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SANA_En-smallEs gehört zur Propaganda, Stimmen des Feindes zu unterdrücken, sein Denken und auch seine Nöte aus den Köpfen der Schafe zu halten, damit diese keinesfalls verstehen, was in Wahrheit vorgeht oder gar Verständnis für „den Feind“ entwickeln.

Baschar al-Assad wurde innerhalb weniger Wochen durch die westliche Hetzpresse vom geduldeten Verbündeten zum blutrünstigen Feindbild stilisiert, als sich die USA mit ihren saudischen und türkischen Kumpanen entschlossen, Syrien zu zerschlagen. Mittlerweile sind Hunderttausende Menschen ermordet, Millionen vertrieben, das Land in weiten Teilen zerstört oder von islamistischen Terroristen besetzt. All das geschah und geschieht mit westlicher Unterstützung und flankiert von einer Propaganda, die als Helfershelfer bei diesem Massenmord und Menschheitsverbrechen in die Geschichte eingehen wird.

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In einem aktuellen Interview mit dem australischen Sender SBS, das von der deutschen Kriegspropaganda wieder einmal weitestgehend totgeschwiegen wird, schildert Bashar al-Assad seine aktuelle Sicht auf die Ereignisse.

Dank stormrider können wir an dieser Stelle eine deutsche Übersetzung veröffentlichen.

Was ich mir wünsche ist, dass gesagt wird, das ist der Mann, der sein Land von den Terroristen und einer äußeren Einmischung gerettet hat. Das ist was ich mir wünsche. Alles andere überlasse ich dem Urteil des syrischen Volkes, aber das ist mein einziger Wunsch.

Journalist: Herr Präsident, vielen Dank, dass Sie mit SBS Australia sprechen.

Assad: Sie sind sehr willkommen in Syrien

Frage 1: Es ist nun mehr als fünf Jahre her, dass die Syrien-Krise begann. Es wird geschätzt, dass um die Viertelmillion Menschen getötet wurden, viele unter ihnen Zivilisten. Das ist ein unbestreitbares menschliches Desaster. Was denken Sie, wie weit Sie in der Krise stecken und ist ein Ende in Sicht?

Präsident Assad: Natürlich ist ein Ende in Sicht und die Lösung ist sehr klar. Es ist einfach und dennoch unmöglich. Es ist einfach, da die Lösung sehr klar ist, einen Dialog zwischen den Syrern über den politischen Prozess zu führen, aber gleichzeitig den Terrorismus und die Terroristen in Syrien zu bekämpfen. Ohne die Terroristen zu bekämpfen, gibt es keine richtige Lösung. Es ist unmöglich, weil Länder, die die Terroristen unterstützen – ob der Westen oder regionale Länder wie die Türkei, Saudi-Arabien und Katar -, nicht aufhören werden, den Terroristen alle Arten von Unterstützung zu schicken. Also wenn wir diese logistische Unterstützung stoppen und mit den Syrern in Dialog treten und über den Zustand, über die Zukunft von Syrien, über die Zukunft unserer politischen Systems sprechen, ist die Lösung sehr nah.

Frage 2: Viele Berichte im Westen gehen davon aus, dass der Niedergang des IS bevorsteht. Glauben Sie, dass das stimmt und was glauben Sie, wie weit Sie von der Eroberung Rakkas – der sehr wichtigen Stadt Rakka – entfernt sind.

Präsident Assad: Es ist kein Wettrennen. Rakka ist so wichtig wie Aleppo, Damaskus und jede andere Stadt. Die Gefahr, die von diesen Terroristengruppen ausgeht, ist nicht, welches Land sie okkupieren, da es kein herkömmlicher Krieg ist. Es geht darum, wieviel ihrer Ideologie sie in den Köpfen der Leute in der Gegend, die dort leben, eintrichtern können. Indoktrination, das ist das Gefährlichste. Rakka zu erreichen ist militärisch nicht schwierig, um es so zu sagen. Es ist eine Frage der Zeit. Wir bewegen uns in diese Richtung. Aber die Frage ist, wenn man über den Krieg spricht, was die andere Seite, sagen wir der Feind, tun kann und das ist direkt verbunden mit den Bemühungen der Türkei, speziell Erdogan, indem er diese Gruppen unterstützt, weil das seit Beginn passiert. Wenn man über Syrien als isoliertes militärisches Gebiet spricht, kann man dieses Gebiet innerhalb von wenigen Monaten oder wenigen Wochen erreichen, aber ohne Berücksichtigung der türkischen Bemühungen, die Terroristen zu unterstützen, wäre eine Antwort weit entfernt von der Realität, eine faktenlose Antwort.

