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wdrWording ist eines der am leichtesten zu durchschauenden Werkzeuge politischer Propaganda – zumal wenn es so plump und verbissen daherkommt wie in den öffentlich-rechtlich lackierten Staats­sendern ARD, DLF und ZDF.

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„Rechtspopulistische Europafeinde“ Farage und James

Die Agitation gegen Politiker und Parteien, die das antidemokratische Eliten- und Wirtschaftsprojekt EU ablehnen und damit in den Bevölkerungen quer durch den Kontinent zunehmende Erfolge feiern, entlarvt die Anstalten auch für medienunkritische Beobachter als Werkzeuge der Meinungsmache und Hirnwäsche des herrschenden Establishments.

Das Paradoxe an der Situation ist, dass die Büchsenspannerei im Sinne Berlins und Brüssels den Untergang der EU überhaupt erst möglich gemacht hat und dass Hetze und Agitation gegen „Rechtspopulisten“ diesen nicht nur weiter ordentlich Rückenwind verschaffen, sondern obendrein immer mehr Bürgern die Augen dafür öffnen wird, mit welchem Ausmaß an Propaganda wir es zu tun haben. Die aktuellen Ereignisse in den USA um den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump bieten reichlich Anschauungsmaterial, wie so etwas läuft.

Statt die Politik mit kritischer, wahrheitsgemäßer und unparteilicher Berichterstattung über die EU vor sich herzutreiben und somit als echte vierte Gewalt im Interesse der Bürger zu dienen, verdingen sich die Staatssender seit jeher als PR-Huren und Marketing-Flittchen im Dienste der Mächtigen. Die Folge waren krasse politische Fehlentscheidungen wie die Einführung des Euro gegen den mehrheitlichen Willen der Bürger (und Warnungen vieler Experten), imperialistische und kriegstreiberische Abenteuer von der Ukraine bis Syrien und eine menschenverachtende Austeritätspolitik, die die Opfer nun scharenweise in die offenen Arme von Parteien treibt, die diese Politik ablehnen.

Um diesem europaweitem Trend Einhalt zu gebieten werden in der täglichen Meinungsmache verbale Warnschilder aufgestellt, die AFD, FPÖ, UKIP oder FN schon im alltäglichen Sprachgebrauch redundant brandmarken sollen. Es gibt quasi keine Nennung dieser Parteien in ARD und ZDF ohne das von der Propaganda vergebene Etikett „rechtspopulistisch“, das sich aber vermutlich weder in einem der Parteiprogramme finden wird, noch von einem ihrer Politiker zur Selbstbeschreibung benutzt wird.

Besonders dümmlich – und damit auch in besonderem Maße selbst entlarvend – wird diese Agitation immer dann, wenn die EU-Kritiker oder EU-Gegner als „Europafeinde“ diffamiert werden, wie das aktuell wieder einmal auf allen Kanälen der ARD zu beobachten ist. Neben der offensichtlichen Diffamierung der UKIP ist das übergeordnete propagandistische Ziel die Gleichsetzung der EU mit Europa. Eine alternative europäische Vision mit echtem demokratischen Fundament, die den Nationalstaaten ihre Souveränität lassen würde, soll gar nicht erst denkbar erscheinen.

Bild anklicken, tagesschau.de!

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Man kann davon ausgehen, dass es interne Anweisungen gibt, dieses  „Rechtspopulisten“-Wording zu verwenden und die obrigkeitshörigen Flittchen der Altparteien legen sich oftmals dermaßen ins Zeug, als würden sie für jedes verwendete „Populist“ am Monatsende einen Bonus bekommen.

WDR-aktuell 05.10.2016 7:30 Uhr

„In Großbritannien ist die Chefin der europäer… europafeindlichen Partei UKIP nach 18 Tagen im Amt zurückgetreten…“

Man muss keinem vernunftbegabten Menschen erklären, dass die zurückgetretene Ukip-Vorsitzende selbstverständlich keine „Europafeindin“ ist, sondern Gegnerin einer antidemokratischen EU. Das Wording entlarvt also gleich mehrere Punkte:

  • die Identifikation der Staatssender mit den Eliten
  • ihre Aufgabe, dem Volk den Kopf zu waschen
  • die Bereitschaft, freche Lügen und dummes Zeug zu verbreiten
  • eine tiefgreifende demokratiefeindliche Gesinnung
  • interne politische Vorgaben, die den Auftrag unparteilicher und objektiver Berichterstattung untergraben