Dabei ist vollkommen egal, was Putin machen würde. Greift er vehement in die Wirtschaft ein, ist er ein Autokrat. Lässt er die Zügel locker, ist Russland ein Land des Raubtierkapitalismus. Nicht die Rekordernte wird jemals Thema der deutschen Propagandamedien sein, weil sie ein offensichtlicher Erfolg ist, sondern es wird mit allen Mitteln versucht, auch diesen Erfolg madig zu machen.

Man kann diese beiden Methoden problemlos in der restlichen Hetzkampagne von ARD, DLF und ZDF tagtäglich wiederfinden. Es wird totgeschwiegen, was in Russland gut läuft und es wird skandalisiert und auf den Präsidenten personalisiert, was nicht läuft. Bei all dem wird dann auch noch notorisch unterschlagen, dass Russland sich seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion komplett neu strukturieren muss: wirtschaftlich, politisch, rechtsstaatlich und gesellschaftlich.

Dass – anders als in den USA oder Deutschland – ein Großteil der Russen fast schon begeistert hinter ihrem Präsident steht, wird dabei entweder schamhaft verschwiegen oder mit „russischer Propaganda“ begründet. Dass die auch nur annähernd so dümmlich, bösartig und verhetzt daherkommt, wie der Dreck, den die deutsche Öffentlichkeit in regelmäßiger Dosis in ARD und ZDF vorgesetzt bekommt, darf man getrost bezweifeln.