Frage 3: Herr Präsident, wie besorgt sind Sie über die kürzlich berichteten tödlichen Zusammenstöße zwischen ihrem langjährigen Verbündeten Hisbollah und Ihren eigenen Soldaten.

Präsident Assad: Kämpfe zwischen uns und Hisbollah? Sie kämpfen nicht. Sie unterstützen die syrische Armee. Sie kämpfen nicht gegen die syrische Armee. Die syrische Armee und Hisbollah, mit der Unterstützung der russischen Luftwaffe, wir alle bekämpfen alle Arten von Terroristengruppen, ob ISIS oder Al Nusra oder andere verbündete Gruppen der Al Kaida, die automatisch mit ISIS und Al Nusra verbunden sind.

Frage 4: Es gab einige Berichte über Zusammenstöße zwischen…sind diese Berichte nicht korrekt?

Präsident Assad: Nein, sie sprechen nicht über Zusammenstöße, lassen Sie es mich so nennen, Unterschiede und unterschiedliche Meinungen. Das ist nicht wahr und wenn sie einen Blick auf das kürzlich stattgefundene Treffen zwischen den Verteidigungsministern von Syrien, Russland und Iran in Teheran werfen. Das zeigt, es gibt eine gute Koordination was die Terrorismusbekämpfung betrifft.

Frage 5: Um offen zu sprechen, ordnen Sie alle oppositionellen Gruppen als Terroristen ein?

Präsident Assad: Sicherlich nicht, nein. Wenn Sie über eine Oppositionsgruppe reden, die sich an die politischen Methoden hält, dann sind das keine Terroristen. Immer wenn man Maschinengewehre oder jedwede andere Bewaffnung nutzt und Menschen terrorisiert, Zivilisten attackiert und man öffentliches oder privates Eigentum attackiert, dann ist man ein Terrorist. Aber wenn Sie über Opposition reden, muss es eine syrische Opposition sein. Es kann keine Ersatzopposition sein, die als Proxy(Stellvertreter) für Saudi Arabien oder ein anderes Land arbeitet. Es muss eine syrische Opposition sein, die mit der syrischen Basis verbunden ist wie in Ihrem Land auch. Es ist dasselbe, denke ich.

Frage 6: Sie haben kürzlich gesagt, der Waffenstillstand, der dem syrischen Volk angeboten wurde, sei ein Hoffnungsschimmer. Fünf Monate später, wie schätzen Sie die Hoffnung ein?

Präsident Assad: Ja, der Waffenstillstand ist immer noch aktiv, aber wir dürfen nicht vergessen, dass Terrorgruppen diese Abmachung täglich missachten. Aber gleichzeitig haben wir das Recht, die Abmachung bewilligt das, wenn die Terroristen unsere Regierungstruppen angreifen, zurückzuschlagen.

Frage 7: Es gibt verschiedene Berichte darüber, wie die Syrienkrise begann. Manche sagen, es waren Kinder, die Anti-Regierungsslogans an die Wand gesprayed haben, mit denen brutal umgegangen wurde, von Seiten der Regierung. Ich verstehe, dass Sie dieses Narrativ nicht akzeptieren. Aus Ihrer Sicht, wie begann die Krise?

Präsident Assad: Es ist eine Mischung von vielen Dingen. Einige Menschen haben demonstriert, weil Sie Reformen gefordert haben. Das können wir nicht abstreiten, wir können nicht sagen „Nein, jeder war ein Terrorist“ oder „Jeder war ein Söldner“. Aber der Großteil dieser Demonstranten – ich rede nicht über die echten Demonstranten – waren von Katar bezahlt, um zu demonstrieren, später wurden sie von Katar für eine bewaffnete Revolte bezahlt und das ist, wie es wirklich begann. Die Geschichte, dass Kinder angegriffen wurden, ist eine Täuschungsgeschichte. Das ist nicht passiert. Natürlich haben sie immer, sagen wir, Fehler, die beim Einsatz am Boden passieren, beispielsweise was in den USA letztes Jahr passiert ist, aber das ist kein Grund für die Leute, Maschinengewehre zu nehmen und Polizisten und Soldaten usw. zu töten.

