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Pilger_milosevicvon                                             Übersetzung: FritztheCat

Die gerichtliche Entlastung eines Mannes, der für das schlimmste aller Verbrechen, den Völkermord angeklagt war, machte keine Schlagzeilen. Weder die BBC noch CNN haben darüber berichtet. Der Guardian gestattete eine kurze Erwähnung. Und dieses seltene öffentliche Eingeständnis wurde natürlich vergraben oder unterdrückt. Es würde zu viel davon offenlegen, wie die Herrschenden auf der Welt regieren.

Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag hat den verstorbenen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic in aller Stille von den zwischen 1992 und 1995 begangenen Kriegsverbrechen im Bosnienkrieg (darunter das Massaker von Srebrenica) freigesprochen.

Ganz im Gegensatz zum verurteilten bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic verurteilte Milosevic tatsächlich die „ethnischen Säuberungen“, stellte sich gegen Karadzic versuchte den Krieg zu beenden, der Jugoslawien zerlegt hat. Ein 2.590-seitiges Urteil über Karadzic vom letzten Februar versteckt diese Wahrheit ganz unten und diese Wahrheit zerstört weiter jene Propaganda, die das illegale Gemetzel der NATO 1999 in Serbien rechtfertigte.

Milosevic starb 2006 an einem Herzversagen, alleine in seiner Zelle in Den Haag. Es geschah während eines erlogenen Gerichtsverfahrens, dem von Amerikanern erfundenen „Internationalen Tribunal“. Eine Herzoperation, die sein Leben hätte retten können, wurde ihm verweigert, sein Zustand verschlechterte sich und das wurde von US-Beamten beobachtet und geheim gehalten, wie WikiLeaks seitdem offengelegt hat.

Milosevic war das Opfer einer Kriegspropaganda, die heute wie ein reißender Fluss durch die Bildschirme und Zeitungen strömt und für uns alle eine große Gefahr bedeutet. Er war das Paradebeispiel eines Dämons, als „Schlächter vom Balkan“ von den westlichen Medien diffamiert, der für den „Genozid“ verantwortlich sei, besonders in der abtrünnigen jugoslawischen Provinz Kosovo. Premierminister Tony Blair hat es so gesagt, den Holocaust erwähnt und Taten gegen diesen „neuen Hitler“ gefordert. David Scheffer, der für Kriegsverbrechen zuständige US-Botschafter (sic!), erklärte, dass womöglich bis zu „225.000 ethnische Albaner im Alter zwischen 14 und 59“ durch die Streitkräfte Milosevics ermordet wurden.

Das war die Rechtfertigung für das Bombardement der NATO, angeführt von Bill Clinton und Blair. Dabei wurden Hunderte von Zivilisten in Krankenhäusern, Schulen, Parks und Fernsehstudios getötet und die Wirtschaftsstruktur Serbiens wurde zerstört. Es stank gewaltig nach Ideologie. Auf einer berüchtigten „Friedenskonferenz“ in Rambouillet, Frankreich, wurde Milosevic mit Madeleine Albright konfrontiert, der US-Außenministerin. Sie errang später zweifelhaften Ruhm mit ihrer Äußerung, dass es den Tod einer halben Million irakischer Kinder „wert war“.

Albright legte Milosevic ein „Angebot“ vor, das kein nationaler Führer akzeptieren konnte. Serbien würde bombardiert, wenn er nicht einer ausländischen militärischen Besatzung seines Landes zustimmt, wobei diese Besatzungsmacht „außerhalb des Landesrechts“ stehe. Und wenn nicht der neoliberale „freie Markt“ eingeführt wird. Das war in einem „Anhang B“ enthalten, den die Medien überlesen oder unterdrückt haben. Das Ziel war die Zerschlagung des letzten unabhängigen europäischen „sozialistischen“ Landes.

Als die NATO mit dem Bombardement begann, kam es zu einer Massenflucht von Kosovaren vor „einem Holocaust“. Als es vorüber war, kamen internationale Polizeitruppen in den Kosovo und exhumierten die Opfer des „Holocausts“. Das FBI konnte nicht ein einziges Massengrab finden und fuhr nach Hause. Ein spanisches Forensikerteam machte das gleiche, sein Leiter sprach wütend von „einer semantischen Pirouette der Maschinerie der Kriegspropaganda“. Die letzte Zahl der Toten im Kosovo beträgt 2788. Dazu zählen die Kämpfer beider Seiten und Serben und Roma, die durch die pro-NATO Kosovo Befreiungsarmee (KLA) ermordet wurden. Es gab keinen Völkermord. Der Angriff der NATO war sowohl ein Beschiss als auch ein Kriegsverbrechen.

