Schlagwörter
ARD, Demokratie, Desinformation, Griechenland, Neoliberalismus, Propaganda, Staatsmedien
ARD-Griechenlandberichterstattung 2015
Der Faktencheck
Meinungsfreiheit ist eine Farce, wenn die Information über die Tatsachen nicht garantiert ist.
Hannah Arendt, 1965
„Das Lügenfernsehen. So manche scheinbar wahre Fernseh-Geschichte ist in Wirklichkeit frei erfunden, wie zahlreiche Beispiele zeigen.“
Wer sagt das?
Rechte, Linke, Querfrontler, Verschwörungstheoretiker, Agenten, Trolle oder sonstiger Mob?
Anja Reschke, Leiterin der Abteilung Innenpolitik des NDR. Sie und ihr Team zeigen in dem Beitrag „Lügenfernsehen“, „wie Zuschauer in die Irre geführt werden.“
Das war am 7. Juli 2011. Und der Vorwurf des „Lügenfernsehens“ richtete sich gegen das Privatfernsehen.
Der Begriff der Lüge war niemals ein Unwort, solange er nur Teil der Kritik war an den privaten Medien. Der Vorwurf der Manipulation war niemals eine Verschwörungstheorie, solange er nur den privaten Medien galt. Zum Sakrileg wurde der Vorwurf der Manipulation erst in jenem Moment, als der von der ARD erhobene Vorwurf des „Lügenfernsehens“ gegen die bislang sakrosankten öffentlich-rechtlichen Sender selbst erhoben wurde. Seitdem ist die Enttäuschung groß:
„Leider [sic] haben die Leute das gemerkt, dass auch unsere Berichte geprägt sind“, bedauert die Leiterin der Abteilung Innenpolitik des NDR Anja Reschke in ihrer viel zu wenig beachteten Dankesrede anlässlich ihrer Auszeichnung zur Journalistin des Jahres 2015.
Seit der öffentlich-rechtliche Rundfunk selbst in den Fokus der Medienkritik geraten ist, wird das aufmüpfige Publikum regelmäßig daran erinnert, dass, wer Medien Manipulation und Lügen vorwirft, eine Gemeinsamkeit teilt mit dem grausamsten Massenmörder aller Zeiten: Adolf Hitler.
Der Zweck dieser geschichtspädagogischen Erinnerung, die sich auch auf die Autorität einer „doch eher populistische[n] Veranstaltung der Un-Wort-Kür“ (Ralf Vogel: „Der Un-Sprechakt des Jahres“, 2014) beruft, liegt auf der Hand: schnöde Einschüchterung. Die Meinung, dass öffentlich-rechtliche Berichterstattung zu bestimmten Themen manipulativ ist, soll aus dem öffentlichen Diskurs verschwinden. Wer sie äußert, läuft Gefahr, öffentlich in einen Topf mit Adolf Hitler geworfen zu werden (Guilt by association).
Auch die mediale Fokussierung auf eine Minderheit von Extremisten als Träger der Medienkritik diskreditiert die Mehrheit der medienkritischen Bürger, die in der Wahrnehmung ihres demokratischen Rechts auf Meinungsäußerung und demokratischer Partizipation mittlerweile befürchten muss, in der medialen Öffentlichkeit in die Kategorie „Staatsfeinde“ eingeordnet zu werden.
„Ich meine klar, ’ne Demokratie muss auch irgendwie das Volk mitnehmen.“ Dieses eigenwillige Demokratieverständnis offenbarte kürzlich die Leiterin der Abteilung Innenpolitik des NDR in ihrem Plädoyer gegen Volksentscheide. Das Prinzip der Volkssouveränität – ersetzt durch das bloße Recht des Volkes, irgendwie noch mitgenommen zu werden. Das ist das beredte Selbstzeugnis eines öffentlich-rechtlichen Journalismus, der sich längst selbst als Teil jener Elite begreift, die er eigentlich kontrollieren soll.
In der Konsequenz wird die ursprünglich emanzipatorisch gegenüber staatlichen Beeinflussungversuchen gedachte Presse-und Rundfunkfreiheit umgedeutet als Recht auf einseitig-regierungsnahen Verlautbarungsjournalismus. Die derart umgedeutete Pressefreiheit braucht logischerweise auch nicht mehr Einflussversuche „von oben“ abzuwehren, sondern muss „nach unten“ hin verteidigt werden, und zwar gegen jene, die eine politisch motivierte Indienstnahme des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kritisieren.
Unter Verletzung seines gesellschaftlichen Auftrags ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk dabei auch daran beteiligt, mitunter in manipulativer Weise Ressentiments zu schüren und Feindbilder zu schaffen, die nach außen das Friedensprojekt Europa gefährden und nach innen im eigenen Land eine gesellschaftliche Spaltung forcieren.
Einseitig? Regierungsnah? Manipulativ? Feindbilder?
Kann man das auch nachweisen? Sachlich belegen? Oder ist das nur dumpfes Geschrei von Wutbürgern, Lügenpresse-Rufern und sonstigem Mob?
Wir werden am Beispiel der ARD-Griechenland-Berichterstattung 2015 anhand einer Vielzahl von Belegen sachlich präzise den Vorwurf einer erstens einseitigen, zweitens regierungsnahen, drittens manipulativen und viertens Feindbild konstruierenden Berichterstattung innerhalb der Hauptnachrichtenformate der ARD nachweisen.
Damit begegnen wir der wiederholt an uns gerichteten Kritik, bei den von uns in der Vergangenheit monierten Verstößen gegen den Rundfunkstaatsvertrag handele es sich angeblich nur um bedauerliche Einzelfälle, die der menschlichen Fehlbarkeit geschuldet seien. Gleichzeitig tragen wir mit dieser Arbeit aber auch einer bedenkenswerten Kritik Rechnung, die Wolfgang Michal in seinem Blogartikel „Wozu überhaupt noch Medienkritik?“ anschaulich formuliert:
„Kaum ein Medienkritiker setzt eigene Themen – vielmehr hecheln sie den Themen nach, die von den Medien gesetzt werden. Das führt zu der absurden Situation, dass in dem Augenblick, in dem Medienkritiker mit ihren tiefergehenden Analysen beginnen, das Thema meist schon wieder durch ein neues abgelöst ist. Ist ein Thema aber erst einmal „durch“ (NSA, Griechenland, Landesverrat, Flüchtlinge, Köln), hören auch die Kritiker auf zu kritisieren. So geht es im Schweinsgalopp von Katastrophe zu Skandal, von Enthüllung zu Unglück, von Terroranschlag zu Minister-Fehlverhalten. […] Damit folgt die Medienkritik – wie hypnotisiert – jenen an- und abschwellenden Empörungszyklen, die sie eigentlich kritisieren müsste.“
Diesem „Wettlauf zwischen Hase und Igel“ (Wolfgang Michal) entziehen wir uns mit der vorliegenden Analyse der ARD-Griechenlandberichterstattung des vergangenen Jahres.
Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile: Einem allgemeinen Teil mit theoretischen Grundlagen und einem analytischen Teil, bestehend aus der Untersuchung von mehr als 20 bedauerlichen Einzelfällen lediglich aus den ersten 4 Wochen der ARD-Berichterstattung über die Syriza-Regierung 2015. In einem Schlusskapitel werden die Ergebnisse ausgewertet. Ein Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben. Eine lückenlose Erfassung der exorbitant hohen Anzahl an Falschdarstellungen hätte den Rahmen der vorliegenden Arbeit überschritten.
Es ist nicht unser Anliegen, die journalistische Arbeit der verantwortlichen Korrespondenten und Redakteure aus einer komfortablen Position des Zurückblickenden zu beurteilen.
Einzelne Fehler sind nicht nur menschlich, sondern unter Umständen auch unvermeidlich innerhalb einer tagesaktuellen Berichterstattung.
Nur dann verstoßen veröffentlichte Falschdarstellungen gegen die Wahrheitspflicht, wenn der Journalist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung die unwahre Behauptung aufgrund seiner „Aufklärungsmöglichkeiten“ hätte erkennen und damit vermeiden können.
Die Wahrheitspflicht des Journalisten ist also nach geltendem Recht immer an die Erfüllung der Sorgfaltspflicht gekoppelt, die in der sorgsamen Prüfung, Sichtung und Darstellung von zugänglichen Recherchematerialien konkretisiert ist.
Die gesellschaftlichen Erwartungen an den öffentlich-rechtlichen Journalismus sind dabei aufgrund seiner besonderen Finanzierungssituation naturgemäß höher als an die privaten Medien.
Unsere Analysen werden zeigen, dass sämtliche Falschdarstellungen der ARD allein durch die Befolgung professioneller Berufsnormen vermeidbar gewesen wären (=Verstoß gegen die Wahrheits- und Sorgfaltspflicht, § 10 RStV). Des Weiteren werden wir nachweisen, dass sämtliche Falschdarstellungen einem interessengeleiteten Narrativ entsprechen, welches sich wie ein roter Faden durch die Berichterstattung zieht (=Verstoß gegen das Gebot der Unparteilichkeit, § 11 RStV).