Frage 8: Sie sagen, dass einige dieser Leute berechtigterweise Reformen fordern. War das ein Ergebnis der harten Hand der Regierung?

Präsident Assad: Nein, wie hatten eine Reform in Syrien. Es begann hauptsächlich nach 2000, im Jahr 2000. Einige Leute denken, es war zu langsam, einige denken, zu schnell, das ist subjektiv, nicht objektiv, aber wir bewegten uns in dieser Hinsicht. Aber der Beweis, dass es nicht um die Reform ging, war, weil wir setzten alle diese geforderten Reformen fünf Jahre nach der Krise um, aber nichts hat sich geändert. Also ging es nicht um Reformen. Wir haben die Verfassung geändert, haben die Gesetze geändert wie von der Opposition gefordert. Wir haben viele Dinge getan, aber nichts ist passiert. Also ging es nicht um Reformen, es ging um Geld, das aus Katar kam und die meisten Leute, die berechtigterweise Reformen zu Anbeginn der Krise gefordert haben, die Demonstrieren jetzt nicht mehr, diese Leute gehen nicht gegen die Regierung vor, sie arbeiten mit der Regierung zusammen. Sie folgen nicht, sagen wir, der politischen Linie der Regierung und das ist ihr Recht und das ist normal, aber sie arbeiten nicht gegen die Regierung oder gegen die staatlichen Einrichtungen. Also unterscheiden sie sich von den Leuten, die die Terroristen unterstützen.

Frage 9: Was sagen Sie dazu, dass einige ihrer Minister überliefen und Brutalität als Grund angeführt haben?

Präsident Assad: Tatsächlich sind sie übergelaufen, weil sie von Saudi Arabien, manche von Frankreich, darum gebeten wurden. Es kommt darauf an, zu welchem Land sie gehören. Und jetzt gehören sie der sogenannten Opposition an, die diesen Ländern angehört, nicht zu den Syrern. Sie besitzen keinen Wert in Syrien, also würde ich mir darüber keine Sorgen machen. Es hat nichts verändert. Ich meine, es hat nicht die Fakten oder Realitäten in Syrien beeinträchtigt.

Frage 10: Einer ihrer Hauptgönner(Hauptverbündeten), Russland, hat um eine Rückkehr zu Friedensgesprächen gebeten. Denken sie, das ist eine gute Idee?

Präsident Assad: Sie meinen in Genf?

Journalist: Ja.

Präsident Assad: Ja natürlich, wir unterstützen alle Gespräche mit allen syrischen Parteien, aber in Wirklichkeit haben diese Gespräche noch nicht begonnen und es gibt bis heute keine syrisch-syrischen Gespräche, da wir nur Verhandlungen mit dem Prozessbegleiter Herrn De Mistura geführt haben. Tatsächlich hat es noch nicht begonnen. Wir unterstützen den Grundsatz, aber in der Praxis braucht man eine bestimmte Methodik und die gibt es bis jetzt noch nicht. Wir müssen beginnen, aber wir brauchen Grundprinzipien damit die Verhandlungen erfolgreich sind.

Frage 11: Eine Sache, die viele Leute bei der Syrienkrise interessiert, ist, warum ihre engen Verbündeten Iran und Russland so loyal bleiben.

Präsident Assad: Weil es nicht um den Präsident ging, nicht um die Person. Das ist eine Missinterpretation oder lassen Sie mich sagen, ein Irrlaube des Westens und vielleicht ein Teil der Propaganda, dass Russland und Iran Assad unterstützt haben. So ist es nicht. Es geht um die ganze Situation. Das Chaos in Syrien wird einen Domino-Effekt in unserer Region auslösen, es wird Nachbarstaaten betreffen, es wird Iran betreffen, es wird Russland betreffen, es wird auch Europa betreffen. Wenn sie Syrien verteidigen, verteidigen sie ihre Stabilität und ihre Interessen. Und gleichzeitig geht es ums Prinzip. Sie verteidigen das syrische Volk und das Recht sich selbst zu verteidigen. Denn, wenn sie den Präsident verteidigen und er nicht das syrische Volk hinter sich hat und dieses ihn nicht unterstützt, kann ich nicht fünf Jahre überstehen, bloß weil mich Russland und Iran unterstützen. Also geht es nicht um den Präsidenten, es geht um die ganze Situation, sozusagen das Gesamtbild.

