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Washington Post macht sich über Verschwörungstheorien lustig und bastelt gleichzeitig ihre eigenen

Übersetzung: FritztheCat

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Die Washington Post macht sich über die Verbreitung von Verschwörungstheorien über Hillary Clintons Gesundheit lustig.
(Motto: „Hahaha – schaut mal, diese Irren“)

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„Doppelgänger, geheime Ärzte: Verschwörungstheorien zu Clinton haben nach der Diagnose Lungenentzündung Hochsaison“

„Vor Sonntagmorgen [Anm.d.Ü.: vor ihrem Zusammenbruch] gab es zahlreiche Verschwörungstheorien, die unter dem Hashtag #HillarysHealth kursierten…

Nachdem Clinton am Sonntagmorgen zu ihrem Van taumelte, der sie in das New Yorker Appartement ihrer Tochter fuhr, wurde das für einige Stunden als Beweis angesehen, dass die wildesten Verschwörungstheorien richtig waren – und genauso wichtig, dass die Medien sie verschwiegen haben.“

Der Vorwurf, dass solche Theorien verschwiegen wurden, ist etwas, was WaPo-Redakteure nicht ausstehen können. Sie haben sofort ihre eigene erfunden:

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„Der Mann der CTE entdeckte, glaubt, Hillary Clinton könnte vergiftet worden sein“

„Benntt Omalu, der forensische Pathologe, der der NFL so viel Kopfzerbrechen bereitete mit seiner Entdeckung der chronisch-traumatischen Enzephalopathie [Anm.d.Ü.: das „Boxersyndrom“] in den Gehirnen verstorbener Spieler, er schlägt nach ihrem Zusammenbruch am Samstag in New York vor, dass das Wahlkampfteam von Hillary Clinton auf mögliche Vergiftung untersucht wird.“

Fragt sich nur: Wer war’s denn? Für die Washington Post ist das einfach: „Putin, Putin, Putin, Trump…“

„Auf Twitter hat er [Benntt Omalu] sich nicht zurückgehalten und hinzugefügt, dass er weder dem russischen Präsidenten Wladimir Putin noch Donald Trump traut, dem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, der seine Bewunderung für Putin ausgedrückt hat.“

Einige Tage vor diesem jüngsten Vorfall hatten „Fred Hiatts Lustige Seiten“, auch bekannt als „WaPo Meinungen“, diese wilde Putin/Trump Verschwörungsidee auf Lager:

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„Wie Russland ein US-Wahldesaster auslösen könnte“

„Die Russen wollen die Wahl beeinflussen. Sie versuchen womöglich, Trump ins Amt zu hieven. Alternativ könnten sie versuchen – und das wäre natürlich noch schlimmer – die Wahl Hillarys zu manipulieren, um dann eine Spur von Beweisen zu legen, die in das Lager der Clinton-Kampagne führt….“ (Anne Applebaum)

Also, laut Anne Applebaum wollen die Russen, dass Trump gewählt wird. Alternativ wollen sie, dass Trump nicht gewählt wird. Dann würden sie dafür sorgen, dass Clinton gewählt wird. Aber egal wie es ausgeht: Putin war’s! Und warum sollte er das tun? Weil… „Putin, Putin, Putin, Trump … .“ Ist das nicht Grund genug?

Adam Johnson nennt es das „Nordkorea-Gesetz des Journalismus“. Es besagt, dass „das redaktionelle Niveau umgekehrt proportional zum Feindstatus des US-Außenministerium ist“.

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– „Nordkorea-Gesetz des Jornalismus“:
Oben links die US-Regierung, für deren Anschuldigung knallharte „smoking-gun“-Beweise notwendig sind. Unten rechts Nordkores, über das Journalisten jeden Blödsinn schreiben dürfen.

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Wahlkampfzeiten sind immer irre Zeiten in den Medien. Aber an einen so komplett verrückten Wahlkampf kann ich mich nicht erinnern. Diese „Putin war’s“-Manie zu jedem Ereignis ist lebensgefährlicher Wahnsinn.

Nebenbei bemerkt – es ist traurig dabei zuzusehen, wie eine einst seriöse Washington Post in einem selbst geschaffenen Sumpf aus Geschwätz und Gossenjournalismus unter geht.