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intercept_greenwaldEs gehört zum alltäglichen Repertoire der Propaganda, eigene Verbrechen unter den Teppich zu kehren und sich dabei einer Form des Geschichtsrevisionismus zu bedienen, die Schuld – insbesondere den Ursprung von Gewalt und Krieg – grundsätzlich bei anderen ablädt.

Der militante Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten der Ukraine ist längst aus der öffentlichen Wahrnehmung radiert. Kommt die Sprache auf den Konflikt in der Ukraine, dann setzte dieser in der Geschichtsklitterung westlicher Propaganda mit einer herbeigelogenen „Annexion“ der Krim ein. Der Krieg in der Ostukraine begann nicht mit der heute aus der westlichen Propaganda komplett getilgten „Anti-Terror-Operation“ eines vom Westen installierten Regimes, sondern mit frei erfundenen (oder komplett unsichtbaren) russischen Panzerbataillonen, die angeblich in das Nachbarland einfielen.

Der Krieg Syriens gegen islamistische Terroristen wird nicht als Reaktion auf deren Militanz erzählt, sondern als Produkt eines blutrünstigen Despoten, der freiheitliche Rebellen massakrieren wolle. Der Siegeszug des IS und die Ausbreitung islamistischen Terrorismus sind nicht Folge kolonialer Kriege und Verbrechen des Westens, sondern Ausgeburt eines „gewaltsamen Islam.“

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Der Chilcot-Report über die Verantwortung der britischen Blair-Regierung für den Krieg im Irak stellt den ursächlichen Zusammenhang von „islamistischem Terrorismus“ und den vorhergehenden verbrecherischen Kriegen des Westens im Irak und Afghanistan heraus. Glenn Greenwald hat das für The Intercept aufbereitet und Zain Raza für actvism.org ins Deutsche übersetzt.

Weil es auch Teil der deutschen Propaganda ist, diesen Zusammenhang zu unterdrücken und stattdessen den Islam als gewalttätige Ideologie zu verkaufen, dessen friedliche Anhänger immer wieder genötigt werden, sich von terroristischen Verbrechen zu distanzieren, mit denen sie nichts zu tun haben, wird der lesenswerte Artikel hier verlinkt.

Chilcot Report vor Jahrestag der London-Anschläge veröffentlicht und unterstreicht damit Ursachen von Terrorangriffen

Vor elf Jahren führten drei Selbstmordattentäter einen Angriff auf eine Londoner U-Bahn und einen Bus durch und töteten dabei 51 Menschen. Fast sofort war klar, dass die Vergeltung für die britische Invasion und die Zerstörung des Irak eines der Hauptmotive der Angreifer war.

Zwei von ihnen sagten genau das in den Videos, die sie hinterlassen hatten: Die Angriffe „werden andauern und sich noch verstärken, bis ihr eure Soldaten aus Afghanistan und dem Irak abzieht…bis wir uns sicher fühlen, werdet ihr ein Ziel bleiben.“ Dann, weniger als ein Jahr später, kam ein geheimer Bericht von britischen Militär- und Geheimdienstchefs zum Schluss, dass „der Krieg im Irak zur Radikalisierung der Attentäter vom 7. Juli in London beigetragen hat und aller Wahrscheinlichkeit nach weiterhin Extremismus unter britischen Muslimen schüren wird.” Im geheimen Report, der an The Observer geleakt wurde, heißt es weiter: “Der Irak wird vermutlich noch für einige Zeit ein wichtiger Motivationsfaktor in Bezug auf die Radikalisierung britischer Muslime und für jene Extremisten, die Angriffe gegen das Vereinigte Königreich als gerechtfertigt betrachten, bleiben.“

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