Frage 12: Führen Sie direkt oder indirekt Gespräche mit den USA?

Präsident Assad: Nein, überhaupt nicht. Indirekt ja, indirekt durch verschiedene Kanäle. Aber wenn Sie sie fragen, werden sie es dementieren und wir werden es dementieren. Aber in Wirklichkeit gibt es diese inoffiziellen Kanäle.

Frage 13: Was sind das für Kanäle?

Präsident Assad: Ich meine, lassen Sie mich sagen, Geschäftsmänner reisen um die Welt, treffen sich mit Offiziellen der USA und in Europa, sie treffen sich in Europa und sie versuchen, bestimmte Nachrichten zu übermitteln aber nichts Wichtiges, weil wir nicht glauben, dass die Administration, die amerikanische Administration, ernsthaft daran interessiert ist, das Problem in Syrien zu lösen.

Frage 14: Vor kurzem gab es Berichte, dass mehr als 50 Diplomaten zu „wirklichen und effektiven Militärschlägen“ gegen Sie, gegen Syrien aufgerufen haben. Besorgt Sie das in irgendeiner Weise und denken Sie, dass dies künftig eine aggressivere Politik der USA gegen Syrien signalisiert?

Präsident Assad: Nein, Kriegshetzer gibt es immer, in jeder amerikanischen Administration. Das ist nichts Neues. Wir kümmern uns nicht, sagen wir, um dieses Communiqué, aber es geht nicht um dieses Communiqué, es geht um Politik, es geht um die Taten. Der Unterschied zwischen dieser Administration und der vorherigen, Bushs, ist, dass Bush Soldaten geschickt hat. Diese Präsident schickt Söldner und ist blind gegenüber dem, was Saudi Arabien, die Türkei und Katar seit Beginn der Krise getan haben. Es ist die gleiche Politik. Dieselbe militaristische Politik aber in anderer Form. Also ist dieses Communiqué genau wie die Realität am Boden. Es ruft nach Krieg und die Realität ist Krieg.

Frage 15: Sie erwähnten die vorherige Regierung, die Bush Regierung. Es gibt einige, die sagen, einer der Gründe, dass sie so lange als Regierung überlebt haben, ist die Zurückhaltung der Amerikaner in einen weiteren Krieg am Boden im Mittleren Osten zu gehen. Können Sie dem anschließen, nachdem was Sie gesagt haben?

Präsident Assad: Ja, die amerikanische Administrationen sind seit den 50ern berühmt dafür, Probleme zu schaffen, aber sie lösen nie welche und das ist, was im Irak passierte. Bush drang in den Irak in wenigen Wochen ein und besetze es, aber was kam als nächstes? Es geht nicht um Besatzung. Das ist eine Großmacht. Wir sind keine Großmacht. Also geht es nicht darum, dass Amerika Syrien besetzt. Was kommt als nächstes? Was wollen sie erreichen? Sie haben nichts erreicht. Sie haben in Libyen versagt, im Irak, im Jemen, in Syrien, überall. Sie schaffen bloß Chaos. Also, wenn die USA mehr Chaos schüren wollen, dann können sie das, aber können sie das Problem lösen? Nein.

Frage 16: Bevorzugen sie einen Gewinner der US Wahl?

Präsident Assad: Eigentlich nicht, wir haben nie auf einen amerikanischen Präsident gesetzt, weil sich das, was sie im Wahlkampf sagen von dem unterscheidet, was sie tun, nachdem sie Präsident geworden sind und Obama ist ein Beispiel, also müssen wir nicht abwarten. Wir müssen warten und sehen welche Politik sie anwenden, wer auch immer die Wahlen gewinnt.

