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ard_logoWer sich nicht von den Staatssendern ARD und ZDF für dumm verkaufen lässt, hat längst gemerkt, dass wir es seit geraumer Zeit mit einer konzertierten Hetz- und Propagandakampagne gegen Russland zu tun haben. Diese Kampagne läuft auf allen Ebenen: politisch, militärisch, wirtschaftlich und kulturell. Wie im Kalten Krieg wird auch der Sport statt für Völkerverständigung genutzt, für Diffamierung und Feindbildung instru­men­ta­lisiert. An vorderster Front der gezielten Hetze ist auch hier einmal mehr die ARD.

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Dass auch die seit Monaten laufende Doping-Kampagne selbst gedopt ist und mit seriösem Journalismus über weite Strecken wenig zu tun hat, konnte man erneut am Samstag Abend in der Sportschau beobachten, als Hajo Seppelt in einem inszenierten Gespräch mit Moderator Antwerpes eine „schwarze Katze“ konstruierte.

Schwarze Katzen?

Schwarze Katzen von Links bringen Unglück – sagt ein Aberglaube. Wie aber kommt so ein Unsinn in die Welt? Eine plausible Erklärung wäre beispielsweise, dass es tatsächlich zu einem Zeitpunkt in der Vergangenheit an irgendeinem Ort zu einer rein zufälligen Häufung von Unfällen oder Unglücken kam, bei denen eine schwarze Katze in der Nähe war. Die Menschen in früheren Zeiten waren mangels Bildung besonders anfällig für alle Formen von Aberglaube bis hin zur Hexerei. Wer sich die Welt nicht rational erklären kann, greift zu Irrationalem, sieht Geister, Dämonen, Götter, Teufel oder Karma am Werk. Bei dem Versuch, ein Phänomen zu erklären – oder auch einen Schuldigen für ein Unglück zu präsentieren – wird ein kausaler Zusammenhang konstruiert, der in der physikalischen Welt nicht existiert.

Ist die Vorstellung (das Mem) von den unglückbringenden schwarzen Katzen einmal in der Welt, dann werden die Menschen nicht jene Unglücke beachten, bei denen keine schwarze Katze in der Nähe war, aber die Abergläubigen werden sich jedesmal bestätigt sehen, wenn ein Glas Milch umkippt und eine Katze um die Ecke schleicht. Besonders fatal: Wenn abergläubige Menschen tatsächlich von derlei Unsinn überzeugt sind, dann werden sie jene alltäglichen Tätigkeiten, die andere Menschen ganz selbstverständlich und routiniert ausführen, mit Angst und Schrecken angehen, wenn eine schwarze Katze in der Nähe ist und eben diese Unsicherheit wird die Wahrscheinlichkeit von „Unglücken“ erhöhen. Das von Menschen konstruierte Mem schwarze Katze wirkt dann tatsächlich in Form einer selbsterfüllenden Prophezeiung in die Welt hinein.

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Operante Konditionierung: B.F. Skinner und seine „abergläubischen“ Tauben

Richard Gutjahr

Die „schwarze Katze“, die zu irrationalen Spekulationen über den Terroranschlag in Nizza und über den Amoklauf von München geführt hat, ist der BR-Journalist Richard Gutjahr. Obwohl der suggerierte Verdacht, Gutjahr könne etwas mit diesen Gewaltakten zu tun haben, schon auf den ersten Blick so hanebüchen erscheint, wie ein Zusammenhang zwischen einer schwarzen Katze und dem gebrochenen Genick eines toten Mannes neben einer Leiter, finden sich Menschen, die genau so einen Zusammenhang konstruieren. Schlimmer noch: die „schwarze Katze“ Gutjahr hat eine Zionistin zur Frau mit Verbindungen zum israelischen Geheimdienst!

Dass dann auch noch seine Tochter beim Amoklauf von München in der Nähe ist (weil die Familie seiner Eltern dort wohnt) scheint für einige Mitmenschen den Verdacht zu erhärten, irgendetwas müsse da nicht stimmen. Eine entsprechende Theorie auszuformulieren, die Gutjahrs Familie sowohl mit einem (sehr wahrscheinlich) islamistischen Terroranschlag in Nizza, wie auch dem erweiterten Suizid eines zutiefst gekränkten iranischstämmigen Jugendlichen in Einklang bringt, dürfte selbst die hartgestottensten Spekulanten vor eine unlösbare Aufgabe stellen. Was auch immer man da konstruieren würde, es wäre hanebüchener Nonsense, der nicht mal für ein B-Movie taugen würde.

