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Washingtons systematische und ununterbrochene Propagandakriege

von                                                  Übersetzung: FritztheCat

Propagandamethoden des Imperiums: Die zur Zeit gebräuchlichsten Techniken zur Unterstützung der andauernden imperialen Kriege

100716_jppostWashing­tons Streben nach ständiger Welt­macht wird durch systema­tische und ewige Propa­ganda­kriege garan­tiert. Jeder größere und kleinere Krieg wurde durch unab­läs­sige Regie­rungs­pro­pa­ganda vor­berei­tet, be­glei­tet und nach­bear­beitet. Das dient zur Siche­rung der öffent­lichen Zu­stim­mung, zur Aus­beu­tung der Opfer, zur Ver­unglim­pfung von Kriti­kern, zur Ent­mensch­lichung der Gegner sowie zur Recht­ferti­gung der Zusam­men­arbeit der Bündnis­partner. In diesem Auf­satz werden wir die in letzter Zeit am häufig­sten ver­wen­de­ten Techni­ken zur Unter­stützung der andau­ernden imperia­len Kriege darlegen.

Rollentausch

Eine übliche, von den imperialen Publizisten benutzte Technik ist, die Opfer genau jener Verbrechen zu beschuldigen, die man selber gegen sie begangen hat. Der gut dokumentierte, vorsätzliche und lang anhaltende US-EU Luftangriff auf syrische Regierungssoldaten, die im Einsatz gegen ISIS-Terroristen waren, führte zum Tod und zur Verstümmlung von fast 200 syrischen Soldaten und erlaubte es ISIS-Söldnern, das Lager zu stürmen. In einem Versuch, von der Rolle des Pentagon als Luftunterstützung für jene Terroristen abzulenken, die man behauptet zu bekämpfen, hauen die Propagandaorgane schrille, aber unbegründete Geschichten raus über einen Luftangriff auf einen Hilfskonvoi der UN. Zuerst schiebt man es der syrischen Regierung und dann den Russen in die Schuhe. Der Beweis, dass der Angriff höchstwahrscheinlich eine Mörserattacke durch ISIS-Terroristen war, hat die Propagandamühlen nicht abgeschreckt. Dies Technik hat die Aufmerksamkeit in den USA und Europa von dem dokumentierten, kriminellen Angriff der imperialen Bomber abgelenkt und stellt die schikanierten syrischen Truppen und Piloten als internationale Menschenrechtsverbrecher dar.

Hysterische Hetztiraden

Angesichts einer weltweiten Schmähung für ihre mutwillige Verletzung eines internationalen Waffenstillstandsabkommens in Syrien haben die imperialen Regierungssprecher wiederholt zu irrationalen Ausbrüchen bei internationalen Sitzungen gegriffen. Hierdurch werden wacklige Verbündete zum Schweigen gebracht und jede Chance auf eine vernünftige Debatte zur Lösung konkreter Fragen mit den Gegnern ausgeschlossen.

Die gegenwärtige „US-Oberhetzerin“ bei den Vereinten Nationen ist die Botschafterin Samantha Power, die eine hasserfüllte Schmährede gegen die Russen ablieferte, um eine geplante Debatte der Generalversammlung über die absichtliche Verletzung des jüngsten syrischen Waffenstillstands zu sabotieren. Anstelle einer vernünftigen Debatte unter ernsthaften Diplomaten diente die Hetztirade dazu, das Verfahren zum Scheitern zu bringen.

Identitätspolitik zur Kaltstellung anti-imperialistischer Bewegungen

Ein Imperium wird normalerweise mit der Rasse, dem Geschlecht, der Religion und der Ethnie seiner Täter beschrieben. Imperiale Propagandisten haben wiederholt mit der Eingemeindung und Korrumpierung der Führer der Schwarzen, der ethnischen Minderheiten, der Frauen und deren Sprechern die Entwaffnung und Schwächung anti-imperialistischer Bewegungen vorangetrieben. Der Gebrauch solcher symbolischer „Wertmarken“ basiert auf der Annahme, dass dies die „Repräsentanten“ seien, die die wahren Interessen der sogenannten „ausgegrenzten Minderheiten“ widerspiegeln. Und sie könnten daher „für die unterdrückten Völker der Welt sprechen“. Der Aufstieg dieser gefügigen und respektierten „Mitglieder einer Minderheit“ zur Elite wird dann als „revolutionär“ verkauft, als ein die Welt befreiendes historisches Ereignis – man denke nur an die „Wahl“ von Barack Obama.

Der Aufstieg Obamas 2008 zur Präsidentschaft illustriert, wie die imperialen Propagandisten Identitätspolitik benutzt haben, um den Klassenkampf und den anti-imperialistischen Kampf zu unterminieren.