Frage 17: Also können Sie einen Umstand sehen, in dem Syrien mit den USA und dem Westen zusammenarbeiten könnte?

Präsident Assad: Wir haben kein Problem mit den USA, sie sind nicht unser Feind, sie besetzen nicht unser Land. Wir haben Differenzen und diese Differenzen gehen zurück bis in die 70er und vielleicht sogar früher. Aber zu vielen verschiedenen Zeiten, Ereignissen und Umstände hatten wir Kooperationen mit den USA. Wir sind nicht gegen diese Zusammenarbeit. Aber diese Zusammenarbeit bedeutet, miteinander über die gemeinsamen Interessen zu sprechen und zu diskutieren, nicht über ihre Interessen auf Kosten unserer Interessen. Also, wir haben kein Problem.

Frage 18: Herr Präsident, Sie selbst haben – wie Sie selbst gesagt haben – viel Zeit im Vereinigten Königreich verbracht. Sehen Sie in der Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, irgendwelche Auswirkungen auf Syrien oder die Syrienkrise?

Präsident Assad: Ich denke, dazu kann ich nichts sagen, da es sich um eine britische Angelegenheit handelt und ich bin weder Brite noch Europäer. Aber ich kann sagen, dass dies überraschende Ergebnis vielleicht viele verschiedene Bestandteile hat, ob intern in ökonomischer Hinsicht oder nach außen, den Sorgen vor Terrorismus, Sicherheitsfragen, Flüchtlinge usw. Aber das ist ein Zeichen an uns, dass diese Offiziellen, die meinen mir einen Rat geben zu müssen und sagen „Assad muss gehen“ und „er ist abgekoppelt“ in Wirklichkeit der Realität entrückt sind, ansonsten hätten sie dieses Referendum nicht gefordert. Aber ich denke, das ist ein Aufbegehren des Volkes gegen, ich würde sie nachrangige Politiker nennen. Sie brauchten spezielle, sozusagen, Staatskunst Beamte um ihr Land zu führen. Wenn eine andere Regierung käme und verstehen würde, dass das Thema Flüchtlinge und Sicherheit verbunden ist mit den Problemen in unserer Region, das wäre eine andere Politik, die uns positiv betreffen würde. Aber ich habe nicht viel Hoffnung was das angeht. Sagen wir, wir haben eine geringe Hoffnung, weil wir nicht wissen, wer nach Cameron kommt.

Frage 19: Darf ich fragen, Australien ist Teil der internationalen Koalition, die den IS besiegen will. Offensichtlich ist das auch eines Ihrer Ziele, also haben wir in diesem Fall ein gemeinsames Ziel. Begrüßen Sie internationale Eingriffe, wenn es ein gemeinsames Ziel wie dieses gibt?

Präsident Assad: Ehrlich gesagt, wir begrüßen jeden Einsatz, der Terrorismus in Syrien bekämpft, jeden Einsatz. Aber zunächst sollte dieser Einsatz echt sein nicht Schönfärberei, so wie es jetzt in Nordsyrien der Fall ist, wo 60 Länder die Ausbreitung von ISIS nicht aufhalten konnten. Als die russische Luftunterstützung begann, erst zu diesem Zeitpunkt, wurde die Expansion des IS gestoppt. Also muss es echt sein. Zweitens, muss es durch die rechtmäßige syrische Regierung bewilligt sein. Nicht nur weil sie Terrorismus bekämpfen wollen und dann hingehen, wohin sie wollen überall in der Welt. Wir sind eine rechtmäßige Regierung und wir sind ein souveränes Land. Also, nur wenn diese zwei Umstände zusammenkommen, begrüßen wir jede ausländische Unterstützung, den Terrorismus zu bekämpfen.

Frage 20: Einige Australier sind im Kampf für die kurdische Miliz und den IS gestorben. Haben Sie irgendeine Nachricht für diese jungen Leute, die so aufgebracht und wütend sind über das, was in Syrien passiert, dass sie dorthin reisen und kämpfen?

Präsident Assad: Nochmal, die gleiche Antwort: Wenn diese Ausländer ohne Genehmigung der Regierung hierher kommen, dann sind sie illegal hier, ob sie nun Terroristen oder jemand anderes bekämpfen wollen. Es ist das Gleiche. Es ist illegal.