Diese medialen „Narrative“ sind der Schlüssel zum Verständnis der aktuellen Vertrauenskrise in den Medien. Es geht um den modernen Trend im Journalismus, dessen Vorreiter vor allem der öffentlich-rechtliche Fernsehjournalismus ist und der mit einer zunehmenden Subjektivierung von Berichterstattung einhergeht:
Storytelling- die Kunst, Geschichten zu erzählen.
Mit Rücksicht auf die mehrfach erhobenen Klagen ARD-Verantwortlicher über die hohe Arbeitsbelastung aufgrund vereinzelter Programmbeschwerden verzichten wir im vorliegenden Fall darauf, die von uns mannigfaltig nachgewiesenen Verstöße gegen den Rundfunkstaatsvertrag als Programmbeschwerde einzureichen. Wohl aber bitten wir die ARD und den in letzter Instanz verantwortlichen Rundfunkrat um eine Stellungnahme:
Wie konnte es nur wenige Wochen nach den selbstkritischen Äußerungen von Chefredakteur Kai Gniffke zur Ukraine-Berichterstattung innerhalb der Griechenland-Berichterstattung erneut zu einer solch eklatanten Missachtung des Rundfunkstaatsvertrages kommen und welche konkreten Maßnahmen gedenkt der Rundfunkrat als Konsequenz zu ergreifen, um in Zukunft die gesetzlich garantierte sachlich-neutrale Berichterstattung innerhalb der ARD-Nachrichtenformate zu gewährleisten?
Dass Falschinformationen transparent an geeigneter Stelle korrigiert werden, halten wir für selbstverständlich. Ein klammheimliches Korrigieren oder gar Löschen von fehlerhaften Beiträgen widerspricht nicht nur journalistischen Berufsnormen, sondern missachtet einmal mehr die berechtigten Ansprüche des zahlungspflichtigen Bürgers.
Deswegen appellieren wir an die ARD, keine der von uns als Quelle angegebenen Sendungen jetzt Hals über Kopf aus der Mediathek zu entfernen, sondern dem Beitragszahler die eigenständige Überprüfung unserer Analysen zu ermöglichen.
Unsere Leser möchten wir ausdrücklich dazu ermuntern, auch uns nichts zu glauben, alles zu überprüfen und sich nicht blind unseren Schlussfolgerungen anzuschließen.
Der Zweifel ist nicht Merkmal von Extremismus. Die Wertschätzung kritischen Denkens ist eine Errungenschaft der Aufklärung. Wer Zweifler kriminalisiert und bedingungslose Gefolgschaft verlangt, stellt sich gegen die Werte einer aufgeklärten demokratischen Gesellschaft.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört der Allgemeinheit. Er soll politisch unabhängig sein. „Diese Unabhängigkeit gilt es gegen Einflussnahmeversuche zu bewahren“, schreibt der NDR zu „Aufgabe und Funktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“.
Dies ist unser Anliegen.
Autor/Redaktion: Otto Stern
Was bisher geschah…. zum Nachlesen:
Allgemeiner Teil: Die Kunst, Geschichten zu erzählen
1 Das Trojanische Pferd
2 Über griechische Helden, Märchen und Mythen
3 Was Orwell nicht wusste
4 Die Konstruktion wünschenswerter Welten
5 The Hidden Persuaders – Techniken der verdeckten Argumentation
Ankündigung für die nächste Woche:
Analytischer Teil: Es war einmal…
1 Die Geschichte vom ernsten Spiel (Teil I)
2 Die Geschichte vom ernsten Spiel (Teil II)
3 Die Geschichte vom ernsten Spiel (Teil III)
4 Die Geschichte von Kotzias einsam in Europa
5 Die Geschichte eines Jungenstreichs
6 Die Geschichte vom Jungenstreich geht weiter
7 Die Geschichte von zwei griechischen Himmelhunden auf dem Weg zur Hölle
8 Die Geschichte von den zwei aufeinanderprallenden Welten
9 Die Geschichte von den Südosteuropäern, die gegen eur. Gepflogenheiten verstoßen
10 Die Geschichte von der guten Mutter (Teil I)
11 Die Geschichte von der guten Mutter (Teil II)
12 Die Geschichte vom rätselhaften Herrn Varoufakis
13 Die Geschichte vom arroganten Herrn Varoufakis
14 Die Geschichte von der kompromisslosen griechischen Regierung
15 Die Geschichte von Schäubles Sieg über Varoufakis
16 Die Geschichte vom klaren Verhandlungssieger Schäuble geht weiter
17 Die Geschichte von den unpünktlichen Griechen
18 Die Geschichte von den unpünktlichen Griechen geht weiter
19 Die Geschichte vom sich selbst entlarvenden Trickster
20 Die Geschichte von der Nun-Ja-Freigiebigkeit der griechischen Mentalität

Pingback: Der Krieg des Richard Herzinger | Peds Ansichten
Top! Verdammt gut heraus gearbeitet und auf den Punkt gebracht.
So arbeitet sie, die Märchenpresse …
Da gab es noch diese Mail von mir… an diese „demokratisch, der westlichen Wertegemeinschaft“ verbundene Propagandistin der „Zeit-Online“, diese Frau Andrea Böhm…die schreibt für Krieg und gegen Frieden, für Kopfabschneider und „moderate Rebellen“ in Syrien…wir alle im Westen würden schweigen zu Syrien…ich habe ihr damals geschrieben, mein Artikel wurde leider nicht in Zeit-Online als Lesermeinung veröffentlicht…jetzt hole ich das mal nach, scheint ja noch irgendwie aktuell!
„…und im Westen schweigen doch nicht alle
Kommentar zum Kommentar von Andrea Böhm in Zeit-Online vom 26.12.2015
„Und der Westen schweigt“:
Ich habe mir nicht die Mühe gemacht und nachgelesen wer genau diese Kommentatorin Andrea Böhm ist, sie hat sich bisher , meines Erachtens, mit Ihren „Russland ist an allem Schuld – Artikeln“ in der Hauptpresse nur unter – und eingeordnet.
Jetzt kriecht sie aber mit als Erste aus der Deckung. Der Grund: Die „moderaten Rebellen“ müssen sich wegen des militärischen Gegendrucks auch aus Damaskus Vororten zurückziehen. Das kam zustande nach Verhandlungen zwischen dem IS und der syrischer Regierung unter Vermittlung der UNO (das ist unseren kriegsgeilen Hauptmedien so gut wie keine Meldung wert!) und zugleich bekommen diese „moderaten Rebellen“ in den Vororten von Damaskus, dass was sie vorher anderen zugefügt haben, einen grausamen Tod durch Bomben und Granaten!
Das geht aber nicht! … ruft jetzt Frau Böhm, denn wenn Ihr so weiter macht haben wir ja für den „Friedensprozess“ keine „moderaten Rebellen“ mehr, die mit Assad verhandeln können. Sie will uns nun damit erklären, dass der „ Russe“, gemeinsam mit der syrischen Armee den „Friedensprozess“ in Syrien stört und dass der Westen endlich etwas gegen die „Putin-Assad Allianz“ unternehmen müsse.
Frau Böhm, ich glaub Sie haben während der Weihnachtszeit zu viel fettige Gans gegessen, Ihre Windungen im Hirn sind möglicherweise nun verklebt und so fängt dann auch Ihr Kommentar- Geschwubbel mit einer grob fahrlässigen Ungenauigkeit an:
„Der Tod des Rebellenführers Allusch wirft die Frage nach der Rolle Russlands im Syrienkrieg auf.. wie lange der Westen der Assad-Putin-Allianz noch zusieht….
Ein Kommentar von Andrea Böhm“
Gleich am Anfang bleiben Sie dem geneigten Leser die Frage schuldig: Wer wurde da getötet, wer ist dieser „Rebellenführer Allusch“? Weil Sie es wissentlich verschweigen und erst am Ende Ihrer „Kommentierung“ diesen Mörder und seine Untaten verniedlichen, , tue ich das für Sie:
Er ist der militärische Anführer der palästinensischen Organisation „Dschaisch al-Islam“ und da habe ich mal gegoogelt und recherchiert bei WIKIPEDIA, UN-Bericht Syrien 2014 / 2015, AI, FAZ und Die Welt, das waren teilweise Nachrichten, datiert und veröffentlicht vor dem militärischen Einsatz der Russen……Frau Böhm das hätten Sie auch tun müssen: Sie Sind doch eine „ Korrespondentin“ für den Nahen und Mittleren Osten, denn was kommt nach einer relativ kurzen Internetrecherche raus:
– Dschaisch al-Islam“ (‚Armee des Islams‘) ist eine radikal-salafistische, militante palästinensische Organisation….
– Die Gruppe verfolgt die Ziele des Heiligen Krieges, des Dschihad. ….
