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Die Ukraine zwischen Faschismus, Pöbelherrschaft und Zerfall

Und jetzt, im Mai 2016, wird es immer deutlicher, wenn nicht sogar unleugbar, dass das ganze „ukrainische Projekt“ ein völliges Schlamassel ist, womöglich noch schlimmer und weitaus gefährlicher als das Schlamassel in Libyen oder im Irak.

von TheSaker                                                 Übersetzung FritztheCat

Über die Rumpfukraine wird zur Zeit wenig geredet, vor allem nicht in den westlichen Konzernmedien, und es gibt einen guten Grund dafür: Das kurzlebige „Banderastan“ der Ukronazis fliegt auseinander. Das ist keine große Überraschung, denn das ganze Konzept war von Anfang an niemals tragfähig. Erinnern wir uns wie alles begann.

Es ist wichtig daran zu erinnern, dass es keine spontane Revolution oder einen Aufstand in der Ukraine gab, der Euromaidan hatte nichts mit Europa zu tun, aber viel mit den USA. Oh sicher, dem ukrainischen Volk hat man erzählt, es ginge um einen „EU-Beitritt“, aber diese Möglichkeit kam nicht im entferntesten in Betracht. Der einzige Zweck des Euromaidan war es, die Wiedergeburt „einer neuen Sowjetunion“ zu verhindern. So irre die Vorstellung einer UdSSR 2.0 sein mag, das war es, was in den stets paranoiden, sich selbst täuschenden und ignoranten Köpfen des „tiefen“ amerikanischen Staats war. Zwei der Hauptsprecher für diesen US „deep state“ haben sich deutlich geäußert:

Als erstes eine entscheidende Äußerung von Hillary Clinton Anfang Dezember 2012:

„Es gibt eine Bewegung zu einer Re-Sowjetisierung der Region…So wird man es nicht nennen. Man wird es eine Zollunion nennen, man wird es Eurasische Union nennen und so weiter…Aber in einem kann man sicher sein: Wir wissen was das Ziel ist und wir versuchen effektive Wege zu finden um das zu bremsen oder zu verhindern.“

Nun, es hat absolut keine Bedeutung darüber zu reden, ob Hillary mit ihrer Interpretation richtig oder falsch liegt. Was von Bedeutung ist: Sie und ihre politischen Meister glauben wirklich, dass Putin die Sowjetunion wieder erschaffen will.

Als nächstes müssen wir uns an eine weitere entscheidende Aussage erinnern, dieses Mal von Zbigniew Brzezinski, der schrieb:

„Ohne die Ukraine ist Russland kein Imperium mehr, aber mit der Ukraine – zuerst gekauft und dann gebändigt – wird es automatisch zu einem Imperium…Nach seinen Worten ist die Neue Weltordnung unter der Vorherrschaft der Vereinigten Staaten gegen Russland gerichtet und auf den Teilstücken Russlands errichtet. Die Ukraine ist der westliche Vorposten um eine Wiederherstellung der Sowjetunion zu verhindern.“

Nochmals: Es geht nicht darum, ob der üble Zbig richtig oder falsch liegt. Was entscheidend ist: Das war die wahre Ursache für den Euromaidan. Die Amerikaner wollten ein Anti-Russland an den Grenzen zu Russland errichten. Ein solches Anti-Russland wäre eine extreme Gefahr und ein destabilisierender Nachbar für Russland gewesen. Und hätte Russland in der Ukraine interveniert, dann wäre wieder ein köchelnder Kalter Krieg auf einem neuen Niveau entstanden, der den „Schutz“ Europas durch die USA für die nächsten 50 oder 60 Jahre gerechtfertigt hätte. Eine Win-Win Situation für Uncle Sam. Das war ein großartiger Plan, nur hat er natürlich nicht funktioniert.