Bis auf wenige Ausnahmen trafen Amerikas hochgelobte „Präzisionslenk“-Raketen keine militärischen, sondern zivile Ziele, darunter die Sendestudios von Radio Television Serbia in Belgrad. 16 Menschen starben, darunter Kameramänner, Produzenten und eine Visagistin. Blair bezeichnete die Toten banal als Teil von Serbiens „Gefechtszentrale“. 2008 enthüllte die Chefanklägerin des ICTY, Carla del Ponte, dass sie unter Druck gesetzt worden sei, die Verbrechen der NATO nicht zu untersuchen.

Das war die Blaupause für die nachfolgenden Invasionen Washingtons in Afghanistan, Irak, Libyen und heimlich in Syrien. Alle qualifizieren sich als „Kapitalverbrechen“ nach Nürnberger Standard; alle waren auf Medienpropaganda angewiesen. Die Boulevardpresse tat was sie immer tut, aber es war die seriöse, glaubwürdige und oft liberale Presse, die am effektivsten war – die bibeltreue Werbung für Blair und seine Kriege durch den Guardian, die unaufhörlichen Lügen über Saddam Husseins nicht existente Massenvernichtungswaffen im Observer und in der New York Times und das zielsichere Getrommel von Regierungspropaganda durch die BBC in der Stille ihrer Unterlassungen.

Zum Höhepunkt der Bombardements hat Kirsty Wark von der BBC den NATO-Kommandeur General Wesley Clark interviewt. Die serbische Stadt Nis wurde gerade mit amerikanischen Splitterbomben beschossen, Frauen, alte Menschen und Kinder wurden auf einem Markt und in einem Hospital getötet. Wark hat dazu nicht eine einzige Frage gestellt, oder zu anderen getöteten Zivilisten.

Andere waren noch unverfrorener. Im Februar 2003, nachdem Blair und Bush den Irak angezündet haben, stellte sich der politische Redakteur der BBC, Andrew Marr, in die Downing Street und hielt so etwas wie eine Siegesrede. Ganz aufgeregt erzählte er seinen Zuhörern, dass Blair „gesagt hat, dass sie Bagdad ohne ein Blutbad einnehmen können und dass am Ende die Iraker feiern würden. Und in beiden Punkten hat sich herausgestellt, dass er absolut richtig lag.“ Heute, mit einer Million Toter und einer Gesellschaft in Trümmern, werden die BBC-Interviews von Marr von der US-Botschaft in London empfohlen.

Marrs Kollegen standen Schlange um Blair zu „rechtfertigen“. Matt Frei, der BBC Korrespondent in Washington, sagte: „Es gibt keine Zweifel, dass der Wunsch, Gutes zu bringen, amerikanische Werte in den Rest der Welt zu bringen, insbesondere in den Nahen Osten…jetzt zunehmend mit militärischer Macht verbunden ist.“

Diese Unterwürfigkeit, die Vereinigten Staaten und ihren Mittäter als wohlmeinende Macht zu bezeichnen, die „Gutes tun will“, ist im etablierten Journalismus des Westens tief verankert. Damit wird sichergestellt, dass die gegenwärtige Katastrophe in Syrien ausschließlich Bashar al Assad in die Schuhe geschoben wird. Ihn versuchen der Westen und Israel seit langem zu stürzen, nicht aus humanitären Erwägungen, sondern um Israels aggressive Macht in der Region zu erhalten. Die dschihadistischen Kräfte, die von den USA, Großbritannien, Frankreich, der Türkei und ihrer „Koalition“ aus Stellvertretern losgelassen und bewaffnet wurden, dienen diesem Zweck. Sie versprühen die Propaganda und die Videos, die in den USA und Europa zu Nachrichten werden. Sie gewähren den Journalisten Zugang und garantieren eine einseitige Berichterstattung über Syrien.

