Schlagwörter

, , , , , ,

spiegel_online_logoGestern haben wir hier über die sehenswerte Story „Land der Lügen“ im „Ersten“ berichtet und schon heute präsentiert das US-Propagandamagazin SPIEGEL ein weiteres Parade­beispiel, wie man die Bürger mit Statistik ganz gezielt täuschen kann.

Weltrangliste der Steueroasen: Dreister als Panama

Schon das ZDF hatte die Zuschauer in der vergangenen Woche mit einer Grafik angelogen, die behauptete, dass es in den USA keine Steueroasen gebe. Eine gezielte Desinformation mit durchschaubarem politischem Hintergrund, denn immer mehr schält sich heraus, dass die „Panama-Papers“ Teil einer lancierten Kampagne sind, die Kapitalströme Richtung USA lenken soll.

Dass der „Spiegel“ ein lupenreines US-Propagandamagazin ist, dafür stehen regelmäßig als Journalismus getarnte Werbe- und PR-Artikel über neueste Apple-Produkte, den „Helden“ Steve Jobs, US-Präsident Obama und seine tolle Familie, American Football, US-Basketball, MTV oder die tollen neuen Kriegsgeräte des US-Militärs. Es gibt Tage, da hat man den Eindruck, die Front(sic!)-seite von „SPON“ berichtet mehr aus den USA, als aus Deutschland oder Europa und damit ist die Kriegshetze im Auftrag von USA und NATO noch gar nicht erwähnt.

Auch SPON täuscht die Leser heute mit einer Grafik, die die US-Steueroasen komplett ausblendet. Ein Trick dahinter ist eine statistische Manipulation. Man präsentiert keine absoluten Zahlen von Briefkastenfirmen oder Hochrechnungen vermiedener Steuern, sondern die Zahl an Briefkastenfirmen pro Einwohner. Dass damit der Fokus von Beginn an ganz gezielt auf einwohnerarme Kleinstaaten gerichtet wird, liegt auf der Hand.

So kommt es, dass die Britischen Jungferninseln mit 481.000 Briefkastenfirmen als TOP-Land der Steueroasen vorgeführt werden, während Delaware mit lt. wikipedia 620.000 Firmen (die ZEIT spricht von mehr als einer 1.000.000) in der Grafik gar nicht auftaucht, obwohl der US-Bundestaat mit ca. 900.000 Einwohnern auf weit mehr als 0,5 Briefkastengesellschaften pro Einwohner kommt. Darunter allerdings sind viele US-amerikanische und globale Großkonzerne und die dort vermiedenen Steuern dürften die Jungferninseln weit hinter sich lassen.

„Geschätzte 200.000 Firmen sind unter der Adresse North Orange Street #1209 gemeldet. Allesamt Briefkastenfirmen – ohne Briefkasten. Zu den Unternehmen gehören US-Konzerne wie Apple und Google,  aber auch deutsche Firmen wie Daimler und Volkswagen. … Schaut man sich die Zahlen an, haben die Marketingexperten Delawares recht: Mehr als eine Million Unternehmen ist hier registriert, darunter 64 Prozent der 500 weltweit größten börsennotierten Konzerne.“ (ZEIT; 05/2013)

SPON_Delaware867

Bild anklicken, zum Vergrößern! (Gelbe Hervorhebungen und Texte nachträglich eingefügt.)

Die Lügenpresse nennt sowas Journalismus. Wer sich nicht für dumm verkaufen lässt, nennt es dreiste und vorsätzliche Täuschung.­