Zunächst haben die Russen die Amerikaner zweimal kalt erwischt: Erstens durch die Anwendung militärischer Gewalt dort wo man es nicht erwartet hat (Krim) und zweitens, dass sie keine militärische Gewalt dort angewendet haben wo man es erwartet hat (Donbass). Das waren wirklich schlechte Nachrichten für das anglozionistische Imperium: Die Krim, das unumstrittene „Kronjuwel“ einer „unabhängigen Ukraine“, wurde ohne ein Todesopfer mit Russland wiedervereinigt, während der Donbass (mit Sicherheit der reichste und fortschrittlichste Teil der „unabhängigen Ukraine“) sich ohne jede offene russische Militärintervention lossagte. Das hatten die US Strategen nicht erwartet.

In totaler Verwirrung haben sie dem Militär und den Todesschwadronen der Ukronazis befohlen, die abtrünnige Region wieder zurückzuerobern, und die Junta hätte das beinahe geschafft. Nur ein verzweifelter letzter Widerstand der Novorussen, gefolgt durch die Öffnung eines großen Voentorg (wörtlich „Militärhandel“, der Name eines sehr bekannten Warenlagers für Waffen. „Voentorg“ bezieht sich jetzt auf die verdeckte Lieferung von militärischem Gerät an Novorossia) und ein gut organisierter „Nordwind“ (die Entsendung freiwilliger Militärspezialisten) haben das verhindert. Nach diesem kritischen Moment hatten die Ukronazis keinen weiteren größeren Erfolg mehr und ihre Offensiven in Saur Mogila und Debaltsevo endeten in einem völligen Desaster.

Danach hat die Junta in Kiew alles ausprobiert, von Bombardements bis zu willkürlichen Artillerieangriffen, dem Gebrauch von Phosphorgas, Terrorattacken, sogar mit ballistischen Raketen und natürlich der False Flag MH17. Aber nichts funktionierte. Die Novorussen hatten sich eingegraben und ihre taktischen Fähigkeiten und ihre Moral waren den Kräften der Junta haushoch überlegen. Noch schlimmer: Die Novorussen schafften es, wenngleich unter großen Schwierigkeiten, ihre Freiwilligenmilizen doch noch in eine geschlossen konventionelle Streitkraft umzuwandeln. Natürlich sind die Kräfte in Donezk und Lugansk, verglichen mit dem russischen Militär, mit ihren Fähigkeiten noch Lichtjahre hinterher, aber verglichen mit der sogenannten „ukrainischen Armee“ oder den Todesschwadronen der Nazis sind sie wesentlich fähiger und klüger.

Zweitens: Das Ausmaß der Misswirtschaft, der Korruption und der blanken Blödheit, die die neue, herrschende „Elite“ (sozusagen) an den Tag legt, hat wahrhaft afrikanische Qualitäten. Zum Beispiel haben diese nationalistischen Kretins wirtschaftliches Harakiri begangen, indem sie fast alle Beziehungen zu Russland abgebrochen haben. Diese Verbindungen waren zwar wichtig für Russland, aber für die Ukraine waren sie absolut lebenswichtig. Darüber hinaus haben Poroschenko und sein Klüngel aus pseudo-nationalistischen Oligarchen alles veruntreut was man veruntreuen kann und haben ganz einfach das Geld gestohlen, das der Westen als „Hilfe“ zur Unterstützung der Neuen Ukraine bereitstellte.

Drittens: Obwohl die westlichen Konzernmedien eine riesige strategische PSYOP organisierten, damit die Ukronazis als wohlmeinende Patrioten dargestellt werden, die zu Europa gehören und frei leben wollen: Die Orks waren mit ihren Worten, Taten und Symbolen so dumm und offen, dass es den Menschen im Westen zunehmend klar wurde, dass der Westen nicht mit ein paar „freiheitsliebenden Demokraten“ verhandelte, sondern mit rechtgläubigen Nazis ins Bett stieg. Nicht nur das, der Westen bezahlte sogar dafür, um mit denen ins Bett zu steigen. Nicht dass die Konzernlenker Europas zu zimperlich gewesen wären, mit psychopathischen Mördern ins Bett zu steigen. Aber im Fall der Ukraine bedeutete das den Verlust eines noch viel wichtigeren Marktes: Russland.