Die Stadt Aleppo ist in den Nachrichten. Die meisten Leser und Zuseher wissen nicht darüber Bescheid, dass der Großteil der Einwohner Aleppos im von der Regierung kontrollierten Westteil der Stadt lebt. Dass sie ein tägliches Artilleriebombardement der vom Westen gesponserten al Qaeda erleiden, das kommt nicht in den Nachrichten. Am 21. Juli haben französische und amerikanische Bomber ein Dorf der Regierung in der Provinz Aleppo angegriffen, dabei starben 125 Zivilisten. Darüber wurde im Guardian auf Seite 22 berichtet, keine Fotos.

In den 1980ern erzeugte und förderte die „Operation Cyclone“ den Dschihadismus in Afghanistan – als Waffe, um die Sowjetunion zu zerstören. Die USA machen in in Syrien etwas ähnliches. Genauso wie die afghanischen Mudschaheddin sind die syrischen „Rebellen“ die Fußsoldaten der Amerikaner und Briten. Viele kämpfen für al Qaeda und deren Ableger. Einige, wie die al Nusra Front, haben sich umbenannt, um dem Empfinden der Amerikaner nach 9/11 zu entsprechen. Die CIA hält sie am Laufen, mit Schwierigkeiten, so wie Dschihadisten auf der ganzen Welt.

Unmittelbares Ziel ist die Zerstörung der Regierung in Damaskus, die nach der glaubwürdigsten Umfrage (YouGov Siraj) von der Mehrheit der Syrer unterstützt wird. Oder der sie sich wenigstens für Schutz zuwenden, trotz des Barbarismus in seinem Schatten. Das langfristige Ziel ist es, Russland einen Schlüsselpartner im Nahen Osten zu verwehren. Das ist Teil eines Zermürbungskriegs der NATO gegen die Russische Föderation, was zu ihrer Zerstörung führen soll.

Das atomare Risiko ist offensichtlich, wird aber in den Medien der „freien Welt“ unterdrückt. Die Chefredakteure der Washington Post, die schon das Märchen der WMDs im Irak verbreitet haben, verlangen, dass Obama Syrien angreift. Hillary Clinton, der in aller Öffentlichkeit bei ihrer Rolle als Henkerin bei der Zerstörung Libyens einer abging, hat mehrfach darauf hingewiesen, dass sie als Präsidentin „weiter gehen“ würde als Obama.

Gareth Porter, ein Samisdat-Journalist der aus Washington berichtet, hat kürzlich die Namen genannt, die vermutlich auf der Kabinettsliste Clintons stehen werden, die einen Angriff auf Syrien vorhaben. Alle von denen haben eine kriegerische Geschichte im Kalten Krieg. Der frühere CIA-Direktor Leon Panetta sagte: „Der nächste Präsident wird über zusätzliche Spezialkräfte vor Ort nachdenken müssen.“

Das bemerkenswerte an dieser Kriegspropaganda, jetzt wo sie auf voller Flamme brutzelt, ist ihre offenkundige Absurdität und Banalität. Ich habe mich durch die Filmarchive der 50er in Washington gearbeitet, als Diplomaten, Bundesbeamte und Journalisten durch den Senator Joe McCarthy gejagt und vernichtet wurden, weil sie die Lügen und die Paranoia über die Sowjetunion und China in Frage gestellt hatten. Und der anti-russische Kult ist wie ein Krebsgeschwür zurückgekehrt.

In Britannien ist es Luke Harding vom Guardian, der die Russenhasser in seiner Zeitung anführt. Mit einer endlosen Reihe journalistischer Parodien, die Wladimir Putin für jede Schieflage auf der Welt verantwortlich macht. Als die Panama-Papers veröffentlicht wurden, da war Putin auf der Titelseite, mit einem Foto. Scheißegal, dass Putin in den Leaks an keiner Stelle erwähnt wurde.

Wie Milosevic ist Putin der Dämon Nummer Eins. Es war Putin, der den malaysischen Passagierjet über der Ukraine vom Himmel geholt hat. Schlagzeile: „Meiner Meinung nach war es Putin, der meinen Sohn getötet hat.“ Beweise braucht es nicht. Es war Putin, der für den nachweislich von Washington inszenierten Umsturz der gewählten Regierung in Kiew 2014 verantwortlich war. Der folgende Terrorfeldzug faschistischer Milizen gegen die russischsprachige Bevölkerung der Ukraine war das Ergebnis der „Aggression“ Putins. Weitere Beispiele von Putins „Aggressionen“: Dass aus der Krim keine Raketenbasis für die NATO wurde und dass er die vorwiegend russischsprachige Bevölkerung schützte, die in einem Referendum für eine Rückkehr zu Russland stimmte – die Krim wurde annektiert. Das Anschwärzen der Medien wird unweigerlich zu einem Krieg der Medien. Sollte es zu einem Krieg mit Russland kommen, absichtlich oder versehentlich, dann tragen die Journalisten einen Großteil der Verantwortung.

