Schlagwörter

, , , , , , , , , , , ,

Man muss davon ausgehen, dass die meisten Angestellten der Öffentlich-Rechtlichen spätestens seit dem vor über 2 Jahren laut gewordenen Protest weiter Teile der Bevölkerung gegen Desinformation, Kriegspropaganda und Volksverdummung darüber nachgedacht haben, was richtiger Journalismus eigentlich ist und was laut Rundfunkstattsvertrag ihre Aufgabe wäre: Die Öffentlichkeit ausgewogen, objektiv und unparteilich zu informieren. Wer von diesen Figuren heute noch Propaganda betreibt statt Journalismus, handelt wissentlich, vorsätzlich und mit niederen Motiven – so wie Georg Schwarte vom NDR.

Wenn man Desinformation und Propaganda zu den Einschaltquoten der deutschen Staatssender in Relation setzen würde, könnte man recht schnell eine einfache Korrelation sichtbar machen: Je besser die Sendezeit und je höher die tageszeitbedingte Einschaltquote, desto unverschämter sind Hirnwäsche und Meinungsmache. Echter Journalismus findet sich – wenn überhaupt – im Nachtprogramm, wenn die Verantwortlichen in den Sendern davon ausgehen können, dass die Wahrheit nicht allzu viele Zuschauer/Schafe verstört.

schwartegeorg101_v-contentgross

Georg Schwarte

Das „Echo des Tages“ auf den Hörfunkwellen von WDR und NDR läuft um 18.30 Uhr und behauptet, einen internationalen Nachrichtenüberblick zu bieten. Tatsächlich handelt es sich um eines der aggres­sivsten und primitivsten Formate regie­rungs­na­her Meinungsmache vergleichbar mit „tagesthemen“ und „heute-journal“. In der gestrigen Ausgabe führte Georg Schwarte anlässlich neuer Anschuldigungen gegen Syrien, Giftgas eingesetzt zu haben, exemplarisch vor, wie man Propaganda produziert statt Journalismus.

Vor einer Woche, am 24.08.2016, beschloss die UN eine Expertenkommission einzusetzen, die Giftgaseinsätze in Syrien untersuchen soll. Schon damals zeigte ARD-Propagandist Georg Schwarte aus dem New York-Studio des Staatssenders, was er von Journalismus hält: gar nichts!

21. April 2014. Talmenes im Norden Syriens. Anwohner des Dorfes erinnern sich später, dass sie zuerst Hubschrauber sahen. Dann detonieren Bomben. Honiggelber Rauch steigt auf. Meterhoch. Die amerikanische UN-Botschafterin Samantha Power sitzt im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und beschreibt dort ihren 14 Kollegen sehr konkret, was damals danach laut Zeugenaussagen passierte: „Ein siebenjähriger Junge, 15 Meter vom Einschlagsort entfernt, starb sofort. Sein Körper lief blau an.“ (tagesschau.de; Schwarte)

Auf den ersten Blick fällt auf, wie primitiv Schwarte hier einen Zusammenhang konstruiert, um das Ergebnis der Untersuchungen schon vorwegzunehmen: Hubschrauber -> Bombe -> farbiger Rauch -> Tot.
Die Botschaft: Hubschrauber hat nur die syrische Regierung, sie muss also Bomben mit Giftgas abgeworfen haben. Das ist rotzfreche Propaganda und es ist tagtägliches Programm der ARD. Was Schwarte obendrein vorsätzlich verschweigt: Der syrische UN-Botschafter al-Jaafari hatte Frankreich vor der UN vorgeworfen, hinter den Giftgasattacken vom 21. August 2013 in Ghouta mit Hunderten Toten zu stecken.

“The use of chemical weapons in the Damascus area was meant to prevent Dr. Åke Sellström [the head of the weapons inspectors] from going to Aleppo because [France] knew who had used chemical weapons in Aleppo.” (Quelle)

„Der Einsatz chemischer Waffen in der Region Damaskus sollte Dr. Åke Sellström [den Leiter der Waffeninspektoren] davon abhalten, nach Aleppo zu gehen, weil Frankreich wusste, wer in Aleppo chemische Waffen eingesetzt hatte.“

Das ist durchaus plausibel und genau deshalb wird es in der westlichen Propaganda unterdrückt. Statt wahrheitsgemäß und umfassend zu berichten, konstruiert Schwarte vermeintliche Kausalzusammenhänge, die die westliche Kriegspropaganda als Wahrheit erscheinen lassen sollen. Gewürzt wird das ganze einmal mehr mit einem Kind und „Kleintieren“. Es fehlt eigentlich nur das Foto einer winselnden Katze oder eines Meerschweinchens auf der Webseite der tagesschau, aber dann würde auch dem arglosesten ARD-Zuschauer dämmern, dass er manipuliert und für dumm verkauft werden soll.