Frage 21: Herr Präsident, australische Politiker haben sich über Ihre Rolle in der Krise drastisch ausgedrückt, sowie andere Führer auch auf der ganzen Welt. Australiens Ministerpräsident hat sie einen „mörderischen Tyrann“ genannt, er sagte, sie wären verantwortlich für die Tötung tausender Zivilisten. Der australische Oppositionsführer nannte sie einen „Metzger“. Dennoch ist Australiens offizielle Position immer noch mit Ihnen auf einen Friedensvertrag hinzuarbeiten. Wie führen Sie diese zwei verschiedenen Positionen zusammen?

Präsident Assad: In Wirklichkeit ist das die Doppelmoral des Westens. Sie attackieren uns politisch und dann senden sie ihre Beamten, um mit uns unter dem Tisch zu verhandeln, speziell über die Sicherheit, einschließlich unserer Regierung. Sie machen alle dasselbe. Sie wollen die USA nicht verärgern. Eigentlich sagen die meisten westlichen Offiziellen nur das, was die USA wollen, dass sie sagen. Also ich denke, das sind Statements, ich kann nur sagen, die sind weit entfernt von unserer Realität, weil ich bekämpfe Terroristen, unsere Armee bekämpft Terroristen und unsere Regierung ist gegen Terroristen und die ganzen Einrichtungen sind gegen Terroristen. Wenn sie Terrorismusbekämpfung Abschlachten nennen, dann ist das was anderes.

Frage 22: Australien hat zugestimmt, weitere zwölf Tausend syrische Flüchtlinge aufzunehmen, manche sind schon angekommen. Haben Sie eine Nachricht für diese Syrer, manche die immer noch sagen, sie lieben Syrien und wollen zurück. Haben Sie eine Nachricht für diese Leute, die in Australien und anderen Ländern der Welt sind?

Präsident Assad: Das ist ein sehr wichtiger Punkt, den Sie hier erwähnen. Die meisten, die Syrien verlassen haben, möchten zurückkommen nach Syrien. Jedes Land, das ihnen hilft, in ihr neues Land zu kommen, sagen wir in ihre neue Heimat, agiert menschenfreundlich. Aber nochmal, es gibt etwas noch menschlicheres und günstigeres, nämlich den Leuten zu helfen, in ihrem Land zu bleiben, ihnen zu helfen, zurückzugehen und für Stabilität in Syrien zu sorgen, nicht die Terroristen zu unterstützen oder ihnen Schutz zu gewähren. Das ist es, was die Leute wollen. Sie wollen, dass die westlichen Regierungen entschiedene Beschlüsse fassen, gegen das, was Saudi Arabien und westlichen Länder, wie Frankreich und Großbritannien machen, um die Terroristen zu unterstützen und die Regierung in Syrien zu stürzen. Ansonsten hätten diese Syrer Syrien nie verlassen. Die meisten gingen nicht, weil sie gegen die Regierung sind oder zur Regierung stehen, sie gingen, weil es heutzutage sehr schwierig ist, in Syrien zu leben.

Frage 23: Hoffen Sie, dass diese Leute wiederkommen und würden Sie ihre Rückkehr unterstützen?

Präsident Assad: Auf jeden Fall. Ich meine, Leute als Flüchtlinge zu verlieren, ist wie menschliche Ressourcen zu verlieren. Wie kann man ein Land ohne menschliche Ressourcen aufbauen? Die meisten der Leute sind gebildet, gut ausgebildet und haben ihr eigenes Geschäft in Syrien in verschiedensten Bereichen. Das verlieren sie alles, natürlich brauchen wir sie.

Frage 24: Die Commission for International Justice and Accountability (CIJA) sagt, es gibt tausende von Regierungsdokumenten, welche beweisen, dass Ihre Regierung Massenfolterungen und Tötungen angeordnet hat. Im Angesicht dieser Beweise, wie können Sie da sagen, dass keine Verbrechen stattgefunden haben und ich weise noch auf andere unabhängige Organisationen hin, welche den absichtlichen Beschuss von Krankenhäusern kritisieren. Räumen Sie ein, dass einige Fehler gemacht wurden und dass sie von Rebellen besetzte Gebiete beschossen haben?