– Im September 2015 wurde bekannt, dass Dschaisch al-Islam sich dem Islamischen Staat angeschlossen habe, welcher eine entsprechende Treuebekundung der Gruppe erhielt
– Dschaisch al – Islam“ wird nachweislich seit 2013 unterstützt mit hunderten von Millionen Dollar durch Saudi Arabien…(unserem „Verbündeten“ im Kampf gegen IS?)
Spätestens hier hätte Ihnen auffallen müssen, dass der „Dschaisch al-Islam“ nichts mit moderaten Rebellen zu tun hat, sondern mit seinen ausländischen Söldnern schlachtend, bombend und mordend durch die Vororte von Damaskus zieht und von dem „Verbündeten““ des „schweigenden Westens“, nämlich den Saudis, bezahlt wird. Das Bild- und Beweismaterial im Netz dazu ist erschütternd. Aber das passt ja offensichtlich nicht in Ihre kommentierende (Un)Logik. Sie schwadronieren unverdrossen weiter:
„Wie torpediert man am besten einen Friedensprozess? Ganz einfach: Man erklärt sich zu Verhandlungen bereit – und bringt gleichzeitig die wichtigsten Gesprächspartner um. Am besten zu einem Zeitpunkt, da ein Großteil der Weltöffentlichkeit mit etwas anderem beschäftigt ist. Zum Beispiel mit Weihnachten.“
Ich habe doch richtig gelesen: Während Sie und ich fettige Gans gegessen haben, hat der böse Russe oder die böse syrische Regierung Bomben (natürlich menschenverachtende Fassbomben) geworfen um den Friedensprozess zu „torpedieren“. Jetzt kommt bei mir, wegen meiner Untätigkeit, Scham auf, denn Sie erklären den immer noch „gansfressenden“ deutschen Michel weiter:
„Am vergangenen Freitag wurde der syrische Rebellenführer Sahran Allusch zusammen mit mehreren anderen Kommandanten durch einen Luftangriff auf das östliche Ghuta getötet, einem Vorortgürtel von Damaskus. … Aus wessen Flugzeug die Raketen abgefeuert wurden, ist zunächst sekundär. Klar ist: Der syrische Friedensprozess wird bereits sabotiert, bevor er überhaupt richtig begonnen hat.“
Jetzt bleibt mir aber der Rest der weihnachtliche Gänsekeule im Hals stecken…die syrische Regierung und die Russen sabotieren wegen der Tötung eines oder mehrerer Terroristen (und nicht „moderater Rebell“, was immer das auch sein soll) den „Friedensprozess“?
Ihre Begründung: Der getötete Terrorist steht nun nicht mehr für Friedensverhandlungen zur Verfügung.
Frau Böhm, ab jetzt werde ich zynisch und sarkastisch, denn sie sind es auch:
Meine Empfehlung: Sie müssen Ihre Erkenntnis sofort der westlichen Wertegemeinschaft, der USA, den Saudis und unseren tapferen Tornado-Piloten, auch Herrn Erdogan mitteilen. Wir müssen diese Militäreinsätze des „schweigenden Westens“ sofort beenden. Fürchterlich, wir „knallen“ ja unsere „Friedensgesprächsverhandlungspartner“ weg! Frau Böhm, ich folge jetzt Ihrer Logik: wenn die „moderaten Rebellen“ von „Dschaisch al-Islam“ sich mit dem „ IS“ verbündet haben, dann werden die Terroristen vom IS auch moderate Rebellen und dann ist der IS zwangsweise unser Verbündeter, aber nur wenn der IS nur gegen Assad kämpft. Der eigentlich logische Gedanke, dass die Söldner des Dschaisch al-Islam endgültig Terroristen werden, wenn sie sich mit dem IS verbünden, darf in den weihnachtlich verfetteten Gehirnwindungen von“ Mainstream Tschornalisten“ eben nicht stattfinden! Na gut, wir Deutschen machen im Moment sowieso nur Fotoaufnahmen von den Terroristen oder den „moderaten Rebellen“ und betanken Flugzeuge. Das Bomben machen dann die Anderen in unserer schweigenden westlichen Wertegemeinschaft. Übrigens nimmt der „schweigende Westen“ nur exakte und präzise Bomben im Kampf gegen den Terrorismus, denn der getötete Terrorist oder hier und da mal ein „kollateral“ getötete Zivilist (ist aber selber Schuld… was trampelt der auch in den Ruinen rum oder glotzt solange in die Kamera von der Drohne?) merkt erst in der Zehntelsekunde vor seinem Tod wie sein Kopf zerplatzt. Das ist gelebte Humanität am Feind und seiner Familie…nicht wie diese hinterhältig abgeworfenen Fassbomben von Assad in Syrien oder Johnson in Vietnam oder Israel über Palästina, wo die Menschen noch sinnlos stundenlag schreien, nur weil sie mal ein Arm verloren haben oder Ihnen die Gedärme raushängen. Über diese Fassbomben in Vietnam oder Palästina haben Sie sicherlich ebenso empörend berichtet, oder ist das Ihnen entgangen? Frau Böhm, ich kann Ihnen einen Tip geben: machen Sie sich stark und setzen Sie einen ersten humanitärer Akt für die Syrer durch. Verlangen Sie, dass dem Assad-Regime auch ein paar gute, präzise Bomben von unserer westlichen Wertegemeinschaft übergeben werden, natürlich nur im Tausch (1:1) gegen Fassbomben gleicher Sprengkraft. Dann wäre das schon mal geklärt und der unbewaffnete Kollateral- Syrer stirbt dann „leichter“! Übrigens auch die moderaten Rebellen verschießen Fassbomben, die bräuchten dann auch noch was präzises…, das könnte vielleicht unser Bundesaußen verhandeln…
Zurück zum Thema: Am Ende bleibt möglicherweise nur Assad und Putin übrig und kein Verhandlungspartner (moderater bewaffneter Rebell). Das wäre ja ein Zustand wie vor 2010, das geht ja gar nicht, da war dort in Syrien sogar noch Frieden und die USA konnte ihre politischen Gefangenen in Damaskus übergeben und stellvertretend foltern lassen. Die Syrer waren da auch noch keine massenhaften Flüchtlinge. Die sind erst nach dem Einmarsch der „moderaten Rebellen“ in das Land geflohen.
Wie lange will der Westen dieser „ Assad-Putin Allianz noch zusehen“, fragt Frau Böhm am Anfang ihres Kommentars.
Frau Böhm ich habe auf Ihrem Niveau nachgedacht: Dem „schweigenden Westen“ bleibt keine Wahl mehr, denn unsere „Friedensgesprächspartner“ haben Putin und Assad ja weggebombt. Logische schweigende Antwort vom „schweigenden Westen“: Also wenn Ihr (gemeint ist Putin und Assad) keine Friedensgespräche wollt, dann eben Kampf! Wir Deutschen, gemeinsam mit Herrn Gauck und Frau Merkel, müssen mit in den Kampf: am Boden, in der Luft, unter und über Wasser, auch im Weltraum, Frau Böhm haben Sie Kinder? schicken sie die dort hin, zur Not auch Neffen und Nichten Ihrer Familie, wenn Ihr Vater noch laufen kann, der mit dazu…wir müssen kämpfen gegen Putin in Syrien und Assad in der Ukraine (oder so ähnlich, das spielt keine Rolle mehr). Die „Möchtegern- Supermacht Russland“ (so bezeichnen Sie Russland in Ihrem Kommentar), die können wir Deutschen gleich mit weg knallen (3. Versuch!). Russland kann mit seinen taktischen Atomwaffen irgendwie 230mal die Erde zur Sau machen (die Amerikaner auch so viel), der Vorteil für uns Deutsche ist, die Russen treffen nix, die sind imperial, immer besoffen und können nur Wodka, das ist der „Koloss auf tönernen Füssen“. Richtige Winterkleidung für unsere Kameraden n der Truppe und WIR SCHAFFEN DAS!
Sie schreiben weiter:
„Über das Schicksal von Syriens Diktator Assad verlor weder in Wien noch kurz darauf bei der Verabschiedung einer entsprechenden UN-Resolution in New York irgendjemand ein Wort. Aber den Fahrplan als solchen konnte man als positives Signal interpretieren, zumal sich wenige Wochen später in der saudischen Hauptstadt Riad die notorisch zerstrittenen syrischen Regimegegner auf ein Verhandlungskomitee und eine gemeinsame politische Linie verständigten: territoriale Unversehrtheit des Landes, religiöser Pluralismus, demokratische Wahlen und eine Übergangsregierung ohne Assad.“
Ich höre auf zynisch zu sein…denn das Geschriebene des vorstehenden Absatzes ist Ihre entscheidende politische Aussage. Aus diesem Geschriebsel wird klar: Terroristen wie Sahran Allusch, die Syrer abschlachten und vorgeben gegen Assad zu kämpfen und mit dem IS verbündet sind, das sind bei Ihnen „syrische Regimegegner“ , Egal ob militante Islamisten, Salafisten, Wahabisten oder Terroristen, das ist ekelhaft Frau Böhm! Das idiotische Geschriebsel von Ihnen scheint Ihnen, ob Ihrer letztlichen „Reinwaschungsversuche“ für Terroristen, doch noch irgendwie erklärungsbedürftig zu sein. Sie schreiben dann:
„Man muss für Sahran Allusch …. keine Kerzen spenden. Aber im Vergleich zum IS, vor allem aber zum Assad-Regime fällt die Liste seiner Verbrechen eher dünn aus.“
:
Sind Sie wirklich der Überzeugung, dass ein Verbrecher wie Sahran Allusch, nur weil er weniger Menschen ermordet hat als Hitler, Stalin oder Pinochet, geeignet ist als „Demokrat“ für die „territoriale Unversehrtheit des Landes, religiöser Pluralismus, demokratische Wahlen und eine Übergangsregierung ohne Assad“ in Syrien zu sorgen?
