Schlagwörter
ARD, Demokratie, Desinformation, Mediendiskurs, Propaganda, Staatsmedien, Verzerren
Vor Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam kann man den Hut nicht tief genug ziehen. Sie könnten sich auf ihrer Rente ausruhen und im Garten Rosen züchten oder Kindern und Enkeln auf die Nerven gehen, aber sie kämpfen, wie es sich für echte Demokraten und engagierte Bürger gehört, für eine bessere Gesellschaft – und nichts ist wichtiger, für die sichere Zukunft einer Gesellschaft, als wahrhaftige Informationen, die Grundlage kluger politischer Entscheidungen sind.
Im besonders lesenswerten Interview mit Markus Klöckner auf TELEPOLIS bringen die beiden ARD-Dissidenten die Malaise mit den Nachrichtenformaten der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf den Punkt. Politisch nicht nur tendenziös, sondern unverhohlen auf NATO-Linie, Hofberichterstattung für Berlin, realitätsverzerrendes Wording, Verdrehung von Tatsachen, Hetze gegen Russland, China und andere Staaten, Unterhaltung statt Information, etc. Sämtliche Kritik gilt natürlich gleichermaßen für das ZDF, das in mancherlei Hinsicht noch plumpere Propaganda verbreitet als die ARD.
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Das klingt nach einer Berichterstattung, bei der so ziemlich alles falsch läuft. Aber bis jetzt sind das erstmal Behauptungen. Wie begründen Sie Ihre Aussagen?
Volker Bräutigam: Beginnen wir bei der Sprache, der Wortwahl. Beispiel: Die häufig genannte „internationale Gemeinschaft“, obwohl darunter außer den USA meist nur Europäer und noch ein paar wenige anglophone Vasallenstaaten zu verstehen sind. Aber dem Publikum wird der Eindruck vermittelt, fast alle Völker der Welt seien gemeint.
Tatsächlich wird eine Sichtweise präsentiert, die von der großen Mehrheit der Weltbevölkerung unter keinen Umständen geteilt wird: Die barbarische Rolle des Internationalen Währungsfonds wird in der asiatischen Welt nicht gewollt, die noch alles beherrschende Funktion des Petrodollars von den BRICS-Staaten angegriffen, der vorgebliche Kampf um Menschenrechte und Demokratie wird in der arabischen Welt, der afrikanischen, der lateinamerikanischen Welt als gewaltsamer Eingriff ins Selbstbestimmungsrecht und als Raubzug um Ressourcen erkannt.
Friedhelm Klinkhammer: Da kann man noch mehr anführen. Denken Sie doch nur an das jahrelange Putin-Bashing, das war eine gemeinsame Veranstaltung aller deutschen Mainstream-Medien, ohne Sinn, Verstand und Niveau. Selbst nicht repräsentative und damit nichtssagende Straßeninterviews mussten dafür herhalten, Russland als menschenrechtsfeindliches Bollwerk und Putin als wilden Häuptling zu präsentieren. Oder der German-Wings-Selbstmord: Jede Einzelheit wurde in grässlichem Boulevard-Stil serviert, aber die wesentliche Frage, warum die ärztlichen Vorsorgemaßnahmen versagten, bleibt weitgehend ausgeblendet.
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Viel bemerkenswerter als alles Andere finde ich Klinkhammers und Bräutigams Wunsch, oder sollte ich sagen : Traum, dass ihre sachlich fundierten und völlig berechtigten Programmbeschwerden auch nur irgendetwas bewirken in dieser Lakaienversammlung Programmbeirat. Warum dauert es wohl Monate, bis da Antworten kommen ? Vielleicht weil es keine alte Sau interessiert ? Und man komme mir bitte nicht mit der Erklärung, es würde Druck erzeugt, da würde mich dann nämlich interessieren, auf wen denn, mit welchen Konsequenzen für welche Person, welches Sendeformat, welche Programmgestaltung ?
Um es klar zu sagen : es ist durchaus gut und wichtig, was Klinkhammer und Bräutigam machen, aber die beiden haben ja sowohl Zeit und Muße dafür als Rentner. Ich wundere mich nur darüber, dass sie nach den vielen Beschwerden, die sie folgenlos einreichten, immer wieder auf die gleiche Masche versuchen, diesem korrupten, regierungshörigen Pseudojournalistenpack auf die Füße zu treten. GEZ Gebühr zahlen sie ja wohl keine mehr, oder doch ?
MfG
@dildoldi
Bräutigam und Klinghammer sind noch aus der Alten Schule. Sie werden mit ihrem Wunsch nach sauberen Nachrichten nicht durchkommen. Das beweist schon die Aussage, die beiden wären unzufrieden mit ihrer Entlassung und würden aus dem Grund die Programmbeschwerden schreiben. So etwas ist begründet in Kohls und Kochs Zeiten, die es geschafft haben die Presse und ÖR umzukrempeln. Die geistig-moralische Wende konnte nur gelingen wenn Wort und Bild auf Linie gebracht sind. Dann folgen alle anderen gesellschaftlichen Gruppen. Das Denke wird vereinfacht. Widerreden werden als renitent erfasst und abgewehrt. Das haben wir erfahren als einst wichtige öffentliche Personen gegen den Russland-Boykott einen Aufruf gestartet hatten, und dieser als Blödsinn alter Männer abgetan wurde. So ähnlich war auch das Ausspielen des Alten gegen das Neue Europa. Merkel verkörpert das Neue Europa. Sie hätte auch beim Irak-Krieg mitgemacht.
