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zdf_80Unschwer werden medienkritische Leser in der Aufzählung „Anti­semiten“,  „Antiamerikaner“, „Popu­listen“ und „Verschwö­rungs­theo­retiker“ die Wortfamilie Propagandaknüppel erken­nen. Es handelt sich um Wortschöpfungen, die nur einen Zweck haben: Diskurs unterdrücken, Kritik abwiegeln, Kritiker und politische Gegner diffamieren. All das geschieht in der Regel aus Mangel an Argumenten und in der begründeten Annahme (Furcht), dass noch unentschiedene Diskursbeobachter bei einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Objekt der Betrachtung die Ansichten des politischen Gegners als berechtigt ansehen oder sich gar zu eigen machen könnten.

Wer „Antisemiten“ kreischt, will in der Regel verhindern, dass sich unbedarfte Bürger kritisch mit der Politik des Staates Israel oder aber auch dem globalen Geld- und Finanzsystem auseinandersetzen. „Antiamerikanismus“ ist quasi jegliche Kritik an der Außenpolitik der USA. „Verschwörungstheorie“ ist alles, was den Narrativen der Herrschenden in Politik und Medien widerspricht und als „Populisten“ werden in der Regel jene Politiker abwertend etikettiert, die den Begriff Demokratie ernst nehmen und zumindest behaupten, dass sie die Interessen der Bürger vertreten wollen und nicht die von Lobbyisten, Eliten oder fremden Mächten.

Jeder dieser Propagandaknüppel ist für sich ausgesprochen entlarvend, denn am anderen Ende entblößt sich zwangsläufig immer derjenige, der ihn aus dünner Luft herniederfahren läßt. Tatsächlich sollte man immer dann ein gedankliches Lesezeichen setzen und intensiver nachforschen, wenn wieder mal ein – oftmals bezahlter – Agitator versucht, auf diese leicht durchschaubare Art und Weise einen Diskurs zu beenden. Statt als ein Warnschild, sollte man es geradezu als Aufforderung verstehen, die Nase tiefer in eine Sache zu stecken, von der die Mächtigen gerade nicht möchten, dass die zu Beherrschenden sich damit beschäftigen und womöglich eines Tages Zusammenhänge verstehen, die sie nicht verstehen sollen.

Die Familie der mainstreammedialen Propagandaknüppel hat seit geraumer Zeit Nachwuchs bekommen und es ist – wen wundert’s? – ein weiterer sprachlicher Bastard: der „Europafeind“ oder „Europagegner“. Schon von der Semantik her ist es eine offenkundige Fehlgeburt, denn wie beim „Antiamerikaner“ richtet er sich geografisch gegen einen ganzen Kontinent – in diesem Fall sogar den eigenen, was die ganze Wortkreation noch einmal dümmer macht. Der Knüppel soll all jene pauschal diffamieren, die sich alternativloser Politik Brüssels – bzw. Berlins als Hegemon in Brüssel – widersetzen.

Tatsächlich gemeint sind natürlich EU-Kritiker und es ist kein Zufall, dass sie nicht wahrheitsgemäß EU-Kritiker genannt werden. Weil viele Bürger die Kritik an der EU aus unterschiedlichsten Gründen teilen, wäre der Versuch, EU-Kritiker als „EU-Kritiker“ zu diffamieren von vornherein zum Scheitern verurteilt. Es wäre geradezu ein Prädikat und eine Empfehlung, denn der Begriff „Kritiker“ ist positiv besetzt und würde jenen, die sich gegen das antidemokratische Elitenprojekt wenden, nur weiteren Zulauf bringen. Also wird aus EU „Europa“ und aus den Kritikern werden „Gegner“ oder „Feinde“ geschnitzt fertig ist der Propagandaknüppel.