Ich gebe Ihnen meine klare Antwort: Nein! Dieser Mann hat im Namen des Islam gemordet, dieser Mann und seine mordenden „moderaten Rebellen“ wurden von einer ausländischen Macht finanziert um die legitime Regierung Syriens zu stürzen. Seinen eigenen Tod hat er billigend in Kauf genommen und erfahren. Er war kein Freiheitskämpfer! Er hat sich nicht für die Freiheit eingesetzt, nicht für Demokratie, nicht für die Schwachen und nicht für die Gleichheit der Menschen und Religionen.
Ich schäme mich für Sie, Frau Böhm. Ihnen fehlen Menschlichkeit und der Sinn für gelebtes Menschen- und Völkerrecht. Aber auch ein einfachstes Demokratieverständnis fehlt Ihnen, denn Sie argumentieren, wir, der „schweigende Westen“ sollen einen Kriegsverbrecher und Mörder beim Aufbau eines demokratischen Syriens mithelfen lassen. Nein Frau Böhm, die Syrer müssen selbst Ihren Präsidenten wählen und wenn die wieder Assad wählen, dann können Sie nur wutschnaubend in das Kissen heulen, aber es geht Sie eigentlich einen Scheißdreck an. Alles andere ist imperiale Überheblichkeit. Ich wünsche den friedliebenden Menschen in Syrien, dass Sie sehr bald heulen mögen.
Der LinksLiberale“
.
dieser hervoragende Beitrag sollte (genau wie der vom DerLinksliberale im Kommentarbereich) so viel wie möglich an Anführer und Mitläufer gesendet werden.
Er ist dann Beleg, dass sie sehr wohl unterrichtet waren rsp. wurden.
Das „Wir haben nichts gewusst“ muss dann durch „Wir haben (aus verschiedenen Gründen) bewusst etwas anderes verbreitet“ ersetzt werden.
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Die Tragik am Glauben versus Tatsachen prüfen ist, das der Mensch zum grössten Teil nur existieren kann weil er an etwas glaubt. Uns bleibt auch nicht anderes übrig, wir haben keine Wahl als zu glauben denn würden wir alles was wir sehen, hören, lesen jedes mal auf Tatsachen und Wahrheit prüfen wollen kämen wir keinen Schritt mehr weit…
Nur deshalb auch kann man Lügen, Auslassen, Verdrehungen, Widerholungen, Hetzen gegenüber anderen Interessen, Anliegen und Meinungen durch ständiges Widerkäuen in unsere Köpfe reinhämmern. Je früher im Leben eines jeden Menschen das gemacht wird desto fester sitzen später, in der Regel ein Leben lang, diese Weltbilder.
Zum guten Glück aber ist die Natur nicht dermassen blöd wie der Mensch und hat uns zusätzlich einige Grundlagen mitgegeben die es verunmöglichen das man mit Propaganda eine ganze Gesellschaft vollständig homogenisieren kann. Der Versuch dies tun zu wollen erkennt man in ständigen impertinenten Widerholungen die uns in vielfacher Weise begleiten. Die lügereien der Dienste und Produktewerbung basieren ebenfalls darauf…
Es gibt Menschen die verdienen inr Auskommen mit den Händen, es gibt Menschen die verdienen ihr Auskommen mit dem Kopf und es gibt Menschen die verdienen ihr Auskommen mit dem Mund… zu guter letzt gibt es noch die Kapitaleigentümer die alle anderen für sich arbeiten lassen.
der beitrag erinnert mich an die farce de vereihung des büchner-preises. hieß es doch vor ein paar jahre in der laudatio, der weg der (französischen) revolution müsse unweigerlich in auschwitz enden. bürgerliches mindsetting at its best
Anfang 2015 hatte ich einen Disput mit der Redaktion des Herrn Jauch(e), er „diskutierte“ mit Politikern, es war schon damals uneträglich und damals schrieb ich:
„Guten Tag Herr Jauch,
es ist nach Ihrer gestrigen Sendung schwierig Ihnen sachlich zu schreiben oder gar zu antworten. Zu meiner Beruhigung muss ich allgemein anfangen.
Sie beschäftigen sich in Ihren Sendungen von Zeit zu Zeit mit der Ukraine…d.h. mit dem Ukrainekonflikt und das seit Anfang 2014. Ich habe mir erlaubt Ihre Sendungen zum Thema Ukraine zu recherchieren…und auch ihre Aufmachungen / Titel zu den Sendungen:
02.03.2014 Thema: „Putins Machtspiel-gibt es jetzt Krieg?“
23.03.2014 Thema: „Putin der Große-wie gefährlich ist Russland?“
04.05.2014 Thema „Kriegsgefahr in Europa-ist Putin noch zu stoppen?“
16.11.2014 Thema: „Das Putin Interview-wohin steuert der Kreml Chef?“
23.11.2014 Thema: „Antwort an Putin-Nachgeben oder Härte zeigen?“
08.02.2015 Thema: „Schicksalstage in Europa-auf wen hört Putin noch?“
22.02.2015 Thema: „Merkels Mission-wie groß ist die Hoffnung auf Frieden?“
Auffällig ist, dass das Wort „Ukraine“ in Ihren Aufmachern nicht vorkommt…in 6 von 7 Titeln aber der Name „Putin“ und dazu „Krieg“, „gefährlich“, „noch zu stoppen“, „…Härte zeigen“ und „Schicksalstage“. Wieso fehlt die Ukraine in ihren „reißerischen“ Titeln…ist hoffentlich Zufall
Jetzt schauen wir uns einfach Ihre letzte Sendung noch einmal an und zählen mit…und ich bitte um Verständnis dafür, wenn hier und da meine Mitzählaktion nicht genauestens ist, die Tendenz stimmt aber.
Sie und Herr Röttgen haben in der letzten Sendung „Merkels Mission-wie groß ist die Hoffnung auf Frieden?“ den Botschafter Russlands bei seinen Erläuterungen insgesamt 16mal während seiner Ausführungen korrigierend unterbrochen.
Im Verlauf der Sendung wurde von Ihnen Herr Jauch, von Herr Röttgen und dem ukrainischen Botschafter mindestens 49mal unwidersprochen behauptet, dass die Separatisten verantwortlich für den Bürgerkrieg sind.
Nur 8mal wurde auch eine Wahrnehmung der Verantwortung der ukrainischen Regierung gefordert bzw. betont (und das auch nur vom russischen Botschafter).
Herr Jauch, Sie haben insgesamt mindestens 8 Suggestivfragen gestellt, d.h. Ihre Fragestellung hatte eine unbewiesene Behauptung als Fakt vorausgesetzt.
In der Sendung wurde 9mal direkt von Ihnen Herr Jauch, von Herrn Röttgen und dem ukrainischen Botschafter dem russischen Staat unterstellt eine Aggression gegen Europa vorzubereiten oder das atlantische Bündnis / Europäer spalten zu wollen.
Den Separatisten wurde über 30mal von Herrn Röttgen und dem ukrainischen Botschafter unterstellt (ich konnte wirklich nicht mehr mitzählen) diese würden die Waffenruhe brechen.
Zu den „extrem rechten“ Nationalisten der ukrainischen Nationalgarde (mit Foto) haben Sie, Herr Jauch, aber nur zweimal wegen der Wahrscheinlichkeit des Bruchs der Waffenruhe freundlichst nachgefragt. Keine weiteren Fragen dazu, auch nicht von dem Russland “Experte“ und Demokraten Herrn Röttgen!
Sie zeigen uns, Herr Jauch, ein Foto…das Assow – Bataillon mit Hakenkreuzfahne und NATO-Flagge und jetzt wird mit strengem Blick der ukrainische Botschafter befragt…Der Botschafter sagt in geübter Manier sinngemäß und erläuternd: … wir haben keine „extrem rechten“ Parteien mehr im Parlament…und die bewaffneten extrem rechten Nationalisten in der Nationalgarde unterstehen der ukrainischen Armee und deshalb halten diese Leute die Waffenruhe ein…
An dieser Stelle ist aber mal wirklich „Schluss mit lustig“. Die bewaffnete Sturmabteilung der NSDAP war auch nicht im Reichstag, aber deren Führer waren teilweise Abgeordnete im Reichstag! Die Funktionäre der Swoboda Partei, des Rechten Sektors und dieser „Nationalgarde“ sind teilweise in der regierenden Jazenjuk-Partei „Volksfront“ aufgegangen (zum Beispiel .eben genau dieser Andrij Bilezkij, Chef des Assow-Bataillon).
