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wdrDer in jeder Hinsicht (semantisch, politisch, soziologisch, geo­gra­fisch) schwachsinnige Vorwurf des „Anti­ameri­kanis­mus“ wird von der US-Propaganda und ihren Pros­ti­tu­ier­ten in den Medien immer wieder dann erhoben, wenn Verbrechen der USA nicht verharmlost, aus der Welt gelogen oder gerechtfertigt werden können und man jene, die es wagen, die US-Politik zu kritisieren, diffamieren und niederknüppeln muss. Anders als die Feststellung, dass es sich um „Prostituierte“ handelt, die in den trans­at­lan­ti­schen Medien für Geld das Maul aufreißen (Prostitution von lateinisch prostituere „nach vorn/zur Schau stellen, preisgeben“), handelt es sich beim „Anti­amerikanismus“ um eine ganz offenkundig substanz- und hirnlose Diffamierung.

© REUTERS/ Sergei Karpukhin

Laut deutscher Propaganda kann es sich nur um „Antiamerikaner“ oder „Autokraten“ handeln: Die beiden direkt vom Volk gewählten Präsidenten der zwei souveränen Staaten Türkei und Russland.

Schon die Tatsache, dass es keinen „Antideutschismus“, „Antifranzösismus“ oder ähnlichen Humbug gibt, verweist auf die politischen Hintergründe eines von transatlantischen Propagandisten erfundenen Wordings, das als Totschlagskeule dienen soll, um Kritikern das Maul zu stopfen. Dass dieses so offenkundig schwachsinnige Wording nur von schwachsinnigen „Journalisten“ benutzt wird, beweist einmal mehr Ralph Sina im WDR.

Ralph Sina war jahrelang ARD/WDR-„Korrespondent“ in Washington und welche Qualifikationen es dazu braucht, muss man eigentlich niemandem mehr erklären. Nun ist er für seine Verdienste in der Heimat des Hegemon zum Leiter des WDR-Studios in Brüssel befördert worden, wo er mit seiner transatlantischen Desinformation und Propaganda nahtlos anknüpfen kann. Auch Sina musste heute angesichts des Besuchs des Präsidenten des (noch) NATO-Mitglieds Türkei in Russland im WDR- und NDR-„Mittagsecho“ auf den Topf schlagen. Wie sehr dieser Besuch die ARD-Propaganda in Aufregung versetzt, zeigt eine Suche auf der Webseite der tagesschau, wo sich „Kommentare“, „Analysen“ und „Berichte“ aktuell gerade so tummeln, als würde ein führender deutscher Politiker Putin einen Besuch abstatten.

Dass Erdogans Wiederannäherung an Russland auch mit dem Putschversuch in der Türkei zusammenhängt, steht außer Frage. Durchaus spannend ist in diesem Zusammenhang die nun offenbar in Ankara eingekehrte Ansicht, der Abschuss des russischen Kampfflugzeugs in Syrien sei von US- und möglicherweise NATO-Militärs von Incirlik aus mit Hilfe von AWACS-Maschinen mit dem Ziel inszeniert worden, die Türkei und Russland auseinanderzubringen. Die Logik dahinter ist tatsächlich genauso bestechend, wie der durch vielerlei Indizien gehärtete Verdacht, die USA steckten aktiv hinter dem Putsch vom 15. Juli.

Schon der Zeitpunkt dieses mysteriösen Putsches war außerordentlich verdächtig, begann er doch marktkonform kurz vor Schluss der New Yorker-Börse, was verhinderte, dass die Nachricht dieses Ereignisses die sowieso schon nervösen Märkte in eine Talfahrt geschickt und Milliarden vernichtet oder Schlimmeres angerichtet hätte.

15. Juli 22:30 Uhr erste Meldung im RSS-Ticker von SPIEGEL ONLINE über den Putsch in der Türkei. Die New Yorker Börse schloss um 22:30 Uhr.

15. Juli 22:30 Uhr erste Meldung im RSS-Ticker von SPIEGEL ONLINE über den Putsch in der Türkei. Die New Yorker Börse schloss exakt um diese (mitteleuropäische) Uhrzeit.

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Dieser Zeitpunkt deutete zumindest auf eine Absprache mit mächtigen Leuten in den USA. Ein Tweet von NBC und die verspätete und halbherzige Solidarisierung des Westens mit Erdogan sind weitere Indizien – vom aktuellen Wohnort des Hauptverdächtigen Fethullah Gülen ganz zu schweigen. Denkbar – aber ebenfalls spekulativ – sind Vermutungen, dass Russland Erdogan gewarnt haben könnte. Fügt man all diese Teile aber zusammen, dann hat der Sultan vom Bosporus nun ein famoses Blatt in der Hand, das er nicht zögern wird auszuspielen – Migranten-Flut und NATO-Austritt inklusive. Wenn die Hofschranzen der deutschen Staatssender aktuell am Rad drehen, darf man sich also nicht wundern.

Für den WDR-Propagandisten Ralph Sina sind Erdogans Vorwürfe an die USA aus den oben genannten Gründen „antiamerikanische Rhetorik“.

Ralph Sina: „…Das wirft sowohl bei der EU-Kommission in Brüssel – wie auch im NATO-Hauptquartier – die Frage auf, ob die Türkei auf der Suche nach einer neuen Allianz ist. Zumal Erdogan den Westen als Unterstützer des Terrors diffamiert und Mitglieder seiner Regierung öffentlich die USA als Organisator des Putschversuchs bezeichnen. Doch trotz Erdogans antiamerikanischer Rhetorik hat der türkische Präsident nach Einschätzung von NATO-Diplomaten keine Alternative zum Bündnis mit den USA. Zu groß sind die außenpolitischen Differenzen zwischen Ankara und Moskau…“

Wer hier neben dem Propaganda-Wording von der „antiamerikanischen Rhetorik“ ein lautes Pfeifen im Walde gehört hat, liegt sicherlich nicht falsch. Dass Erdogan aktuell unter seinen Feinden im Inland aufräumt, seine Getreuen sowohl in der Heimat, wie auch in Deutschland öffentlich aufmarschieren und Fahnen schwenken lässt und dann auch noch nach Russland fliegt, um mit Putin ein Schwätzchen über die Zukunft zu halten, deutet darauf hin, dass er diese frisch gesammelte Macht auch einsetzen wird und nicht nur eine Show veranstaltet. Wer derart Anlauf nimmt und sich dermaßen Rückendeckung holt, der plant keinen Pfützensprung, sondern etwas Großes. Ein NATO-Austritt – und sei es zunächst nur die unausgesprochene Androhung eines solchen Schrittes – ist momentan die wahrscheinlichste Interpretation.