Alles das erinnert an einen Kampf gegen die Windmühlen. Wir sollten diesen Kampf unterstützen. Vielleicht wäre eine Massnahme die Presseprodukte nicht mehr zu kaufen.
D `accord ! Auch ich sehe in einem flächendeckenden Boykott der Zwangsgebühren und der sog. „Qualitätsmedien“ das einzige Mittel, diesen Moloch ins Straucheln zu bringen. Es ist sicher richtig, die Anfänge dieser „Wende“ in die Anfänge der Regierungszeit von „Birne“ Kohl zu verorten. Man hatte damals schon das Beispiel USA vor Augen, in dem die Erfolge dieser jahrzehntelang andauernden Volksverdummung klar zu Tage traten, u.A. in der Wahl Ronald Reagans. So etwas wollte man hier auch und man bekam es, wenn auch ein paar Jährchen versetzt. Ich denke da an die vielen „Reformen“ von rot/grün (Hartz IV u.v.m.) incl. des ersten Kriegseinsatzes der Bundeswehr, das ohne umfassende mediale Dauerberieselung so nicht möglich gewesen wäre. Und ich bezweifele, dass Helmut Kohl zu diesen Schritten überhaupt bereit gewesen wäre, eben weil auch er aus einer anderen Generation stammte. Haben die Altvorderen vielleicht versäumt, den Nachwuchs „richtig“ auszubilden, oder hat die gewollte ausschliessliche Fixierung auf die ökonomischen Sachzwänge auch in dieser Branche ganze Arbeit geleistet ?
MfG
@dildoldi
Als Neurentner habe ich auch Zeit mir Gedanken zu machen. Ich habe mal die ganze Journalismusgeschichte unter dem Aspekt neue Technologie betrachtet.
Hier bin ich auf Jared Cohens, Think Tank Goggle Ideas Chef gestossen. Er war ja mit sehr jungen Jahren bereits zu Diensten von Condoleeza Rice und Hillary Clinton.
Von Clinton wissen wir, dass sie massgeblich den Syrienkonflikt gefördert hat. Ich finde interessant, dass dieser Mann 2009 versucht hat über Twitter die iranische Jugend zu mobilisieren. Er behauptet, er hätte verhindert das Twitter in der Zeit ein Update startet. Er schildert auch dass der Arabische Frühling rasend schnell sich durch das Smartphone verbreitet hätte. Wischen ist leichter als Schuhe binden. Er schildert auch das im Irak die Lebensqualität durch die Mobiltelefone zurückgekehrt sei obwohl die Infrasruktur total zerstört ist. Es sei wichtig eine schlagkräftige digitale Front aufzubauen. Er meint auch das die digitale Auseinandersetzung eine Fortführung des Krieges sei. Natürlich warnt er davor, dass die digitale Auseinandersetzung zum Kriege führen kann. Wie z.B. nach meiner Ansicht durch Mobilisierung der Massen. Dies kann nur durch Twitter, Facebook und Google geschehen. Nach meiner Ansicht eine ziemliche einfache Denkweise über die Menschheit. Wischen ist wichtiger als Schlaufen binden. Damit rettet man die Welt.
Er hat auch darüber in „Vernetzung der Welt“ geschrieben. Ich will damit andeuten, dass mit der digitalen Vereinfachung der Welt auch eine Vereinfachung des Denken einhergeht. Sicherlich benutze ich auch das digitale Medium. Ich nutze es um an vergangene Zeiten der Auseinandersetzung zu knüpfen.
Boykott ist ein gutes Mittel, aber es wird nicht klappen: Die Menschen sind zu bequem, ihre Einzugsermächtigung zu kündigen. Außerdem fragen sich gewiss auch viele Menschen: Warum? Tagesschau ist pünktlich und hört sich sachlich an. Die Einsicht, dass man raffiniert manipuliert wird, ist nur schwer zu vermitteln, man kann es aber durch präzise Beschreibungen wie bei Bräutigam und Klinkhammer konkret begreifen. Was wäre die Alternative?
Dass die beiden ihr Format beibehalten und trotz der Erfolglosigkeit bei den Kritisierten stur weiter Beschwerden schreiben, ist eine geschickte PR-Masche, vermute ich. Damit erzeugen sie Aufmerksamkeit Wahrscheinlich ist ihnen Öffentlichkeit und das Bewusstmachen von Manipulationen wichtiger als die Reaktionen der Gniffkes oder der „Erfolge“ bei den Claqueuren in den Gremien.