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ard_logoWie schamlos und frech ARD, DLF und ZDF aktuelles Zeitgeschehen und die Geschichte verbiegen, verdrehen und verkürzen, um Propaganda im Sinne Washingtons und Hetze gegen alle jene zu verbreiten, die sich der US-Diktatur widersetzen, konnte man in den vergangenen Tagen erneut an einem aufschlussreichen Beispiel festmachen.

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Facebook hatte auf seiner Plattform einen Artikel der norwegischen Zeitung „Aftenposten“ gelöscht, weil dieser das berühmte Foto vietnamesischer Napalmopfer enthielt und man bei facebook der Auffassung war, dass es sich dabei um Kinderpornografie handelt. Politische Motive für Zensur kann man facebook in diesem Fall nicht unterstellen, höchstens die oben angesprochene Doppelmoral, Heuchelei und dass man sich den perversen Blick einer abseitigen Minderheit zu eigen macht, die ein solches Foto ernsthaft als pornografisch empfinden könnte. Die Informationsunterdrückung der ARD war subtiler – und sie war einmal mehr politisch motiviert.

Tagesschau und tagesthemen berichteten am vergangenen Freitag und Samstag sowohl darüber, dass der Aftenposten-Artikel gelöscht wurde, als auch, dass er nach heftigen Protesten wieder online gestellt wurde. Mit keinem Wort erwähnte die ARD dabei, dass es die USA waren, die das Napalm auf vietnamesische Zivilisten abwarfen. In der kruden Welt der ARD fiel das mittlerweile zumindest ansatzweise geächtete Benzingemisch aus heiterem Himmel und nicht aus US-Bombern. Es ist einmal mehr die gezielte Unterdrückung einer unbequemen Wahrheit, wie wir sie schon vom Gedenken an Hiroshima kennen.

ARD 09.09.2016 tagesschau 20.00 Uhr

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Susanne Daubner: „Um ein berühmtes und preisgekröntes Foto aus dem Vietnamkrieg ist medienpolitischer Streit entbrannt (sic!). Das Online-Netzwerk facebook wird scharf kritisiert. Es hatte einen Artikel der norwegischen Zeitung Aftenposten mit dem Bild gelöscht, weil darauf ein nacktes Kind zu sehen ist…“

In diesem Kontext von entbranntem Streit zu sprechen ist schon ziemlich geschmacklos, aber wichtiger ist einmal mehr die Tatsache, wie hier ganz gezielt der historische Hintergrund, dem das Foto entstammt, unterdrückt wird. „Vietnamkrieg“ heißt es lapidar und lässt vollkommen offen, wer dort gegen wen Krieg führte und wer den Kindern auf dem Foto dieses Leid zufügte. Diese Information ist aber werde banal noch kann man sie heute als allgemein bekannt voraussetzen.

Dass diese politisch motivierte Geschichtsklitterung kein Zufall ist, zeigt der Blick auf die weitere Berichterstattung. Sowohl der von Daubner empfohlene Artikel auf tagesschau.de, wie auch die späteren tagesthemen erwähnen die USA mit keinem einzigen Wort. Besonders verlogen und heuchlerisch war die Ansage von Pinar Atalay in den tagesthemen.

ARD 09.09.2016 tagesthemen

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Pinar Atalay: „… Mittlerweile agiert das soziale Netzwerk wie ein Medienmogul. Für Millionen ist es die wichtigste Nachrichtenquelle. Nur, was aus dieser Quelle sprudeln darf, das entscheidet facebook. Und das, was Zuckerbergs Mitarbeiter löschen und sperren und was nicht, sorgt für Streit….“

Jan Liebold: „Vietnam 1972. Ein schreiendes Mädchen, verbrannt durch Napalm, nackt. Kaum ein Bild macht die Schrecken des Krieges so greifbar wie dieses Foto…“

Das, was in den Hauptnachrichtensendungen aus der ARD sprudeln darf und was nicht, das entscheiden Chefredakteure der ARD – in diesem Fall Kai Gniffke. Und wer dort in Vietnam Krieg führte und Millionen Vietnamesen unter anderem mit Napalm massakrierte, das könnte jene Zuschauer, die ARD und ZDF für eine seriöse Nachrichtenquelle halten, in ihrer mühsam eingetrichterten Liebe zur Besatzungsmacht durchaus verstören.

Obwohl man bereits am Freitag in den tagesthemen berichtet hatte, dass facebook den Artikel mitsamt Foto wieder eingestellt hat, hält es die tagesschau für notwendig, das Thema am folgenden Samstag in der 20.00 Uhr Ausgabe erneut aufgreifen. Auch Judith Rakers beschränkt sich erwartungsgemäß auf die vordergründigen Informationen und den medienkompetenten Zuschauer ist klar, dass man in jedem einzelnen der drei Beiträge in den Hauptnachrichten zumindest einmal auf die Täter hingewiesen hätte, wenn es sich um Russen oder Chinesen gehandelt hätte.

ARD 10.09.2016 tagesschau 20.00 Uhr

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Judith Rakers: „Das Online-Netzwerk facebook hat ein weltbekanntes Foto aus dem Vietnamkrieg nach internationalen Protesten wieder online gestellt…“

Drei Berichte, kein Wort zu den Tätern. So geht Staatsjournaille am transatlantischen Gängelband. Im Hörfunk sah das den ganzen Tag über auf allen Wellen nicht anders aus. Im Deutschlandfunk klang das so:

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Mascha Drost: „Ein Mädchen läuft nach einer Napalm-Attacke auf die Straße. Weinend, nackt, das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Es ist das vielleicht bekannteste Foto, das die Schrecken des Vietnamkriegs abbildet. Es ist ein furchtbares Bild, ein erschreckendes Bild, aber was es bestimmt nicht ist: pornografisch….“

Carsten Schmiester: „… Viele Norweger – darunter auch Regierungschefin Erna Solberg haben aus Solidarität mit Aftenposten das weltbekannte und mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Foto des von Napalm schwer verbrannten, nackt vor dem Feuer des Vietnamkrieges flüchtenden Mädchens auf ihren facebook-Seiten veröffentlicht und auch da verschwand es kurze Zeit später…“

Auch hier kein Wort zu den Tätern. Der Vietnamkrieg könnte in dieser politischen Form der Gehirnwäsche ein „Bürgerkrieg“ oder Kampf gegen Aliens gewesen sein. Napalm materialisiert sich aus dem Nichts und verbrennt Kinder. Die USA kommen schlicht und einfach nicht vor. Es ist eine orwellsche Desinformation mit niederen politischen Motiven. Um erst gar nicht in die Verlegenheit zu kommen, diese Hintergründe unterdrücken zu müssen, hat das ZDF es in den abendlichen Hauptnachrichtensendungen vorgezogen überhaupt nicht zu berichten.

Fazit: Facebook hat in diesem Fall aus einem abseitigen Pornografieverständnis zensiert. Die deutschen Staatssender hingegen zensieren ihre eigene Berichterstattung einmal mehr politisch.