Unter Obamas historischer schwarzer Präsidentschaft haben die USA sieben Kriege gegen „farbige Menschen“ in Südasien, im Nahen Osten und Nordafrika geführt. Über eine Million Männer und Frauen aus Schwarzafrika, libysche Staatsangehörige oder Leiharbeiter aus benachbarten Ländern wurden durch die US-Alliierten getötet, vertrieben und ins Exil verjagt, nachdem die USA-EU den libyschen Staat zerstört hatten – im Namen einer humanitären Intervention. Hunderttausende Araber wurden unter Präsident Obama, dem sogenannten „historisch farbigen“ Präsidenten, im Jemen, in Syrien und im Irak bombardiert. Obamas Predator-Drohnen haben Hunderte von afghanischen und pakistanischen Dorfbewohnern getötet. Die Macht der „Identitätspolitik“ ist so stark, dass der schändliche Obama den „Friedensnobelpreis“ bekam.

Währenddessen hat sich in den Vereinigten Staaten unter Obama die Rassenungleichheit zwischen schwarzen und weißen Arbeitern vergrößert (Löhne, Arbeitslosigkeit, Zugang zum Wohnungsmarkt, Gesundheit und Bildung). Die Polizeigewalt gegen Schwarze hat zugenommen und die „killer cops“ kommen straffrei davon. Über zwei Millionen eingewanderte Latino-Arbeiter wurden ausgewiesen – Hunderttausende von Familien wurden zerrissen – und dazu kommt ein deutlicher Anstieg der Repressalien im Vergleich zu vorherigen Regierungen. Millionen von Hypotheken schwarzer und weißer Arbeiter wurden gekündigt, gleichzeitig wurden die ganzen korrupten Banken gerettet – mehr noch als unter weißen Präsidenten.

Diese offensichtliche und zynische Manipulation durch Identitätätspolitik erleichterte die Fortsetzung und Ausweitung imperialer Kriege, der Klassenausbeutung und der rassistischen Ausgrenzung. Die symbolische Repräsentation schwächt den Klassenkampf für echten Wandel.

Das Leiden der Vergangenheit soll die gegenwärtige Ausbeutung rechtfertigen

Wiederholt werden von den imperialen Propagandisten Opfer und Missbrauch aus der Vergangenheit in Erinnerung gerufen, damit sie ihre eigenen aggressiven und imperialen Einmischungen rechtfertigen können, die Unterstützung für „Landraub“ und die ethnischen Säuberungen ihrer kolonialen Verbündeten – wie Israel, unter anderen. Die Opfer und Verbrechen der Vergangenheit werden als ewiges Vorhandensein präsentiert, um damit die andauernden Grausamkeiten gegen jetzt betroffene Völker zu rechtfertigen.

Der Fall der US-Israelischen Kolonisierung Palästinas schildert ganz klar, wie krasse Kriminalität, Plünderung, ethnische Säuberung und Selbstbereicherung durch das Gerede über die frühere ungerechte Behandlung gerechtfertigt und verherrlicht werden kann. Propagandisten in den USA und in Israel haben „den Holocaust-Kult“ geschaffen und verehren ein fast hundert Jahre altes Verbrechen der Nazis an den Juden (und auch gefangener Slawen, Roma und anderer Minderheiten) in Europa, um damit die blutige Eroberung und den Diebstahl arabischen Lands und deren Souveränität zu rechtfertigen, und auch die systematischen Angriffe auf den Libanon und Syrien. Millionen muslimische und christliche Palästinenser wurde in ein ewiges Exil getrieben. Jeder existierende Kampf für Frieden im Nahen Osten wurde von erlesenen, reichen, gut organisierten und einflussreichen zionistischen Juden mit einer strikten Lehnstreue zu Israel erfolgreich sabotiert und hat durch die Förderung von Militarismus und Imperiumsbau echte Barrieren für eine soziale Demokratie errichtet. Jene, die behaupten, sie würden die Opfer der Vergangenheit vertreten, gehören zu den unterdrückerischsten der existierenden Eliten. Sie reden von der „Verteidigung“, vertreten aber aggressive Formen der Ausdehnung und Plünderung. Sie behaupten, ihr Monopol auf historisches „Leid“ hätte ihnen einen „besonderen Freibrief“ von den Regeln zivilisierten Verhaltens verliehen: Ihr Holocaust-Kult erlaubt es ihnen, anderen immense Schmerzen zuzufügen und gleichzeitig jede Kritik mit der Anschuldigung „antisemitisch“ und mit unbarmherzig strafenden Kritiken zum Schweigen zu bringen. Ihre Schlüsselrolle in der Kriegsführung der imperialen Propaganda basiert auf ihrer Behauptung, sie hätten eine exklusive Lizenz auf das Leiden und eine Immunität gegenüber juristischen Normen.

Unterhaltungsspektakel auf militärischer Basis

Unterhaltungsspektakel glorifizieren den Militarismus. Die imperialen Propagandisten verbinden auf diese Weise die Öffentlichkeit mit unpopulären Kriegen, die von Führern befürwortet werden, die bereits auf andere Weise öffentlich diskreditiert sind. Bei Sportereignissen werden Soldaten präsentiert, die als Kriegshelden gekleidet sind, mit einer betäubenden und emotionellen Schau aus „Flaggenverehrung“, um die fortwährenden Aggressionskriege im Ausland zu feiern. Diese todlangweiligen Spektakel mit fast religiösen Elementen fordern von den Zuschauern einen choreografierten Ausdruck nationaler Treue als Deckmantel für die Kriegsverbrechen im Ausland und die Zerstörung der wirtschaftlichen Rechte im Inland.

