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Es ist ein perfider Trick der Manipulation der öffentlichen Wahrnehmung, den wir auch schon auf twitter beobachten konnten: Abgesendete Tweets sind zwar in der eigenen Timeline sichtbar und erscheinen auch, wenn man nach dem entsprechenden Hashtag sucht, sie sind aber nur sichtbar, so lange man selbst auf twitter eingeloggt ist. Sucht man nach dem Löschen von Cookies oder mit einem zweiten Browser, kann es passieren, dass der tweet nicht angezeigt wird.

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Offenbar wird diese Form des Meinungsmanagements auch in den Kommentarzeilen von Nachrichtenportalen angewendet.

Auf twitter wird mit dieser Masche eine Parallelwelt mainstreamkonformer Meinungen kreiiert, in der natürlich die tweets vermehrt retweetet und favorisiert werden, die für die Masse überhaupt sichtbar sind. Twitter hat dadurch – neben dem kompletten Löschen nicht konformer Accounts – die Macht, ganze Netzwerke von Nutzern in der eigenen informellen Suppe schwimmen zu lassen und komplett von der Wahrnehmung durch die Masse abzukoppeln. Noch ist es nicht so weit, aber Ansätze dazu kann man erkennen. So ist es kein Zufall, dass die TOP-tweets bei twitter regelmäßig von Mainstreammedien kommen – selbst wenn diese nur wenige retweets oder favs erhalten haben.

So haben wir am 20. Mai einen satirischen tweet zum Thema #Schockbilder auf Zigarettenpackungen veröffentlicht, der schon nach kurzer Zeit aus der Timeline verschwand, wenn man sich mit einem zweiten Browser auf die Suche machte.

Screenshot 1 zeigt die Suchergebnisse als eingeloggter Nutzer. Unser Tweet erscheint zwischen zwei anderen etwa gleichalten Tweets.

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Screenshot 2 zeigt die Suchergebnisse als nicht eingeloggter Nutzer. Unser Tweet zwischen den zwei anderen etwa gleichalten Tweets ist verschwunden.

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Ähnlich hinterhältig und manipulativ ist diese Masche, wenn sie in Kommentarspalten angewendet wird. Der eigene Kommentar ist zwar für den Nutzer sichtbar, nicht aber für den Rest der Leser. Es ist eine Gummizelle der besonderen Sorte und die Kommentare unter dem folgenden offguardian-Artikel zeigen, dass diese Masche nicht nur bei CBS, sondern auch in einem progressiven Medium wie Salon.com angewendet wird.

In unserer offenen Wochenend-Diskussion hat Peter68 gemeldet, dass er bei facebook das Gleiche beobachten konnte. In solchen Fällen ist es wichtig Screenshots zu machen, diese bei einem Imagehost hochzuladen und dann einen Hinweis im Propagandamelder einzustellen. Wir werden das Thema wieder aufgreifen.

CBS und ihre (neue?) Matrix-Masche

by                                                                     Übersetzung FritztheCat

Viele unserer Leser sind mittlerweile mit den üblichen Praktiken unserer Massenmedien vertraut – der Guardian ist dafür berüchtigt: Die Zensur politischer Kommentare, die die von den USA/NATO genehmigte Sicht auf internationale Angelegenheiten herausfordern. Wie der Off-Guardian von Shawn Irwin erfuhr, hat CBS sich einen neuen Dreh dazu einfallen lassen. Shawn hat über die sozialen Medien seine screenshots mit uns geteilt.

Wenn deine Kommentare auf der CBS Nachrichtenseite dem zuständigen Zensor, auch Moderator genannt, nicht gefallen, dann werden deine Kommentare klammheimlich aus dem Strom an Leserkommentaren entfernt, während sie auf deinem Bildschirm immer noch sichtbar sind. Mit anderen Worten: Deine Posts erscheinen auf deinem Bildschirm, aber wenn jemand anderes das lesen will, sei es als Besucher der Seite oder als Leser, der sich mit seinem Namen einloggt, dann sieht er da nichts. Solange man sich also nicht ausloggt und dann mit einem anderen Namen wieder einloggt, hat man den Eindruck, dass die Kommentare, die man auf dem Bildschirm sieht, immer noch vorhanden sind. Dass alle anderen Leser das sehen können und womöglich darauf antworten können. In Wahrheit ist der politisch unerwünschte Kommentar jedoch schon entfernt worden. Eine Entdeckung, die man nur zufällig machen kann, so wie es Herrn Irwin vor ein paar Wochen ging. Und seine Erfahrung ist kein Einzelfall. Auch Jesse Marioneaux hat uns screenshots seiner Kommentare geschickt, so wie sie auf seinem Bildschirm erschienen sind. Für andere Leser im selben Forum waren sie jedoch unsichtbar.

Wie das gemacht wird, welche technischen Mittel dazu benutzt werden, oder ob andere Nachrichtenorganisationen ebenso diese Methode des „Wahrnehmungsmanagements“ betreiben – darüber können andere rätseln. Aber so sieht es in der Praxis aus.