Präsident Assad: Sie reden über zwei verschieden Dinge. Eins davon, das erste sind die Berichte. Der wichtigste Bericht wurde von Katar finanziert nur um die syrische Regierung zu diffamieren und sie haben keine Beweise, wer diese Bilder gemacht hat und wer diese Opfer auf den Fotos sind usw. Sie können heutzutage alles auf dem Computer fälschen. Also ist es überhaupt nicht glaubwürdig. Zweitens, wenn wir über die Angriffe auf Krankenhäuser reden oder Zivilisten, ist die Frage, die einfache Frage: Warum greifen wir diese Krankenhäuser und Zivilisten an? Ich meine, das ganze Problem, das ganze Problem in Syrien fing an, als diese Terroristen die Herzen der Syrer gewinnen wollten. Das bedeutet, Angriffe auf Krankenhäuser oder Zivilisten spielen in die Hände der Terroristen. Also wenn wir die Werte mal beiseitelassen, lassen Sie uns über Interessen sprechen. Keine Regierung in dieser Situation hat Interesse daran, Zivilisten oder Krankenhäuser anzugreifen. Jedenfalls, wenn man ein richtiges Krankenhaus angreift – man kann jedes Haus als Hospital nutzen. Nein, das sind einzelne Vorwürfe, verlogene Aussagen und sie sind überhaupt nicht glaubwürdig. Wir schicken immer noch Impfstoffe in Gebiete, die die Terroristen unter Kontrolle haben. Wie kann ich Impfstoffe schicken, wenn ich die Krankenhäuser angreife? Das ist ein Widerspruch.

Frage 25: Herr Präsident, als Vater und als Mann, gibt es eine Anekdote, eine Geschichte, ein Bild der Krise, das Sie persönlich mehr als andere betroffen hat?

Präsident Assad: Absolut, wir sind Menschen und ich bin Syrer wie alle anderen Syrer, und ich bin teilnahmsvoll mit jeder syrischen Tragödie die eine Person oder Familie betrifft und hier, in dieser Region sind wir allgemein sehr emotionale Menschen. Aber als Amtsträger bin ich nicht nur eine Person, ich bin ein Amtsträger. Als Amtsträger ist die erste Frage, die sich stellt, was zu tun ist, um andere Syrer davor zu beschützen, das Gleiche zu erleiden. Das ist das Wichtigste. Ich denke, dieses traurige Gefühl, dieses schmerzvolle Gefühl ist ein Ansporn für mich, mehr zu tun. Es ist nicht nur ein Gefühl.

Frage 26: Was ist Ihre Vision für Syrien? Wie sehen Sie die Dinge in zwei, drei Jahren?

Präsident Assad: Nach der Krise oder…? Denn, das Allererste, was ich sehen möchte, ist, dass Syrien so stabil ist, wie es davor war, weil es eines der stabilsten und sichersten Länder in der Welt war, nicht nur in dieser Region. Das ist das erste. Wenn Sie das haben, können Sie andere Dinge anstreben. Ohne das geht es nicht. Ich denke, wenn Sie das erreicht haben ist die andere Frage, wie Sie mit dieser neuen Generation, die ein Leben des Tötens gelebt hat, die Extremismus gesehen oder den Extremismus gelernt haben oder von Al Kaida angehörigen Gruppen indoktriniert wurden usw. umgehen. Das ist eine weitere Herausforderung. Die Dritte ist, dass wir unsere Leute zurück ins Land bringen, die das Land als Flüchtlinge verlassen haben, um Syrien wieder aufzubauen. Das sind die Herausforderungen der neuen Generation.

Frage 27: Wie denken Sie, wird die Geschichte ihre Präsidentschaft widerspiegeln?

Präsident Assad: Was ich mir wünsche, ist, dass gesagt wird, das ist der Mann, der sein Land von den Terroristen und einer äußeren Einmischung gerettet hat. Das ist, was ich mir wünsche. Alles andere überlasse ich dem Urteil des syrischen Volkes, aber das ist mein einziger Wunsch.

Journalist: Herr Präsident, vielen Dank, dass Sie mit SBS Australia gesprochen haben.

Assad: Ich danke Ihnen.