Vielfach bewunderte, millionenschwere Musiker und Entertainer aller Rassen und Orientierungen präsentieren den Massen Krieg mit einer humanitären Fassade. Das Lächeln der Unterhaltungskünstler dient dem Völkermord genauso wirkungsvoll wie das harmlose und freundliche Gesicht des Präsidenten, während er dem Militarismus das Wort redet. Die propagandistische Botschaft an den Zuschauer lautet: „Euer Lieblingsteam oder Sänger ist nur wegen Euch gekommen … weil unsere noblen Kriege und unsere tapferen Krieger haben Euch befreit und jetzt wollen sie, dass Ihr unterhalten werdet.“

Der alte Stil offen kriegerischen Auftritts vor Publikum ist passé: Die neue Propaganda vermischt Unterhaltung mit Militarismus. Das erlaubt der herrschenden Elite, stillschweigende Zustimmung für ihre Kriege zu erhalten ohne den Unterhaltungsgenuss der Zuschauer zu stören.

Schlussfolgerung

Funktionieren die imperialen Propagandatechniken?

Wie wirksam sind die modernen imperialen Propagandatechniken? Das Resultat scheint gemischt. In den letzten Monaten haben farbige Spitzensportler damit begonnen, gegen weißen Rassismus zu protestieren, indem sie die vorgeschriebenen Choreografien zur Verehrung der Flagge missachteten … Der öffentliche Streit wird auf breitere Themen wie Polizeibrutalität und fortdauernde Ausgrenzung ausgedehnt. Die Identitätspolitik, die zur Wahl Obamas geführt hat, könnte den Weg zu Themen wie Klassenkampf, Rassengerechtigkeit, Anti-Militarismus und die Auswirkungen fortwährender imperialer Kriege ausweiten. Hysterische Hetztiraden mögen vielleicht noch internationale Aufmerksamkeit sichern, aber die ständige Wiederholung solcher Auftritte verliert ihren Reiz und die Tiraden werden lächerlich.

Es geht immer weniger um den Opferkult als Begründung für die milliardenschweren US-Beiträge an Israel, sondern um den überwältigenden politischen und wirtschaftlichen Einfluss und das rücksichtslose Vorgehen der milliardenschweren zionistischen Spendensammler, die von den US-Politikern eine Unterstützung des Staates Israel fordern.

Das Herumfuchteln mit identifizierender Politik hat vielleicht am Anfang funktioniert, aber letztendlich werden Farbige, Latinos, Einwanderer und alle ausgebeuteten Arbeiter, alle unterbezahlten und überarbeiteten Frauen und Mütter diese hohlen symbolischen Gesten zurückweisen und substantielle gesellschaftlich-wirtschaftliche Veränderungen verlangen – und hier finden sie das Bindeglied zu der Mehrheit der ausgebeuteten weißen Arbeiter.

Mit anderen Worten: die gegenwärtigen Propagandatechniken verlieren ihre Wirkung – die Konzernmedien werden als ein Witz angesehen. Wer schaut noch auf die Soldatendarsteller und Flaggenschwenker wenn das Spiel begonnen hat?

Die Propagandisten des Imperiums sind verzweifelt auf der Suche nach einem neuen Weg, Aufmerksamkeit und Gehorsam des Publikums zu bekommen. Können die jüngsten Terrorbomben in New York und New Jersey eine Massenhysterie und noch mehr Militarisierung bewirken? Kann man sie als Decḱmantel für weitere Kriege im Ausland benutzen…?

Eine kürzliche Umfrage in der „Military Times“ berichtet, dass die überwiegende Mehrheit der aktiven Soldaten gegen weitere imperiale Kriege ist. Sie fordern eine Verteidigung der Heimat und der sozialen Gerechtigkeit. Soldaten und Veteranen haben sogar Gruppen gegründet um die protestierenden schwarzen Athleten zu unterstützen, die sich weigerten, bei der Flaggenverehrung mitzumachen, während auf den Straßen unbewaffnete Farbige von der Polizei getötet werden. Trotz einer milliardenschweren Wahlkampagne lehnen über 60% der Wähler beide Kandidaten ab. Das Realitätsprinzip hat letztlich begonnen, die Staatspropaganda zu unterlaufen!


Professor James Petras, Analyst und Autor für Newsbud, ist der Autor von über 62 Büchern, die in 29 Sprachen erschienen sind, und über 600 Artikel in professionellen Zeitschriften, darunter American Sociological Review, British Journal of Sociology, Sicial Research und Journal of Peasant Studies. Er kämpft seit langer Zeit für soziale Gerechtigkeit, insbesondere arbeitet seit 11 Jahren mit der Brazilian Landless Workers Movement. Er schreibt eine monatlliche Kolumne für eine mexikanische Zeitung, La Jornada, und zuvor für die spanische Tageszeitung El Mundo. Dr. Petras hat sein Diplom an der Universität Boston erworben und seinen Doktorgrad an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Man kann ihn auf seiner Webseite erreichen.