Herr Jauch, Ihre Sendung und Ihre parteiische Moderation ist ein Bestandteil dieses Konflikts, Sie haben einseitig Partei ergriffen für die ukrainische Regierung und für diese „Nationalisten“. Sie wuseln sich in Ihrer Sendung mit geheuchelter Neutralität durch. Sie sind aber weder neutral noch ein investigativer Journalist…Sie sind ein parteiischer Moderator, Ihre Motivlage ist wohl eher dem rechten Spektrum zu zuordnen.
Es ist wieder soweit, die Faschisten feiern fröhliche Auferstehung und das deutsche Fernsehen hilft mindestens durch Verschweigen!
Ich würde Ihnen noch ein paar reißerische Titel (gemäß dem bisherigen Niveau Ihrer Aufmacher) für die nächsten Sendungen zur Ukraine empfehlen wollen:
„Der russische Bär- will Putin unseren Honigtopf leer fressen“
oder
„Russland der tönerne Kollos- Putins Reich ist am Ende“
oder
„Das russische Imperium schlägt zurück-Putin, die dunkle Seite der Macht“
oder
„Russlands Gas- warum liegt unser Gas und Öl in russischer Erde?“
Ich hoffe Herr Jauch ich konnte Ihr geistiges politisches Niveau und Ihre Einstellung mit diesen Empfehlungen treffen
Ich habe aber noch einen Wunsch an „unsere“ gut bezahlten Moderatoren, darf ich? Ich sag einfach ungefragt ja und Danke!
…ich wünsche den Moderatoren (und Journalisten) in Deutschland, dass Sie endlich Ihrer humanistischen Verantwortung gerecht werden und die Nazis in der Ukraine ans Licht zerren und beim Namen nennen, das gilt dann auch für die russischen und die deutschen Nazis!
Und wegen einer früheren Sendung bei Ihnen (in anderer kriegerischer Sache) wollte ich bei dieser Gelegenheit noch ein Wunsch äußern.
Ich wünsche mir,
…dass der afghanische Verteidigungsminister niemals die Idee hat: „Die Freiheit Afghanistans wird auch in den Alpen verteidigt“ …und falls doch,
…dass wegen dieser Verteidigung der Freiheit Afghanistans keine Drohne eines Bündnispartners irrtümlich eine Hochzeitsgesellschaft in Bayern abschlachtet.
Und falls doch
…dass die afghanische Regierung wegen dieses „Kollateralschadens“ dem übrig gebliebenen Bräutigam, also dem Seppl, nichtauch noch 500 € für jeden Toten zahlen muss
und falls doch
… wünsch ich mir, dass Seppl nicht das Geld nimmt und damit seine Terroristenausbildung bezahlt (Motiv: Rache!)
Wissen Sie Herr Jauch, mir kommt der Berliner Maler Max Liebermann in den Sinn, der hat beim Ansehen des Fackelzuges zur Machtergreifung Hitlers gesagt:
„Ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte.“
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Linksliberaler H. R. …“
Es ist einfach nur schlimm, dass dies zu ziemlich dem Standard entspricht, den der Konsument hinter dem eisernen Nato-Vorhang zu hören und zu sehen bekommt, sofern er sich nicht auf die Suche abseits der Staats- und Konzernpresse begibt. Mein Beilied, dass Sie sich das alles angetan haben, wohlwissend über die unsachliche Arbeitsweise des Propagandisten Jauch.
Gab es darauf eine Antwort? Ich rate mal: a. nein oder b. so etwas wie „Wir bedauern, dass Sie nicht zufrieden waren. Wir sind immer bemüht, blabla“ – ?
@invernale…ja die haben geantwortet…und ich auch…
Sehr geehrter Herr Günther Jauch,
nach meinem letzten offenen Brief an Sie, hat mir Ihre Redaktion mitgeteilt….
“Sowohl der Sender als auch die Sendung und somit der Moderator sind keiner politischen Instanz verpflichtet. Sollten Sie persönlich den Eindruck der Einseitigkeit oder Parteinahme gehabt haben, tut uns dies leid.“…
Ich habe mich geschämt, ich hatte Sie bisher einer politischen Instanz zugeordnet…das war falsch, denn es gibt tatsächlich keine politische Instanz der Sie sich verpflichtet fühlen. Jetzt habe ich mir Gedanken zur Wiedergutmachung gemacht und ich habe ein neuartiges Spielformat für Sie erdacht. Das spart Ihnen Kosten, allerdings erbitte ich einen kleinen Obolus für den Fall der Verwendung meiner Idee. Die Spielidee ist dem Sendeniveau der „Öffentlich Rechtlichen“ und „Privaten“ angepasst und entsprechend einfach. Das Quiz Ratespiel kann von Ihnen Herr Jauch auf Grund Ihrer bisherigen Erfahrungen im Spiel-und Talkbetrieb sofort moderiert werden und das fängt an mit….
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…Einmarsch des Kandidaten (in) und von Günter J. unter den Klängen des Radetzkymarsches.
Der / die Kandidat (in) krabbelt auf seinen Hocker und Günter J. auf seinen…
…Licht aus –Spot an:
Günter J. frägt eine Frage aus dem aktuellen oder historischem Politikgeschehen und der Kandidat darf aus vier vorgegeben alternativen Antworten wählen. Ist die Antwort richtig oder nur ein wenig falsch bekommt er ein „HARTZ IV Kuscheltier“, nämlich das plüschige Faultierchen. Wenn er 10 Faultierchen hat, darf er den Hauptpreis in Empfang nehmen und das wäre:
Gutschein für eine Panzerfahrt durch die Magdeburger Börde oder russische Tundra (je nach politischer Weltlage) und dazu gibt es noch ein Jahresabonnement Bild Zeitung oder gleichwertig Spiegel, Focus, FAZ, Welt…
Es gibt 5 vorgegebene Themen mit „ Anruf-Joker“ (damit Ihre Redaktion nicht nachdenken oder investigativ sein muss, gebe ich Ihnen direkt nach der alternativen Antwort den Buchstaben der richtigen Antwort vor):
Zum Thema: Keine Nazis in der Ukraine
Ostbeauftragte der Grünen: Frau Marie Luise Beck (EU-Grünen Abgeordnete)
Zum Thema: Freiheit
Spezialgebiet sind… Fragen wegen der notwendige (nationalen) Erhöhung der Wahrnehmung der Verantwortung zur Durchsetzung für mehr Freiheit in und um Deutschland und deren Basis als wachsende Rolle für die Bedeutung der christlich, westlichen Grundwertegemeinschaft unter Berücksichtigung der Ablehnung der SED-Diktatur, aber auch nach Auswertung der NSA Protokolle mit Blick von der Westerplatte auf den 2. Weltkrieg.
Bundespräsident der Deutschen: Herr Joachim Gauck
Zum Thema Militär:
Spezialgebiet: Fragen von friedlichen Militäreinsätzen, mit Entsendung von Soldaten und Lieferung von sauberen, chirurgischen Präzisionswaffen, sowie nichtbewaffneten Panzern zur gemeinsamen euro- atlantischen Bekämpfung von moskautreuen, pekingtreuen, damaskustreuen und belgradtreuen Separatisten („Hufeisenplan“)…aber auch Menschengruppierungen, die die westliche Demokratie und westliche Zahlungsmittel nicht gleich wollen:
Bertelsmann-Lobbyist: Herr Elmar Brok (EU-CDU Abgeordneter)
Zum Thema: Russland
Aber nur bei folgender Frage: Darf (k)ein russischer Kreml-Putin-Kritiker auf einer Brücke laufen, ohne von Putin (mit nacktem Oberkörper auf einem Tiger im tiefen Schnee reitend) erschossen zu werden? Achtung hier ist ein hilfreicher Zusatzjoker eingebaut, denn unser Experte kennt bereits vor der Tat und vor dem Ermittlungsergebnis den Täter,
Neutraler Russlandexperte und Journalist (unabhängig): Herr Boris Reitschuster oder in Fachkreisen auch als „Nostradamus des Antiruss“ bekannt.
Zum Thema Sport , Mindestlohn:
Bei Fragen zum Abseits im Fußball, Verschattung von Stadien und Mindestlohn für Nepalesen.