Hajo Seppelt

Für Hajo Seppelt sind solcherart hanebüchene Spekulationen allerdings Teil einer kruden Berufsauffassung und täglichen Arbeit. Seppelt wurde von der ARD auf Russland angesetzt, um das dortige Doping – das sich vom Doping im Westen bestenfalls in Nuancen und vielleicht auch in Plumpheit unterscheidet – in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu zerren. Eine konstruierte Behauptung?

Der zeitliche Zusammenhang spricht in diesem Fall – anders als im Falle Gutjahrs Anwesenheit in Nizza oder München – eine deutliche Sprache, denn laut eigenen Angaben in seiner ersten Doku „Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht“, die im Dezember 2014 (sic!) ausgestrahlt wurde, hat Seppelt zum ersten Mal anlässlich der Olympischen Winterspiele in Sotschi über Doping in Russland berichtet und diese Olympiade fand vom 7.-23. Feburar 2014 statt – zum Höhepunkt der Krim-Krise und als die anti-russische Propaganda in westlichen Medien so richtig Fahrt aufnahm. Seit diesem Zeitpunkt ist Seppelt der ARD-Mann für anti-russische Doping-Stimulanzien und schwingt sich dabei immer wieder zum Staatsanwalt auf – ausgerechnet er, ein abgebrochener Student ohne jede Berufsausbildung.

Mehr noch: Seppelt hatte sehr wahrscheinlich – seine eigenen Äußerungen fern jeder journalistischen Distanz sind in dieser Hinsicht unzweideutig – von Beginn an den Auftrag, russisches Staatsdoping zu konstruieren, denn nur so konnte der Öffentlichkeit ein Skandal vorgespielt werden, der vermeintliche Unterschiede zum weit verbreiteten westlichen Doping in die Welt lügt und sich auf diese Weise als Vorwand eignet, Russland nach Möglichkeit komplett von den Olympischen Spielen in Rio auszuschließen.

Die – nicht nur für ihn – entscheidende Frage stellte Prof. Dr. Perikles Simon am 8. Juni in der Talkshow „Maischberger“:

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„Wie kann es sein, dass Sie den Job machen? Da kommt dann die für mich entscheidende Frage: Ist das jetzt nur ein Versagen des Systems im russischen Sport oder ist das eher ein Globalversagen?“

Welch abstruse Konstruktionen zu Seppelts täglichem Handwerk als Propagan­da­fabrikant und Schmierenjournalist gehören, konnte man am Samstag Abend in der Sportschau sehen. Die redaktionelle Inszenierung des „Interviews“ – das sei aber nur am Rande erwähnt – wird dadurch deutlich, dass Antwerpes mit seiner (die Antwort bereits kennenden) Frage die Vorlage zu Seppelts neuester Diffamierung gibt. Der vorbereitete Einspieler von Putins Rede ist dann nur noch der letzte Beweis für die gesamte Theateraufführung mit dem Titel „Schweigegeld“.

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Hajo Seppelt lebt seit der Krim-Krise von anti-russischer Doping-Propaganda – Bild anklicken, Sportschau-Video!

Antwerpes: „Müssen wir denn jetzt, Hajo, in der nächsten Woche ein russisches Schlangestehen vor dem CAS erwarten?“

Seppelt: „So sieht das momentan nicht aus. Es gibt momentan, Stand heute, einen einzigen Athleten und zwar den Schwimmer Vladimir Morozow, der im McLaren-Report genannt worden ist zum systematischen Staatsdoping und der hat jetzt tatsächlich einen Einspruch eingelegt – will sein Startrecht einklagen. Aber all die Athleten, die in den letzten Jahren gedopt waren, deren Sperre abgelaufen ist, und die trotzdem jetzt nicht zugelassen worden sind, von denen hatte man ja erwarten können, dass sie jetzt massenhaft Klagen einreichen, beim Internationalen Sportsgerichtshof CAS. Das ist ja angekündigt worden noch vor ein paar Tagen. Aber jetzt ruht der See sehr still. Schweigen im Walde. Das ist sehr sehr eigenartig seit ein paar Tagen. Anwälte haben gesagt, sie wundern sich sehr, dass plötzlich gar keine Klagewelle aus Russland kommt und das ist interessanterweise mit einem Termin verbunden diese Woche Mittwoch im Kreml. Da hat nämlich Vladimir Putin die russischen Olympiateilnehmer verabschiedet und diejenigen, die in Russland bleiben sollen und bleiben müssen, weil sie gesperrt sind oder nicht nominiert sind, die waren auch dabei, bei dieser Versammlung oder Veranstaltung. Und da hat Putin, ich zitiere, Folgendes gesagt:

