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zdf_80Verlogenheit, Doppelmoral, Heuchelei, Regierungsfunk – was ARD und ZDF den Zuschauern Tag für Tag vorsetzen, ist in der Regel dermaßen primitive und geradezu aufdringliche Propaganda, dass jene, die die Methoden und Mechanismen einmal verstanden haben, nur noch Mitleid mit ihren Mitbürgern haben können, die glauben, sie würden seriös, unparteilich, umfassend und ausgewogen informiert, wie es die Rund­funk­staats­verträge fordern.

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Demo in Prag gegen Merkels Migrationspolitik

Desinformation und Propaganda im heiklen Thema Migration und Flüchtlingskrise dürften Millionen Deutschen die Augen geöffnet haben, in die ihnen bisher von ARD und ZDF erfolgreich mit Sand zugestreut wurden. Dass einmal verlorenes Vertrauen aber nicht wieder zurück kommt, haben wir hier immer wieder deutlich gemacht. Darauf weist auch Prof. Dr. Ulrich Teusch in seinem Buch „Lückenpresse“ hin:

In „Lückenpresse“ unterstellt der 57-Jährige den „Mainstreammedien“, bewusst Informationen zu unterdrücken, einseitig zu berichten und mit zweierlei Maß zu messen. Der Träger des Roman-Herzog-Medienpreises appelliert an die Leser, der Branche – auch sich selbst – mit Skepsis zu begegnen und spricht in dem Band, der am 1. September erscheint, vom „Ende des Journalismus, wie wir ihn kannten“. (kress)

„Unterstellt“? – noch in der Berichterstattung über den Diskurs über die evidente, systematische und politisch motivierte Propaganda, leugnet der Mediendienst Kress die Realität.

Ulrich Teusch: „Ich finde es gut, dass die Menschen dem Mainstream nicht vertrauen. Solch ein Vertrauen wäre kindisch und naiv. Es ist ein Ausdruck geistiger Reife, Medien mit Skepsis, mit einer medienkritischen Haltung zu begegnen. Ich selbst als Journalist möchte auch nicht, dass sich eine Gemeinde bildet, die meinen Berichten unbesehen vertraut. Die Rezipienten sollen sich damit kritisch und konstruktiv auseinandersetzen und ein eigenes Urteil bilden.“ (ebd.)

Es vergeht tatsächlich kaum einen Tag, an dem ARD und ZDF nicht in ihren Hauptnachrichtensendungen Desinformation und Propaganda betreiben würden. Die Staatssender, die von transatlantischen Netzwerkern und Parteigängern der ehemaligen „Volksparteien“ regelrecht durchseucht sind, deren Chefredakteure immer wieder im Kanzleramt Weisungen abholen, die eigentlich kaum notwendig erscheinen, haben mit offenem und unparteilichem Journalismus so wenig zu tun, wie die PR-Abteilung von VW mit seriösen Verbraucherinformationen.

Ein aktuelles Beispiel für Regierungspropaganda, hanebüchene Doppelmoral und eine wiederkehrende Methode der Meinungsmache präsentierte das ZDF gestern Abend anlässlich eines Besuchs der Kanzlerin in Tschechien. Auch wenn der Bericht vordergründig Gegner und Befürworter gleichermaßen präsentierte, war die Botschaft einmal mehr eindeutig – und erwartungsgemäß auf Linie des Kanzleramts.

Die Tschechen wollen mit großer Mehrheit keine muslimischen Migranten aufnehmen und haben eine Regierung, die sich dem Willen der Bürger verpflichtet sieht. Das ist zwar in seiner Rigorosität von einem humanistischen Standpunkt aus bedauerlich, aber es ist ihr gutes Recht. Sie verweisen zum einen darauf, dass es sich mehrheitlich nicht um echte Flüchtlinge handelt und dass man darüber hinaus echte Flüchtlinge in muslimisch geprägten Nachbarstaaten der Kriegsländer unterbringen und versorgen könnte.

Mit dieser Haltung stehen die Tschechen – zusammen mit vielen anderen EU-Staaten –  bekanntlich konträr zu Merkels „Refugees Welcome!“-Politik, die von den Staatssendern ARD und ZDF seit dem letzten Jahr massiv propagiert wurde und bis heute propagiert wird. Wenn die oberste Chefin der „Öffentlich-Rechtlichen“ also nach Tschechien fährt, einem Land, in dem Putin beliebter ist als Merkel, dann muss das ZDF schon besonders tief im transatlantisch-EU-ropäischen-NATO Karteikasten wühlen, um jemanden vor die Kamera zu bekommen, der in Sachen Migration die gewünschten berlintreuen Botschaften in die Kamera flötet. In diesem Fall ist es Erik Tabery.

ZDF 25.08.2016 heute 19.00 Uhr

Bild anklicken, ZDF-Mediathek!

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Erik Tabery: „Ich glaube, der größte Fehler von Merkel ist, dass ihre deutsche Stimme hier nicht präsent ist. Auch mit unseren Politikern spricht sie kaum. Sie überlässt die Debatte den Tschechen. Das ist gefährlich!“

Da verschlägt es einem angesichts der frechen Doppelmoral erstmal die Sprache. Hier wird ganz offen und unverblümt Merkel-Propaganda und eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Tschechiens gefordert. Wohlgemerkt in einem Mainzer Staatssender, der sich in der Vergangenheit mehrfach über „russische Propaganda“ und Einmischung in deutsche Angelegenheiten empört hatte – gerade, was die Migrationskrise betrifft.

Neben dieser herzerfrischend dreisten und entlarvenden Doppelmoral – und dem gewohnheitsmäßig staatsnahen Tenor des Berichts – kann man davon ausgehen, dass eine tatsächlich aggressivere Einmischung Merkels in Tschechien das exakte Gegenteil dessen bewirken würde, was intendiert wäre. Das gilt sowohl für den Versuch, den Tschechen mit Propaganda eine andere Meinung in Sachen Migration einreden zu wollen – was schon in Deutschland die Gräben eher vertieft hat -, wie auch für Versuche auf politischer Ebene Druck auszuüben. Letzteres würde nur jene Tschechen und andere Europäer bestärken, die Deutschland schon seit geraumer Zeit vorwerfen, eine EU-Diktatur zu errichten.