Salih bin Ghanim bin Nasir al-ALI (Sportminister Katar)
So jetzt geht es aber los mit unserem Quizz…
1. Frage:
Wann will Russland Deutschland überfallen?
a) völliger Blödsinn, die sind doch schon da
b) die müssen doch erst durch Polen, wir haben noch Zeit
c) Die NATO hat gesagt: Morgen oder so…
d) Nix Überfall auf uns, wir greifen die doch vorher an (wie immer)
(RICHTIG: c)
Frage:
Welchen Ehrennamen hatte bis 2014 das „Forschungszentrum für Politik“ der Swoboda Partei in der Ukraine?
a) Mahatma Gandhi
b) Nelson Mandela
c) Mutter Theresa
d) Josef Goebbels
(RICHTIG: d)
Frage
Warum tragen einige Bataillone der ukrainischen Nationalgarde Hakenkreuzfahnen, SS-Runen und Wolfsangel?
a) Weil es Vorkämpfer der europäischen Demokratie sind und sie setzen nur auf den hohen Wiedererkennungswert dieser Zeichen in Europa
b) Weil das Hakenkreuz sich leichter malen lässt als ein Russenstern
c) Weil das Hakenkreuz eigentlich dass germanische Sonnenrad symbolisiert und die Soldaten sich nur Sonnenwärme wünschen (ist nämlich oft so kalt in der Ukraine)
d) Ist mir egal, die Hauptsache es sind keine Griechen
(RICHTIG: a, b, c, d)
Frage
Wieviel Einwohner und Ethnien hat Russland?
a) rd. 143.000.000 Menschen, 160 Ethnien
b) lt. Oleg Tjagnibok (2014 ehem. ukrainischer Minister) keine…sind alles nur „Russensäue“
c) Da gibt es nur Bären
d) 1 Einwohner und der ist Russe und heißt Putin
(RICHTIG: a)
Frage
Der Radio- Sender WDR 2 hat in seinen Nachrichten am 13.02.2015 informiert, dass Großbritannien 75 „unbewaffnete“ Panzer an die Ukraine geliefert hat! Welche der nachgenannten Gegenstände sind ebenfalls nicht bewaffnet?
a) 75 Pistolen
b) 75 Maschinengewehre
c) 75 Mini-Nuggets Atombomben
d) 75 Butterblümchen
(RICHTIG: d)
So Herr Jauch….Halbzeit, jetzt sollten Sie die bisher gewonnenen plüschigen Faultierchen mit dem Kandidaten zählen …und Werbung…jetzt geht’s weiter
Frage
MH 17 wurde offensichtlich abgeschossen und alle Militär- Experten haben nichts gesehen oder gehört. Unsere Leitmedien (ARD; ZDF; Bild, Spiegel, FAZ, Welt…) können aber mit großer Gewissheit sagen, dass es die Russen bzw. die russischen Separatisten waren. Woher wissen dass unsere Medien?
a) Außerirdische haben es den deutschen Medien über die NSA verschlüsselt mitgeteilt
b) Herr Nostradamus alias B. Reitschuster hatte das schon lange vor dem Absturz gewusst und den Medien sofort offenbart.
c) Frau Beck hat Ihre Bekannten in der Ukraine hochnotpeinlich befragt und es den Medien „durchgesteckt“
d) Herr Brok konnte auf dem Maidan direkt den Absturz beobachten (einziger Augenzeuge, wie damals 2014 bei den Scharfschützen auf dem Maidan) und hat es sofort dem NATO Oberbefehlshaben vertraulich zugeraunt.
(RICHTIG: a, b, c, d)
Frage
„Krieg ist ein Zustand, bei dem Menschen aufeinander schießen, die sich nicht kennen, auf Befehl von Menschen, die sich wohl kennen, aber nicht aufeinander schießen.“
Wer hat das gesagt?
a) A. Hitler
b) B. Shaw
c) A. Merkel
d) D. Kübelböck
(RICHTIG: b)
Frage
Das „ Lustrationsgesetz“ der demokratischen Ukraine dient…
a) der ungestörten Lustwahrnehmung eines ukrainischen Bürgers auf einem Rummel oder der Kirmes
b) dazu, die Lustbefriedigung der ukrainischen Patrioten durch Onanie zu unterbinden
c) dazu, politisch Andersdenkende in Mülltonnen zu stopfen und öffentlich zu diskriminieren
d) der russischen Propaganda
(RICHTIG: c)
Frage
Wegen häufiger falscher Bilder und geschilderter Sachverhalte anlässlich des Ukrainekonflikts erklärt das ZDF auf Nachfrage “Die Flut der verfügbaren Bilder überfordert sicher viele Medien…., weshalb sich Fehler in der Berichterstattung mehren“. Das betraf im Jahr 2015 wegen der immensen „Bilderflut“ rd. 2.000 (vielleicht mehr oder weniger) Berichte der deutschen Medien…Was würden Sie in „%“ schätzen, wie oft die unwahren Ukraine – Berichte und „Fehler“ versehentlich immer die Russen einseitig belastet und diskriminiert haben?
a) 100%
b) 99%
c) 98%
d) 0%
(RICHTIG: a)
Frage oder auch „Millschonen – Frage“
Auf der Welt verhungern jeden Tag rd. 10.000 Kinder, d.h. je Stunde rd. 417 Kinder und in der Minute rd. 7 Kinder und jetzt frage ich Sie die ultimative Gewinnerfrage:
Welche Farbe hatte das Kostüm unserer Kanzlerin als sie mit dem Präsidenten Obama dem Diktator Putin Ihre Entschlossenheit zum bewaffneten Kampf gegen den Krieg der Rebellen der Ostukraine mitgeteilt haben?
a) Blutrot
b) Leichenblass
c) Eiter- und blutbefleckt
d) Atomaschegrau
(RICHTIG: a oder d)
Frage als Schätzfrage
„Sport dient der Völkerverständigung“…in Katar hat es bisher 1.200 Tote (fast alles Nepalesen) in 3 Jahren wegen der Arbeitsbedingungen zur Errichtung der Sportstätten gegeben. Somit bisher jedes Jahr 400 Tote durch Verdursten, Infarkte und Hitzeschocks. Was glauben Sie gab es mehr Tote durch unmenschliche Arbeit innerhalb von 3 Jahren im
a) KZ Ausschwitz
b) KZ Dachau
c) KZ Bergen Belsen
d) KZ Saschsenhausen
(RICHTIG: a, b, c, d)
Wenn der Kandidat jetzt 10 Plüschtiere hat…dann aber ab in den Panzer….
Es grüßt Sie wieder einmal Ihr
Linksliberaler H. R.
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dieser Beitrag sollte so viel wie möglich gepostet werden.
Außerdem ist er Beleg, dass Anführer und Mitläufer sehr wohl unterrichtet waren rsp. wurden.
Das „Wir haben nichts gewusst“ muss dann durch „Wir haben (aus verschiedenen Gründen) bewusst etwas anderes verbreitet“ ersetzt werden.
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@DerLinksliberale
Tapfer! Gefällt mir sehr.
@Marie: Ja, genau, auf den Text der „Publikumskonferenz“ hatte ich mich bezogen. – Richtig ist zweifellos, daß der Medienkonsument nicht nur informiert, sondern auch unterhalten werden will. Soweit er an Informationen interessiert ist, sucht er allerdings solche, die zutreffen. Der Kauf von Informationen war im Lokaljournalismus noch nie reine Vertrauenssache, weshalb dort die Trennung von Bericht und Kommentar immer noch einigermaßen funktioniert und die Berichte entsprechend sachlich ausfallen. Jeder Lokaljournalist weiß, daß über fast jeden öffentlichen Vorgang wenigstens ein Teil seines Publikums mindestens ebensoviel weiß wie er selbst. Wenn er z.B. den Bericht über die Renovierung der Kirche von Unterdorf mit einem Foto der Kirche von Oberdorf illustriert, hat das zwar schon Unterhaltungswert, aber nur für die nächste Prunksitzung der örtlichen Karnevalsvereine (da hilft es nicht einmal, wenn er „Symbolbild“ dazuschreibt).
Der Sachverhalt muß stimmen, und er muß so formuliert sein, daß jeder von dem Thema betroffene Leser ihn wiedererkennt. Erforderlich ist deshalb die Nennung aller wichtigen Fakten einerseits und der Verzicht auf Wertungen andererseits (das gilt auch und insbesondere für Themen, die kontrovers sind oder kontrovers werden können). Erfüllen Berichte im großen und ganzen (und mehr darf man von unter Zeitdruck verfaßten Texten nicht erwarten) diese Anforderungen, ist auch ein ungnädig gestimmter Leser bereit, gelegentliche und als Versehen erkennbare Fehlleistungen zu verzeihen und gegebenenfalls über den Senf hinwegzusehen, der im Kommentar steht. Erfüllen Berichte diese Anforderungen nicht, verliert die Zeitung ihre Leser (das gilt auch für Monopolisten).
Die Dreistigkeit der transatlantisch orientierten Politikredaktionen liegt in der Uneinsichtigkeit und der Aggressivität, mit der sie auf dem, wie man sieht, nachgerade ostentativen Verstoß gegen journalistische Grundregeln beharren, die im Lokaljournalismus immer schon selbstverständlich waren und es heute noch sind. Das Gejammer über das Internet kommt dabei nicht von ungefähr. Das Netz ersetzt zumindest teilweise die soziale Kontrolle, die im Lokalen die ortsansässigen Leser ausüben.