Und jetzt, im Mai 2016, wird es immer deutlicher, wenn nicht sogar unleugbar, dass das ganze „ukrainische Projekt“ ein völliges Schlamassel ist, womöglich noch schlimmer und weitaus gefährlicher als das Schlamassel in Libyen oder im Irak. Wenigstens besitzt Libyen eine kleine Bevölkerung und der Irak kann womöglich mit Hilfe des Iran in eine Art Normalität zurückgeholt werden, wenn denn der Westen damit aufhört, zur Destabilisierung der gesamten Region Daesh zu benutzen. Aber in der Ukraine leben noch ca. 40 Millionen Menschen (offiziell sind es 45 Mio., aber ohne die Krim, den Donbass und die Geflüchteten sind es jetzt wahrscheinlich unter 40 Mio.), voll in der Mitte Europas (zumindest wenn einer, im Gegensatz zu mir, „Osteuropa“ für einen Teil Europas hält). Und es zerfällt. Schnell.

Der Umsturz in der Ukraine wurde als ein Umsturz der „Millionäre gegen die Milliardäre“ beschrieben, und da ist viel Wahres dran. Die Oligarchen sind eindeutig eine der Hauptkräfte der Neuen Ukraine. Die andere Hauptkraft sind die Neonazis, größtenteils aus der Westukraine. Die dritte und oft vergessene Kraft sind die verschiedenen Mafia-Clans (ethnische und örtliche), die sich, obwohl oft mit eng mit den Oligarchen und Nazis verbandelt, von diesen beiden unterscheiden, hauptsächlich wegen der unterschiedlichen Motive und einer anderen Geisteshaltung. Das Wichtigste zu allen drei Gruppen: Sie sind jetzt bis an die Zähne bewaffnet. Richtig – die Oligarchen haben ihre eigenen „Sicherheitsdienste“, die Nazis haben ihre Todesschwadronen und die Mobster haben ihre Gangs aus bewaffneten Schurken. Zu den Polizisten der Orks: die halten sich raus. Aber die SBU (die KGB der Orks, Anm.d.Ü.: der Sicherheitsdienst der Ukraine), die in ihrer Geschichte noch nicht einen einzigen westlichen Spion erwischt hat, ist dermaßen mit Kidnapping, Folter und der generellen Terrorisierung auch noch der letzten übrig gebliebenen Anti-Nazi-Ukrainer beschäftigt, dass sie für Recht und Ordnung keine Zeit oder keine Lust mehr hat. Wenn überhaupt, dann ist die SBU im Grunde „zu vermieten“: An die Oligarchen, die Nazis und sogar an die Mobster.

Zu den ukrainischen Armeekräften: Sie bestehen vor allem aus Männern aus dem Osten der Ukraine und ihnen fehlt der ideologische Wille der Todesschwadronen, die hauptsächlich aus der Westukraine kommen. Und das erklärt zum Teil, warum weder die Regulären noch die Todesschwadronen in den Gefechten Erfolg hatten. Es steht fest, dass weder die Regulären noch die Todesschwadronen die Mittel oder den Willen besitzen, Recht und Ordnung wiederherzustellen, ganz zu schweigen davon, etwas gegen das wirtschaftliche Desaster zu unternehmen.

Mit anderen Worten: Es gibt überhaupt keine Rechtsstaatlichkeit mehr. Und wenn das Land bisher noch nicht den „somalischen Weg“ beschritten hat, dann liegt es vor allem an der Trägheit. Aber wenn die Folgen des wirtschaftlichen Zusammenbruchs offensichtlich werden, dann wird die Gewalt explodieren.

Jetzt wo die westliche Hilfe mehr oder weniger zum Erliegen gekommen ist und das Land bis aufs Hemd ausgeraubt wurde, hat die Zentralregierung immer weniger Einfluss auf die Regionen. Eine jede davon wird von örtlichen Oligarchen/Kriegsherren regiert. Das ist höchstwahrscheinlich der erste Schritt in einem unvermeidlichen Prozess der Auflösung der Restukraine mit Lvov und Ivano-Frankovsk, die zusammen ein Mini-Banderastan im Westen des Landes errichten werden. Odessa und die südliche Ukraine werden sich früher oder später von der Kontrolle Kiews lösen wollen und entweder unabhängig oder in der einen oder anderen Form zu Russland gehen. Und der Zentralukraine wird nichts bleiben außer marodierenden Gangsterbanden a la Mad Max.