In den USA hat der Feldzug gegen Russland virtuelle Ausmaße erreicht. Der Kolumnist der New York Times, Paul Krugman, ein Ökonom mit einem Nobelpreis, nannte Donald Trump einen „sibirischen Kandidaten“, weil Trump der Mann Putins sei. Trump hatte es gewagt, in einem lichten Moment vorzuschlagen, dass ein Krieg mit Russland eine schlechte Idee sei. Ja, er ging soweit und hat die amerikanischen Waffenlieferungen an die Ukraine aus dem Republikanischen Programm gestrichen. „Wäre es nicht wunderbar, wenn wir mit Russland auskommen könnten?“, sagte er.

Aus diesem Grund hasst ihn das kriegshetzerische liberale amerikanische Establishment, Trumps Rassismus und seine wirre Demagogie haben nichts damit zu tun. Bill und Hillary Clintons Liste an Rassismus und Extremismus schlagen Trump an jedem Tag. (Diese Woche ist der 20. Jahrestag von Clintons Wohlfahrts-“Reform“, die den Afroamerikanern den Krieg erklärt hat.) Und zu Obama: Während amerikanische Polizisten seine afroamerikanischen Brüder über den Haufen schießen, hat die große Hoffnung im Weißen Haus nichts für ihren Schutz getan, nichts um ihre Armut zu lindern. Aber er hat vier raubgierige Kriege und einen beispiellosen Mordfeldzug geführt.

Die CIA verlangt, dass Trump nicht gewählt wird. Generäle im Pentagon haben verlangt, dass er nicht gewählt wird. Die Kriegszeitung New York Times – mal eine Abwechslung zu der unaufhörlichen, billigen Putin Schmierenkampagne – verlangt, dass er nicht gewählt wird. Etwas ist im Busch. Diese Vertreter von „endlosem Krieg“ haben die Hosen voll, dass das Multi-Milliardengeschäft des Krieges, mit der die Vereinigten Staaten ihre Dominanz aufrechterhalten, durch Geschäfte Trumps mit Putin und dann mit Chinas Xi Jingpin unterminiert werden. Ihre Panik, dass die großen Weltmächte über Frieden reden könnten – und sei es noch so unwahrscheinlich – wäre zum totlachen, wenn es nicht so ernst wäre.

„Trump hätte Stalin geliebt!“, bellte der Vizepräsident Joe Biden auf einer Wahlveranstaltung für Hillary Clinton. Clinton nickte und er rief: „Wir werden niemals nachgeben. Wir werden nicht einknicken. Uns gehört das Zielband. So sind wir. Wir sind Amerika!“

In Großbritannien hat Jeremy Corbyn unter den Kriegsfürsten der Labour-Partei und den Medien, die seine Vernichtung wollen, eine Hysterie erzeugt. Lord West, ein ehemaliger Admiral und Labour-Minister, hat es auf den Punkt gebracht. Corbyn nimmt eine „irre“ Anti-Kriegs-Position ein, „denn das verschafft ihm die Stimmen der ungebildeten Massen.“

In einer Debatte mit seinem Herausforderer Owen Smith wurde Corbyn von der Moderatorin gefragt: „Wie würden Sie auf die Verletzung eines NATO-Mitglieds durch Wladimir Putin antworten?“

Corbyn antwortete: „Zuerst einmal sollte man verhindern, dass so etwas passiert. Man sollte einen guten Dialog mit Russland herstellen…Wir würden versuchen, eine Demilitarisierung an den Grenzen zwischen Russland, der Ukraine und den anderen Staaten an der Grenze zwischen Russland und Osteuropas zu erreichen. Wir dürfen nicht zulassen, dass eine Reihe heikler Truppenverstärkungen auf beiden Seiten entsteht, was nur zu größeren Gefahren führen würde.“

Auf die drängende Frage, ob er einen Krieg gegen Russland befehlen würde, wenn es „denn sein müsse“, sagte Corbyn: „Ich will nicht in den Krieg ziehen – was ich will ist eine Welt, die nicht in den Krieg ziehen muss.“

Die Art der Fragestellung verrät viel über den Aufstieg der liberalen britischen Kriegsplaner. Die Labour Partei und die Medien haben ihnen seit langem Karrieren versprochen. Eine Zeitlang hat die moralische Entrüstung des großen Verbrechens gegen den Irak sie klein gehalten, ihre Verdrehungen der Wahrheit waren zeitweilig zu peinlich. Trotz Chilcot und einem Berg aus belastenden Fakten bleibt Blair ihre Inspiration, denn er war ein „Gewinner“.