Demgegenüber ist das gelegentliche Gejammer (nämlich dann, wenn eine Politikredaktion sich ausnahmsweise einmal zu einer Korrektur oder einer Entschuldigung bereitfindet) über den Zeitdruck und andere einschränkende Arbeitsbedingungen bloße Augenwischerei. Lokaljournalisten unterliegen denselben Bedingungen und machen – tatsächlich aus Versehen – deshalb manchmal Fehler, ohne daß ein verständiger Mensch ihnen einen Strick daraus drehen würde.
Sehr guter Beitrag. Überrascht hat mich, daß bei den ÖRs Antijournalismus nicht nur praktiziert, sondern tatsächlich auch gelehrt und als vorbildlich empfohlen wird. Der „narrative“ Stil – Verzicht auf die Unterscheidung von Realität und Fiktion – zieht die Aufgabe der Unterscheidung von Tatsachen und Meinungen sowie die Vermengung der Stilformen Bericht und Kommentar zwangsläufig nach sich.
Die Trennung von Nachricht und Meinung ist aber das Fundament von seriösem Journalismus. Bislang hatte ich die Kontaminierung nachrichtlicher Texte mit kommentierenden Elementen für das bloße Ergebnis eines berufsethischen Schwundprozesses gehalten. Anders, freilich nicht besser, sieht es natürlich aus, wenn die journalistische Verwahrlosung von den Verantwortlichen nicht nur geduldet, sondern gefördert, wenn nicht sogar gefordert wird.
Wobei fraglich ist, ob dies von vornherein mit propagandistischen Absichten geschieht. Schließlich ist der Trend zur Fiktionalisierung der Realität nicht nur bei den Medien, sondern z.B. auch in der Politik zu beobachten. Das Denken in willkürlich konstruierten Narrativen gehört zum Zeitstil.
liest du die lehrmethoden zur märchenstunde aus diesem text oder weißt du dazu genaueres? so viel ich weiß, ist ja uwe krüger ein dozent der für journalistik in leipzig und leistet hervorragende aufklärung.
andererseits weiß natürlich jeder „händler“ – auch der mit nachrichten und politik – wie fantastische storys zu dem „produkt“ das (kauf)interesse fördern und praktizieren dies seit 1001 nacht erfolgreich.
klares wissen über das produkt und die richtigen hinterfragungen sind eigenverantwortlich von jedem „kunden“ wichtig, um nicht getäuscht zu werden.
dass ein medienprodukt sich den interessen seiner „verkäufer“ bedient,ist somit nicht verwunderlich.doch jeder findet ja den „verkäufer“ seines vertrauens und kann die scharlatane ignorieren. bei einem gesamtstaatlichen system ist dies schwierigen, sich den dem zu entziehen (lehrer, ärzte, wissenschaftler, journalisten …) -führt aber letztendlich zu vertrauensverlust in das system – und das ist der jetzt-zustand.
supertoller beitrag! warum??? weil er eine wichtige stufe der aufklärung weiter geht – und wie es schon mausfeld erfolgreich gezeigt hat: die aufklärenden argumente gehen auf ihren geschichtlichen ursprung zurück und zeigen die entstandenen begriffsverdrehungen klar und überzeugend.
großen dank und sehr gern weiter so:-)))
„„Leider [sic] haben die Leute das gemerkt, dass auch unsere Berichte geprägt sind“, bedauert die Leiterin der Abteilung Innenpolitik des NDR Anja Reschke in ihrer viel zu wenig beachteten Dankesrede anlässlich ihrer Auszeichnung zur Journalistin des Jahres 2015.“
Diese Verkürzung des Zitats ist ARD-ZDFwürdig.
Ich habs mir angeschaut. Ab 11,20 min. „Leider haben die Leute das gemerkt, dass auch unsere Berichte geprägt sind, immer durch uns. Es gibt keine neutrale ….“ Berichterstattung.
Das ist angelehnt an die Diskussion, ob eine Fotografie neutral sein kann. Kann sie nicht, da immer der Fotograf einfluß nimmt (Belichtung, Kamerastandpunkt usw.)
In soweit kann man eigentlich mit Frau Reschke einer Meinung sein. Nur was soll dieses „Leider haben die Leute das gemerkt“?
Zwischen persönlich gefärbten Journalismus (akzeptabel, da fast ein Naturgesetz) und Lügen, Unterschlagungen usw. ist aber doch noch ein riesiger Unterschied.
Das ist aber weder sinnentstellend noch aus dem Kontext gerissen. Zudem ist die Quelle verlinkt.
Es fehlt vielleicht die Konkretisierung, dass diese „Prägung“ eben nicht nur durch eine subjektive Betrachtung und unbewusste Wahrnehmungsfilter verzerrt wird, sondern aktiv politisch zugunsten der Eliten, die den Journalisten nur dann Job und Aufstieg bieten, wenn sie konform zu deren Erwartungen berichten.
Wo ist die Sinnentstellung?
Reschke bedauert, dass die Leute etwas gemerkt haben, allein das ist schon eine Frechheit und entlarvt ihr Verständnis über den Auftrag der Medien. Die Leute sollen nichts bemerken, sie sollen gehorchen und gefälligst bezahlen, um Reschkes kümmerliche Existenz zu bewahren.
Da sag ich auch danke. Sehr lesenswert. Aber die arbeit hat sich gelohnt
wow ! ich sehe licht am ende des tunnels. danke für eure arbeit !!
Die Geschichte der Medienlügen, auch – und gerade – von Staatsmedien, geht weit über unserer subjektiven Wahrnehmung hinaus. Bei allen einschneidenden Ereignissen in der Weltgeschichte wurde medial gelogen und Propaganda betrieben, seit es den Zeitungsdruck gibt. Und selten stehen/standen dabei rein privatwirtschaftliche Interessen einzelner Medienunternehmer dahinter. Die Leitlinien geben Ideologien vor. Und diese Welt war selten frei von Ideologien.
Was mich bei derzeitigen Analysen der Probleme etwas stört, ist, dass man immer bemüht ist aktuelle(re) Meldungen unter die Lupe nimmt, so dass der Eindruck beim Leser entstehen könnte, dass die Lügen der öffentlich-rechtlichen Medien tatsächlich relativ neu seien. Aber das sind sie mitnichten. Es gibt mittlerweile gut aufgearbeitet und dokumentiert z.B. die Lügen zum Kosovokrieg, die u.a. durch westliche Staatsmedien gestreut wurden.
Wie löchrig der Käse bereits war, der uns da immer wieder serviert wird, war m.E. spätestens 2008 im Kaukasuskrieg erkennbar, bei dem die, äh, „widersprüchliche“ ARD Berichterstattung und ein katastrophal geführtes, übersetztes und geschnittenes (sprich für Propagandazwecke entstelltes und gekürztes) Putininterview von dem damaligen Russlandkorrespondenten Thomas Roth dazu zwang, justamäng, die Zelte abzubrechen, kurzfristig medial abzutauchen und einen Job in Washington als US-Korrespondent (wo er auch als transatlantischer Propagandist naturgegeben hingehört) aufzunehmen. Gut geschult und gebrieft wurde er dann später Anchorman der Tagesthemen…. die Öffentlichkeit hierzulande vergisst schnell und so durfte er unumstritten weiter seine Propagandatätigkeit im Staatsfunk ausüben. Und um ihn herum ist das Netz der „embedded Journalists“ in der ARD noch weiter fein gesponnen worden.
In den USA ist man im Übrigen schon seit den 90ern weiter. Dort geht die Manipulation sogar schon so weit, dass man den Zuschauern vorgaukelt, Interviews an Orten des aktuellen Zeitgeschehens zu führen, die allerdings in Wirklichkeit in Studios von CNN, NBC, Fox usw. aufgezeichnet werden – vor Greenscreens. Auf dort agierende Crisis Actors muss ich nicht noch explizit eingehen. Bezahlte Leute, die vorformulierte Phrasen dreschen.
Hier ein sehr aktuelles Beispiel aus den USA zum Orlando Shooting.
Dieses Medienszenario erwartet uns hierzulande auch noch. Gescriptete Interviews, egal, ob augenscheinlich frisch aus München, Berlin, Hamburg oder Bad Salzuflen von unterschiedlichsten Orten im stündlichen Abstand …. inszeniert in EINEM Greenscreenstudio.
„Was mich bei derzeitigen Analysen der Probleme etwas stört, ist, dass man immer bemüht ist aktuelle(re) Meldungen unter die Lupe nimmt, so dass der Eindruck beim Leser entstehen könnte, dass die Lügen der öffentlich-rechtlichen Medien tatsächlich relativ neu seien. Aber das sind sie mitnichten. “
Natürlich wurde schon immer manipuliert, allerdings bisher noch niemals in diesen Dimensionen und zur Unterstützug von Faschisten wie seit dem US-gesteuerten Putsch in Kiew 2014.
Das war der absolute Wendepunkt von Halbwahrheiten hin zu goebbelsgleicher kriegstreiberischer Lügenpropaganda, die uns alle direkt gefährdet.
Ansätze davon waren allerdings schon während des NATO-Krieges gegen Jogoslawien 1999 zu erkennen, da gebe ich Ihnen Recht.