‚Ich möchte Ihnen versprechen, dass wir hier in Russland unsere führenden Sportler als Sieger der Olympischen Spiele betrachten mit allen sich daraus ergebenden administrativen und materiellen Folgen.‘

Das heißt im Klartext: Alle Russen, auch wenn sie nicht nach Rio fahren, bekommen richtig viel Geld. Vier Millionen Rubel, umgerechnet 53.000 Dollar also für diejnigen, die nicht dabei sind und das könnte erklären, warum plötzlich keiner klagt. Es sieht ein bisschen nach Schweigegeld aus.

Antwerpes (tut ahnungslos, als ob das Gespräch nicht abgesprochen wäre): „Ja, das wollte ich gerade fragen, was das konkret heißt, also Geld gegen Ruhigstellen?“

Seppelt: „So ungefähr kann man das sagen. Es gibt ja eine Regel von ein paar Jahren, die man einführen wollte, dass Athleten, die mal gedopt waren, im Zeitraum von vier Jahren vor den olympischen Spielen – die sogenannte Osaka-Regel -, dass man die dann sperren will und kann vom IOC, diese Regel ist gekippt worden, aber genau in dem Beschluss vom IOC von vor einer Woche ist genau das genannt worden, dass nämlich alle gesperrt werden, die schon mal ein Dopingvergehen hatten. Das ist ein klarer Bruch der Regeln und offensichtlich hat man das erkannt. Es riecht nach einem Hinterzimmertrick, dass die Russen jetzt quasi mit Geld ruhig gestellt werden.“

Dass die Osaka-Regel vom CAS gekippt wurde, verschweigt Seppelt, aber darum soll es hier nicht gehen. Seppelts schwarze Katze besteht in der Konstruktion eines Zusammenhangs zwischen dem vermeintlichen Ausbleiben einer Klagewelle und dem (vermutlich schon vor Wochen anberaumtem) Termin im Kreml. Was Seppelt macht, ist auf dem gleichen spekulativen Niveau, wie ein Zusammenhang zwischen Gutjahrs Anwesenheit in Nizza und München und den dortigen Gewalttaten.

Die darauf aufbauende, freche Behauptung, es handele sich um „Schweigegeld“ hat schon auf den ersten Blick nichts mit seriösem Journalismus zu tun. Dass Russland sich aus guten Gründen ungerecht behandelt fühlt, weil es eben keine handfesten Beweise für „Staatsdoping“ gibt, sondern lediglich diesbezügliche Behauptungen einer des Dopings überführten Sportlerin und eines sich selbst (zum eigenen Vorteil) bezichtigenden Funktionärs, die sich beide in die USA abgesetzt haben, und dass man wegen dieser ungerechten Behandlung alle Sportler gleichermaßen für ihre Mühen in der Vorbereitung auf die Spiele belohnen möchte, ist die wohl naheliegenste Erklärung, die auch Putin in seiner Rede ziemlich deutlich herausstellt:

Not only have many of our athletes suffered from these allegations made against them for which – I want to stress – there is not the slightest concrete evidence, but this has dealt a blow to global sport in general and to the Olympic Games.

Everyone realises, after all, that the absence of Russian athletes, who are leaders in many sports disciplines, will reduce significantly the level of competition and thus take some of the thrill and interest out of the upcoming Games. I want to assure you that we here in Russia will look at our athletes who are leaders in their disciplines as Olympic champions with all the administrative and material consequences this entails. (Quelle eng / rus)

Es geht Seppelt also – wieder mal – einzig und allein um Diffamierung und Propaganda gegen Russland und seinen Präsidenten. Keinerlei Fakten, stattdessen konstruierte Zusammenhänge und anrüchige Unterstellungen aus dem Umfeld der organisierten Kriminalität („Schweigegeld“). Wer sich von Seppelts Schmierenjournalismus bisher noch kein Bild gemacht hat, der weiß spätestens jetzt, woran er ist.