Und das Donbass (und natürlich die Krim) sind für immer verloren – und Kiew weiß das. Der beste Beweis für diese Erkenntnis Kiews ist die unleugbare Tatsache, dass die Junta absolut keine Anstrengungen unternahm, die Menschen in den abtrünnigen Regionen der Ukraine dafür zu gewinnen, in die Arme Kiews zurückzukehren. Anstatt die Renten zu bezahlen (wonach sie gesetzlich verpflichtet wären) haben sie die Pensionsgehälter der Menschen im Donbass gestohlen. Und zur Krim hat Kiew eine Wasserblockade, eine Transportblockade, eine Lebensmittelblockade und eine Stromblockade verhängt. Und während Russland alles Nötige für die Menschen auf der Krim zur Verfügung stellte, wird die engherzige und äußerst miese Schikane die Menschen auf der Krim kaum für die Nazijunta in Kiew erwärmen. Tatsache ist, dass es Kiew schon lange aufgegeben hat, die „Vatniki“ zu überzeugen. Man hat sie eh immer schon gehasst und als untermenschliche halb-asiatische Bastarde betrachtet.

Der neue Vorsitzende der Verkhovna Rada, des ukrainischen Parlaments, und die Nummer Zwei im Staat ist Andrei Parubii, ein offenkundiger Nazi mit mentalen Problemen, so behaupten Gerüchte, er redet jetzt ernsthaft über einen Visa-Zwang mit Russland. Damit hindert er 4-5 Millionen Ukrainer in Russland daran, in Russland zu arbeiten und Geld nach Hause zu schicken. Das hört sich verrückt an? Ist es auch. Aber das sind die gleichen Leute, die den ukrainischen Luftraum für russische Fluglinien sperrten, was dazu führte, vorhersehbar, dass Russland seinen Luftraum für Ukrainer gesperrt hat. Ein Blick auf die Landkarte zeigt, wer dabei mehr verloren hat.

Und wenn die Wirtschaft zum Stillstand kommt, dann werden die ideologischen Grabenkämpfe nach und nach durch primitivere Formen des Wettbewerbs um Waren und Dienstleistungen ersetzt, in manchen Regionen sogar um Lebensmittel und Unterkünfte. Wenn dieser Prozess einsetzt, dann wird sich die Rumpfukraine vom Faschismus in eine Ochlokratie (Pöbelherrschaft) verwandeln und dann wird die Rumpfukraine wahrscheinlich zerbrechen und eine neue Flüchtlingswelle wird die EU überschwemmen.

Das Erstaunlichste an dem Ganzen ist, dass sich die ukrainischen Nationalisten das alles wirklich selbst angetan haben. Wenn die Ukraine zwischen 1991 und 2014 auf inkompetente und korrupte Art regiert wurde, so haben sich die neuen Führer in Kiew auf einen Weg gemacht, den man nur als selbstmörderisch bezeichnen kann. Betrachtet man das Chaos in der heutigen Ukraine, dann ist es kaum zu glauben, dass 1991 die Ukraine ein hoch entwickeltes Land war, mit einem enormen Potential und es schien enorm davon zu profitieren, eine natürliche Brücke zwischen dem Osten und dem Westen zu sein. Die gegenwärtige Apokalypse ist ausschließlich handgemacht, angestachelt durch hasserfüllte ideologische Verblendung, ein fantastisches Ausmaß an Korruption und einem offensichtlich völligem Mangel an gesundem Menschenverstand.

Den Ukrainern wurde ein Zukunft wie Deutschland versprochen, stattdessen haben sie Somalia bekommen. Für all jene, die in diese gigantische Täuschung verwickelt waren, wird ein dickes Ende kommen.