Der erste screenshot zeigt Irwins Beitrag (unter dem Pseudonym LucifersShadow), zwischen den Beiträgen eines Catapologisttx und einem Olyboy. Der Text des verschwundenen Beitrags lautet:

„Das Errichten von Mauern wird nichts verändern.‘ Aber das Abwerfen von Bomben schon? Dieser verrückte &*^% hat auch gesagt – Ich habe die USA wieder zum meist geachtetsten Land auf der Welt gemacht – Ich weiß nicht, welche Drogen er in letzter Zeit nimmt, aber überall werden die USA gehasst. Wegen ihrer repressiven, imperialistischen Politik und ihrer Vorliebe für Gewaltanwendung, sprich Bomben, Drohnen usw. – anstelle von Diplomatie. Obama: ‚Wir müssen schon mal Ländern die Arme verdrehen wenn sie nicht tun wollen was wir von ihnen wollen.‘ Arroganz…Obama, zusammen mit George Bush und Hillary Clinton sind alle Kriegsverbrecher. Da gleicht ein Ei dem anderen, keine Wahl.

Sucht doch auf you tube nach Green Party Debatte und Libertarian Party Debatte, da werdet ihr endlich ein paar anständige Kandidaten finden.“

Und so sah es aus als Irwin seinen Bildschirm betrachtete, eingeloggt unter seinem Nick:(Kommentar nachträglich gelb hervorgehoben)

Wenn einer von Euch auf die entsprechende CBS-Seite geht und etwas sucht, dann wird man Folgendes sehen:

cbs-vanishes-a-comment-screenshot-06052016-084730-pm659

Man sieht, dass der zensierte Kommentar völlig verschwunden ist, spurlos, keine Anzeige dass er gelöscht wurde. Dafür sehen wir den Verlauf mit zwei gelöschten Kommentaren, die allem Anschein nach den Platz des verschwundenen Kommentars eingenommen haben.

Um sicher zu gehen, dass das nicht nur ein Ausrutscher oder eine Panne war, hat Irwin den gleichen Kommentar als Archeus-Lore gepostet, mit dem gleichen Ergebnis. In beiden Fällen nahm der CBS-Moderator Anstoß an der Beschreibung der US-Politik als repressiv und imperialistisch. An der Beobachtung, dass die USA das am meisten gehasste Land der Erde seien. Und an seiner Charakterisierung Obamas, George Bushs und Hillary Clintons als Kriegsverbrecher.

Wie Jesse Marioneauxs Screenshots seiner verschwundenen Kommentare zeigen, haben die MSM-Moderatoren einen sehr breiten Kriterienkatalog darüber was an Leserkommentaren erlaubt ist und was zensiert wird. In diesem Fall war es nur die flapsige Bemerkung „Dieses Land ist ein echter Witz“, aber das hat schon ausgereicht um die Zensur mit dem Matrixeffekt loszulassen. Der erste screenshot zeigt die Seite, so wie sie für Mr. Marioneaux, eingeloggt unter seinem Namen, aussah.

(Kommentar von Mr. Marioneaux nachträglich gelb hervorgehoben)

Hier die gleiche Seite wenn du oder ich sie betrachten:

(Kommentar von Mr. Marioneaux für andere Nutzer verschwunden)

Wenn jemand also nach seinem Kommentar sucht, den man auf einer amerikanischen (oder britischen?) Nachrichtenseite gemacht hat und man ihn nicht findet, wenn man sich ausgeloggt hat (der aber sichtbar ist wenn man eingeloggt ist), dann liegt es nicht an ihren Augen oder an ihrem Geisteszustand. Es ist der neue Zensurstaat und sein Mitarbeiter, die „freie Presse“. Sie benutzen die neuesten Techno-Spielchen, um die Öffentlichkeit über das Ausmaß ihrer Kontrolle, die sie mittlerweile über unsere Meinungsfreiheit ausüben, gefügig und ahnungslos zu halten.

Dahinter steckt eindeutig die Idee, unsere Wahrnehmung zu verwalten und festzulegen, welchen Meinungen die Verbreitung in der Öffentlichkeit erlaubt wird und welchen nicht. Und das Ausmaß der Zensurkultur zu verbergen, die nach und nach abschleift, was von der Demokratie im Westen noch übrig ist.

Wir machen dies für eine öffentliche Untersuchung zugänglich. In der Hoffnung, dass Organisationen, die sich für den Schutz und Erhalt der Meinungsfreiheit einsetzen, wie z.B. die American Civil Liberties Union in den USA, sich diese und andere Zensur und die von den Konzernmedien angewandten Methoden des Wahrnehmungsmanagements genauer ansehen. Und zu untersuchen, ob dies etwa in Abstimmung mit Regierungsbehörden geschieht. Und festzustellen, ob diese Praktiken verfassungsgemäß sind und überhaupt mit den Anforderungen an eine Demokratie vereinbar sind.