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ard_logoImmer wieder haben wir hier im Blog gezeigt, wie ARD und ZDF den Krieg im Jemen systematisch aus dem Fokus der öffentlichen Wahrnehmung halten oder mit Falschinformationen die Realität auf den Kopf stellen. Das letzte Massaker an Zivilisten auf einem Markt in Mastaba oder eine riesige Massendemonstration in Sanaa waren den transatlantisch gesteuerten Anstalten kein einziges Wort in den sogenannten Nach­rich­ten­sen­dungen wert.

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usmtm.org – (Anklicken, zum Vergrößern!)

Der Grund ist zumindest jenen bekannt, die die Hintergründe des Krieges kennen, weil sie sich nicht ausschließlich in den öffentlich-rechtlichen Sendern „informieren“. Wie der Krieg in Syrien, wäre auch das Morden im Jemen in diesem Ausmaß ohne die Beteiligung Saudi-Arabiens und der USA nicht möglich. Die weit über Hundert Toten in Mastaba, darunter mehr als 20 Kinder, wurden von an Saudi-Arabien gelieferten, US-ameri­ka­ni­schen Bomben zerfetzt, abgeworfen aus US-ameri­ka­ni­schen Kampf­flugzeugen, geflogen von Kampf­piloten, die von den USA ausgebildet wurden. Die Toten von Mastaba lassen in den USA die Kasse klingeln.

Das sind Fakten, die der Propaganda, wie wir sie tagtäglich vorgesetzt bekommen, natürlich nicht ins Konzept passen, denn ein US-Präsident darf nicht als Weltterrorist wahrgenommen werden, sondern muss zum Weltpolizisten umlackiert werden.

Im Weltspiegel der ARD werden die Fakten hinter dem Krieg einmal mehr vorsätzlich verschwiegen. „Ein Staat kollabiert“, heißt es lapidar – gerade so, als würde das Land durch unausweichliche Naturgewalten langsam und unaufhaltsam zerrüttet.

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Das ist natürlich nichts anderes, als freche und vorsätzliche Lüge und Desinformation mit dem Ziel, die Wahrheit zu unterdrücken. Die USA werden in dem von Thomas Aders präsentierten Märchen aus tausendundeiner Alptraumnacht nicht ein einziges Mal erwähnt. Die deutsche Öffentlichkeit soll genauso für dumm verkauft werden, wie die Jemeniten, die den Krieg laut Aders angeblich „nicht verstehen“.

Thomas Aders ist seit langem für seine Desinformation aus dem Syrienkrieg bekannt, wo er für die ARD-„Berichterstattung“ aus Sicht der syrischen Regierung zuständig ist und kürzlich ein Interview mit Baschar al-Assad führte. Der Mitleid heuchelnde Bericht des Täters Aders, der aktiv für das Elend der Menschen in Syrien und dem Jemen mitverantwortlich ist, weil seine Propaganda in der ARD das Ziel hat, die deutsche Bevölkerung im Sinne der Kriegstreibenden zu sedieren, bietet keinerlei Erkenntnis, die auch nur einen Cent GEZ-Gebühren wert wäre. Alles was man dort erfährt ist längst bekannt, wenn man sich unabhängig informiert.

„Weltspiegel“-Moderator Strempel aber glänzt in seiner Anmoderation des Beitrags durch eine besonders unverschämte Verlogenheit, die deshalb an dieser Stelle gewürdigt werden soll.

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Michael Strempel: „Es ist manchmal schwer zu ertragen, das Leid, das unseren Korrespondenten gerade in Kriegsgebieten immer wieder begegnet und das auch den Weltspiegel oft prägt. Wir sind aber sicher, dass es noch schlimmer wäre, wegzusehen, die Menschen einfach sich selbst zu überlassen und sich zu freuen, im besseren Teil der Welt zu leben. Unserem Nahost-Korrespondenten Thomas Aders ist es als einem der wenigen Journalisten gelungen, in den Jemen zu reisen. In ein Land, dessen grausamer Bürgerkrieg [?] bei uns kaum Beachtung findet, weil der Krieg in Syrien alles überlagert. Wenn Sie aber jetzt das Schicksal des kleinen Murat und der anderen Kinder sehen, die Thomas Aders getroffen hat, werden Sie verstehen, dass uns auch der vergessene Krieg im Jemen etwas angehen sollte.“

Ist das ein Hohn? Man weiß also in der ARD laut Strempel durchaus, dass es „noch schlimmer wäre wegzusehen“, ist sich also der eigenen Rolle bewusst. Die Ausrede, mit der Strempel das systematische und in Wahrheit politisch motivierte Wegsehen dann rechtfertigen will, ist ausgerechnet ein anderer Schauplatz transatlantischen Massenmords und Propaganda, auf dem USA und Saudi-Arabien seit Jahren wüten und wüten lassen: der Krieg in Syrien „überlagert alles“. Da verschlägt es einem die Sprache.

Wer hindert die ARD eigentlich daran, am Sonntag Abend nach den 10 Minuten „Informationen“ der tagesschau, eine 90 minütige Dokumentation über den Krieg im Jemen zu senden, in der alle Seiten des Konflikts gleichermaßen zu Wort kommen? Die Ausrede der Meinungsmanipulatoren der ARD wäre, dass die Zuschauer das nicht sehen wollen. Die sehen angeblich lieber einen lustigen und fiktiven Tatort, anstatt die reale Welt zur Kenntnis zu nehmen.

In Wahrheit geht es natürlich darum, die Öffentlichkeit ganz gezielt über die Konflikte in Syrien, Jemen, Ukraine, etc. in die Irre zu führen, damit die Bürger gar nicht erst anfangen, zu verstehen, was dort gespielt wird, wessen Interessen jeweils hinter diesen Stellvertreterkriegen stehen und was man selbst als Bürger Deutschlands tun könnte, um diese Konflikte – und damit das Leid der Menschen – zu beenden.