„Ein sterbendes Kind liegt auf der bereits toten Großmutter“

Gestern legte Schwarte im „Echo des Tages“ (31.08.2016) nach. Auch hier ist seine Masche „Emotionalisierung“ und alles zu Verschweigen, was der westlichen Propaganda nicht in den Kram passt. Ein Bericht der UN-Kommission – zusammen mit der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) – hatte behauptet, es sei erweisen, dass das syrische Militär hinter zwei Giftgaseinsätzen in Syrien stecke und dass andere Anschläge vom IS verübt worden seien.

Statt, wie es sich für einen echten Journalisten selbstverständlich wäre, die hierfür erforderlichen Beweise einzufordern – offenbar stützten sich die Verfasser des Berichts auf Zeugenaussagen von Oppositionellen, die ein offenkundiges Interesse daran haben, der syrischen Regierung derartige Verbrechen vorzuwerfen – verkauft Schwarte diese Behauptungen als erwiesene Fakten und stellt keinerlei Fragen, die sich automatisch jedem unparteilichen Beobachter aufdrängen:

  • Wieso sollte das syrische Militär Chemiewaffen einsetzen, wo es kurz zuvor (2013) die eigenen Bestände entsorgen ließ und der Chemiewaffenkonvention beitrat – auch, um ein offenes militärisches Bomberdement durch USA und NATO abzuwenden?
  • Wer hat ein Interesse, dem syrischen Militär einen Einsatz von Chemiewaffen anzuhängen?
  • Welchen militärischen Vorteil sollen die Einsätze gebracht haben, wenn sie tatsächlich vom syrischen Militär verübt wurden?

SANA_En-smallDie syrische Nachrichtenagentur SANA – anders als „Agenturen“ von Terrororganisationen (AMC) von der westlichen Propaganda systematisch ausgeblendet – schildert die Sicht Syriens, die man zur Kenntnis nehmen muss, wenn man sich eine angemessene Meinung bilden will:

Addressing a press conference after a closed-session of the UN Security Council on Tuesday to discuss the third report of the Joint Investigative Mechanism (JIM), al-Jaafari said the report’s conclusions are not convincing as they are based on accounts by witnesses affiliated to the armed terrorist groups.

He underscored that there was not any material evidence in any of the report’s paragraphs, whether samples or medical reports which prove that chorine was used…

Shortly afterwards, al-Jaafari stated, an article written by the American journalist Seymour Hersh emerged accusing the governments of some foreign countries of being behind delivering toxic gases to the terrorists in Syria.


Auf einer Pressekonferenz nach der geschlossenen Sitzung des UN-Sicherheitsrates am Dienstag, die den dritten Bericht des Gemeinsamen Investigative Mechanism (JIM) erörterte, sagte al-Jaafari, die Schlussfolgerungen des Berichts seien nicht überzeugend, weil sie auf Aussagen von Zeugen basieren, die bewaffneten Terrorgruppen nahestehen.

Er betonte, dass es keine materiellen Beweise in einem der Absätze des Berichts gab, ob Proben oder medizinische Berichte, die belegen, dass Chlorgas verwendet wurde….

Kurze Zeit später sagte al-Jaafari, dass ein Artikel des amerikanischen Journalisten Seymour Hersh veröffentlicht worden sei, der einigen ausländischen Regierungen vorwarf, Giftgas an Terroristen in Syrien geliefert zu haben.

Nichts davon. Schwarte recherchiert auch nicht etwa bei der UN, welche Beweise dem Bericht zugrunde liegen, denn Journalismus ist nicht seine Aufgabe. Sein Job ist transatlantische Propaganda. Deshalb unterstellt er dem syrischen Botschafter, „seine ganz eigene Sicht auf Chlorgas zu haben.“ und zu verschweigen, „dass Chlorgas töten kann“.

Mit einer schauspielerisch verstellten Stimme unterstellt er dem syrischen UN-Botschafter – in aus dem Zusammenhang gerissenen und tendenziös ausgewählten Redeausschnitten -, die Vorwürfe nicht ernst zu nehmen und die Opfer auf diese Weise auch noch zu verhöhnen. Anstatt Fakten zu recherchieren und die Zuhörer zu informieren, emotionalisiert Schwarte in goebbelscher Manier einmal mehr mit dem Schicksal von Kindern. Kinder die in Wahrheit leiden müssen, weil Propagandisten wie Schwarte diesen Krieg seit 5 Jahren vorangetrieben haben und die westliche Öffentlichkeit für dumm verkaufen. Das ist Schmierenjournalismus und verbrecherische Propaganda par excellence!

WDR_echodT_Schwarte_31082016_Syrien_Giftgas498

Download Podcast; 28MB (ab 17:26min)

Georg Schwarte: „…drei Kinder – ein bis drei Jahre – Ärzte versuchten die kleinen Körper – einer davon liegt auf der bereits toten Großmutter – zu reanimieren. Alle drei Kinder ersticken. Die Eltern, die Großmutter TOT! Diplomaten aus dem Saal berichten später, alle 15 UN-Botschafter des Sicherheitsrates hätten geweint damals. Gestern Abend aber weinte niemand. Der russische UN-Botschafter Tschurkin zweifelte an den Ergebnissen des UN-Berichtes (wie herzlos!), den die Russen doch selbst wollten….“