Manch einem besonders verlogenen Propagandisten sind dann obendrein auch noch leicht recherchierbare oder sogar bekannte Fakten vollkommen egal – etwa wenn es darum geht, auf die FPÖ einzuprügeln. Zu dieser Sorte Lügner und Dummschwätzer gehört Stephan Merseburger vom ZDF. Nach dem Etikett „Rechtspopulisten“, das unmündige Bürger davon abhalten soll, sich mit den Inhalten der auf diese Weise titulierten Partei auseinanderzusetzen, trollt Merseburger die ZDF-Zuschauer am Montag mit der Behauptung, Norbert Hofer sei ein „Europafeind“. Das ist – wie oben dargelegt – schon semantisch-inhaltlich kompletter Unsinn und im Falle Hofers ist es selbst dann noch faktisch gelogen, wenn man zugrunde legen würde, dass eigentlich gemeint ist, Hofer sei ein „EU-Gegner“.

ZDF 12.09.2016 heute 19.00 Uhr

Bild anklicken, ZDF-Mediathek!

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Stephan Merseburger: „… Hofer gegen van der Bellen – Rechtspopulist und Europafeind gegen grünen Wirtschaftsprofessor und überzeugten Europäer – …“

Die Versuche von intellektuellen Minderleistern wie Merseburger, einen Unterschied zwischen „überzeugten Europäern“, also jenen, die die EU-Diktatur weitestgehend vorbehaltlos unterstützen und „Europafeinden“ zu konstruieren, sind in ihrer Einfalt und Hilflosigkeit regelrecht zum Fremdschämen. Kein ansatzweise ernstzunehmender Politiker Europas ist „gegen Europa“ oder gar ein „Feind Europas“.

Selbst jene in Großbritannien, die für den Brexit gekämpft und gestimmt haben, sind keine „Gegner Europas“, sondern Gegner einer Brüsseler Diktatur, die den Nationalstaaten Gesetze aufzwingt, die nicht nur gegen den Willen führender Politiker erlassen werden, sondern oftmals gegen den Willen einer Bevölkerungsmehrheit. Die Frontlinie ist also nicht „Europabefürworter“ gegen „Europagegner“, sondern einmal mehr „Eliten“ gegen „Bürger“.

Was Merseburger in diesem Fall obendrein zum Lügner macht, ist die Tatsache, dass Norbert Hofer schon vor Wochen klargestellt hat, dass er einen Öxit, den Austritt Österreichs aus der EU, als Fehler ansehen würde.

Tatsächlich hat Hofer schon im Juli klargestellt, dass er „not amused“ ist, dass ihm ständig nachgesagt wird, er sei für den Öxit. Man muss davon ausgehen, dass diese Fakten auch dem Österreich-Korrespondenten des ZDF Merseburger bekannt sind, der hier also wissentlich, vorsätzlich und aus Motiven der politischen Desinformation Lügen verbreitet.

Hofer ist also weder Europagegner“ oder Europafeind“, was schon aus genannten Gründen prinzipiell Unfug wäre, er ist aber noch nicht einmal ein EU-Feind“ oder EU-Gegner“, sondern faktisch ein „EU-Kritiker“, also jemand, der sich kritisch mit einer Sache auseinandersetzt, abwägt und dann entscheidet bzw. die Bürger entscheiden lassen will. Das bedeutet, wenn Merseburger wahrheitsgemäß berichten würde, wenn er gar die hier verlinkten Zitate zur besten Sendezeit im ZDF öffentlich machen würde, wie es die Aufgabe eines GEZ-Schmarotzers wäre, dann würden viele Zuschauer sagen: „Hoppla, der Hofer hat ja recht! – Das sehe ich genauso…“

Genau das aber soll die Propaganda verhindern. Die deutschen Zuschauer sollen für die antidemokratische Politik der EU-Eliten bei der Stange gehalten werden. Dass das auf Dauer ganz schwer nach hinten losgehen wird, dürfte jedem einleuchten, der nicht ganz so dämlich ist, wie das Lügenpack vom Lerchenberg.