Doch selbst die von Ihnen dargestellte Dimension ist noch tiefer und mehrdimensionaler als auf dem ersten Blick ersichtlich. Und vergessen sie den Faktor Zeit. Die von mir aufgeführten Ereignisse – Kosovo und Kaukasuskrieg gehören mit auf diese Ebene. Die Puzzleteile setzen sich so nacheinander zusammen. Sieht man ja auch daran, dass man auf diese Mietmäuler von damals auch heute wieder setzt (siehe z.B. Thomas Roth)
Uns kommt nur vieles noch verlogener vor, weil wir als Otto Normalverbraucher mittlerweile die Instrumente in der Hand haben, um diese Lügen aufzudecken und die dreckigen Spielchen allmählich sichtbar zu machen. Die Aufklärungslawine rollte in den Jahren bis 2005 noch nicht in dem Maße. Erst seit YT, wikileaks u.ä. sich allmählich etablieren konnten…. unsere Wahrnehmung hat sich verschärft. Würden unsere Medien noch funktionieren, wie es vor dem www war, dann hätten wir einen komplett anderen Eindruck des Weltgeschehens, einseitiger, würden im Sinne der medialen Kontroll- und Steuerungsmedien handeln und denken.
Die Faschisten sind ein Spielball der Global Player, denen auch die Medien unterstehen. Zeitgleich werden auch islamistische Fundamentalisten (bzw. eigentlich NATO gesteuerte Söldner) in Syrien und Irak medial hierzulande und in der westlichen Medienlandschaft hofiert, wenn es gegen Russland und Assad geht. Faschistische Kräfte wurden medial schon immer hofiert, wenn sie den Interessen der globalen Eliten nützlich sind. Siehe Europa vor ’39 mit Hitler als Coverboy und „Man of the year“ des Time Magazines, oder die sanfte Berichterstattung des Westens über lateinamerikanische faschistische Diktaturen. Die CIA hat in ihrem Vorhof schon immer gern Faschisten finanziert und ausgestattet, die angeschlossenen Medien haben da doch weitestgehend gut mitgespielt.
Übrigens, da ich den Kaukasuskrieg erwähnt habe. Randnotiz dazu. Interessant, was man in wikipedia zum Hauptverantwortlichen zum Konflikt findet, der neuerdings ja Berater in der ukrainischen „Regierung“ ist.
Kein Scherz! Zitat:
„Saakaschwilis Name ist mit der Abschaffung der Alltagskorruption und dem Aufbau eines funktionierenden Staates in Georgien verbunden.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Micheil_Saakaschwili
Ein schönes Beispiel dafür, wie auch dort die Manipulation weiter Fahrt aufnimmt.
Ich gebe Ihnen vollkommen Recht, dass die Manipulation viel weiter reichts als alle hier genannten Ereignisse. Je weiter man zurück blickt, desto schwieriger wird es aber, die Lüge als solche zu enttarnen, denn die komplette “westliche“ Geschichtsverfälschung wird seit Jahrhunderten als wahr empfunden – überall. Kleines Beispiel? Der Angriffskrieg Israels auf Ägypten, der als Verteidigungsmaßnahme (wohl gemerkt überwiegend gegen Zivilisten!) dargestellt wird. Von der “Gründung“ dieses “Staates“ ganz zu schweigen. Und das hat leider nichts mit Anti-Semitismus zu tun.
Bitte hört auch zu betteln! Ihr bittet um die Nichtlöschung von Beiträgen aus der Mediathek, die ich als unterwürfig empfinde. Sichert die Beiträge auf eurem Rechner!
Ladet sie auf YT hoch und sollten sie dort verschwinden, werden sie erneut hochgeladen oder man sucht Alternativen. Das System wird euren Bitten nicht entsprechen, denn es geht hier ums nackte Überleben und da wird jedes Mittel recht sein, um dies zu sichern.
Ich sehe hier keine Vertrauenskrise gegenüber dem ÖR. Wenn das Vertrauen verspielt ist, gibt es kein Zurück mehr.
„Guilt by association“: Ich würde dem entgegenhalten, wenn Goebels einmal ‚Guten Tag‘ gesagt haben sollte, ist die Verwendung dieses Grußes wohl auch ein Goebels-Zitat und daher höchst verwerflich.
…das ist ja großartig, was die Maren da auf der Publikumskonferenz zusammengestellt hat! Respekt! Kommt sie etwa aus den Kommunikationswissenschaften? Wunderbar, wie sie das alles so gründlich durchgeht. Lesenswert. Danke Maren, danke Dok.
„Man“ ist da im Hintergrund höchstwahrscheinlich ganz froh über die Entwicklung das die Masse SOWIE gar die wenigen ernstzunehmenden Medienkritiker den Begriff „Lügenpresse/Fernsehen“ führen. Wie dies ? Nun, das lenkt wunderbar vom eigentlichen!!! Auftrage ab, der am ehesten mit dem Begriff Verwirrungsstifter oder Verdreher oder Ablenkungsindustrie zu bezeichnen wäre. Würde es sich beim medialen Auswurf ausschließlich um Lügen handeln, wäre es einfach, nein, gar zu einfach: Man bräuchte ja nur das diametral Entgegengesetzte annehmen und wäre wieder im Takt.
So einfach darf man das allerdings nicht abtun, die Schafherde soll schlicht informell zugebomt werden, einfach völlig verwirrt, individuell entwurzelt und haltlos werden. Das sieht man ja an den vielen eigentlich sonst unerklärbaren Kehrtwenden, die da durchaus innerhalb weniger Wochen vollzogen werden. Gestern noch des Presse´s Liebling, heute geschaßt, morgen zerrissen. Die Mittelstufe kann da auch ganz weggelassen werden. Das geht bis zum Sähen von „Freund“- und „Feind“schaften zwischen ganzen Völkern als notwendige Vorbereitung zum Aufeinanderhetzen. Haben wir ja derzeit mit Rußland bzw. in der Vergangenheit auch mehrfach „erfolgreich“ gehabt.
Wie im Vortrag des Prof. Mausfeld richtigerweise gesagt muß da eine ungeheure -und wie ich jahrelang betone viel zu unterschätzte- Macht dahinterstecken, eigentlich friedliebende Massen (verschiedene Völker oder gar innerhalb der Eigenen) aufeinanderzuhetzen und sich umbringen zu lassen. Das schafft nur eine große perfide Verbrecherorganisation. Mit dem quasi schon fast wieder lieblich anheimelnden Begriff „Lügenpresse“ sollte man da sehr vorsichtig sein. Das haben die auch nicht zum Spaß zum „Unwort“ gemacht, das gefällt Denen nämlich insgeheim weil´s vom Eigentlichen ablenkt.
Ja! Und R. Mausfeld hat klar gesagt, dass der Begriff „Lügenpresse“ eigentlich schon falsch ist weil er suggeriert, dass die „Leitmedien“ die Aufgabe hätten, den Menschen die Wahrheit zu sagen. Und genau das ist der Irrtum. Die Medien sind ein Machtinstrument der herrschenden Klasse, um die Schäfchen beisammen und auf dem gewünschten Kurs zu halten.
Dieses Machtinstrument löst sich gerade ziemlich rasant in Rauch auf! Ein Paradebeispiel für die aus dieser Erkenntnis gewachsene Verzweiflung der Eliten, ist der folgende Kriegshetzer-Artikel in der WELT von R. Herzinger:
http://www.welt.de/politik/article157605794/Der-Westen-muss-Putin-jetzt-endlich-stoppen.html
LG
„Der Begriff der Lüge war niemals ein Unwort, solange er nur Teil der Kritik war an den privaten Medien. Der Vorwurf der Manipulation war niemals eine Verschwörungstheorie, solange er nur den privaten Medien galt. Zum Sakrileg wurde der Vorwurf der Manipulation erst in jenem Moment, als der von der ARD erhobene Vorwurf des „Lügenfernsehens“ gegen die bislang sakrosankten öffentlich-rechtlichen Sender selbst erhoben wurde.“
So ist es! Ging es um die Privaten, konnte sich der ÖR selbst noch als seriös und Hort der einzigartigen Wahrhaftigkeit darstellen. Dass die ÖR weit schlimmer sind als die Privaten ist mittlerweile klar. Das liegt daran, dass der ÖR von Politikern durchseucht ist und weil er mit Reichweite und seinem falschen Wahrheitsnimbus zum Ziel derjenigen wurde, die in Deutschland politische Hirnwäsche betreiben wollen. Wenn ein Stefan Gödde auf Pro7 mit einem Handkoffer voller Vorurteile und Hirngespinste nach Russland fährt, dann hat er diese von den ÖR eingetrichtert bekommen ohne dass ihm dies bewusst wäre.
Wie lässt sich der Russenhass des “Westens“ aus den Köpfen seiner Sklaven austreiben? Es gab bereits Anfang des 20. Jahrhunderts englische Postkarten, auf denen statt Russland eine “Russian desert“ stand. Liegt es am christlich-orthodoxen Glauben, der sich nicht an weltweiten katholischen Raubzügen beteiligen möchte?