Abweichender Journalismus und Forschung wurden systematisch verbannt oder eingemeindet, die demokratischen Ideen ausgehöhlt und durch „Identitätspolitik“ ersetzt. Dort verwechselt man Gender mit Feminismus, und öffentliche Angst mit Befreiung. Und die staatliche Gewalt und Waffengeschäfte, die unzählige Leben in weit entfernten Orten zerstören, werden wissentlich ignoriert, wie in Jemen oder Syrien. Und die Erkenntnis zu einem Nuklearkrieg in Europa und auf der ganzen Welt.

Die Begeisterung von Menschen aller Altersgruppen für den Aufstieg von Jeremy Corbyn bietet dem in gewisser Weise Einhalt. Er hat sein Leben damit verbracht, sich gegen die Schrecken des Krieges zu äußern. Das Problem für Corbyn und seine Unterstützer ist die Labour Partei. In Amerika war das Problem für die Tausende von Sanders-Unterstützern die Demokratische Partei, ganz zu schweigen von dem riesigen Verrat ihrer großen weißen Hoffnung. In den USA, der Heimat der Bürgerrechts- und Antikriegsbewegungen, sind es BlackLivesMatter und Sachen wie Code Pink, die das Fundament für eine moderne Version legen.

Denn nur eine Bewegung, die alle Straßen füllt und grenzübergreifend ist und nicht aufgibt, kann die Kriegshetzer aufhalten. Nächstes Jahr werden es Hundert Jahre, dass Wilfred Owen Folgendes schrieb. Jeder Journalist sollte es lesen und sich daran erinnern:

„Wenn du hören könntest, wie bei jedem Stoß das Blut
gurgelnd aus seinen schaumgefüllten Lungen läuft,
ekelerregend wie der Krebs, bitter wie das Wiederkäuen
von Auswurf, unheilbare Wunden auf unschuldigen Zungen,
Mein Freund, du erzähltest nicht mit so großer Lust
Kindern, die nach einem verzweifelten Ruhmesglanz dürsten,
die alte Lüge: Dulce et decorum est
Pro patria mori“ (Wilfred Owen; 1. Weltkrieg)

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John_PilgerJohn Pilger (* 9. Oktober 1939 in Sydney, Australien) ist ein australischer Journalist und Dokumentarfilmer. Von 1963 bis 1986 war Pilger Leiter der Auslands­redaktion des „Daily Mirror“. Seitdem arbeitet Pilger als freier Journalist. 1968 war er unmittelbar Zeuge der Er­mor­dung des US-­Senators und demokratischen Prä­si­dent­schafts­kan­didaten Robert F. Kennedy in Los Angeles und vertritt aufgrund seiner Erlebnisse die Ansicht, dass es noch einen weiteren Schützen gegeben habe.[1] Pilger drehte mehr als 50 Filme und hat in seiner Karriere für viele bekannte englischsprachige Zeitungen ge­schrie­ben (z. B. „The Independent“, „The Guardian“ und „The New York Times“). Mit zahllosen Journalismus-Preisen ausgezeichnet, gehört Pilger zu den prominentesten englischsprachigen Journalisten. 2003 erhielt er den Sophie-Preis für seinen besonderen Einsatz für die Menschenrechte. Pilger engagiert sich in der Bewegung „Democracy now!“ und steht auch der Politik Obamas kritisch gegenüber, die seiner Meinung nach das Ziel bisheriger Regierungen der USA einer internationalen Vorherrschaft weiter verfolgt. Er ist Mitglied im vorläufigen Ausschuss der Internationalen Organisation für eine Partizipatorische Gesellschaft [2]. Er wurde im Jahre 2009 mit dem Sydney-Friedenspreis ausgezeichnet. (wikipedia)